Benz Motorwagen gegen Tesla – oder Saxonette gegen S-Pedelec

Zugegeben. Ein sehr unfairer Vergleich.

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Zouma und Saxonette

Nachdem ich nun ein paar mal mit der Saxonette einkaufen war und sonst mit dem S-Pedelec zur Arbeit fahre ein kleines Fazit von mir.
Also zum Spaß ist die Saxonette meine erste Wahl. Ich knatter schön den Radweg lang und gucke in die Landschaft. Derzeit noch mit originalen 20 km/h.
Aber ganz ehrlich: Als Alltagsfahrzeug käme das für mich nicht in Frage. Legal viel zu lahm. Zudem ist der originale eine Gang viel zu lang übersetzt und ich sitze auf dem 53er Rahmen wie der Affe auf dem Schleifstein .
Der Vergleich zum S-Pedelec mit bis zu 45 km/h ist natürlich etwas unfair. Aber im direkten Vergleich ist das ein bisschen wie der erste Benz Motorwagen gegen einen Tesla.

Pedelc: Knopf drücken und lautlos zum Supermarkt fliegen. Im dunklen mach ich das Fernlicht (!) an und habe ebenso gute Sicht wie beim Auto.

Saxonette: Erst muss erst ein seltsames Gebräu, bestehend aus giftigen Dämpfen absondernder Flüssigkeit gemischt mit blutrotem Geheimelexir, durch einen Dreh am kleinen Hahn zum fließen gebracht werden.  Dann einen Hebel umlegen (Mh, Choke oder nicht? Ist es warm, kalt…?). Dann am Starterseil ziehen (wie beim Rasenmäher) und aufs anspringen hoffen. KEIN Gas geben, sonst dreht direkt das Hinterrad los! Und dann kann es schon losgehen 😉 . Achja. Und wenn es dunkel ist, kann mit dem Fuß den Dynamo ans Vorderrad schnappen lassen und hoffen gesehen zu werden. Wenn die Birnchen nicht durchvibriert sind.
Versteht mich nicht falsch. Ich feiere die Saxonette weil sie so herrlich kurios ist. Aber ich sehe sie eher als Oldtimer-Hobby Fahrzeug. Das S-Pedelec ist eher praktisches Alltagsfahrzeug.
Wie ich heute festgestellt habe sind auf der Saxonette sogar noch originale „Saxonette“ Reifen drauf. Eventuell sind die Wertvoll ;)

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Original Reifen von 1988? Ist bestimmt noch gut…

Affektkauf und im weiten Sinne irgendwie Fahrrad – Hercules Saxonette

Manchmal kommt man zu Sachen wie die Jungfrau zum Kinde. Durch die Kleinanzeigenbucht gestöbert und zufällig auf die Hercules Saxonette gestoßen. Ein Gefährt, auf dem man sich als Jugendlicher niemals hätte sehen lassen mögen:

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Eindeutig eine Kreation der 80er. Hercules Saxonette ©Hercules

Ein Fahrrad mit Hilfsmotor. OMG… Aber irgendwie so kurios, dass ich nicht mehr von dem Gedanken loskam. Streng genommen ist das der Vorläufer der modernen Pedelecs. Unterstützt aber nur bis 20 km/h und hat nen Gasgriff. Und ich finde es ist deutlich mehr Fahrrad als z.B. mein Speed Pedelec. Rechtlich sowieso.

Es kam wie es kommen musste. Und nun bin ich Besitzer von 2 1/2 bis drei dieser Gefährte. Inklusive diverser Ersatzteile wie komplette Motoren usw 🙂 Ich habe also ein „Sammlung“ gekauft.

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Blindkauf plus Teilehaufen. Witzigerweise genau das Modell aus dem Katalog

Angetrieben wird das Höllengerät durch einen 1 Zylinder Zweitaktmotor mit 30 cm³ und ca 0,5 kW. Kraftübertragung direkt ans Hinterrad per Fliehkraftkupplung und Zahnradübersetzung:

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Das Kraftwerk

Zum Umweltaspekt 😉

Zum Einen ist es nachhaltig alten Kram zu benutzen bis er nicht mehr geht, zum Anderen ist so ein Zweitakter natürlich nicht gerade das sauberste Fahrzeug. Mal im Vergleich:

Das Speed Pedelec kommt mit einer Akkuladung (0,5 kW/h) ca 35 km weit bei voller Belastung. Die Saxonette braucht wohl im Durchschnitt 1,5 l Gemisch auf 100 km. Über den dicken Daumen hat ein l Benzin einen Energiegehalt von 10 kWh/l. Wirkungsgrad des Motors ca. 20%. Das heißt also grob 2 kWh/l stehen zur Verfügung -> 2 kW/h x 1,5 l/100 km = 3 kWh/100km. Somit braucht die Saxo 1,05 kW/h auf 35 km und damit ca. doppelt so viel wie das S-Pedelec. Naja. Höchst unwissenschaftlich 😉 Ich habe völlig die Durchschnittsgeschwindigkeiten und den Wirkungsgrad beim Akku laden außer acht gelassen.

Dafür kann ich die Saxonette  aber selbst reparieren und bin nicht aus meinem Eigentum ausgesperrt wie bei einem Bosch Antrieb. Auch wage ich zu bezweifeln, dass das S-Pedelec auch in 20 Jahren noch fährt. Und wenn, dann hat es sicher 4 bis 5 Akkus verschlissen.

Was soll das?

Ganz einfach: Nix 🙂 Ich hatte da mal Bock drauf so eine Kuriosität zu haben und dran zu basteln.

Und noch bevor ich den Artikel überhaupt veröffentlicht habe…

Ist der ganze Kram auch schon wieder weg. Donnerstags abgeholt, Freitag Abends alles wieder auf Kleinanzeigen verkauft. Es war nicht möglich aus 4 Motoren einen vernünftigen zu machen ohne nochmal Unsummen (im Verhältnis) reinzustecken. Ich habe dabei natürlich mit offenen Karten gespielt. Aber durch die Mühe alles einzeln reinzustellen, bin ich jetzt Plusminus Null rausgekommen:

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Das Konglomerat…

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Ein Motor wäre vielleicht zu retten gewesen. Bis auf das Kurbelwellenlager. Und die Kurbelwelle. Und die Getriebelager…

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Bezeichnend für den Zustand aller Teile…

Die Motoren scheinen nicht so für eine Erdumrundung konstruiert zu sein. Aber irgendwie ist die Saat nun gesät. Ich guck mal weiter. Also wenn einer ne fahrbereite Saxonette abzugeben hat….

Und schon wieder ein Update bevor der Artikel erschienen ist:

Jetzt habe ich in der Nähe eine funktionierende gefunden und direkt zugeschlagen. Macht wirklich Spaß und ist herrlich Sinnlos

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Saxonette, zweiter Versuch

 

Der Weg zum alltagstauglichen Gravelbike – Teil 2.1 UPDATE

Originalartikel hier..

Blogleser Michael wies mich darauf hin, dass Bulls sein Grinder 2 für 2020 noch einmal überarbeitet hat. Es ist jetzt auch eine GRX Gruppe verbaut und es ist 200€ (!) billiger geworden. Was zuerst auffällt ist, dass dafür vom wirklich tollen Supernova pure 3 Scheinwerfer auf den günstigeren (aber keineswegs schlechten) B+M IQ-XS gewechselt wurde. Auch das Rücklicht wurde „downgegradet“. Ansonsten jetzt wirklich ein gutes Paket (nach Papierlage).

Dazu schaue ich mir meine damaligen Kandidaten noch einmal an.

  • Cube Nuroad Race FE
  • Bergamont Grandurance RD7
  • Bulls Daily Grinder 2 (Update)
  • Stevens Supreme
  • Stevens Supreme Pro -> Kurztest hier

Was als erstes in Auge sticht ist die neue Shimano GRX Gravel Gruppe. Wenn das Internet nicht lügt, sind für 2020 das Cube und das Stevens damit ausgestattet. Bergamont und Bulls scheinen weiterhin auf Shimano 105 zu setzen. Sicher auch keine schlechte Wahl. Ein Highlight der GRX sind die optionalen Oberlenker Bremsgriffe. Allerdings ist keines der genannten Räder ab Werk damit ausgestattet.

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GRX Oberlenker Bremsgriffe Bild: © Paul Lange GmbH

Allgemeiner Eindruck:

Das CUBE ist weiterhin sehr gut ausgestattet und hat mit der neuen GRX 810 Gruppe ein tolles update bekommen. Allerdings muss man hier aufpassen. Wie gerne auch im MTB Bereich gemacht, wird an prominenter Stelle das 810 Schaltwerk verbaut. Der Rest der Komponenten ist bunt gemischt aus GRX 810, 600, 400 und Shimano 105! Eine Tabelle mit den wichtigsten Ausstattungen findest du weiter unten. Leider ist der Gepäckträger jetzt zwar hübscher, aber auch unpraktischer geworden mit seiner tiefliegenden Strebe.

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CUBE Nuroad Race FE 2020. Bild: © Cube

Bei Bergamont hat sich bis auf die (geile) Farbe nichts getan. Trotzdem kein schlechtes Paket.

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Bergamont Grandurance RD7 2020. Bild: © Bergamont

 

(Besonders das Bulls hat sich meiner Meinung nach optisch echt gemausert. Die neue Farbkombination mit den Retro Reifen gefällt mir sehr gut. Auch hier bleibt es wie bei Bergamont bei der 2×11 Shimano 105 Gruppe.)

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Bulls Daily Grinder 2 2020 „ALT“. Bild: © Bulls

Jetzt neu das überarbeitete daily grinder 2. Die Ausstattung findest du weiter unten.

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Bulls Daily Grinder 2 2020 NEU. Bild: © Bulls

Zuletzt die Überraschung bei Stevens. Für 2020 wurde auf die neue Shimano GRX Gruppe gesetzt. Hier gibt es nun zwei Versionen. Das einfache Supreme setzt auf eine (gemischte) GRX 610 mit 2×10 Gängen für 1499€. Hier müssen dann keine Seilzugbremsen mehr in Kauf genommen werden. Lediglich beim Scheinwerfer müssen hier noch Abstriche gemacht werden. Und ein Gepäckträger fehlt bei Bedarf.

