Benz Motorwagen gegen Tesla – oder Saxonette gegen S-Pedelec

Zugegeben. Ein sehr unfairer Vergleich.

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Zouma und Saxonette

Nachdem ich nun ein paar mal mit der Saxonette einkaufen war und sonst mit dem S-Pedelec zur Arbeit fahre ein kleines Fazit von mir.
Also zum Spaß ist die Saxonette meine erste Wahl. Ich knatter schön den Radweg lang und gucke in die Landschaft. Derzeit noch mit originalen 20 km/h.
Aber ganz ehrlich: Als Alltagsfahrzeug käme das für mich nicht in Frage. Legal viel zu lahm. Zudem ist der originale eine Gang viel zu lang übersetzt und ich sitze auf dem 53er Rahmen wie der Affe auf dem Schleifstein .
Der Vergleich zum S-Pedelec mit bis zu 45 km/h ist natürlich etwas unfair. Aber im direkten Vergleich ist das ein bisschen wie der erste Benz Motorwagen gegen einen Tesla.

Pedelc: Knopf drücken und lautlos zum Supermarkt fliegen. Im dunklen mach ich das Fernlicht (!) an und habe ebenso gute Sicht wie beim Auto.

Saxonette: Erst muss erst ein seltsames Gebräu, bestehend aus giftigen Dämpfen absondernder Flüssigkeit gemischt mit blutrotem Geheimelexir, durch einen Dreh am kleinen Hahn zum fließen gebracht werden.  Dann einen Hebel umlegen (Mh, Choke oder nicht? Ist es warm, kalt…?). Dann am Starterseil ziehen (wie beim Rasenmäher) und aufs anspringen hoffen. KEIN Gas geben, sonst dreht direkt das Hinterrad los! Und dann kann es schon losgehen 😉 . Achja. Und wenn es dunkel ist, kann mit dem Fuß den Dynamo ans Vorderrad schnappen lassen und hoffen gesehen zu werden. Wenn die Birnchen nicht durchvibriert sind.
Versteht mich nicht falsch. Ich feiere die Saxonette weil sie so herrlich kurios ist. Aber ich sehe sie eher als Oldtimer-Hobby Fahrzeug. Das S-Pedelec ist eher praktisches Alltagsfahrzeug.
Wie ich heute festgestellt habe sind auf der Saxonette sogar noch originale „Saxonette“ Reifen drauf. Eventuell sind die Wertvoll ;)

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Original Reifen von 1988? Ist bestimmt noch gut…

Affektkauf und im weiten Sinne irgendwie Fahrrad – Hercules Saxonette

Manchmal kommt man zu Sachen wie die Jungfrau zum Kinde. Durch die Kleinanzeigenbucht gestöbert und zufällig auf die Hercules Saxonette gestoßen. Ein Gefährt, auf dem man sich als Jugendlicher niemals hätte sehen lassen mögen:

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Eindeutig eine Kreation der 80er. Hercules Saxonette ©Hercules

Ein Fahrrad mit Hilfsmotor. OMG… Aber irgendwie so kurios, dass ich nicht mehr von dem Gedanken loskam. Streng genommen ist das der Vorläufer der modernen Pedelecs. Unterstützt aber nur bis 20 km/h und hat nen Gasgriff. Und ich finde es ist deutlich mehr Fahrrad als z.B. mein Speed Pedelec. Rechtlich sowieso.

Es kam wie es kommen musste. Und nun bin ich Besitzer von 2 1/2 bis drei dieser Gefährte. Inklusive diverser Ersatzteile wie komplette Motoren usw 🙂 Ich habe also ein „Sammlung“ gekauft.

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Blindkauf plus Teilehaufen. Witzigerweise genau das Modell aus dem Katalog

Angetrieben wird das Höllengerät durch einen 1 Zylinder Zweitaktmotor mit 30 cm³ und ca 0,5 kW. Kraftübertragung direkt ans Hinterrad per Fliehkraftkupplung und Zahnradübersetzung:

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Das Kraftwerk

Zum Umweltaspekt 😉

Zum Einen ist es nachhaltig alten Kram zu benutzen bis er nicht mehr geht, zum Anderen ist so ein Zweitakter natürlich nicht gerade das sauberste Fahrzeug. Mal im Vergleich:

Das Speed Pedelec kommt mit einer Akkuladung (0,5 kW/h) ca 35 km weit bei voller Belastung. Die Saxonette braucht wohl im Durchschnitt 1,5 l Gemisch auf 100 km. Über den dicken Daumen hat ein l Benzin einen Energiegehalt von 10 kWh/l. Wirkungsgrad des Motors ca. 20%. Das heißt also grob 2 kWh/l stehen zur Verfügung -> 2 kW/h x 1,5 l/100 km = 3 kWh/100km. Somit braucht die Saxo 1,05 kW/h auf 35 km und damit ca. doppelt so viel wie das S-Pedelec. Naja. Höchst unwissenschaftlich 😉 Ich habe völlig die Durchschnittsgeschwindigkeiten und den Wirkungsgrad beim Akku laden außer acht gelassen.

Dafür kann ich die Saxonette  aber selbst reparieren und bin nicht aus meinem Eigentum ausgesperrt wie bei einem Bosch Antrieb. Auch wage ich zu bezweifeln, dass das S-Pedelec auch in 20 Jahren noch fährt. Und wenn, dann hat es sicher 4 bis 5 Akkus verschlissen.

Was soll das?

Ganz einfach: Nix 🙂 Ich hatte da mal Bock drauf so eine Kuriosität zu haben und dran zu basteln.

Und noch bevor ich den Artikel überhaupt veröffentlicht habe…

Ist der ganze Kram auch schon wieder weg. Donnerstags abgeholt, Freitag Abends alles wieder auf Kleinanzeigen verkauft. Es war nicht möglich aus 4 Motoren einen vernünftigen zu machen ohne nochmal Unsummen (im Verhältnis) reinzustecken. Ich habe dabei natürlich mit offenen Karten gespielt. Aber durch die Mühe alles einzeln reinzustellen, bin ich jetzt Plusminus Null rausgekommen:

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Das Konglomerat…

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Ein Motor wäre vielleicht zu retten gewesen. Bis auf das Kurbelwellenlager. Und die Kurbelwelle. Und die Getriebelager…

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Bezeichnend für den Zustand aller Teile…

Die Motoren scheinen nicht so für eine Erdumrundung konstruiert zu sein. Aber irgendwie ist die Saat nun gesät. Ich guck mal weiter. Also wenn einer ne fahrbereite Saxonette abzugeben hat….

Und schon wieder ein Update bevor der Artikel erschienen ist:

Jetzt habe ich in der Nähe eine funktionierende gefunden und direkt zugeschlagen. Macht wirklich Spaß und ist herrlich Sinnlos

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Saxonette, zweiter Versuch