Das S-Pedelec und dessen unlogische Einstufung als Kraftfahrzeug

Wie „Speeder´s Corner“ hier beschreibt, hat das S- oder Speed- oder schnelle Pedelec ein großes Potential die Verkehrswende voranzutreiben. Es ist meiner Meinung nach der beste Kompromiss zwischen einem E-Roller (zu ineffizient) und einem Pedelec (zu langsam für weitere Strecken). Man ist schnell unterwegs und tut trotzdem was für seine Gesundheit.

Achso. Wer gar nicht weiß was ein S-Pedelec sein soll. Hier ein paar Infos. Es ist keine Schande das in Deutschland nicht zu wissen, da diese tollen Fahrzeuge hier nur in homöpatischen Dosen existieren.

Das liegt sicherlich zum einen am Kaufpreis. Es geht mit „Schnäppchen“ für 3000€ los, das meiste tummelt sich bei 5- 6000€ herum und geht bis über 10.000€!! WTF? Daran sieht man schon, dass man eine gewisse Affinität zum Thema braucht. Wenn man das S-Pedelec aber als ernstzunehmendes Fahrzeug wahrnimmt und nicht als teures Freizeitgerät, dann sieht das schon anders aus. Sicher, ein E-Roller ist billiger. Aber darum geht es ja nicht. Man entscheidet sich ja bewusst für das Mitarbeiten. Wenn das S-Pedelec vielleicht sogar einen Zweitwagen ersetzt, sieht das ganze nämlich nicht mehr ganz so duster aus.

Warum sind oft identisch aussehende S-Pedelecs so viel teurer als ihre 25km/h fahrenden Geschwister? Weil sie in D und auch sonst in Europa als Kraftfahrzeug gelten. Vergleichbar mit einem normalen Motorroller. Das bedeutet für die Hersteller einiges an Aufwand um eine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr zu erlangen.

Da liegt speziell in Deutschland auch sicher der zweite Grund für die geringe Verbreitung dieser Gattung. Das S-Pedelec wird als Kraftfahrzeug gesehen. Und das bedeutet:

  • Helmpflicht: Für mich kein Nachteil. Ich denke jeder ersthafte Radpendler fährt sowieso mit Helm. Und wenn nur als Wetterschutz ;). Die Art des Helmes ist aber in Deutschland irgendwie unklar. Ganz streng genommen müsste man einen Motorradhelm tragen (Kraftfahrzeug). Die Niederlande sind hier weiter und haben eine spezielle Norm geschaffen. Die NTA 8776. Hier auch Infos dazu.
  • Kennzeichenpflicht: Genau wie beim Mofa oder Roller ist jedes Jahr eine neues Versicherungskennzeichen fällig. Dieses kostet zwischen 50 und 120€ / Jahr. Je nach Anbieter und Leistungsumfang. Im Vergleich zu einer Fahrradversicherung für in Rad mit diesem Wert ist das aber ziemlich günstig.
  • Keine Radwege erlaubt! Ich denke das ist der größte Abschrecker. Ich habe Glück und fahre viel auf kleinen Nebenstraßen. Aber ist zum Beispiel ein Radweg neben einer Bundesstraße vorhanden, darf man diesen nicht benutzen und muss auf der Fahrbahn fahren! Auch Radschnellwege sind tabu! Mittlerweile fahre ich in der Stadt meist trotzdem auf dem Radweg (mit angepasster Geschwindigkeit) weil ich die brenzligen Situationen und Erziehungsversuche verursacht durch Wutbürger am Steuer leid bin….
  • Keine Mitnahme von S-Pedelecs in Öffentlichen Verkehrmitteln. Für den Gesetzgeber ist das so, als wenn man einen benzingetriebenen Roller mit den in Zug nimmt. Obwohl das S-Pedelec physisch identisch mit einem normalen Pedelec ist….
  • Kein Leasing z.B. als Jobrad möglich. Gerade diese Kategorie hätte doch das größte Potential den einen oder anderen Parkplatz in der Firma freizumachen. Anscheinend machen das einige Firmen. Den meisten ist aber der Verwaltungsaufwand zu groß. Siehe Kommentare weiter unten.

Zusammenfassung und was zum Nachdenken

Warum sollte ein Radweg nicht genutzt werden dürfen? Es wird mit der hohen Geschwindigkeit begründet die für die anderen gefährlich ist. Man könnte ja die Geschwindigkeit mittels Beschilderung beschränken oder generell max 25 km/h auf Radwegen erlauben. Ich ziehe auch gerne das Beispiel des Porsche (oder jedes anderen PKW) heran der ja auch 300 km/h fahren KÖNNTE, aber trotzem in die 30 Zone darf. Dem Autofahrer wird zugetraut, dass er sich entsprechend verhält. Dem S-Pedelecfahrer nicht. Der muss dann auf eigene Gefahr auf der Straße fahren.

Warum wird das S-Pedelec mit einem 45 km/h Roller gleichgestellt? Wer es schon einmal ausprobiert hat weiß, dass man sich schon gehörig anstrengen muss um dauerhaft 45 km/h zu fahren. Es ist eine völlig andere Fortbewegung als mit einem Roller. Im Umkehrschluss müssten dann doch für normale Pedelecs auch die Mofa Regeln gelten: Helmpflicht, Versicherungspflicht und nur die Benutzung bestimmter Wege. Es KANN immerhin auch 25 km/h fahren. Und zwar deutlich einfacher als die 45.

Manchmal denke ich, dass der Gesetzgeber diese Kategorie mit Absicht sabotiert. Es gibt hier einige unlogische Regelungen. In der Schweiz ist der Anteil an schnellen Pedlecs deutlich größer. Auch hier gilt Helm- und Zulassungspficht (was ich persönlich nicht als Nachteil sehe). Aber sie genießen zusätzlich sämtlich Fahrradrechte: Radwegbenutzung, Mitnahme im ÖPNV…

Es wäre schön wenn sich hier einiges ändern würde. Danke hier speziell an Speeder´s Corner und den Pedelecmonitor die sich bemühen dieses Thema bekannter zu machen!