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Stevens Supreme 2020. Bild: © Stevens

Das Supreme Pro bietet für 1799€ die GRX 810 Gruppe mit 2×11 Gängen und einen tollen Supernova Scheinwerfer. Auch die Bremsscheiben kommen aus einer höherwertigen Serie. Aber aufgepasst. Wie auch am Cube ist es hier bunt gemischt und es kommen auch Komponenten der 600 und 400 GRX zum Einsatz.

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Stevens Supreme Pro 2020. Bild: © Stevens

 

Die folgende Tabelle soll keine Bewertung darstellen, da es ja auf die persönlichen Vorlieben ankommt. Es sollen nur die Highlights und Schwächen der Ausstattungen aufgezeigt werden. Wer z.B. keinen Gepäckträger braucht, dem ist das Kriterium natürlich nicht so wichtig.

Alles in allem bietet aber meiner Meinung nach das CUBE Nuroad Race FE auch 2020 wieder das beste Preis- Leistungsverhältnis.

Da es sich hier um Fachhandelsmarken handelt kann man meiner Meinung nach auch direkt die aufgerufenen Preise vergleichen. Das Stevens Supreme (nicht Pro) hier mal außen vor, ist das Bulls hier das Schlusslicht. Es gibt kein technisches update und es ist mit 1999€ im Vergleich am teuersten.

Eventuell kann man bei Cube und Bulls, sofern noch vorhanden, noch ein Schnäppchen machen und ein 2019 „Shimano 105“ Modell günstiger bekommen.

Da ich gestern die Möglichkeit hatte das 2019er Supreme kurz zu fahren, hier ein kurzer Kommentar dazu. Wer unbedingt 2×11 Gänge haben will und mit den Seilzubremsen leben kann (ich fand sie im Vergleich fürchterlich) nimmt ein 2019er. Wer mit 2×10 leben kann und die Scheibenbremse bevorzugt, sollte beim 2020er zuschlagen. Der Preis ist gleich geblieben.

Was ich nicht beurteilen kann ist, ob eine Lupenreine 105er Gruppe besser funktioniert als ein bunter Mix aus neuen GRX Komponenten. Ich denke aber, dass sich Besitzer der 2019er Modelle keine grauen Haare wachsen lassen müssen. Lediglich die Optionalen Bremsgriffe könnten das rechtfertigen.

Stand 12.03.2020:

Bulls (neu 2020) Bergamont Cube Stevens Supreme Pro Stevens Supreme
Preis € 1799 1799 1599 1799 1499
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon Aluminium Aluminium
Kurbel Shimano GRX 600 Shimano 105 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600
Umwerfer Shimano GRX 810 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schaltwerk Shimano GRX 810 11 fach Shimano 105 11 fach Shimano GRX 810 11 fach Shimano GRX 810 11 fach Shimano GRX 400 10 fach
Schalt- Bremsgriffe Shimano GRX 610 Shimano 105 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610
Kassette Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano Deore
Bremsen Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano 105, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount Flatmount Flatmount
Reifen Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 40-622
Laufräder Bulls Bergamont Cube Stevens Oxygen Stevens Oxygen
Nabendynamo Shutter Precision PD 8 QR Shimano ? Shutter Precision PL-8X Shutter Precision PL-8X
Scheinwerfer B+M IQ-XS Herrmans H-Black MR8 Supernova E3 pure3 Supernova E3 pure3 B+M Eyc T Senso+
Rücklicht FUXON Herrmans H-Trace Mini Supernova E3 Tail Light 2 Xeltec Xeltec
Schutzbleche Sunny Wheel BGM Allroad ACID 45 SKS Gravel SKS Gravel
Gepäckträger Standwell Racktime wingee ACID Nuroad Carrier
Klingel ? ? Knog Oi ? ?

Gravelbike für Einsteiger – Decathlon TRIBAN GRVL 120

Habe ich bisher immer im Bereich „Alltags Gravel Bike bis 2000€“ geguckt (hier und hier und hier), wollte ich hier mal näher auf ein absolutes Einsteigermodell eingehen.

Es handelt sich dabei um ein reines Sportgerät. Also ohne Dynamo, Licht, Gepäckträger usw.  Decathlon hat eine neue Fahrrad Eigenmarke namens TRIBAN und will hier auf den trendigen Gravel Zug aufspringen. Konkret mit dem TRIBAN GRVL 120.

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TRIBAN GRVL 120 ©Decathlon

Auf den ersten Blick sieht es gar nicht so übel aus. Und knapp 600€ sind auch eine Ansage. Irgendwo muss der Preis natürlich herkommen. So sind fast ausnahmslos No-Name Komponenten verbaut.

  • Rahmen: Aluminium
  • Gabel: Tut so als wäre sie Carbon, ist aber hauptsächlich aus Aluminium (Zitat Decathlon: „15% Epoxy, 15% Carbon fiber und 70% Aluminium“)
  • Schaltung: Microshift 1×10 fach (Schaltwerk RD-M665M)
  • Kurbeln: No Name
  • Laufräder: No Name
  • Anbauteile: TRIBAN
  • Bremsen: Seilzug Scheibenbremse ProMax DSX
  • Reifen: Hutchinson 700×38

Das Gewicht soll bei knapp über 10 kg liegen. Der Rahmen ist mit diversen Ösen ausgestattet, so dass auch Schutzbleche nachgerüstet werden können.

Die Rahmengeometrie st Identisch mit dem Triban 120 Disc Rennrad. Leider ist auch da keine Geometriedatenblatt vorhanden. Es wird lediglich von „Komfortgeometrie“ gesprochen.

Die Züge sind alle außen verlegt. Das macht die Wartung natürlich einfacher, sieht aber nicht so schick aus und erschwert die Reinigung. Außerdem stört gerade ein am Oberrohr verlegter Zug im Montageständer.

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TRIBAN GRVL 120 ©Decathlon

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TRIBAN GRVL 120 ©Decathlon

Für wen eignet sich nun also so ein Rad?

Vielleicht will man nur mal ins „graveln“ reinschnuppern und nicht so viel Geld ausgeben. Oder es soll das gute Rad im Alltag geschont werden. Für eine „U-Bahnschlampe“ (also ein Rad, das an der Bahn, Bushaltestelle usw abgestellt wird) ist es dann aber doch zu teuer.

Wichtig ist aber auch hier, dass die Komponenten funktionieren. Nichts ist ärgerlicher als immerhin 600€ auszugeben und dann nur Ärger mit Schaltung und Bremsen zu haben.

Was positiv ist, dass Decathlon eine Lebenslange Garantie auf Rahmen, Vorbau, Lenker und Gabel verspricht. Eine Aufrüstung mit hochwertigeren Komponenten ist also denkbar.

S-Pedelecs auf Radwegen – Baden Württemberg leistet Pionierarbeit

In Tübingen werden Radwege nun für S-Pedelecs freigegeben. Das ist ein tolles Signal und ein Schritt nach vorne für die Verkehrswende. Vielleicht nehmen sich andere Bundesländer ein Beispiel daran. Und vielleicht steigen die homöopathischen Verkaufszahlen der schnellen Räder damit in Deutschland endlich. Derzeit sind nur 0,5% aller E-Bikes in Deutschland schnelle S-Pedelecs. In der Schweiz, wo diese alle Fahrradrechte genießen, sind es ca. 25%.

Wer jetzt Angst hat auf dem Radweg umgefahren zu werden, dem gebe ich immer wieder gerne folgendes zu bedenken: Ein Porsche kann 300 km/h fahren und darf trotzdem in die 30er Zone…

Ein tolles Zeichen wäre im Norden z.B. wenn Kiel seine fantastischen Velorouten auch freigeben würde.

Hier der Artikel zur Freigabe in Tübigen -> Klick

frei

© SWR

 

In eigener Sache 2.0: KEINE Werbung auf crazy42wheels

Ich hatte mir das so schön vorgestellt. Meinem Hobby nachgehen und zumindest die Kosten des Blogs decken durch ein bisschen Werbung. Leider habe ich dabei ein „Henne und Ei“ Problem. Ich habe ja nicht sooo viel traffic, dass da jeden Monat die tausende Euro reinkommen. Dann bekommt man aber auch nur die Werbung die sonst keiner haben will 😉

Dieser „geheimer Tipp um Reich zu werden“ Mist ist wirklich unerträglich. Liebes WordPress, da hatte ich seriösere Inhalte erwartet. Sowas will ich auf meinem Blog nicht haben! Rad- oder sportbezogene Werbung. damit könnte ich mich anfreunden. Falls ihr jemanden kennt der mich ein bisschen sponsern möchte…immer her damit 😉

Also. Ab heute ich crazy42wheels.com wieder werbefrei!

 

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2000 km Inspektion Diamant Zouma +S

Ok, ich schummel ein bisschen. Eigentlich sind es erst 1930 km. Aber ich hatte Zeit am Wochenende und es stach mir eine Sache ins Auge die so nicht bleiben konnte. Ein ganz unauffälliger brauner Läufer um oberen Steuerlager:

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Rostspuren

Merkwürdigerweise nur oben. Da hat das seit September durchgehend miese Wetter nun seinen Tribut gefordert. Also habe ich gleich zum Rundumschlag ausgeholt. Am Freitag hatte ich auch noch einen Plattfuß hinten, nachdem ich durch ein fieses Schlagloch gefahren war. Da wollte ich eh mal die Felge kontrollieren. Aber erstmal die Steuerlager. Sieht übel aus und läuft auch schon rau:

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Lenker beiseite gehängt

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Das sieht nicht gut aus

Mangels Ersatz, habe ich jetzt den Rost mit Schleifvlies entfernt und das Lager nochmal ordentlich gefettet. Auch unter die Abdeckkappe kam ordentlich Fett als Wasserschutz.

Ansonsten sah man dem Rad die vergangenen Strapazen eigentlich nicht an. Selbst der Antrieb ist noch OK, sodass ich nur alles gereinigt und geschmiert habe. Die Gänge schalten noch sauber. Das Antriebsritzel habe ich mal umgedreht. Bedingt durch den Kettenschräglauf hat es auf der Rückseite schon etwas Anlaufspuren. Auch die Zahnflanken sind schon etwas abgetragen. Bis zum Ende der Kette und Kassette geht das so nochmal:

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Bosch/KMC Ritzel gedreht

Dann noch einen neuen Lagerschutzring mit neuem Fett dran. Wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Aber wenn man schonmal dabei ist…

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Lagerschutz

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Lagerschutz

Der Rest war dann das normale Fahrradprogramm.

