UPDATE – E-Bike für Kinder – WOOM UP

Ja, das gibt es nun tatsächlich! Woom hat ein Kinder MTB (24 und 26″) mit Elektroantrieb herausgebracht. Genauer gesagt natürlich kein E-Bike sondern ein Pedelec. Es hört auf den Namen WOOM UP und ist mit einem 250 W Fazua Antrieb ausgestattet.

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WOOM UP 5 in 24″ ©Woom Bikes

Bevor jetzt der Aufschrei kommt, lassen wir den Preis mal außen vor. Viel wichtiger ist die Frage: Warum sollte ein Kind ein Pedelec brauchen? Da frage ich zurück: Wozu braucht das ein Erwachsener? Das Pedelec macht das Radfahren im Alltag niederschwelliger und einfacher. Eventuell erspart man sich die eine oder andere Autofahrt. Oder eben die, bei der man das Kind sonst zu einem Freund gefahren hätte. Was ich aber besonders spannend finde ist die Möglichkeit, nun als Familie einen viel größeren Aktionsradius zu haben. Derzeit können wir mit unseren Kindern (4 und 8) vielleicht mal 5, wenn es richtig gut läuft 10 km Touren machen. Und auch so muss ich den kleinen die Berge hochschieben. Ist nicht böse gemeint. Mit dem kleinen 16″ Rad schafft er das einfach nicht. Natürlich ist das 24″ Pedelec weder mental noch körperlich für einen 4 Jährigen geeignet. Aber mit 8 geht sowas bestimmt richtig voran ;). Die Kombination „Kind mit Pedelec und Erwachsene mit Bio Bike“ ist sehr reizvoll.

Das Rad ist auch wirklich fein ausgestattet. Federgabel (Luftgabel mit einstellbarer Zug- und Druckstufe), Scheibenbremsen, 1×11 SRAM NX Schaltung. Alles dabei.

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Fazua Antrieb ©Woom Bikes

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Federgabel und Scheibenbremse ©Woom Bikes

Kommt das große ABER.

Ich bin wirklich Fahrrad begeistert. Die normalen Woom Räder sind im besten Wortsinne Preiswert. Nicht ganz billig, dafür aber leicht und hochwertig. Man muss sich nur die Gebrauchtpreise anschauen. Somit relativiert sich der Kaufpreis ganz schnell. Auch mit dem Service habe ich durchweg positive Erfahrungen gemacht (Danke WOOM Team für das neue Steuerlager).

Sicher gilt das für das WOOM UP genauso. Aber bei dem Kaufpreis muss ich erstmal schlucken: 2890€ für das 24″ und 2990€ für das 26″ UP. Puh. Ich würde mich nicht als arm bezeichnen. Auch bin ich wirklich Fahrradaffin. Aber selbst für einErwachsenenrad ist das schon eine Hausnummer die ich nicht mal eben so liegen habe.

Also ganz persönlich: Ich finde die Idee und das Produkt klasse. Es käme aber derzeit für mich nicht in Frage.

Eventuell lasse ich es meine Tochter mal auf einer Messe testen 😉

UPDATE 17.06.2020

Gestern bekam ich eine Mail von WOOM mit einer Erklärung wie der Preis des UP zustande kommt:

Zitat:

„Lieber Martin, hier noch einige Argumente aus unserer Entwicklungsabteilung zu dem zugegeben nicht ganz günstigen Preis: 

Das UP ist kein günstiges Fahrrad aber im Vergleich mit anderen E-bikes für Kinder ist es nicht so teuer. Mit dem Fazua System verbauen wir das leichteste Mittelmotorsystem auf dem Markt. Das UP ist das einzige Kinder E-bike ohne mechanischen Widerstand nach erreichen des Unterstützungslimits von 20km/h, man hat als Endkunde selber die Möglichkeit das Fahrrad individuell auf seine Bedürfnisse in der Config abzustimmen. Mit dem Gewicht des Rades sind wir im Vergleich zu anderen wichtigen Anbietern um 3 kg leichter und es gibt die Möglichkeit, den Motor und den Akku zu entfernen und das Rad als normales Fahrrad zu fahren, dies geht auch bei keinem anderen E-Bike für Kinder. Von diesen Vorteilen gibt es noch einige mehr. Fazit: für das, was es kann, hat es einen fairen Preis – glauben wir. 

woomige Grüße“ Zitat Ende

Dem kann ich auch voll und ganz zustimmen. Qualität hat halt ihren Preis. Das sieht man an den mittlerweile „WOOM Classic“ genannten normalen WOOM Rädern. Speziell das geringe Gewicht war einer unserer Kaufgründe. Schon bei den nomalen Woom Rädern sehe ich große Augen wenn ich erzähle was unsere Kinderräder gekostet haben. Aber dazu habe ich gaaanz früher schon einmal was geschrieben ->Klick. Menschen für die Fahrräder einfach nur Alltagsgegenstände sind, ist das schwer zu vermitteln. Selbst wenn es unterm Strich durch Wiederverkauf günstiger als ein Baumarktrad sein kann.

für mich persönlich wäre es derzeit gesehen einfach keine Alternative. Der Kaufpreis muss ja erstmal bezahlt werden. Wenn wir Berge vor der Tür hätten (was leider nicht der Fall ist), sähe das vielleicht anders aus…

 

Woom 3 – Erfahrungen nach 1 1/2 Jahren

Seit März 2018 haben wir nun unser Woom 3 Automatix. Hier noch einmal der Beitrag zur Kaufentscheidung. Mittlerweile hat unser kleiner das Rad von seiner großen Schwester geerbt und ordentlich artgerecht bewegt.

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The unknown stuntman 😉

Zeit ein Resümee zu ziehen (ja, das wird wirklich so geschrieben).

Da Kinderräder ja meistens nicht die wahnsinnigen Kilometer machen, verschleißen sie eher durch den normalen Gebrauch. Demzufolge musste ich auch noch nichts austauschen. Der Hinterreifen ist aufgrund intensiver Bremsversuche aber bald fällig 😉 Die SRAM Automatix Nabe dreht etwas schwerer als am Anfang. Ist aber noch erträglich. Im Nachhinein hätte ich sie wahrscheinlich nicht genommen. Sie ist relativ schwer und kleine Kinder checken irgendwie noch nicht, dass man kurz den Druck vom Pedal nehmen muss wenns wieder bergauf und langsamer wird. So ist der kleine öfter mal am Berg „verhungert“.

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SRAM Automatix Nabe

Richtig kaputt ist nur das Gummi zur Lenkanschlagsbegrenzung. Auch etwas Korrosion ist an der Halteschraube zu sehen.

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Bis auf etwas Aluminiumkorrosion und die verblassten Aufkleber an der Bremse steht das Rad noch sehr gut da.

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Auch die Wartung kommt natürlich nicht zu kurz…

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Professionelle Wartung

Es ist auf jeden Fall immer toll anzusehen, wie schnell der Lütte mit dem Rad um die Ecken flitzt und auf den Punkt bremst. Die beiden Handbremsen sind definitiv ein riesen Vorteil. Auch die 2 km zum Kindergarten oder kleine Geländeausflüge sind kein Problem für Ross und Reiter.

Das aktuelle Modell ist nicht mehr mit der Automatix Nabe lieferbar. Dafür hat es jetzt einen Kettenschutz. Finde ich gut, würde ich aber nicht unbedingt nachrüsten.