E-Auto Prämie nun selbst in Anspruch genommen – Achtung könnte wieder persönliche Meinung enthalten

2019 habe ich diesen doch recht kritischen Artikel zum Thema Elektroautoförderung geschrieben ->Klick

Seit dem hat sich viel getan und ich habe meine Meinung nicht grundsätzlich geändert. Allerdings kann ich nun aus eigener Erfahrung etwas zum Thema Elektroauto schreiben. Denn seit Januar 2021 steht bei uns nun eines auf dem Hof. Dies hatte ich auch damals nicht ausgeschlossen. Es ging nur etwas früher los als gedacht.

Den Anstoß gaben mehrere Faktoren. Zum einen die E-Auto Prämie von 6.100€ und die 2020 eingeführte Förderung für Wallboxen von 900€. Auch habe ich noch ein Angebot meines Arbeitgebers bekommen. Und schon ist das ganze gar nicht mehr so teuer wie gedacht. Da unsere Garage und das Carport eh elektrifiziert werden sollten dachte ich mir, dann nehm ich die Förderung noch mit. Ich weiß, das klingt egoistisch und geht auf Kosten der Allgemeinheit. Das tun andere Klimaschutzmaßnahmen wie Gebäudesanierung aber auch. Warum ich das Elektroauto in meinem persönlichen Fall für einen Beitrag zum Klimaschutz halte werde ich noch erläutern.

Ein großer Faktor war auf jeden Fall auch die Tatsache, dass wir seit September 2019 unsere eigene PV-Anlage auf dem Hausdach hatten. Bei der derzeitigen Eispeisevergütung liegt es somit auch nahe, seinen erzeugten Strom lieber selbst zu verbrauchen.

Aber der Reihe nach:

Kosten

2019 habe ich mal meinen Kia Picanto einer Renault ZOE gegenübergestellt. Generell ist das Elektroauto immer noch teurer, aber die Kosten haben sich etwas verschoben (in rot die Änderungen ggü 2019). Nebenbei hatte ich auch die Spritkosten des Kia falsch ausgerechnet. Hat keiner gemerkt ;). Ich gehe nun von 10.000 km/a aus, weil mein Batteriemietvertrag auch so läuft:

  • Kia Picanto 1,0
  • Kaufpreis: 10.000€
  • Steuern/a: 80€
  • Verbrauch: 5,2 l/100 km -> 5,0 x 1,54€ = 7,7€ / 100 km -> 2,310€ / 36 Monate
  • Wartung: 10.000 k/ 1 x pro Jahr: 250 €/a -> 750 / 36 Monate

-> Für 36 Monate: 13.060

Das meistverkauft Elektroauto in Deutschland und auch vergleichbar mit dem Kia:

  • Renault Zoe R110 Z.E. 50
  • Kaufpreis: 18.100€ + 82€ Batteriemiete (2952€/36 Monate) – 6100€ Kaufprämie: 14.950
  • Steuern: 0€
  • Verbrauch: 15,3 KWh/100 km (Katalogwert nach WLTP Eigener ermittelter Wert)
    • Annahme: Zuhause geladen. Davon 50% Solar, 50% Netz -> Durchschnittlich 20Cent / KWh (30Cent KWh Netzstrom + 10Cent KWh nicht bekommene Einspeisevergütung /2) -> 3,06€/ 100 km
    • -> 918€ / 36 Monate
    • Im besten Fall 0€ wenn man immer öffentlich umsonst lädt (gibt es eigentlich nicht mehr)
  • Wartung: 10.000 k/ 1 x pro Jahr: 150 €/a -> 450 / 36 Monate

-> Für 36 Monate: 16.318

 

Die Renault ZOE ist somit nach 3 Jahren und 10.000km /a lediglich 3,258 € teurer als der Kia. 2019 hatte ich mit den alten Annahmen noch über 5000€ ausgerechnet. Nicht berücksichtigt ist die bereits in der Basisversion der ZOE enthaltene viel bessere Ausstattung. Gegenüber dem Kia (der ja auch ein Kleinstwagen ist. Die ZOE eher Polo Klasse) hat der Renault folgende Mehrausstattung: Voll Digital Cockpit, Multimedia Display, DAB+ Radio, Keyless go, Automatikgetriebe (bedingt durch den E-Antrieb), Standheizung/Kühlung. Dafür hinten nur Kurbelfenster ;).

Die Wallbox könnte man noch dazurechnen. Diese ist ja aber nicht exclusiv nur für dieses erste E-Auto und kann danach weiterbenutzt werden.

Umwelt

Ich weiß, dass hier echte Grabenkämpfe stattfinden. Ich will dazu gar nicht so viel schreiben und euch dieses Video von Dr.Whatson ans Herz legen: (4) Die Wahrheit über Elektroautos – YouTube

Nur ein paar Fakten:

  • Auch Verbrennerautos wachsen nicht auf Bäumen und erzeugen CO2 bei der Herstellung
  • Auch in Verbrennerautos sind seltene Erden versteckt. In den Akkus der E-Autos sind übrigens KEINE seltenen Erden enthalten)
  • Ein neues Auto schleppt immer einen CO2 Rucksack mit sich herum
  • Dieser ist beim Elektroauto deutlich größer

So nun aber zu meiner persönlichen Situation.

Bezogen auf die Nutzung eines Elektroautos wohne ich ideal. Ländlich in Schleswig Holstein mit eigener Solarstrom Anlage auf dem Dach. Dazu ein Zitat von www.schleswig-holstein.de:

 

 

Also selbst wenn man komplett ohne PV-Anlage lädt, ist der erneuerbare Anteil schon jetzt sehr hoch. Gehen wir jedoch mal von gesamtdeutschen Ökostrommix aus, der sich seit 2019 auch bereits verbessert hat:

Der Ökostrommix in Deutschland wird mit 0,421 0,401g CO2 / KWh angenommen. Demnach würde unser Auto also 0,401 g/KWh x 15,3 KWh / 100 km x 30.000km = 1841 kg CO2 emittieren. Bei 50% Solarstrom dann nur noch 920 kg.

Der Benzin Kia wird in den 3 Jahren 3,720 kg CO2 emittieren (5,2 l/100 km x 23,8 = 124 g/km. 124 g CO2/km x 30.000 km)

Im Jahr 2030 soll Schleswig-Holsteins Strommix 100% Klimaneutral sein. Aber selbst so spart das Elektroauto pro Jahr  933kg CO2 ein. Dabei ist nur die direkte CO2 Emission eingerechnet. Die Förderung, Herstellung und der Transport fossiler Brennstoffe erzeugen natürlich auch noch einma CO2 obendrauf.