  • Kette und Kassette reinigen und schmieren. Somit muss meine Umrüstung auf ein größeres Ritzel (20 statt 18Z) samt neuer Kette und Kassette noch warten. Ich hoffe, dann mit weniger Kettenschräglauf und auf den größeren Ritzeln fahren zu können.
  • Bremsbeläge kontrollieren und Bremssättel / Scheiben Reinigen
  • Schalt- / Bremshebel schmieren
  • Laufräder kontrollieren. Die Felge hat den Durchschlag zum Glück unbeschadet überstanden.
  • Schaltwerk und Schaltröllchen schmieren. Da gibt es beim Kassettenwechsel mal zwei hochwertige XT Röllchen mit Wälzlager. Bei der Deore läuft das  direkt mit einer Metallbuchse auf dem Kunststoff der Rolle.IMG_20191025_120110[1]
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Bremsbelag mit Reserven nach 1930 km

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Das übliche Programm

Die Winterreifen zeigen auch noch keinen sichtbaren Verschleiß und sind sicher auch noch im nächsten Jahr weiter zu verwenden. Im Sommer kommen wieder die originalen Schwalbe Super Moto-X drauf.

Alles in allem bin ich mit der Qualität des Zouma hochzufrieden. Das mit dem Lenklager ist natürlich ärgerlich. Aber ich hab ja sogar noch Garantie. Und auf Nachfrage bekomme ich vom Onlinehändler Fahrrad XXL tatsächlich 25€ für die Ersatzteile erstattet. Danke dafür!

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Die neuen Lager warten auf den Einbau…

 

 

 

S-Pedelec für Pendler 2020

UPDATE: Nach einem Hinweis vom Macher des Pedelecmonitors habe ich hier noch etwas zu korrigieren.  So ist mir ein Fehler bei der Bezeichung des neuen Bosch Speed Motors unterlaufen. Dieser gehört nicht mehr zur Performance line, sondern ist quasi jetzt Generation 4 der CX Linie. Außerdem habe ich die Akkus bei den beiden Diamant Zouma Jahrgängen vertauscht. Natürlich hat das 2020er den neuen    625 Wh Intube Akku. Danke Alex für den Hinweis! Wen es interessiert, der kann sich eine von Alex gestaltete Übersicht über die Bosch Mittelmotoren ansehen -> Klick

Ein Kollege bat mich um eine Beratung für ein S-Pedelec nachdem ich ihm mein Diamant Zouma zum testen geliehen hatte.

Grund genug für mich, mal meine TOP 6 der S-Pedelecs für Pendler auszustellen. Dies ist natürlich subjektiv und es gibt noch viele mehr auf dem Markt. Meine Preisgrenze setze ich bei ca. 3000 bis 5000€. Das ist leider der Bereich in dem man gucken muss. Folgende Fragen stellte ich mir vor der Auswahl meines S-Peledecs und diese gelten sicher auch ziemlich allgemein:

  • Reichweite
    • Wie weit habe ich es täglich?
    • Kann ich ggf. bei der Arbeit Nachladen?
    • Soll abends noch Reserve sein?
  • Komfortabel oder sportlich?
    • Brauche ich eine Federgabel oder gar eine Vollfederung?
    • Soll das Rad möglichst direkt sein und möglichst leicht und simpel (Bedenke: Federelemente müssen auch mal gewartet werden? Gerade im täglichen Einsatz)
  • Gepäck
    • Ist ein Rucksack OK oder lieber ne Satteltasche am ordentlichen Gepäckträger?
  • Antriebssystem
    • Mittelmotor
      • Bosch
      • Yamaha
      • Panasonic
      • Giant (Yamaha modifiziert)
      • Brose (Hier nicht betrachtet)
    • Heckmotor Direktantrieb (TDCM) verwendet bei
      • Klever
      • Stromer
  • Schaltung
    • Nabenschaltung (mit Kette oder Riemen)
    • Kettenschaltung
  • Radhersteller allgemein (wenn es einem wichtig ist)
  • Beleuchtung
    • Brauche ich den Mega Flagscheinwerfer evntl. mit Fernlicht oder reicht Standard?
  • Service vor Ort oder Direktvertrieb?
    • Bekommt beim E-Bike definitiv mehr Gewicht, da man einiges schlicht als Endnutzer nicht selbst machen kann
  • Budget
    • was bin ich bereit auszugeben?
    • ich betrachte hier S-Pedelecs bis ca 5000 €
  • Ersatzteilkosten
    • Kaufe ich einen Exoten wie Klever oder bleibe ich bei bewährter Massenware wie Bosch oder Yamaha?
  • Neu oder gebraucht?

Um es vorweg zu nehmen: Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt besser ist. Mein sehr teures Klever X-Speed habe ich aus diversen Gründen gegen ein Bosch S-Ped eingetauscht welches nominell über 1000€ billiger war.

Hier also meine TOP 6 für 2020. Weiter unten gibt es den gewohnten Ausstattungsvergleich. Da ist rein informativ auch mein 2019er Diamant Zouma dabei.

Giant QUICK E+ 45 

Herstellerseite

Antrieb: Mittelmotor, Giant Sync Drive (Yamaha)

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Giant QUICK E+ 45 Bild © Giant bikes

 

Haibike SDURO Trekking S 8.0

Herstellerseite

Antrieb: Mittelmotor, Yamaha PW

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Haibike SDURO Trekking S 8.0 Bild © Haibike

 

Haibike SDURO Trekking S 9.0

Herstellerseite

Antrieb: Mittelmotor, Bosch performance line speed Gen2

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Haibike SDURO Trekking S 9.0 Bild © Haibike

 

Diamant Zouma Deluxe +S

Herstellerseite

Antrieb: Mittelmotor, Bosch performance line speed Gen3

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Diamant Zouma Deluxe +S Bild © Diamantrad

 

Stromer ST1

Herstellerseite

Antrieb: Nabenmotor, Direktantrieb Stromer Syro drive II (TDCM)

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Stromer ST1 Bild © Stromer

 

Klever X-Speed Pure

Herstellerseite

Antrieb: Nabenmotor, Direktantrieb Klever Biactron V2 (TDCM)

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Klever X-Speed pure Bild © Klever

Hier also die wichtigsten Ausstattungsmerkmale im Vergleich. Ich habe wieder Highlights in grün, der Fahrzeugklasse gerade noch angemessene Ausstattungen orange und Lowlights rot markiert.

Giant QUICK E+ 45 Haibike SDURO  Trekking
S 8.0
Haibike SDURO Trekking
S 9.0
Diamant Zouma
Deluxe +S (2020)
Diamant Zouma +S (2019) Stromer ST1 Klever X-Speed Pure (2020)
Kaufpreis 3.599 € 3.499 € 3.999 € 3.899 € 3.999 € 4.290 € 5.399 €
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Federgabel
SR Suntour Mobie 45 LOR
Federgabel
SR Suntour Mobie 45 LOR
Federgabel
SR Suntour Mobie 45 LOR
Federgabel
SR Suntour Mobie 45 LOR
Starr
Carbon
Starr
Carbon
Starr
Aluminium
Laufräder 27,5″ Giant Rodi Rodi 27,5″, Bontrager Naben 27,5″, Bontrager Naben 27,5″ Alexrims 27,5″
Reifen Schwalbe Big Ben
27.5″ x 2.0
Schwalbe energizer Plus
28″ x 1.75
Schwalbe Super Moto-X
27.5″ x 2.40
Schwalbe Super Moto-X
27.5″ x 2.40
Schwalbe Super Moto-X 
27.5″ x 2.40
Vee Tire stromer custom
54×584
Schwalbe Super Moto-X
27.5″ x 2.40
Antriebsart Mittelmotor Mittelmotor Mittelmotor Mittelmotor Mittelmotor Nabenmotor hinten Nabenmotor hinten
Antrieb Giant SyncDrive Sport Yamaha PW Bosch performance Speed
2019 (Gen2)
Bosch CX Speed
2020 (Gen4)
Bosch performance Speed
2019 (Gen2)
Stromer Syro drive II Klever Biactron V2
Nennleistung 500 W 500 W 350 W 350 W 350 W 670 W 600 W
Akku 500 Wh, Intube 500 Wh, Intube 500 Wh, Intube 625 Wh, Intube 500  Wh, Standard 500 Wh, Intube 570 Wh
Display Giant RideControl EVO Yamaha LCD Bosch Intuvia Bosch Intuvia Bosch Purion Omni Interface B Klever
Kurbeln Giant Haibike Haibike Aluminium Ride+ Aluminium FSA Gossamer Aluminium
Umwerfer Shimano Deore  2 fach Shimano Deore  2 fach N/A N/A N/A N/A N/A
Schaltwerk Shimano XT 10 Speed Shimano XT 10 Speed Shimano XT 11 Speed Shimano Deore 10 Speed Shimano Deore 10 Speed Stromer 9 Speed Shimano XT 10 Speed
Schalthebel Shimano Deore 2×10 Speed Shimano Deore 2×10 Speed Shimano SLX 11 Speed Shimano Deore Shimano Deore Microshift Shimano XT
Bremsen Scheibenbremse
Tektro Dorado 180mm
Bremsscheiben V/H
Scheibenbremse
Magura MT4e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Scheibenbremse
Magura MT4e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Scheibenbremse
Magura MT5e (V), 180mm
Magura MT4e, (H) 180mm
Scheibenbremse        Magura MT5e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Tektro Stromer HD922 Scheibenbremse
Magura MT4e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Scheinwerfer B+M IQ-X + Hupe Spanninga Axendo B+M IQ-X + Hupe Spanninga Axendo B+M IQ-X + Hupe Roxim Z4 elite B+M IQ-X + Hupe
Rücklicht B+M B+M Toplight B+M Toplight B&M 650 LineTec Supernova M99 Tail Light  mit Bremslicht Roxim Z3E Roxim R3E + Bremslicht
Gepäckträger Giant Stand well 15 kg Stand well 15 kg 15 kg Tragkraft, Racktime 15 kg Tragkraft 22,5 kg Stromer 25 kg Tragkraft, Racktime
Schutzbleche ? SKS Chromoplastic SKS Chromoplastic Kunststoff Aluminium Aluminium Aluminium
Ständer Pletscher Ursus Ursus Pletscher Pletscher Pletscher Noname
Gewicht (Katalog) 24,5 kg (Gr.L) 24,3 kg 26,1 kg 26,7 kg 23,8 kg ? 27,5 kg
Zulässiges Gesamtgewicht ? 130 kg 130 kg 136 kg 136 kg ? 147,5 kg
Mitgeliefertes Zubehör Ladegerät 4A ohne Lüfter 2 Akkuschlüssel (ABUS) 2 Akkuschlüssel (ABUS) 2 Akkuschlüssel (ABUS) 2 Akkuschlüssel (ABUS) Ladegerät 246W ohne Lüfter 2 Akkuschlüssel (ABUS)
Bedienungsanleitung Ladegerät 4A ohne Lüfter Ladegerät 4A ohne Lüfter Ladegerät 4A ohne Lüfter Ladegerät 4A ohne Lüfter Bedienungsanleitung Ladegerät 5A mit Lüfter
Betriebserlaubnis (CoC) Bedienungsanleitung Bedienungsanleitung Bedienungsanleitung Bedienungsanleitung Betriebserlaubnis (CoC) Betriebserlaubnis (CoC)
Betriebserlaubnis (CoC) Betriebserlaubnis (CoC) Betriebserlaubnis (CoC) Betriebserlaubnis (CoC)

