Der Weg zum alltagstauglichen Gravelbike

GRAVELBIKE! Man kommt diese Saison nicht dran vorbei. Alles ist nur noch Gravelbike. Damit bezeichnet man ganz grob Rennräder mit komfortabler Geometrie und breiteren, profilierten Reifen. Es ist im Moment der absolute Hype. Wie immer ist das nix neues. Bevor es Mountainbikes gab, sind die Verrückten eben mit solchen Dingern durch den Wald gefahren. Hieß dann halt Cyclocross- oder Querfeld  Rad.

Nebenbei bemerkt ist ja auch 27,5″ (oder 650B) keine bahnbrechende Erfindung des 21. Jahrhunderts, sondern ein uraltes französisches Laufrad Maß. Die Industrie hat es nur gut verstanden das mit tollen Argumenten zu vermarkten (und 26″ MTBs ordentlich abzuwerten). Aber ich schweife ab.

Jedenfalls gibt es durch den Gravelbike Hype derzeit eine riesen Auswahl. Darunter eben auch solche die man wohl früher als Randonneur bezeichnet hätte. Also Rennräder mit Alltagsausstattung wie Schutzblechen, Licht und Gepäckträger.

In meiner angepeilten Preisklasse bis 2000€ habe ich 3 für mich attraktive Angebote gefunden:

bulls

Bild von der Bulls Homepage

bergamont

Bild bei Bergamont ausgeliehen

bulls

Bild bei Cube ausgeliehen

Allesamt mit festen Schutzblechen, fester Lichtanlage und Gepäckträger. Auch die Ausstattungen unterscheiden sich nur marginal. Darauf gehe ich noch ein. Hier ist schon erstaunlich wie Cube diesen Preis hinbekommt.

Hier mal markantesten Ausstattungsmerkmale:

Bulls Bergamont Cube
Preis € 1999 1799 1599
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon
Kurbel Shimano Gruppenlos Shimano 105 Shimano 105
Tretlager Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105
Umwerfer Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105
Schaltwerk Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105
Schalt- Bremsgriffe Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105
Bremsen Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount
Laufräder Bulls Hausmarke Bergamont Hausmarke Cube Hausmarke
Nabendynamo Shimano Shutter Precision ?
Scheinwerfer Supernova E3 pure3 Busch+Müller IQ-XS N Plus Supernova E3 pure3
Rücklicht Supernova E3 Tail Light 2 Herrmans H-Trace Mini Supernova E3 Tail Light 2
Schutzbleche ? Racktime wingee SKS Gravel
Gepäckträger Standwell Racktime wingee Racktime light-it
Klingel ? ? Knog Oi

Die Gesamtmassen der Räder liegen laut Katalog alle zwischen 11,4 und 11,8 kg in Rahmengröße 58. Also Gleichstand. Auch die Geometrien sind sehr Ähnlich und deutlich Komfortabler als mein Canyon Endurace (was für ein Rennrad als solches ja schon eh gemütlich ausgelegt ist).

So Dinge wie Sattel, Lenker usw lassen nur anhand der Papierlage eher schlecht vergleichen. Hier also auch Gleichstand auch wenn Bergamont hier auf Sycros setzt und die anderen Hausmarke verwenden. Das Cube hat so einen modernen Lenker der unten etwas breiter wird. Keine Ahnung wie sich sowas fährt.

And the Winner is…….tamtamtamtamtam:

CUBE!

das Rad hatte ich erst gar nicht auf der Pfanne. Aus folgenden Gründen hat es für mich gewonnen (Die Pros und Cons hate ich in der Tabelle mal grün und rot markiert):

  • Supernova Lichtanlage
  • Carbongabel (Comfort)
  • Komplette Shimano 105 Gruppe
  • Gepäckträger mit hoher Strebe (die Ortlieb Office Bag muss dran passen) und Verbindung zum Hauptrahmen (nicht nur über das Schutzblech)
  • Stylo Klingel (Knog)
  • Optik (Geschmackssache)
  • Preis (wirklich erstaunlich wie Cube das mit der Ausstattung hinbekommt)
  • Zudem scheinen wirklich wenige das Rad auf dem Radar zu haben. Es ist im Gegensatz zum Bulls und Bergamont noch gut Verfügbar.

Ein anderer Gedanke war, selbst ein Rennrad umzubauen. Als Referenz hatte ich an das Canyon Endurace AL Disc 7.0 gedacht. Das ist ja qausi die Disc Version meines 2016er AL 6.0. Allerdings liegt hier der Grundpreis bereits bei 1499€. Speziell zum Cube bleibt da keine Luft um nen Nabendynamo, Lichtanlage usw nachzurüsten. Und echte Gravelbikes haben in der Preisklasse z.B. noch Seilzug Scheibenbremsen.

Auch die Kandidaten oben gibt es alle noch eine Version die um 1000€ kostet. Da kommt man schon in Versuchung. Z.B. das Daily Grinder 1. Ich konnte beide Versionen bei Zweirad Stadler mal anfassen und musste feststellen, dass mir das zu viele Kompromisse wären. So ist das Grinder 1 deutlich schwerer. Zudem auch hier Seilzugbremsen und schwere Reifen (die teuren Modelle haben alle den Schwalbe G-One) und lediglich eine Shimano Claris 2×8 Schaltgruppe. Der Scheinwerfer ist auch einfache Fahrradtechnik. Mein Arbeitsweg geht teilweise durch stockdunklen Wald. Da gehört ordentliches Licht dran. Der Supernova am Bulls und Cube kostet dabei alleine schon ca 130€.

CUBE hätte das NUROAD Pro FE im Angebot. Immerhin mit Shimano Tiagra 2×10 Gruppe und Schwalbe G-One Reifen für 1099€.

Bergamont hat das Grandurance RD 5.0 (Claris 2×8) für 999€. Der Rest wäre wie beim Bulls.

Also bleibt es wohl beim CUBE. Sollte gut UND günstig wirklich möglich sein?

Mal sehen wann/ob die Finnanzministerin (die verständlicherweise vom ganzen Hü und Hott mit dem Klever langsam nix mehr hören kann) die Investitionsfreigabe gibt. Da fällt mir ein toller T-Shirt Spruch ein den ich mal gelesen habe: „Just one more bike, I swear!“  😉

 

2 Gedanken zu “Der Weg zum alltagstauglichen Gravelbike

  1. Mal blöd gefragt: Wie kommst du drauf, dass das Cube nicht *mehr* verfügbar ist? Aussage meines Cube-Stores: Es ist *noch* nicht verfügbar. Voraussichtlich Dezember sollten alle Rahmenhöhen lieferbar sein. Es handelt sich ja schließlich das Modelljahr 2019.

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  2. Hi. Das hat die Internet Recherche ergeben. Auch Anrufe bei diversen Anbietern. Ich möchte das Rad ja jetzt haben und nicht erst im Mai. Kann sein dass es dann ein 2018er. Aber seid drum. Gruß, Martin

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