Das schwedische Institut IVL gibt an, dass die Akkuherstellung mittlerweile 61 – 106 kg CO2/kWh benötigt. 2017 lag dieser Wert noch bei 150 – 200 kg/KWh (Quelle: www.energie-experten.ch). Nimmt man nun an, dass dieser Durchschnittwert (61+106 / 2) von 114 kg/kWh und auch der Strommix konstant bleiben, wäre der CO2 Rucksack meines Auto mit einer 52kWh Batterie nach 6,4 Jahren getilgt und man wäre in der „Gewinnzone“ (Die Eindhoven University geht übrigens von durchschnittlich 65 kg/kWh aus). Aber da sich beide Werte kontinuiertlich verbessern, wird dies früher der Fall sein. Der Verbrenner wird bis zum Ende seiner Nutzungszeit weiterhin CO2 (und andere Schadstoffe) emittieren. Zudem ist mein „persönlicher Strommix“ jetzt schon deutlich besser als der Gesamtdeutsche.

Natürlich ist die Akkuherstellung problematisch. Auch hier lege ich euch wieder das oben verlinkte Video nahe. Kobalt wird schon seit Jahrzehnten unter prekären Umständen abgebaut. Und bei den Milliarden von Smartphone Akkus die im Umlauf sind hat noch nie jemand den grünen Zeigefinger erhoben. Denn es hat ja jeder eines oder mehrere 😉

Fazit

  • In unserer persönlichen Situation ergibt das Elektroauto absolut Sinn. Klar ist es nicht das Allheilmittel und wie immer wird sich ein Mittelweg finden müssen. In den Ballungräumen geht es nur mit insgesamt weniger Autos (egal wie angetrieben) und mit besserem ÖPNV und besserer Radinfrastruktur.
  • Das Elektroauto ist absolut Alltagstauglich. Auf dem Land ist die Ladesituation einfach super entspannt. Nach Hause kommen, Anstecken und in ein paar Stunden ist das Auto Wieder voll. Bei unserer derzeitigen Durchschnittsstrecke ist das einmal die Woche.
  • Es gibt keine Reichweitenprobleme. Je nach Jahreszeit sind 280 bis 330 km drin. Bei unserer (ich behaupte mal ziemlich typischen) Kleinwagennutzung (Einkaufen, Kindergarten, Arbeitsweg usw) reicht die Füllung also mehrere Tage. Außerdem entfällt der nervige Tankstopp. Zuhause dauert das Ein- und Ausstecken 10 Sekunden.
  • Es ist schade, dass die deutschen Hersteller immernoch schlafen. Ich finde Renault hat mit der ZOE echte Pionierarbeit geleistet und ein tolles Paket geschnürt.
  • Es fährt sich einfach sooo gut. Kein Verbrenner mit einem noch so tollen automatischen Getriebe kann da mithalten. Leise, smooth und kraftvoll bei gerade einmal 80kW Spitzenleistung.

Zum Schluss

Leben und leben lassen. Wer ein E-Auto kauft muss sich immer irgendwie rechfertigen. Fast wie bei nem Thermomix 😉 Ich diskutiere gerne. Aber sobald jemand anfängt mit den schlimmen Akkus und den ständig abbrennenden E-Autos und überhaput Körnerfresser und so… Da verliere ich die Geduld. Speziell wenn mehrmals im Jahr in den Urlaub geflogen wird und der/diejenige sich beim Autokauf vorher noch nie Gedanken über Umweltaspekte gemacht hat.

Übrigens liegt der durchschnittliche Neuwagenpreis 2020 bei 36.340€ (Quelle: Statista.de). Da kann man bei den nun erhältlichen günstigen E-Autos wie Renault ZOE, Hyundai Kona/Ioniq, Dacia Spring nicht mehr wirklich von einem „Reichenspielzeug“ reden. Selbst ohne Förderung.

Lasst euch drauf ein oder lehnt es eben ab. Eure Entscheidung. Kommt gerne vorbei und probiert es selbst aus.

 

Damen MTB um 1000€: Update

Als wir letztens mal wieder am Hütti Trail waren, wollte meine Frau auch mal eine Abfahrt ausprobieren. Und obwohl mein Mountainbike viel zu groß für sie ist, hat man gemerkt, dass die Saat gesät ist 😉

Da ich ja nichts lieber mache als Daten und Preis/Leistungsverhältnisse zu analysieren, habe ich mich jetzt mal auf das unbekannte Terrain der Damen Einsteiger MTB um die 1000€ gewagt.

Es gibt einige Artikel darüber, ob es spezifische Damen MTBs braucht oder ob das nur wieder ein sexistisches Ding ist, Frauen ein schlecht ausgestattetes MTB in Rosa mit Blumen anzudrehen.

Meine Meinung dazu:

  • Das Auge kauft mit. Und meiner Frau haben die verschieden „Frauen Farben“ auf anhieb besser gefallen als die meist gedeckten oder knalligen unisex Varianten.
  • Fakt ist: Frauen sind im Durchschnitt kleiner und leichter als Männer (Frauen 40- 45 Jahre: 1,67 m / 69,4 kg ; Männer 40 – 45 Jahre: 1,80 m / 87,3 kg. Quelle: Statistisches Bundesamt)
  • Wen schert der Durchschnitt? Meine Frau hat deutlich kürzere Arme und Beine als ich und ist insgesamt kleiner. Das heißt für ein Fahrrad: Der Rahmen muss kleiner sein, der Lenker schmaler und ggf. die Tretkurbeln kürzer. Ansonsten fühlt man sich einfach nicht sicher auf einem Rad. Wer schon einmal ein Kind auf einem viel zu großen Rad gesehen hat, weiß was ich meine. Auch der Sattel als sehr sensible Zone ist oft spezifisch gestaltet.

Also habe ich mir mal ein paar Kandidaten herausgesucht. Es ist Fachhandel und Direktversand dabei. Der Preis sollte um die 1000€ nicht überschreiten.