Es wird schwierig hier einen Favoriten zu finden. Mein persönlicher Preis- / Leistungssieger ist in dieser Auswahl das

  • Giant QUICK E+ 45. Meiner Meinung nach bietet es die beste Ausstattung fürs Geld.
  • Platz 2 geht an das Diamant Zouma Deluxe +S mit dem aktuellen Bosch performance speed gen3 . Bis auf den Scheinwerfer gibt es keinen wirklichen Ausrutscher bei der Ausstattung.
  • Platz 3+ für das Haibike SDURO Trekking S 9.0. Eine tolle Ausstattung aber leider noch der „alte“ Bosch performance speed gen 2 Antrieb. Wer damit leben kann, ist mit dem bewährten Motor aber sicher gut bedient. Ich bin bisher zufrieden damit.
  • Platz 4 für das Haibike SDURO Trekking S 8.0. Es ist das günstigste Pendler S-Pedelec das mir bekannt ist. Ich weiß aber nicht, ob es mit der Ausstattung dem täglichen Pendelbetrieb gewachsen ist. Da bietet das Giant für 100€ mehr auch deutlich mehr.

 

Eine Sonderwertung gibt es für die beiden Räder mit Heckmotor. Diese sind preislich einfach nicht mit den weiter verbreiteten Mittelmotorbikes vergleichbar. Das Klever X-Speed pure sprengt mit seinen knapp 5400 Euro auch deutlich den hier gesetzten Preisrahmen. Übrigens gegenüber 2019 eine Preiserhöhung um 400€! Von der Performance und dem Verschleiß im Antrieb sind die Heckmotorbikes denen mit Mittelmotor definitiv überlegen. Ich hatte ja beide mal im Einsatz. Wer das möchte, muss bereit sein mehr Geld in die Hand zu nehmen.

bei diesen Beiden Rädern wäre das Klever auf Platz 1. Das Stromer bietet einfach eine zu dünne Ausstattung für den Preis. Eine No-Name 9 fach Schaltung geht in dieser Preisklasse einfach nicht. Zumal der Antrieb identisch mit dem des Klever ist.

Ein weiterer Punkt Sind die Ersatzteilpreise und das Händlernetz. Hier muss man speziell bei Klever aufpassen. Die Händlerdichte ist sehr dünn und ein 570 Wh Akku kostet ca 900€ gegenüber einem Bosch 500 Wh Akku für ca 570€.

Sonderthema Beleuchtung: Generell ist zu den hier verbauten Scheinwerfer zu sagen, dass sie für völlig unbeleuchtete Überlandstrecken meiner Meinung nach nicht geeignet sind. Bei einem 25 km/h Pedelec mag das OK sein. Sogar der an den besseren Rädern verbaute B+M IQ-X ist in der schnellen Klasse nicht angemessen. Wer also wirklich auf unbeleuchteten Strecken fährt dem sei dringend ein stärkerer Scheinwerfer, eventuell sogar mit Fernlicht, angeraten. Ich habe die zugegebenermaßen happigen 300€ für einen Supernova M99 mini pro auf jeden Fall nicht bereut.

FAZIT: Wer ein gutes Preis- Leistungsverhältnis, einen guten Service und geringe Betriebskosten möchte, sollte sich bei den bewährten Mittelmotorbikes umsehen.

Wer Wert auf eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit und einen absolut lautlosen und verschleißarmen Antrieb legt, guckt sich die Heckmotorbikes genauer an.

SPEZIAL: Leider habe ich kein vollgefedertes Bike im Vergleich. Das Klever B-Speed erschien mit optisch etwas zu „speziell“ und es gelten die Hinweise oben. Bei Riese und Müller fangen die Preise für vollgefederte Bikes bei 5600€ an.

Wer sehr hohe Reichweiten benötigt, der sollte sich mal die Riese und Müller Supercharger Modelle mit Doppelakku ansehen. Hier geht es bei 5300€ los.

Auf jeden Fall kann ich nur empfehlen die persönliche Verkehrswende zu starten, wenn es von den täglichen Wegen irgendwie möglich ist. Es ist eine echte Bereicherung!

edh

Pendleridylle

 

Radfahren ist lebensgefährlich – Nein. Manche Autofahrer sind lebensgefährdend!

Ich habe das Glück, dass meine Pendelstrecke mit dem S-Pedelec hauptsächlich über schmale Landstraßen führt. 20 km freie Fahrt. Die letzten 5 km muss ich durch Neumünster fahren. Da mein S-Pedelec ja ein Kraftfahrzeug ist (ob man es für sinnvoll hält oder nicht) muss ich auf der Straße fahren. Das ist bei den meisten Radwegen auch die bessere Wahl.

Leider gibt es immer wieder Autofahrer, die die Straße als allein für sich gedacht betrachten. Wird ein Motorroller, der genauso schnell/langsam unterwegs ist wie ich noch toleriert, hat ein vermeintliches Fahrrad nichts auf  „ihrer“ Straße zu suchen.

So hatte ich mehrfach die Situation, dass ich von hinten angehupt, knapp überholt und sogar aus dem offenen Beifahrerfenster lautstark belehrt wurde, dass ich gefälligst den Radweg zu benutzen hätte. Wertvolle Sekunden habe ich diesen, in mehrerlei Hinsicht, armen Menschen gestohlen. Meistens sieht man sich an der nächsten Ampel wieder 😉 Auch Hinweise auf mein Kennzeichen helfen da nix.

Leider treffend finde ich diesen Beitrag aus Stuttgart in dem angeprangert wird, dass in der Unfallberichterstattung immer mitschwingt, dass der Radfahrer irgendwie selber Schuld wenn er sich umfahren lässt: Der Zynismus von Unfallmeldungen. Hier noch weiter zu einem Artikel im Tagesspiegel

 

Liebe Kampfautofahrer:

  • Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fre….e halten
  • Die Straße gehört nicht euch, sondern allen Verkehrsteilnehmern
  • Hupen, Drängeln und knapp Überholen ist ein Straftatbestand und kann mit bis zu 3 Jahren Haft bestraft werden (Quelle: Wikipedia, § 240 StGB)! Beim nächsten mal merke ich mir das Kennzeichen…
  • Wenn ihr mich doch aus Versehen touchiert, hat euer Auto im schlimmsten Fall einen Kratzer. ICH lande im Krankenhaus!
  • Ich fahre schon aus Nettigkeit am Rand. Das muss ich nicht unbedingt. Ich könnte auch auf den mir zustehenden Verkehrsraum als Kraftfahrzeug pochen. Ich befinde mich damit zudem noch in der gefährlichen „dooring zone„.
  • Denkt mal darüber nach, ob ihr es mit eurem Gewissen vereinbaren könntet für ein paar Sekunden Lebenszeit (über mehr reden wir hier nämlich nicht) einen Familienvater auf dem Weg nach Hause ins Krankenhaus oder auf den Friedhof gebracht zu haben?
  • Jedes Rad auf der Straße ist ein Auto weniger in EUREM Stau.
  • Habt ihr vielleicht Kinder die auf dem Rad in meiner, oder zumindest in ähnlicher Situation sind?

Leider spiegelt das ganze einen Trend wider, der sich aus Internetforen in die Wirklichkeit überträgt.

Allen anderen Autofahrern ein Dankeschön, dass ihr euch korrekt oder sogar sehr umsichtig gegenüber einem deutlich schwächeren Verkehrsteilnehmer verhaltet. Genauso wie ich nicht alle Radfahrer als Kampfradler bezeichnet haben möchte, will ich das hier mal gesagt haben 🙂

edh

Landstraße. Schöööön

Stevens Supreme Pro 2020 – und Kurzvergleich mit Cube Nuroad Race FE

Ein Kumpel von mir hat sich gerade frisch das Stevens Supreme Pro zugelegt. Eine gute Gelegenheit sich das Rad mal aus der Nähe anzusehen.

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Stevens Supreme Pro 2020

Einen Ausstattungsvergleich zu anderen Gravelbikes in dieser Preisklasse hatte ich ja hier schon einmal gepostet. Hier noch einmal die Übersicht:

Bulls (Update hier) Bergamont Cube Stevens Supreme Pro Stevens Supreme
Preis € 1999 1799 1599 1799 1499
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon Aluminium Aluminium
Kurbel Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600
Umwerfer Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schaltwerk Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schalt- Bremsgriffe Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610
Kassette Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano Deore
Bremsen Shimano 105, hydraulisch Shimano 105, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount Flatmount Flatmount
Reifen Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 40-622
Laufräder Bulls Bergamont Cube Stevens Oxygen Stevens Oxygen
Nabendynamo Shimano Shimano ? Shutter Precision PL-8X Shutter Precision PL-8X
Scheinwerfer Supernova E3 pure3 Herrmans H-Black MR8 Supernova E3 pure3 Supernova E3 pure3 B+M Eyc T Senso+
Rücklicht Supernova E3 Tail Light 2 Herrmans H-Trace Mini Supernova E3 Tail Light 2 Xeltec Xeltec
Schutzbleche ? BGM Allroad ACID 45 SKS Gravel SKS Gravel
Gepäckträger Standwell Racktime wingee ACID Nuroad Carrier
Klingel ? ? Knog Oi ? ?

