Kein Kinderkram – Woom Bikes

Achtung. Dieser Artikel enthält KEINE Werbung 😉

Ich habe von Woom weder Geld, Fahrräder, Schweinehälften oder kubanische Zigarren bekommen um hier was schönes zu scheiben. Ich gebe einfach gerne meine Erfahrungen weiter.

Bisher waren alle unsere Kinderfahrräder und sonstige Fahrzeuge vom Flohmarkt oder irgendwie aus dem Bekanntenkreis erbeutet. Preis zwischen ner Tüte Gummibärchen und 30€. Finde ich aus mehreren Gründen super:

  • Nachhaltigkeit: Es braucht kein neues Fahrrad produziert und (in den meisten Fällen) aus China importiert zu werden.
  • Kostenersparnis: Für diese Preise gibts nicht mal einen Mountainbike Reifen.
  • Verringertes „Schimpfpotential“: Wer schon mal gesehen hat wie Kinderfahrzeuge artgerecht benutzt werden weiß, dass die Sachen einiges auszuhalten haben. Ist beim neuen Smartphone ja genauso. Der erste Kratzer ist der schlimmste. Die gebrauchten Fahrräder haben den schon vor Jahren bekommen…

Zu meiner Freude stelle ich fest, dass unsere Große auch einen riesen Spaß am Radfahren entwickelt hat. Dem Laufrad sei dank, hat sie sich mit knapp 3 Jahren auf ihr 12″ Tigerenten Puky gesetzt und ist einfach losgefahren. BÄM. Da war ich platt! Es folgten dann schnell ein 16 und ein 18″ Fahrrad (danke Sönke).

So weit so gut. Wenn man „Kinderfahrrad“ denkt, fällt einem zuerst Marke XXX (kann sich jeder selbst was eintragen) ein. Das sind auch auf keinen Fall schlechte Fahrräder. Jetzt muss man aber wissen, dass unsere Große mit 5 Jahren gerade einmal 16 kg gewogen hat. Selbst das 16″ Aluminium XXX wiegt bereits 9,5 kg! Auf mein Gewicht von 80 kg bezogen, müsste mein „Kinderrad“ dann stolze (9,5/16*80=) 47,5 kg wiegen…..Keine weitere Erklärung nötig.

Ich machte mich dann einmal auf die Suche, um im www ein leichtes Kinderfahrrad zu finden. Es gibt da mehrere Firmen, die oft von Bikepapas gegründet wurden, die genau das gleiche Problem hatten. Irgendwann bin ich dann auf WOOM Bikes aus Österreich gestoßen. Die stellen 6 verschiedene Modelle vom 12″ Laufrad bis zum 24″ Jugendrad her.

woom palette

Produktpalette Woom bikes ©WOOM

Direkt könnte man nun zu meiner Aufzählung vom Anfang des Beitrags kommen. 329€ für ein 16″ Kinderfahrrad???? Nee 399€ mit SRAM Automatix Nabe (leider im Moment nicht lieferbar).

Also was ist denn nun auf einmal aus

  • Nachhaltigkeit
  • Kostenersparnis
  • Verringertes „Schimpfpotential“

geworden? Dazu später mehr. Nach gründlicher Überlegung und Vermessung unserer Großen, haben wir uns dann für das WOOM 3 Automatix entschieden.

WOOM_3_seitl_REDDOT_1920x

©WOOM

WOOM_3_schraeg_1920x

©WOOM

Die Eckdaten sind:

  • 16″ Bereifung
  • Aluminiumrahmen
  • Zwei Handbremsen
  • SRAM Automatix 2 Gang Nabe (genial)
  • Und jetzt kommts: 5,7kg bzw knapp 6kg mit Automatix Nabe
    • Wir rechnen mal schnell (9kg/6kg), dass das knapp 1/3 weniger als üblich ist.

Hier mal in Echt mit Kind:

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Bike and Balg 😉   ©crazy42wheels.com

Dazu kommen noch weitere Features, die mich als Bikepapa einfach überzeugt haben das Geld auszugeben.

Die Bremsen:

Das Rad hat zwei Handbremsen und nicht wie üblich eine Hand- und eine Rücktrittbremse. Dabei ist die hintere Bremse mit einem auffällig grünen Griff ausgestattet damit das Kind nicht erst überlegen muss, welche die „Primärbremse“ ist. Ich finde das super. Das Losfahren aus dem Stand ist mit einer Rücktrittbremse um vieles schwieriger. Meistens steht die Kurbel im falschen Winkel um direkt losfahren zu können. Dann muss man erst vorrollen um die richtige Kurbelstellung zu erwischen. Besonders am Berg schwierig bis unmöglich. Zudem ist die Wirkung der Rücktrittbremsen meistens allenfalls als mau zu bezeichnen. Nicht umsonst ist diese Bremsenform an hochwertigen Erwachsenenrädern nahezu ausgestorben.

Die Griffe sind auch für kleine Kinderhände gut zu erreichen und durch die hochwertigen Bremszüge von Jagwire leicht zu betätigen. Außerdem lässt sich noch die Griffweite verstellen.

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©crazy42wheels.com

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©crazy42wheels.com

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©crazy42wheels.com

 

Ergonomie:

Passend zu den Bremsgriffen hat sogar der Lenker einen kleineren Durchmesser als die Standard 22mm.

Der Sattel ist nicht zu hart und vor allem nicht zu weich. Das bewirkt nämlich immer, dass der Hintern drauf hin und her rutscht und sich das Polster „durchsitzt“.