Canyon Grand Caynon 5 WMN, 799€, Direktversand

Copyright: Canyon Bikes

Radon ZR Lady 7.0, 829€, Direktversand

Copyright: Radon Bikes

Cube Access WS SL, 1049€, Fachhandel

Copyright: Cube Bikes

Was alle 3 Räder gemeinsam haben:

  • Aluminium Rahmen
  • Luft Federgabel
  • Relativ einfache Shimano Bremsen
  • 1 x 12 fach Antrieb von Shimano oder SRAM (Was in dieser Preisklasse durchaus beachtenswert ist)
  • Gewichte (Katalogwert bei der kleinsten Rahmengröße) 13 bis 13,6 kg

Die Geometrien sind sich insgesamt auch ziemlich ähnlich. Hier einmal der Vergleich der beiden wichtigen Größen Stack und Reach. Ganz vereinfacht gesagt: Je größer der Stack und je kleiner der Reach Wert, desto aufrechter und komfortabler die Sitzposition. Das Canyon wäre in diesem Vergleich also das gestreckteste Bike.

Besispiel. Copyright Radon Bikes
BikeStack (mm)Reach (mm)
Canyon595397
Radon593363
Cube603377
Stack und Reach in Rahmengröße „S“

In der folgenden Tabelle habe ich einmal die Wichtigsten Ausstattungsmerkmale zusammengefasst. Etwas unfair ist natürlich wie immer, dass das Cube als Fachhandelsrad einen Preisnachteil hat.

Rein datenbasiert kann man klar sagen, dass Radon das beste Gesamtpaket schnürt. Guter Preis, gutes Gesamtgewicht und eine solide Ausstattung. Gegen das Cube spricht für mich z.B. auch die geringere Bandbreite der Kassette. Gerade im Einsteigerbereich ist jeder Zahn mehr hinten gern genommen 😉 Dafür ist die Bremse am Cube auf dem Papier etwas besser. Allerdings kann ich auf den ersten Blick keine Unterschiede der MT 200 und 400 erkennen.

Was ich natürlich nicht beurteilen kann ist die generelle Verarbeitung der Räder. Aus der Erfahrungen mit Rennrädern und anderen MTBs der Marken wäre mein Ranking folgendes (Gut zu weniger gut): 1. Canyon, 2. Radon, 3. Cube

Was allen Rädern fehlt und anscheinend für Hardtails von den Herstellern nicht vorgesehen ist, ist eine höhenverstellbare Sattelstütze. Meiner Meinung nach eine der sinnvollsten Innovationen der MTB Technik der letzten Jahre. Diese würde ich an jedem Rad nachrüsten. Hier wären noch einmal ca 150 bis 200 Euro einzurechnen.

Selber bauen

Ist auch ein Option die Spaß macht. Super viel günstiger wird es aber dadurch nicht wie ich wieder beim Aufbau eines Kinderbikes festgestellt habe. Und man muss erstmal einen Rahmen bekommen.

UPDATE 18.05.2021

Es ist nun das Radon geworden. Unter anderem weil es das einzige verfügbare war 😉 Aber nicht nur deswegen. Das Gesamtpaket aus Ausstattung, Gewicht und Optik hat mich überzeugt. Das Canyon ist auch eine Gute Wahl. Aber die sportlichere Sitzposition gefiel uns nicht so.

Jetzt heißt es 14 bis 24 Werktage Warten 😮 …

Deutschland zum Fahrradland machen

Wäre es nicht toll, wenn einem Deutschland auch in den Sinn kommt wenn es um das Thema Fahrrad geht? Ist ja derzeit eher mit dem Auto verbunden.

Auch die Investitionen die für die jeweilige Verkehrsform getätigt werden, stehen in keinem Verhältnis. Dass das Fahrrad auch als ernstzunehmendes Verkehrsmittel taugt, zeigen Städte wie Kopenhagen oder Ansterdam deutlich. Aber auch Deutsche Städte geben „gas“. Als leuchtende Beispiele seien Münster, Freiburg und auch Kiel genannt.

Es muss auch in anderen Städten und auf dem Land ein Umdenken starten.

Wer den Wandel mitgestalten möchte, kann diese Petition unterschreiben : Neuigkeit zur Petition · Erster Schritt zum Fahrradland: Verkehrsberuhigung endlich zulassen, Herr Scheuer! · Change.org

Radpendleridylle

Günstiges E-Fully – TOTEM Carry

Man sollte ja meinen, dass der E-Bike oder besser Pedelec Markt langsam gesättigt ist. Anscheinend nicht. Denn eine neue Marke kommt im März auf den deutschen Markt: TOTEM. Der Name Carry suggeriert für mich erst einmal ein Lastenrad.

Das Carry ist aber ein, mit knapp 2500€ ziemliches günstiges, E-Fully. Sieht auf den ersten Blick wirklich schick aus:

TOTEM Carry Copyright:Totem Bikes

Was besonders auffällt ist, dass das Rad einen mir unbekannten Mittelmotor von VINKA verwendet. Rein optisch ähnelt er sehr dem Bosch performance gen 2. Hat aber vorne ein Großes Kettenblatt. Die TOTEM Bikes werden in Tschechien hergestellt. Das VINKA System ist eine japanische Entwicklung. Der Akku verfügt über 504 Wh, verfügt über Samsung Markenzellen und ist im Rahmen integriert aber anscheinend auch entnehmbar.

Rahmen und Geometrie wirken sehr modern. Der Hinterbau ist als klassischer Viergelenker ausgeführt.

Die Komponenten sind, dem Preis geschuldet, eher einfach gehalten. So ist die Luftgabel immerhin von Suntour und einstellbar. Der Dämpfer jedoch ist ein sehr einfacher Kindshock (A5 RP-1 Air) und lediglich per Luftdruck dem Fahrergewicht anpassbar. Auch die Bremsen sind günstige (immerhin Shimano) BR200 auf Acera/Altus Niveau. Auch Reifen, Laufräder usw sind eher einfach gehalten und es fehlt eine Vario Sattelstütze. Die Schaltung ist aber eine solide Shimano Deore. Aber irgendwo muss der Preis ja herkommen.

Wenn das Rad gut fährt, kann man später immer noch aufrüsten.