Rein von der Papierlage hat bei mir ja wieder das Cube Nuroad gewonnen. Das hatte ich ja auch selber noch in der Shimano 105 Variante 2019.

Wenn es rein um Kosten/Nutzen geht, bleibt es auch weiterhin so. Allerdings bekommt man für 200€ mehr bei Stevens ein deutlich wertigeres Finish. Verschliffene Nähte, eine tolle Lackierung, sauber verlegte Züge und Leitungen. Sogar das Dynamokabel ist innerhalb der Gabel verlegt. Da kann das Cube nicht mithalten. Speziell der sehr empfindliche matte Lack oder das lieblos mit Klebeband an die Gabel geklebte Dynamokabel.

Ich hatte hier auch die Gelegenheit die neue Shimano GRX Gruppe einmal in Augenschein zu nehmen. Eine kurze Probefahrt (sehr kurz da das Rad auf den Bildern RH 50 ist 😉 ) hat gezeigt, dass sich die GRX810 von der Schaltperformance eher auf Ultegra / XT Niveau als auf 105 / Deore bewegt. Tolle knackige Schaltvorgänge! Bei den Scheibenbremsen konnte ich keinen Unterschied zu denen der 105er Gruppe feststellen. Toll sich die neuen Schalt- / Bremsgiffe. Gegenüber der 105 ist die Oberlenkerposition nochmal deutlich komfortabler mit einer großen Auflagefläche für die Hände. Auch die Bremsgriffe sind etwas nach außen gestellt und breiter. Sicher gut für den Einsatzbereich abseits der Straße. Dafür spricht auch die Aluminiumgabel mit Steckachse statt Schnellspannern. Auf den Bild sind auch die (leider ungeschützten) Gewindebohrungen für eine Gepäckträgermontage zu sehen:

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Das Schaltwerk und die Kurbel erinnern eher an eine MTB denn an eine Road Gruppe. Die Ähnlichkeit zur Shimano XT, speziell bei der Kurbel ist unverkennbar. Macht alles einen robusten Eindruck.

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Shimano GRX 810 Schaltwerk mit Reibungsdämpfer fürs Grobe

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Shimano GRX 600 Kurbel mit Hollowtech Achse

FAZIT: Das Stevens ist ein toll verarbeitetes Rad. Man bekommt ein sehr wertiges Produkt für den sportlichen Einsatz.

Sparfüchse die direkt täglich mit Gepäck los wollen, greifen weiterhin zum Cube und nehmen Verarbeitungsschwächen in kauf.

Eure Entscheidung 🙂

 

Gefährlicher Bikeporn – Part 2

Juchuu. Es ist wieder soweit. Mein lieblings Bikeporn Heft für 2020 ist da. Konkret hier die „world of mtb – best of 2020„.

2018 hat dieses Magazin in mir den unbändigen Wunsch geweckt, mir ein Stahl Hardtail aufzubauen. Zum Glück/leider ist daraus nichts geworden. Aber das meine ich mit gefährlich 😉

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Wie jedes Jahr werden hier geile Teile gefeiert die in den meisten Fällen kein Mensch braucht oder sich eh nicht leisten kann. Trotzdem ist immer wieder ein Genuss drin zu blättern und sich inspirieren zu lassen.

Ein besonderes Beispiel ist dieses 8000€ Titan Hardtail. Wie unnötig und geil zugleich..

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©world of mtb

Interessant finde ich auch immer Teile, die nicht von den großen playern kommen. wer hat wohl die erste 1×13 Schaltung rausgebracht. Nicht SRAM und auch nicht Shimano. Es ist der eher für Powermeter bekannte Hersteller Rotor. Interessant ist, dass hier nicht mit Bowdenzug oder elektronisch, sondern hydraulisch geschaltet wird.

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1×13 schaltung von Rotor. crazy! ©world of mtb

Also. Nutzt die kalten Wintertage und lest mal ein gutes „Buch“…

In eigener Sache: Werbung auf crazy42wheels

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, gibt es jetzt Werbung am Seitenrand. Ich habe mich nun dazu entschlossen das doch zu machen, nachdem ich lange damit gehadert habe. Derzeit kostet mich das Erstellen des Blogs nämlich gar nicht so wenig Geld. Da es ein Hobby ist, möchte ich zumindest ein bisschen davon wieder reinbekommen. Ich denke, dass die Lesbarkeit nicht darunter leidet.

Ich mache das hier aber weiterhin aus Spaß am Thema Fahrrad.  Alle Produkte die ich teste kaufe ich aber entweder selbst, darf sie mal bei Bekannten ausprobieren oder eben beim Hersteller mal gucken. Da bekomme ich kein Honorar für. Ihr könnt hier also weiterhin auf halbwegs objektive Beiträge hoffen 😉

Also bleibt mir weiter treu und seid gespannt auf Saison 2020.

Euer Martin

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Maddin im Wald

 

 

Radfahren im Winter – Kleidung und Ausrüstung

Radfahren im Winter kann ja viele Facetten haben. Das reicht von „mal schnell zum Bäcker / Einkaufen“, über sportlich Rad fahren bis zum Alltagspendeln. Um letzteres soll es hier gehen. Dabei kann ich natürlich nur etwas zu den Dingen sagen die ich auch selber benutze. Hilft vielleicht trotzdem einzuschätzen, wie warm man sich bei 0 – 10°C anziehen muss.

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Die menschliche Zwiebel

 

Kleidung für den Winter:

Tatsächlich muss man sich gar nicht sooo dick einpacken. Eine Faustregel hat sich bei mir als passend herausgestellt: Wenn man beim losfahren leicht fröstelt, ist es genau richtig.

Zwischen ca 5 – 10°C hat sich bei mir folgendes bewährt:

Obenrum:

  • Merino Longsleeve von Engelbert Strauß Klick : 47€                                                           Achtung. Das Shirt fällt recht klein aus. Im Zweifel lieber eine Nummer größer nehmen. Das tollste am Shirt ist die absolute Geruchlosigkeit. Einmal die Woche in die Wäsche reicht vollkommen aus.
    • Günstiger aber auch schlechter verarbeitet z.B. von Decathlon
  • Gore Tex Power Trail Jacke Klick: Straßenpreis ca. 120€
  • Beliebiger Schlauchschal. 5€
  • Sportbrille nach eigenen Vorlieben. Bei mir von Decathlon: 35€
  • Helm. Natürlich auch im Sommer. Ich habe jetzt einen S-Pedelec zugelassenen Helm nach Holländischer NTA 8776 Norm. Der hat den Vorteil, dass man die Belüftungen verschließen kann und keine Regenhaube mehr braucht. Hier der UVEX City 9 : Ca. 90€. Er hat auch ein integriertes Rücklicht.
  • Handschuhe: Habe ich welche von Decathlon die es nicht mehr gibt. Die Nachfolger sehen so aus. Ca. 30€.                                                                                                            Sind bis 0°C bisher angenehm. Leider sind sie nicht wasserdicht. Dafür liegen schon die GripGrab ride waterproof Handschuhe bereit: Ca. 55€

Mehr ist bei mir bis ca. 5°C nicht nötig. Wenn es kälter wird  kommt noch folgendes dazu:

  • dünne Mütze dazu die unter dem Helm getragen wird. Bei mir alpina. Gibts auch von VAUDE, GIRO usw. Ca 15€
  • Balaclava (oder Sturmhaube) wenn es richtig kalt wird. Ich habe mir mal eine von Gore gegönnt Klick. War aber noch zu warm um sie auszuprobieren: 34€.        Wichtig sind hier die Atemlöcher, da sonst schnell die Brille beschlägt.
  • Ein VAUDE Fleece Shirt mit hohem Kragen. Auch Midlayer genannt. Das habe ich mal günstig im Werksverkauf bekommen. So Ähnlich wie dieser hier ->Klick

Untenrum:

  • VAUDE Trekkinghose. Habe ich mal im Fabrikverkauf am Bodensee für ca. 90€ geschossen. Die geht von 15-5°C ohne was drunter und auch im leichten Regen. Auf jeden Fall eines meiner Lieblingsteile. Wenn es kälter wird darunter noch eine lange Elli 😉 siehe nächster Punkt.
  • Lange Merino Unterhose von Engelbert Strauß Klick: Ca. 40€                                           Auch hier lieber eine Nummer größer nehmen.
    • Günstiger aber auch schlechter verarbeitet z.B. von Decathlon
  • Wenn es wirklich regnet (was gar nicht so oft passiert wie man annimmt) dann trage ich eine Gore C3 active Hose. Ca. 150€
  • Wanderschuhe halbhoch von Decathlon: Quechua MH100. Haben sich bisher super bewährt und sind auch wasserdicht. Und schon wieder der Hinweis der auch für alle anderen Decathlon Sachen gilt: Fallen sehr klein aus!
  • Dazu beliebige Socken. Aber hier habe ich ein absolutes Lieblingsteil. Es ist zwar schön wenn die Schuhe wasserdicht sind. Allerdings kommt das Wasser auch nicht mehr raus wenn es mal richtig dicke kommt. Deshalb sind meine neuesten Lieblingsteile:
  • Sealskinz wasserdiche Socken. Die sind mehrlagig mit Merinofutter und einer Membran. Ich habe die All season Variante in hoch für 40€ und trage sie nicht nur bei Regen. Allerdings sie sie mir über 5°C tatsächlich zu warm! Trotzdem ein herrliches Gefühl. Ich finde, dass kalte Hände und Füße das schlimmste auf dem Rad sind.

Wie gesagt ist das meine persönliche Liste. Ist für mich auch für die höheren S-Pedelec Geschwindigkeiten geeignet. Alles in allem sind es ohne Helm und Brille dann ca. 500€ um meiner Meinung nach für alles gewappnet. Sicher ein stolzer Preis. Aber man sitzt ja auch nicht im warmen Auto.