Die Tretkurbeln haben einen auf Kinder zugeschnittenen Q-Faktor. Das heißt die Breite zwischen den Pedalaufnahmen ist entsprechend klein und auf die Breite des Kinderbeckens abgestimmt. Ich meine den Körperteil und nicht das Nichtschwimmerbecken. Die Kurbelarme selbst sind auch entsprechend kurz. Man soll es nicht für möglich halten, aber es ist ein deutlicher Unterschied zwischen z.B. 170 und 175 mm Kurbelarmen bei Erwachsenenrädern zu spüren.

Die Pedale finde ich etwas zwiespältig. Einerseits bieten die angedeuteten Krallen viel Grip z.B. mit matschigen Schuhen. Andererseits tut es wirklich weh, wenn man doch mal abrutscht und das Pedal gegen Schienbein oder Wade haut. Mountainbikefahrer die Plattformpedale mit Pins benutzen, bekommen beim Lesen sicher Phantomschmerzen ;-P

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©crazy42wheels.com

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©crazy42wheels.com

Allgemein lässt sich das Rad gut auf verschiedene „Kinderformen“ einstellen, wenn man die Größenvorschläge des Herstellers beachtet. Oft werden Kinderfahrräder (weil die ja so teuer sind) auf „Vorrat“ zum reinwachsen gekauft. Da kann kein Fahrspaß aufkommen. Nicht umsonst (und natürlich auch zum Vorteil der Hersteller) sind die Radgrößen heute deutlich feiner gestuft als vor 10 oder 20 Jahren.

Zur guten Ergonomie gehört natürlich auch das geringe Gewicht. Dem Kind ist es nun allein möglich das Rad auch mal hinten hoch zu heben um es umzusetzen oder aus der Garagenparklücke zu bugsieren. Ganz zu schweigen von der ersten „Airtime“ über kleine selbstgebaute Rampen (Mamis bitte weglesen…).

Zum Thema Gewicht sagt ein Bild Mehr als tausend Worte:

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©crazy42wheels.com

 

Antrieb:

Das Standard WOOM 3 hat eine kindgerecht gewählte Übersetzung. Zu der kann ich hier nicht so viel sagen, da wir wie gesagt die Version mit der SRAM Automatix 2 Gang Nabe haben. Bei dieser ist der erste Gang etwas kürzer und der zweite etwas länger übersetzt als bei der Standardnabe. Da es wie der Name schon sagt eine Automatiknabe ist, gibt es auch keinen Schaltgriff zu bedienen. Die Nabe schaltet einfach stumpf bei 11 km/h in den zweiten Gang. Dies hört man dann auch deutlich am klickern beim pedalieren. Wenn nicht zu viel Druck auf dem Pedal ist, schaltet sie bei unter 11 km/h wieder in den ersten zurück. In der Ebene funktioniert das gut, am Berg muss erst etwas Druck vom Pedal genommen werden, damit die Nabe zurückschalten kann.

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©crazy42wheels.com

Design, Verarbeitung: und Ausstattung:

Grundsätzlich ist das Design des Rades eher unaufgeregt. Was kein Nachteil ist. Alle Woom bikes sind in 5 Farben verfügbar.

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©woom

Speziell der Rahmen wirkt sehr hochwertig. Saubere Schweißnähte und eine einwandfreie Lackoberfläche machen was her.

Fazit:

Um Otto Waalkes teilweise zu zitieren: „Da waren sie wieder meine drei Probleme“ Nachhaltigkeit, Kostenersparnis, verringertes „Schimpfpotential“

  • Nachhaltigkeit: Ja, wir haben ein neues Rad gekauft, dessen Rahmen sicherlich auch nicht aus Deutschland oder Österreich kommt. Ich habe versucht ein Woom 3 bei eBay Kleinanzeigen zu kaufen. Zu der Zeit standen deutschlandweit 2 Gebote 8-10 Suchanzeigen gegenüber. Wir haben das Rad bewusst in neutralem Rot gekauft, damit unser kleiner es auch noch weiter benutzen kann. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass man dieses Rad danach noch an mehrere Kinder weitergegeben werden kann.
  • Kostenersparnis: Siehe Punkt Nachhaltigkeit. Für die gebraucht angebotenen Räder werden 200 – 300€ aufgerufen. Stand 11.03.18 stehen deutschlandweit 12 Geboten 18 Gesuche entgegen. Die Chance die Hälfte bis 3/4 des Kaufpreises wiederzubekommen steht also relativ gut. Damit ist das Rad am Ende nicht teurer als oben genannte Massenprodukte.
  • Verringertes „Schimpfpotential“: Zugegeben, der erste Kratzer hat mir weh getan. Das bleibt eben nicht aus. Dieser Punkt lässt sich also nicht wegdiskutieren. Ich stelle aber fest, dass mit dem tollen Rad pfleglicher umgegangen wird als mit den Flohmarkträdern.

Es gibt natürlich noch weitere Hersteller die einen ähnlichen Ansatz verfolgen. Genannt seinen Kania, Isla oder Frog. Diese liegen alle in einem ähnlichen Preis- und Gewichtsrahmen.

Wir haben den Kauf definitiv nicht bereut und schon Radtouren von bis zu 18 km unternommen! Wenn das nicht beeindruckend ist…

 

Lesetipp: Hier gibt es auch noch ausführliche Erfahrungsberichte einer echten „Woom Familie“ https://diekleinebotin.at/2015/03/03/woom-rad/

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Kein Kinderkram – Woom Bikes

  1. Pingback: Kinderfahrrad. Die 5 wichtigsten Tipps. Update 2018

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