Um das Rad wirklich beurteilen zu können, wurde mir eine Probefahrt angeboten. Da muss man natürlich derzeit gucken ob sowas geht. Wäre aber super spannend.

TOTEM Carry. Copyright: Totem Bikes

Hier noch das offizielle Datenblatt. Ich habe mal etwas mehr Informationen angefragt. Bin Sehr gespannt.

Insgesamt sieht das Rad nach einer guten Alternative für alle aus, die erstmal in die E-MTB Welt einsteigen wollen und nicht direkt 4000€ oder mehr investieren wollen.

Naloo Chameleon 26

Zu Weihnachten war es endlich so weit. Unsere Große (8 Jahre) hat ihr neues Rad bekommen. In unserem Fall ist es ein Naloo Chameleon 26 geworden. Wir haben uns bewusst entschieden diesmal eine „Zwischengröße“ auszulassen, da sie schon sehr gut fährt. Bei kleineren Kindern finde ich die Zwischengrößen super, da hier auch das Gewicht noch eine größere Rolle spielt. Unser kleiner (5 Jahre) hat auch was davon. Er hat nun das WOOM 4 geerbt und ist ganz stolz.

Ich möchte hier einmal genauer auf das Naloo eingehen und einen ersten Eindruck beschreiben. Auch möchte ich einen Vergleich zu WOOM machen.

Insgesamt macht das Rad einen soliden Eindruck und ist trotzdem immer noch sehr leicht:

Hier mal eine Aufstellung der Dinge die mir Positiv und negativ aufgefallen sind:

PRO

  • Lackierung: Insgesamt sehr gleichmäßig. Die Langzwitqualität wird sich noch zeigen müssen. Außerdem finde ich die Farbe geil 😉
  • Schweißnähte: Sauber ausgeführt
  • Rahmendesign: Sehr tiefer Einstieg. So können auch kleinere Kinder sicher absteigen. Alle Gewinde für z.B Gepäckträgermontage sind sauber gearbeitet und Lackfrei wie es sein soll. Befestigungsmöglichkeit für einen Flaschenhalter vorhanden (Schrauben sidn bereits verbaut)
  • Gewicht: Mit 9,9 kg (ohne Gepäckträger und Schutzbleche) für ein 26er sehr gut und vergleichbar mit dem WOOM 6 (9,5 kg)
  • Leichte und leicht profilierte KENDA Markenreifen.
  • Komponenten: Machen insgesamt einen guten Eindruck. Shimano Altus Schaltwerk mit Triggerschalter
  • Zubehör: Gepäckträger und Schutzbleche machen einen wertigen Eindruck. Speziell die Schutzbleche waren am WOOM 4 ihr Geld nicht Wert und schlecht verarbeitet.
  • Preis: (549€ ohne Zubehör) Gemessen an Verarbeiung und Gewicht angemessen. Vergleichbar mit WOOM

CONTRA

  • Anleitung. Sehr schlecht da einfach nicht vorhanden. Im Gegensatz zum WOOM muss z.B. der Steuersatz nach der Lenkermontage eingestellt werden. Wer das noch nie gemacht hat, wird das so nicht hinbekommen
  • Kein Schnellspanner am Sattel. Gerade in der Findungsphase wäre das sehr gut wenn man noch öfter nachkorrigiert.
  • Vorbau nicht verstellbar (wie z.B. bei Woom)
  • Zubehör: Ständer stabil. Leider aber als Mittel- und nicht als Hinterbauständer ausgeführt (WOOM). So stört er immer beim rückwärts schieben. Kann allerdings dann auch nicht vergessen werden
  • Preis. Viel Geld für ein Kinderrad

Ich werde dann berichten, wie sich das Rad im Alltag schlagen wird. Bei der Beleuchtung setzen wir wieder auf StvZO konforme Akkuleuchten. Sind schön hell und leicht.

Das nächste Kinderfahrrad kommt. NALOO Chameleon statt WOOM 5

Kinder wachsen viel zu schnell. Das weiß man ja. Aber was man vorher nicht weiß ist, dass der Fahrradkauf dann ganz schön ins Geld gehen kann. Zumindest wenn man keine riesen Größensprünge machen will. Wir haben derzeit ein WOOM 3 (16″) und ein WOOM 4 (20″) im Fuhrpark. Mit beiden Rädern sind wir absolut zufrieden und ich bleibe dabei, dass sich der zunächst hoch erscheinende Kaufpreis schnell relativiert wenn man sich die Gebrauchtpreise ansieht. Das WOOM 3 wird nun zum Jahresende im Freundeskreis für 280€ weitergegeben. Auf e… Kleinanzeigen wäre ich es sich für bis zu 320 losgeworden.

Nun also WOOM 5 (24″) oder WOOM 6 (26″). Das wäre die naheliegende Entscheidung. Erstmal gebraucht gucken: Wenig da oder fast zum Neupreis! Mh also neu: Upsi. Alles ausverkauft…. Der Hype (zu dem vielleicht auch ich beigetragen habe) hat also zur Folge, dass WOOM sein gesamtes Kontingent für dieses Jahr anscheinend schon verkauft hat. Wo soll ich denn nun ein Kinderrad zu Weihnachten herbekommen?

Ich habe mich dann einmal auf „Kinderfahrradfinder“ umgesehen. Es gibt ja noch was anderes außer WOOM und Baumarkt. Die Edelmarken ala Early Rider oder Rascal schieden für mich aus. Ich bin zwar Fahrradfreak, aber 750 bis 1000€ für ein nacktes Sportrad ist mir dann doch too much.

So bin ich dann bei NALOO hängengeblieben. Ein Marke aus der Schweiz. Speziell beim Modell Chameleon, das den Woom Rädern ziemlich ähnlich ist.