Wenn es richtig ekelig wird oder man durch Feld und Wald fährt kann man das eigentlich nur noch mit einem Dirtsuit Einteiler toppen. Zwei Freunde benutzen den täglich und sind super zufrieden. Die gibt es in verschiedenen Ausführungen mit und ohne Beine. Man ist nur eben nicht ganz so flexibel wenn es wärmer wird.

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Dirtlej dirtsuit core edition. Bild: © dirtlej

In diesem Sinne: Go out and play 😉

 

 

 

Der Weg zum alltagstauglichen Gravelbike – Teil 2

Ziemlich genau 1 Jahr ist es her, dass ich ersten Teil dieses Beitrags geschrieben habe. Und das Interesse scheint groß zu sein. Über 6000 mal wurde der Artikel angeklickt! Wow. Dass ich mein Cube Nuroad mittlerweile wieder gegen ein S-Pedelec getauscht habe hindert mich aber nun nicht daran mal zu schauen, was sich denn in der Zwischenzeit getan hat. Auch zu diesem Artikel gibt es ein Update mit den aktuellen 2020er Modellen ->Klick

Dazu schaue ich mir meine damaligen Kandidaten noch einmal an.

  • Cube Nuroad Race FE
  • Bergamont Grandurance RD7
  • Bulls Daily Grinder 2
  • Stevens Supreme
  • Stevens Supreme Pro -> Kurztest hier

Was als erstes in Auge sticht ist die neue Shimano GRX Gravel Gruppe. Wenn das Internet nicht lügt, sind für 2020 das Cube und das Stevens damit ausgestattet. Bergamont und Bulls scheinen weiterhin auf Shimano 105 zu setzen. Sicher auch keine schlecht Wahl. Ein Highlight sind die optionalen Oberlenker Bremsgriffe. Allerdings ist keines der genannten Räder ab Werk damit ausgestattet.

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GRX Oberlenker Bremsgriffe Bild: © Paul Lange GmbH

Allgemeiner Eindruck:

Das CUBE ist weiterhin sehr gut ausgestattet und hat mit der neuen GRX 810 Gruppe ein tolles update bekommen. Allerdings muss man hier aufpassen. Wie gerne auch im MTB Bereich gemacht, wird an prominenter Stelle das 810 Schaltwerk verbaut. Der Rest der Komponenten ist bunt gemischt aus GRX 810, 600, 400 und Shimano 105! Eine Tabelle mit den wichtigsten Ausstattungen findest du weiter unten. Leider ist der Gepäckträger jetzt zwar hübscher, aber auch unpraktischer geworden mit seiner tiefliegenden Strebe.

cube2020

CUBE Nuroad Race FE 2020. Bild: © Cube

Bei Bergamont hat sich bis auf die (geile) Farbe nichts getan. Trotzdem kein schlechtes Paket.

Bergamont Grandurance RD 7 2020

Bergamont Grandurance RD7 2020. Bild: © Bergamont

 

Besonders das Bulls hat sich meiner Meinung nach optisch echt gemausert. Die neue Farbkombination mit den Retro Reifen gefällt mir sehr gut. Auch hier bleibt es wie bei Bergamont bei der 2×11 Shimano 105 Gruppe.

bulls2020

Bulls Daily Grinder 2 2020. Bild: © Bulls

Zuletzt die Überraschung bei Stevens. Für 2020 wurde auf die neue Shimano GRX Gruppe gesetzt. Hier gibt es nun zwei Versionen. Das einfache Supreme setzt auf eine (gemischte) GRX 610 mit 2×10 Gängen für 1499€. Hier müssen dann keine Seilzugbremsen mehr in Kauf genommen werden. Lediglich beim Scheinwerfer müssen hier noch Abstriche gemacht werden. Und ein Gepäckträger fehlt bei Bedarf.

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Stevens Supreme 2020. Bild: © Stevens

Das Supreme Pro bietet für 1799€ die GRX 810 Gruppe mit 2×11 Gängen und einen tollen Supernova Scheinwerfer. Auch die Bremsscheiben kommen aus einer höherwertigen Serie. Aber aufgepasst. Wie auch am Cube ist es hier bunt gemischt und es kommen auch Komponenten der 600 und 400 GRX zum Einsatz.

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Stevens Supreme Pro 2020. Bild: © Stevens

 

Die folgende Tabelle soll keine Bewertung darstellen, da es ja auf die persönlichen Vorlieben ankommt. Es sollen nur die Highlights und Schwächen der Ausstattungen aufzeigen. Wer z.B. keinen Gepäckträger braucht, dem ist das Kriterium natürlich nicht so wichtig.

Alles in allem bietet aber meiner Meinung nach das CUBE Nuroad Race FE auch 2020 wieder das beste Preis- Leistungsverhältnis.

Da es sich hier um Fachhandelsmarken handelt kann man meiner Meinung nach auch direkt dir aufgerufenen Preise vergleichen. Das Stevens Supreme (nicht Pro) hier mal außen vor, ist das Bulls hier das Schlusslicht. Es gibt kein technisches update und es ist mit 1999€ im Vergleich am teuersten.

Eventuell kann man bei Cube und Bulls, sofern noch vorhanden, noch ein Schnäppchen machen und ein 2019 „Shimano 105“ Modell günstiger bekommen.

Da ich gestern die Möglichkeit hatte das 2019er Supreme kurz zu fahren, hier ein kurzer Kommentar dazu. Wer unbedingt 2×11 Gänge haben will und mit den Seilzubremsen leben kann (ich fand sie im Vergleich fürchterlich) nimmt ein 2019er. Wer mit 2×10 leben kann und die Scheibenbremse bevorzugt, sollte beim 2020er zuschlagen. Der Preis ist gleich geblieben.

Was ich nicht beurteilen kann ist, ob eine Lupenreine 105er Gruppe besser funktioniert als ein bunter Mix aus neuen GRX Komponenten. Ich denke aber, dass sich Besitzer der 2019er Modelle keine grauen Haare wachsen lassen müssen. Lediglich die Optionalen Bremsgriffe könnten das rechtfertigen.

Stand 25.11.2019:

 

Bulls Bergamont Cube Stevens Supreme Pro Stevens Supreme
Preis € 1999 1799 1599 1799 1499
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon Aluminium Aluminium
Kurbel Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600
Umwerfer Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schaltwerk Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schalt- Bremsgriffe Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610
Kassette Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano Deore
Bremsen Shimano 105, hydraulisch Shimano 105, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount Flatmount Flatmount
Reifen Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 40-622
Laufräder Bulls Bergamont Cube Stevens Oxygen Stevens Oxygen
Nabendynamo Shimano Shimano ? Shutter Precision PL-8X Shutter Precision PL-8X
Scheinwerfer Supernova E3 pure3 Herrmans H-Black MR8 Supernova E3 pure3 Supernova E3 pure3 B+M Eyc T Senso+
Rücklicht Supernova E3 Tail Light 2 Herrmans H-Trace Mini Supernova E3 Tail Light 2 Xeltec Xeltec
Schutzbleche ? BGM Allroad ACID 45 SKS Gravel SKS Gravel
Gepäckträger Standwell Racktime wingee ACID Nuroad Carrier
Klingel ? ? Knog Oi ? ?

E-Auto Prämie verlängert – Achtung könnte persönliche Meinung enthalten

Seit gestern ist es offiziell: Die E-Auto Kaufprämie wird bis 2025 verlängert und aufgestockt -> KLICK.

Ich will das E-Auto gar nicht bashen. Auch ich könnte mir vorstellen beim nächsten Autokauf auf E umzusteigen. Einigermaßen Bezahlbare Alternativen gibt es ja mittlerweile. Renault ZOE, Nissan Leaf, Hyundai Ioniq und Kona… um nur ein paar Bespiele zu nennen (Ja, bewusst sind hier keine deutschen Hersteller genannt. Denen gebührt hier nämlich wie so oft keine Ehre was diese Entwicklungen angeht). Es gibt für diese Autos bis 40.000€ nun also 6.000€ Kaufprämie.

Klingt ja gut. Ich habe zudem den Vorteil ländlich zu wohnen und eine Photovoltaik Anlage auf meinem Haus zu haben. Und da beginne ich zu grübeln. Sollte nicht die Luft in den Städten verbessert werden? Wer kann denn in der Großstadt sein Auto vor der Haustür laden. Ganz davon abgesehen, dass ein E-Auto genau so viel Platz wegnimmt wie ein Verbrenner… Wäre es für Ballungszentren nicht sinnvoller mit den 3 Milliarden Euro (!) die in die Ladeinfrastruktur investiert werden sollen, den öffentlichen Nahverkehr und die Radinfrastruktur auszubauen? Auch Pendlerparkplätze vor der Stadt würden diese entlasten.

Bleiben die ländlichen Pendler wie ich. Ok, ich fahre nicht in die Großstadt. Aber ich habe 25 km einfachen Arbeitsweg. Ich könnte mein E-Auto zumindest im Sommer zuhause völlig CO2 frei laden. Mit meiner Photovoltaikanlage bei der ich gerade einmal noch 10 Cent/KWh Einspeisevergütung bekomme. Ist also schon eher Idealismus als Wirtschaftlichkeit. Es kann ja nicht sein, dass plötzlich jeder seinen eigenen Ökostrom herstellt. Also wird das mal gedeckelt. Nicht, dass die armen Energiekonzerne noch pleite gehen.

Nebenbei war ich mal bei einem Windkraftanlagenhersteller beschäftigt der nun Insolvent ist. Unter anderem weil der Ausbau der Windkraft an Land, Offshore sowie der Netze nicht vorangeht. Womit sollen die geplanten Millionen E-Autos denn geladen werden. Mit Französischem Atomstrom (immerhin CO2 frei)? mit deutschem Kohlestrom?