Naloo Chameleon. Copyright: NALOO Bikes

Soweit ist es wirklich ziemlich ähnlich. Entgegen unserer sonstigen Überzeugung ein Rad nicht „zu groß“ zu kaufen, gehen wir hier aber gleich auf 26″. Der Naloo adaptive frame ist, ähnlich wie bei modernen Mountainbikes, am Sitzrohr tief heruntergezogen um viel Beinfreiheit zu schaffen. Außerdem sagen sowohl WOOM als auch NALOO, dass das bestimmende, neben der Schrittlänge, das Fahrkönnen des Kindes ist. Hier ist unsere große auf jeden Fall super unterwegs. Einen großen Vorteil gegenüber WOOM finde ich, dass NALOO ab 26″ vom Drehgriffschalter auf Trigger wechselt. Der sollte noch intuitiver zu bedienen sein. Und die knallige Farbe Türkis hat es uns auch angetan. Da Unser kleiner dieses Rad wohl nicht erben wird, kann man hier auch mal ne richtige „Mädchenfarbe“ nehmen. Nachteilig gegenüber WOOM finde ich den Mittelständer (statt eines Hinterbauständers) der beim Zurückschieben immer blockiert.

Chameleon 26 in türkis Copyright: NALOO Bikes

Cleaner look und coole Farbe Copyright: NALOO Bikes

Preislich ist das NALOO im Rahmen den man auch vom WOOM gewohnt ist. Es ist lediglich ca 400g schwerer, aber für ein 26er immernoch sehr leicht.

Insgesamt wären wir mit Zubehör wie Gepäckträgerm, Ständer und Schutzblechen dann bei insgesamt 624€. Ist sicher ne Menge Holz. Aber dieses Rad sollte jetzt auch ein paar Jahre halten.

Naloo 26 Zubehör Copyright: NALOO Bikes

Es sind bei einem Onlinehändler noch 6 Stück in Türkis zu haben. Da werde ich wohl mal bestellen. Nach Weihnachten gibt es dann ein Review.

Jump and drop – für Senioren ;)

Am letzten Wochenende waren wir mal wieder in St.Andreasberg zu Gast. Hier treffen wir (also ich und diverse feste und wechselnde Freunde) und mindestens einmal im Jahr um die Naturtrails und auch den nahegelegenen Bikepark MSB X-Trail zu genießen.

Dieses mal sollte es am Freitag aber etwas ganz besonderes geben. Wir haben uns zu fünft zu einem jump and drop Kurs angemeldet. Durchgeführt wurde dieser von einem sehr netten Trainer von Trailtech. Wir sind ja vergleichsweise alt um das noch anständig zu lernen. Aber es war echt super hilfreich.

Man denkt ja: „Radfahren? Mach ich seit 35 Jahren. Kann ich“. Da kann ich nun ein ganz klares „Ja aber“ hintendran stellen. Wir haben uns also um 10:00 am Bikepark getroffen und dann ging es erstmal zum Bikecheck. Luftdruck, Dämpfereinstellung, ist alles fest und noch da?

Die mutige Seniorentruppe

Schon bei den ersten Übungen wurde klar, dass man sich einen komischen Fahrstil „drauffahren“ kann. Ist ein bisschen wie alleine Schlagzeug zu lernen. Klappt ganz gut, aber wenn man es dann mal von einem Profi gezeigt bekommt merkt man, was man alles so optimieren kann. Oder habt ihr jemals die Fersen je nach Situation hoch oder runtergedrückt auf dem Pedal?

Vormitags haben wir uns also nur mit Tablejumps und dem Wegdrücken von Bodenwellen beschäftigt. Erst immer die gleichen Schleifen und zum Schluss dann auf mehreren ganzen Abfahrten.

Nach der Mittagspause (Der Regen wurde doller und doller) ging es dann ans droppen. Und für mich persönlich ging es eher um den Schweinehund als um die Technik. Aber wenn man sich nach dem Übungsdrop dann an einen „richtigen“ traut, dann ich das schon ein geiles Gefühl 🙂

Danke nochmal an Trailtech für den super Tag. Bis auf zwei kleine Stürze ist auch alles und alle heil geblieben.

Auf der Tour am nächsten Tag haben sich alle auch echt sicherer Gefühlt im verblockten Gelände. Man hat förmlich nach Absprungkanten gesucht.

Entschuldigt die schlechte Bildqualität. Aber die Handykamera war bei den Licht- und Nässeverhältnissen leicht überfordert. Sogar mein „Dirtsuit“ hat aufgegeben. War dicht, aber die Reißverschlüsse sind nun kaputt. Dazu gibt es nochmal gesondert was.

Gewohnt haben wir wieder beim Werkmeister harz bnb. War wirklich wieder super. Das war es schon immer. Aber besonders hat mich die Umsetzung der Corona Hygienemaßnahmen beeindruckt. Alles eine Frage von guter Organisation. So fühlte man sich immer sicher. Und draußen im Wald ist es ja eh einfacher. Was dieses mal besonders angenehm war, ist der auch für Wintersportler ausgerüstete Trockenraum mit Lufttrocker, Schuhwärmern, Waschmaschine usw. Daumen hoch und nächstes Jahr gerne wieder. Vorhanden ist auch eine Große Garage mit Werkstatt sowie ein Bike Waschplatz. Der ist besonders für mich am schönsten 🙂

Bilder ausgeliehen von http://www.harzbnb.de (Werkmeister)

S-Pedelecs in der Presse – Todesfalle auf Rädern

Immer mal wieder stoße ich auf neue und ältere Berichte zum Pendeln mit dem S- oder Speed Pedelec. Man kann es eigentlich kurz zusammenfassen wie diese Berichte zu 90% enden: Macht Spaß, aber ist eine gefährliche Todesfalle. Und überhaupt nur was für den Sommer…. Aha!

Relativ neutral bei der Dekra: S-Pedelec: Mit Tempo 45 zur Arbeit Hier kommt der Tester zur Ansicht, dass das doch nur was für den Sommer sei.

Speziell zu letzterem Punkt frage ich mich, ob da die richtigen Leute auf die Artikel angesetzt wurden. Bei normalen Pedelecs scheint das nicht so ein Thema zu sein. Eventuell liegt es daran, dass hier teilweise Autopendler (Der ich ja auch vorher war und manchmal bin) auf das S-Pedelec gesetzt werden. Natürlich ist das dann ein großer Unterschied zum SUV mit Sitz- und Lenkradheizung. Man muss sich dann eben entsprechend anziehen. Dann kann man jeglichem Wetter trotzen ->Klick. Die Frage ist eher, ob man es will. Natürlich ist es schön im Sommer Rad zu fahren. Aber ich mag es auch im Herbst und Winter unterwegs zu sein und das Wetter zu erleben. Das erinnert ein bisschen an einen E-Autotest der Autobild, in dem sich der Reporter über die Windgeräusche mokiert die er im Diesel PKW wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen hätte.

Vielleicht sollten lieber Leute S-Pedelecs testen die eh schon gerne Rad fahren, aber deren Arbeitsweg für das normale Rad zu lang ist.

Die Süddeutsche spricht von einer Nahtoderfahrung oder Verkehrsärgernis

Die Westdeutsche Zeitung titelt: Achtung, Gefahr!

Zum Punkt „Todesfalle“ kann sicher jeder Radfahrer eine Geschichte beitragen. Leider macht die S-Pedelec Einstufung als Moped die Sache tatsächlich gefährlicher wenn man sich an die Regel hält, dass Radwege tabu sind.

Ich bin es mittlerweile leid von Autofahrern „erzogen“ zu werden. Deshalb weiche ich auf meinem Stück durch die Stadt auf den Hauptstrecken auf die Radwege aus. Natürlich mit angepasster Geschwindigkeit. Ein eventuelles Bußgeld würde ich da eher in Kauf nehmen, als zum wiederholten mal von der Fahrbahn gehupt oder gedrängt zu werden. Ähnliches gilt übrigens für Bundesstraßen mit Radweg daneben.

Hier fehlen in Deutschland der Wille und die Ideen unserer Europäischen Nachbarn, die da deutlich differenzierter sind. Z.B. Haben die Niederlande mit der NTA 8776 sogar eine eigene Norm für S-Pedelec Helme geschaffen.

Eines muss man hier mal klar sagen: Wenn es Nahtoderfahrungen gibt, dann aufgrund der Erziehungsversuche einiger Wutbürger hinterm Lenkrad. Ein Freund von mir aht gerade die erste Strafanzeige seines Lebens getätigt weil ein Autofahrer ihn an den Randstein gedrängt hat. Und auch eine solche Presse fördert sicher nicht die Lust auf das Umsteigen. Da kann ich mich leider nicht ausnehmen. Allerdings berichte ich aus dem Alltag un dnicht nur von einer kurzen Stippvisite…

Was ich übrigens total daneben finde ist, dass die Helmpflicht die bei S-Pedelecs besteht immer als Negativpunkt herausgestellt wird. Welcher ernsthafte Radpendler trägt denn bitte keinen Helm? Und zwar weil es sicherer ist und im Herbst und Winter auch besseren Wetterschutz bietet. Da ist wieder das Thema „Autopendler aufs S-Pedelec gesetzt“ der Haken.

TROTZDEM möchte ich allen ans Herz legen es einmal zu versuchen, wenn die Bedingungen passen. Ist wirklich eine Bereicherung trotz aller oben beschriebenen Umstände.

Warum das S-Pedelec als Verkehrsmittel nix taugt

Hier ein toll geschriebener Beitrag auf Speeder´s Corner, der die Misere des Speed Pedelecs in Deutschland auf den Punkt bringt. Verkehrswende geht anders. Deshalb jetzt hier mal geklaut. Vielen Dank thedon42

Speeder's Corner

die Urversion dieses Artikels veröffentlichte ich im März ’19 auf pedelecforum.de

Spedelec-Pedelec.png

Liebe Leser,

auf dem eingefügten Bild seht ihr zwei Fahrräder der MarkeHaibike. Abgesehen von ein paar Details sind diesenahezu baugleich. Natürlich gibt es die ein oder andere, kleinere Abweichung im Bezug der verbauten Komponenten aber im Großen und Ganzen würde mir jeder beipflichten, wenn ich sage, dass der relevante Unterschied in der Unterstützungsabriegelung bei 25 beziehungsweise 45 km/h besteht.

Wen die Details interessieren, der kann sich in den Fußnoten gerne hier die Spezifikationen beider Modelle ansehen(1).

Ich bin nun seit Mai 2018 mit dem oben abgebildeten 45er-Vehikel unterwegs und dabei überwiegend begeistert. Ich nutze das S-Pedelec zu über 95% fürs tägliche Pendeln, mein Arbeitsweg beträgt 25km einfach im ländlichen Raum.

Meiner persönlichen Erfahrung nach handelt es sich bei der Kategorie der sogenannten „S-Pedelecs“ um ein Verkehrsmittel, welchesim alltäglichen Pendelverkehr ein unglaubliches Potenzialhat. Mittlerweile…

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MODMO – Eine neue E-Bike Marke aus Irland/Vietnam. UPDATE zum Testbike

Die Urlaubszeit ist vorbei. Also höchste Zeit mal wieder was neues zu verfassen.

Ich bekam in der letzten Woche eine Mail von MODMO. Mh, noch nie gehört. Schnell mal geguckt was das ist. MODMO ist ein irisches Unternehmen das seine Bikes in Vietnam fertigen lässt. So weit, so ungewöhnlich. Ich wollte es schon abhaken als eine weitere Designspielerei mit China Komponenten die in den europäischen Markt kommen wollen. Wenn man mal genauer hinguckt entdeckt man aber noch mehr ungewöhnliche Details.

Das erste und derzeit einzige Modell „Saigon“ hat einen Front- Nabenmotor und einen Riemenantrieb. Das habe ich so auch noch nicht gesehen. Dazu kommen dann noch in die Sitzstreben integrierte Blinker und ein im Vorbau bündig eingebautes Display.

modmo-saigon-sideview

MODMO Saigon ©Modmo bikes

beltdriver

MODMO Saigon ©Modmo bikes

Anmerkung 2020-07-20 112418

MODMO Saigon ©Modmo bikes

Es können (später) im Konfigurator noch Ausstattungen wie Körbe, Gepäckträger, eine 11- Gangschaltung (Shimano Alfine sogar optional als Di2 Variante) usw dazubestellt werden.

Mir gefällt das cleane design. Auch die Ausstattung erscheint ganz solide.

spec

MODMO Saigon ©Modmo bikes

Zudem ist es für ein E-bike recht leicht. Es ist sicher eher etwas für den urbanen Betrieb. Aber das sind ja eigentlich alle „Nicht Speed- Pedelecs“.