Und hier noch einmal ein persönliches Rechenbeispiel. Angenommen wir ersetzen unseren derzeitigen Kleinstwagen durch einen günstigen E-Wagen. 3 Jahre Haltedauer bei 15.000km/a

Derzeitiges Auto:

  • Kia Picanto 1,0
  • Kaufpreis: 10.000€
  • Steuern/a: 80€
  • Verbrauch: 5,0 l/100 km -> 5,0 x 1,50€ = 7,5€ / 100 km -> 3.375€ / 36 Monate

-> Für 36 Monate: 13.615 €

Das meistverkauft Elektroauto in Deutschland und auch vergleichbar mit dem Kia:

  • Renault Zoe R110 Z.E. 40
  • Kaufpreis: 21.900€ + 74€ Batteriemiete (2664€/36 Monate) – 6000€ Kaufprämie: 18.654€
  • Steuern: 0€
  • Verbrauch: 17,2 KWh/100 km (Katalogwert nach WLTP)
    • Annahme: Zuhause geladen. Davon 50% Solar, 50% Netz -> Durchschnittlich 20Cent / KWh (30Cent KWh Netzstrom + 10Cent KWh nicht bekommene Einspeisevergütung /2) -> 3,44€/ 100 km
    • -> 1548€ / 36 Monate
    • Im besten Fall 0€ wenn man immer öffentlich umsonst lädt.

-> Für 36 Monate: 18.654 €

Das E-Auto ist selbst im besten Fall 5000€ teurer in 3 Jahren. Hier sind Wartung und Versicherung nicht mit eingerechnet. Bei der Wartung wir das E-Auto sicher einen Vorteil haben.

Allerdings emittiert mein Benzin Kia in den 3 Jahren 5.355 kg CO2. (5l/100 km x 23,8 = 119g/km. 119g CO2/km x 45.000 km)

Der Ökostrommix in Deutschland wird mit 0,421g CO2 / KWh angenommen. Macht also 0,421 g/KWh x 17,2 KWh / 100 km x 45.000km = 3258kg. Bei 50% Solarstrom dann nur noch 1629 kg.

Sorry, dass das so kryptisch war. Wie man sieht, muss man auch hier mit viel Idealismus heran gehen. Warum schreibe ich das in einem Fahrradblog? Weil ich zum Beispiel unseren Verkehrsminister gefragt habe, warum mein S-Pedelec zwar alle Nachteile eines Kraftfahrzeugs „genießt“ (Keine Radwegnutzung, keine Anhänger, Spezielle Ersatzteile, keine Mitnahme im ÖPNV..), nicht aber in den Genuss der Förderung für Elektrokraftfahrzeuge kommt. Auf einem Autoparkplatz können 8 bis 10 Fahrräder stehen. Ein S-Pedelec verbraucht ca. 1,5 KWh auf 100 km.

Womit ich wieder bei den obigen Punkten angelangt bin: Verstopfte Städte, Infrastruktur, und EEG Förderung. Aber auch hier muss nun wieder mit Steuergeldern die ach so arme Autoindustrie gerettet werden. Nutznießer werden hier wahrscheinlich wieder nicht die deutschen Hersteller sein, die den E-Auto Trend wieder komplett verschlafen haben. Wie schon bei der Abwrackprämie vor Jahren, waren es vor allem ausländische Hersteller die davon profitiert haben. Sei es ihnen gegönnt.

Für Plug-in Hybride gibt es übrigens 5000€. Obwohl in vielen Tests nachgewiesen wurde, dass ein guter Benziner oder Diesel bei deutlich weniger technischem Aufwand genau so sparsam ist. Außerdem werden hier meiner Meinung nach wieder Leute gefördert, die sich solch ein Auto auch ohne Förderung leisten könnten. Aber das ist eine Andere Geschichte.

 

 

 

 

 

 

1000 km Inspektion Diamant Zouma +S und Winterreifen Test – Continental Top Contact Winter II Premium

Da ich meine neue Kellerwerkstatt einweihen wollte, habe ich die Gelegenheit genutzt um dem Zouma eine 1000 km Inspektion zu gönnen. Für das Zurücksetzen des Servicesymbols und für die Garantie muss ich ja leider noch zum Händler. Aber um die Hardware konnte ich mich selbst kümmern.

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Die neue Kellerwerkstatt. Ich freu mich ja so 🙂

Der gefürchtete Mega Verschleiß am Antrieb hat sich erstmal nicht bestätigt. Das Antriebsritzel sieht noch ziemlich gut aus und auch die Kassette ist noch OK. Die Kette habe ich jetzt gegen eine neue getauscht und werde sie wie hier („2 Kettentaktik“) beschrieben im Wechsel mit der neuen fahren. Das Ritzel könnte man sogar einmal umdrehen.

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Shimano Tiagra Kassette

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KMC narrow wide Ritzel

Lediglich die Schaltröllchen brauchten etwas Pflege. Da war die Lagerung total trocken. Das hat ja aber nichts mit der Pedelec Nutzung zu tun. Also ein bisschen Fett dran und weiter gehts.

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Ganz neu habe ich jetzt mal die Continental Top Contact Winter II Premium Reifen aufgezogen. Ein echtes Nischenprodukt. Zum einen ein echter Winterreifen und dann auch noch mit Zulassung bis 50 km/h.

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Mit 44,50€ sicher kein Schnäppchen, aber auch nicht absurd teuer. Bei dem derzeitigen Herbstwetter traue ich den originalen Schwalbe Supermoto nicht mehr so ganz. Das Rad sieht jetzt ganz merkwürdig aus. Die Supermotos sind 2,4 Zoll dick , die Conti nur 2,0. Sieht ganz spiddelig aus. Mal sehen wie die sich bewähren. Die Gummimischung ist auf jeden Fall spürbar weicher.

 

1000km Diamant Zouma +S und Vergleich mit Klever X-Speed

Die ersten 1000 km sind rum. Teilweise unter echt widrigen Bedingungen.  So bin ich bei Starkregen und krassem Gegenwind unterwegs gewesen. Habe aber auch das tolle Herbstwetter genossen. Mein Kurzfazit:

Es macht echt Spaß und das Rad ist toll

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999 km am frühen morgen 🙂

Aber nun zur Langversion. Ich habe mich jetzt gut mit den Eigenheiten des Bosch Antriebes arrangiert. Meine durchschnittliche Fahrzeit zur Arbeit beträgt ca. 42 min, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 34 km/h entspricht. Mit dem Klever bin ich auf einen Schnitt von ca. 37 km/h gekommen (immer höchste Stufe). Dann war der 570 Wh Akku aber auch vollkommen leer. Mit dem Zouma fahre ich meistens in Stufe SPORT und nicht TURBO. So bleiben mir zuhause noch ca. 15 Restkilometer um mal zum einkaufen zu fahren.

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Klever X-Speed 2018 (hier noch mit 570 Wh Akku)

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Diamant Zouma +S 2019 mit 500 Wh Akku

Was ich auch als vergleichendes Fazit sagen kann: Das Zouma ist das bessere Fahrrad. Der Antrieb des Klever war deutlich smoother und leiser usw. Aber der Rest des wirklich teuren Rades wirkte etwas unausgegoren. Der Rahmen ist gut. Es geht eher um die Anbauteile. So war immer wieder das Steuerlager oder eine Kurbel lose. Auch den Ständer musste ich ständig nachziehen. Die Speichennippel waren trotz reinem Sommerbetrieb bereits nach 500 km korrodiert. Vom beschlagenden Display und diversen Kettenabwürfen nicht zu reden. Auch fand ich die Akkubefestigung eher wackelig und fummelig. Zudem war der Sattelauszug für mich selbst im Rahmengröße L wirklich grenzwertig.

 

Hier ist das Zouma deutlich souveräner. Ich habe bei 500 km einmal die Speichen nachgezogen.  Ansonsten ist nur gelegentliche Kettenpflege nötig. Diese zeigt auch nach 1000 km noch keinen Verschleiß (nach Topeak Verschleißlehre) obwohl die Gänge manchmal ganz schön reinkrachen durch den Mittelmotor. Eventuell werde ich mal die „Mehrkettentaktik“ testen. Das heißt, ich tausche die Kette 1 bei 1000 km, fahre dann Kette 2 bis 2000 km und dann kommt Kette 1 wieder bis 3000 km drauf und so weiter. Das hilft den Antrieb gleichmäßig zu verschleißen. Man kann es auch mit 3 oder 4 Ketten machen.

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Shimano Tiagra Kassette. Sieht noch OK aus, obwohl man quasi nur auf den drei kleinsten Ritzeln rumnudelt

Und sonst? Lenklager, Kurbeln, Naben… Alles ohne Befund. Auch das simple (nicht abnehmbare) Purion Display ist unauffällig im positiven Sinne. Dass man es nicht abnehmen kann finde ich eher gut. So kann man es auch nicht vergessen und es gibt keine potentiell problematische Kontaktstelle. Auch die einstellbare Helligkeit der Beleuchtung sehe ich als dicken Pluspunkt.

Perfekt wäre das Rad jetzt mit dem Shimano XT Antrieb des Klever. Die Deore 10-Fach Schaltung des Zouma finde ich nach wie vor etwas zu basic für ein S-Pedelec. Dafür sind die Ersatzteile günstig.

Für die Alltagstauglichkeit habe ich noch eine einfache höhenverstellbare Sattelstütze nachgerüstet. Jetzt kann auch meine Frau mal schnell losflitzen ohne dass man erst rumschrauben muss:

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rfr Sattelstütze mit 90 mm Hub

Die Magura MT5 Bremsen sind von der Bremsleistung mehr als ausreichend. Allerdings quietschen sie echt übel wenn es nass ist. Damit meine ich aber wirklich Regen und nicht nur feuchte Luft. Wenn die serienmäßigen blauen Magura Beläge verschlissen sind, werde ich mal andere ausprobieren. Am hinteren Sattel hat ein Kolben ein wenig den Hang zu schleifen, bzw etwas festzuhängen. Das konnte ich soweit erstmal beheben indem ich den Kolben mobilisiert habe. Das ist leider ein bekanntes Problem der Magura Bremsen. Ansonsten sind die Beläge noch lange nicht am Ende und die Scheibe hat ein ordentliches Tragbild.

Leider habe ich das gelegentliche Aussteigen des Antriebes noch nicht ganz ausmerzen können. So alle 200 km geht plötzlich alles aus. Nach Neustart ist dann alles wieder gut. Seis drum. Weder im Akku, Display oder Motor waren irgendwelche Fehlercodes abgelegt.

Bisher kann ich also sagen, dass ich den Kauf des Zouma absolut nicht bereut habe und dem Klever nicht hinterhertrauere. Zumal hier zwischen beiden Rädern ein krasser Preisunterschied von fast 2400€ lag! Dies natürlich nur, weil das Zouma als Auslaufmodell rausgeworfen wurde. Aber auch nominell wäre es 1350€ billiger gewesen. Von den Preisen für Akku und Motorteile mal ganz zu schweigen. Hier merkt man einfach, dass Bosch mit ganz anderen Stückzahlen arbeitet.

Gestern ist ein kleines Schraubenschlüsselsymbol im Display angegangen. Das heißt wohl, dass ich eine Inspektion machen lassen soll. Widerstrebt mir ja ein bisschen. Leider ist das für die Garantie nötig und am Boschsystem kann man ja leider selbst nichts zurücksetzten. Ist aber wohl nur die Erstinspektion.

In diesem Sinne: Ich freue mich auf die beginnende Wintersaison. Dann kann das Zouma mal zeigen was es kann…

 

 

Das echte neue Pferd im Stall – Alutech FANES 5.0

Eigentlich hatte ich ja schon ein gebrauchtes Kona Process gekauft. Leider ist das in der Post verschollen gegangen (und auch nicht) -> Klick

So habe ich dann doch einen Leasingvertrag über ein Jobrad abgeschlossen. Ob es sich finanziell lohnt sei mal dahin gestellt. Fakt ist, dass ich mir sonst nie ein so teures MTB gekauft hätte. Man spart ca. 25% und finanziert es relativ schmerzlos. Und es ist wirklich ein tolles Teil. Einmal ist ein Alutech sowieso etwas besonderes. Hat ein bisschen Manufakturstyle. Toll finde ich auch, dass es quasi ein regionales Produkt ist. Damit also das Gegenteil des kanadischen Kona.

Dazu kommt, dass es sich um einen speziellen custom Aufbau handelt, der mal für eine Messe gedacht war. Highlight sind hier die e*thirteen trsr Carbon Laufräder. Die weitere Spec spricht für sich.

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Spec Fanes 5.0 custom

Und da ist es also (noch in Originalaustattung):

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FANES 5.0 vor standesgemäßem Hintergrund 😉

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Die Abholung hat auch wieder wirklich Spaß gemacht. Der Jü (Anmerkung des Autors: Gemeint ist Jürgen Schlender, der Chef von Alutech Cycles) war sehr gesprächig und hat mir wieder ein paar tolle neue entwicklungen gezeigt. Noch darf ich darüber nicht schreiben. Aber das folgt bestimmt bald 🙂

Natürlich habe ich es (bzw SIE. Die Fanes) gleich etwas modifiziert:

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Superstar components NANO X EVO Pedal und SRAM Crankboots

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Ergon GA3 FAT Griffe. Sehr angenehm

Sehr pfiffig fand ich die Idee von Alutech, die Formula Cura Bremsgriffe und den SRAM und Bikeyoke Trigger mit einer Magura Shiftmix Klemme zu verbinden. So sieht das Cockpit wirklich super clean aus. Auf jeder Lenkerseite ist je nur eine Schelle angebracht.

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Chromag Lynx DT. Ist auch von unten orange, damit es auch Stylo aussieht, wenn das Bike am Lift hängt 😉

Dazu noch diverse Schutzfolien und ein paar kleine weitere Gimmicks.

Am letzten Wochenende haben wir dann noch einen spontanen Ein-Tages-Trip nach St. Andreasberg in den Bikepark (MSB X-Trail) unternommen. Ich musste das Rad einfach ausprobieren. Zufällig sind nur die anderen FANES Besitzer unserer Bike Truppe mitgekommen. So hatten wir also FANES 3.0, 4.0 und 5.0 am Start 🙂

 

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FANES Club Norddeutschland….

Es lief richtig super. Die FANES ist spürbar leichter als mein altes YT wicked und bergab ne Macht. Ich habe mich auch direkt zwei neue Drops hinuntergetraut, weil das Rad einfach unheimlich viel Sicherheit vermittelt. Positiv überrascht war ich zudem von den Formula Cura (vorne 4 hinten 2) Bremsen. Knackiger Druckpunkt und tolle Standfestigkeit. Dazu noch mit echt zierlichen Hebeleien. Bei Bremsen bin ich seeehr pingelig.

Spürbar war auch das gegenüber dem wicked um 35mm tiefere Tretlager. Da ich so lange Beine habe, habe ich jetzt hier das Gefühl eher „im Rad“ zu stehen. Auch bedingt durch die 27,5″ Laufräder.  Nachteil ist hier nur, dass man wirklich auf die Pedalstellung achten muss wenn es ruppig wird. Die Crank Boots sind 2 mal aufgesetzt.

Erwähnenswert ist auch die Performance der SRAM XO1 Eagle Schaltung. Super leichtgängig und knackig. Echt toll und nochmal ein riesen Sprung gegenüber der X01 11-fach Gruppe am Kona. Ob sich das sehr kleine 30er Kettenblatt bewährt, muss sich noch zeigen.

 

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Artgerecht bewegt…

Auf jeden Fall ein echtes Schmuckstück. Ich freu mich, den (persönlichen) Grenzbereich weiter auszuloten.

Es werde Licht – Supernova M99 mini pro 45 – real life bikeporn

Ab Werk ist mein Diamant Zouma S-Pedelec mit einem gar nicht mal so schlechten B+M IQ-x e Scheinwerfer ausgerüstet. Der bietet ganz ordentliches Licht. Nun wo die Tage dunkler werden stelle ich jedoch fest, dass es auf meiner Pendelstrecke doch nicht ausreichend ist. Ich fahre die ersten 15 km durch Waldstücke und Landstraßen völlig ohne Straßenbeleuchtung. Da musste was helleres her.

Zunächst wollte ich mir eine Helmlampe zulegen. Das habe ich aus mehreren Gründen aber verworfen:

  • Nicht im öffentlichen Straßenverkehr erlaubt
  • Mein Helm bietet keine Befestigungsmöglichkeit
  • zusätzlicher Akku der zu laden ist
  • Gewicht auf dem Helm

Die Auswahl an zugelassenen S-Pedelec Scheinwerfern ist ja eh nicht so groß. Bei einigen wundere ich mich auch, dass sie überhaupt eine Zulassung haben. So war der originale Scheinwerfer an meinem Klever X-Speed (Fuan) eine absolut trübe Funzel.

Schlussendlich habe ich dann doch in den sauren Apfel gebissen und knapp 300€ in den Supernova M99 mini pro 45 pro investiert. Die pro version bietet ein echtes Fernlicht! Das ist schon geil. Zudem ist der (beleuchtete) Schalter als Halteschelle für die Magura MT Bremsen ausgeführt. Das passt also perfekt ans Diamant.

Hier mal ein bisschen „unbocking“. Man kann sich darüber streiten, ob man bei einem so teuren Produkt auch noch eine teure Verpackung ausliefern muss. Andererseits erwarte ich auch, dass sowas nicht in einer Plastiktüte kommt. Eine Rohloff Nabe kommt ja auch in einer schicken Holzkiste.

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Die Verkabelung stellte sich dann natürlich als doch nicht so einfach heraus. Am B+M Scheinwerfer gibt es direkt einen Anschluss für die Hupe. Der ist einfach durchgeschleift und es liegen immer 12V an. Der Hupknopf schließt dann einfach nur.

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Also habe ich nun das Kabel vom Supernova bis zur Verbindungsstelle kurz vor dem Motorstecker geführt und von der originalen Hupe auch ein Kabel bis da hin gezogen.  Ich wollte das Kabel nicht so kurz abscheiden. Dann einfach jeweils die 3 roten und 3 schwarzen  (Motorstecker, Scheinwerfer, Hupe) mit jeweils einem 3M Gelverbinder zusammengequetscht.

Zum Schluss noch den Fernlichtknopf dran und fertig. Hat insgesamt dann doch fast 3 Stunden gedauert… Der originale B+M Halter hat zum Glück gepasst. Die erste Testfaht im dunkeln war schon sehr beeindruckend!

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Woom 3 – Erfahrungen nach 1 1/2 Jahren

Seit März 2018 haben wir nun unser Woom 3 Automatix. Hier noch einmal der Beitrag zur Kaufentscheidung. Mittlerweile hat unser kleiner das Rad von seiner großen Schwester geerbt und ordentlich artgerecht bewegt.

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The unknown stuntman 😉

Zeit ein Resümee zu ziehen (ja, das wird wirklich so geschrieben).

Da Kinderräder ja meistens nicht die wahnsinnigen Kilometer machen, verschleißen sie eher durch den normalen Gebrauch. Demzufolge musste ich auch noch nichts austauschen. Der Hinterreifen ist aufgrund intensiver Bremsversuche aber bald fällig 😉 Die SRAM Automatix Nabe dreht etwas schwerer als am Anfang. Ist aber noch erträglich. Im Nachhinein hätte ich sie wahrscheinlich nicht genommen. Sie ist relativ schwer und kleine Kinder checken irgendwie noch nicht, dass man kurz den Druck vom Pedal nehmen muss wenns wieder bergauf und langsamer wird. So ist der kleine öfter mal am Berg „verhungert“.

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SRAM Automatix Nabe

Richtig kaputt ist nur das Gummi zur Lenkanschlagsbegrenzung. Auch etwas Korrosion ist an der Halteschraube zu sehen.

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Bis auf etwas Aluminiumkorrosion und die verblassten Aufkleber an der Bremse steht das Rad noch sehr gut da.

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Auch die Wartung kommt natürlich nicht zu kurz…

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Professionelle Wartung

Es ist auf jeden Fall immer toll anzusehen, wie schnell der Lütte mit dem Rad um die Ecken flitzt und auf den Punkt bremst. Die beiden Handbremsen sind definitiv ein riesen Vorteil. Auch die 2 km zum Kindergarten oder kleine Geländeausflüge sind kein Problem für Ross und Reiter.

Das aktuelle Modell ist nicht mehr mit der Automatix Nabe lieferbar. Dafür hat es jetzt einen Kettenschutz. Finde ich gut, würde ich aber nicht unbedingt nachrüsten.