Der größte Kritikpunkt meinerseits ist, dass man den Akku wahrscheinlich nur am Tretlager herausnehmen kann wenn das Rad liegt oder hängt. Die Reichweite ist aber mit (natürlich bis zu) 200km angegeben. Selbst die Hälfte sollte für die meisten Pendler ausreichen um zuhause laden zu können.

Positiv bemerkenswert ist der Preis, der bei der Singlespeed Variante bei 2099€ startet. Ich habe mich einmal in die Warteliste für Testbikes eingetragen und hoffe, bald aus dem echten Leben über das Rad berichten zu können.

Mit dem Nabenmotor und dem Riemenantrieb sieht das ganze auf jeden Fall ziemlich Wartungsarm aus.

Hier gibt es noch ein Video aus der Produktion: ->Klick

Man merkt schon, dass die Marke noch recht neu ist (Die Auslieferung der ersten 100 Räder soll im September starten). So gibt es zwar 3 verschiedende Rahmengrößen, aber eine Hilfe zur Auswahl fehlt. Ebenso sind wohl noch nicht alle Anbauteile fertig die ich oben erwähnt hatte.

Ähnlich wie Tesla es beim Model 3 oder VW beim id3 gemacht hat, kann man sich ein Rad für 99€ reservieren. Finde ich eine ganz charmante Lösung.

Ich bin jedenfalls gespannt auf die Testfahrt.

UPDATE November 2020: Die für Ende Oktober angekündigten Testräder sind nicht eingetroffen. Es wird auch seit 6 Wochen nicht mehr auf Anfragen dazu reagiert. Ich hoffe, dass dies nicht symptomatisch sein wird für den Umgang MODMOs mit Kunden… Schade, denn das Rad sieht echt spannend aus.

UPDATE Ende November 2020: Ich wurde jetzt von einem Mitarbeiter angesprochen einmal meine Blogdaten zu schicken. Na hoffentlich reichen meine Klickzahlen denen. Immerhin wurde zuerst ich von MODMO angesprochen, ob ich was schreiben will….

Diamant Zouma S+ – Neuer Bosch Motor auf Garantie. Ein Appell an die Hersteller von Pedelec Antrieben

Wie ich in meinen früheren Erfahrungsberichten ja immer mal geschrieben hatte, ging der Antrieb ab und zu spontan aus. So alle 200 km mal. An sich nicht so schlimm. Fährt man allerdings morgens im stockdunklen und plötzlich geht der Antrieb und damit auch das Licht aus, ich finde das weniger witzig. Ich habe da die eine oder andere Gefahrenbremsung hinlegen müssen.

An dieser Stelle einmal ein dickes Dankeschön an das Team von MEGABIKE Bordesholm, die da wirklich am Ball geblieben sind und Bosch ordentlich genervt haben. Nachdem Akkukontakte, Verkabelung und der Akku selbst ausgeschlossen werden konnten, habe ich nun nach ca. 2500 km einen Austauschmotor auf Garantie bekommen.

Aber was gar nicht geht, liebe Bosch Menschen, ist folgendes: Das Kabel vom Akku zum Motor wurde vom Händler getauscht. Da es daran nicht lag, soll ich es nun bezahlen. 47€! Echt jetzt? Mein Kabel ist heile. Ich brauche kein zweites. Das Pedelec wird als Autoalternative beworben. Dann soll es aber bitte auch zuverlässig sein. Und wenn nicht, erwarte ich hier eine kulante Lösung. Ich bin hier nicht in der Beweispflicht da das Rad erst 5 Monate alt ist -> Verbraucherzentrale. Naja. Mal sehen was sich hier noch ergibt (Update des Grauens siehe unten).

Der Vorfall zeigt aber, dass das Pedelec immer noch weit davon entfernt ist so zuverlässig wie ein Auto zu sein… Wer hier Fakten und nicht nur Vermutungen sehen will, guckt einfach mal beim Pedelecmonitor rein. Nachdem ich ja vom Preis-Leistungsverhältnis meines Klever X-Speed  nicht überzeugt war, bleibt nun Bosch der Hersteller meines geringsten Misstrauens…

Beim Auto ist es heute völlig normal, dass man alle 2 Jahre oder 50.000 km zur Inspektion muss. Herunterskaliert hätte ich sowas beim Pedelec auch gerne. Man stelle sich folgendes vor: Ich kauf mir ein Premiumauto (damit muss man speziell S-Pedelecs vergleichen können) das immer wieder während der Fahrt aus geht und der Händler sagt: „Sorryyyy, das dauert jetzt ein paar Wochen. Aber erstmal tauschen wir fleißig Teile und stellen die in Rechnung. Aber nur wenn es an denen nicht gelegen hat, OK?“.  Undenkbar!

„Glücklicherweise“ kann ich derzeit ja eh nicht zur Arbeit pendeln. Und auch so könnte ich noch auf das Auto oder Motorrad ausweichen. Aber Öffis finden hier quasi nicht statt. Man stelle sich auch vor, das Auto wird abgeschafft und man verlässt sich 100% aufs Pedelec. Sicher gibt es genug Beispiele, wo Leute auch mehrere 10.000 km pannenfrei fahren. Aber der Anteil an Schäden ist doch recht hoch. Man denke nur an das „Impulse Desaster„. Selbst wenn man beim Händler ein Ersatzrad bekommt wird das wohl kein schnelles S-Pedelec sein. Im Beispiel oben:“ Oh, Ihr Audi A8 ist defekt. Hier bekommen sie ein 45 km/h Mopedauto. Achtung, keine Autobahn mehr möglich“.

Ich bin mir bewusst, dass das reichlich übertrieben ist. Aber an dem Pedelec Hype und den vollmundigen Versprechungen müssen sich die Hersteller auch messen lassen. Gerne werden spezielle „E-Bike Ketten, -Klamotten, – Sättel, -Reifen usw“ verkauft. Da werden dann mal satte 25% draufgeschlagen. Aber die Grundkomponenten bleiben anfällig.

UPDATE bevor der Artikel überhaupt veröffentlicht ist: Der neue Motor ist eingebaut uuuuund…Tadaaa daran lag es auch nicht! Ich könnt echt ko…. Jetzt wird (Klugscheißermodus AN: Das Display getauscht. Genau wie es meine erste Vermutung war. Klugscheißermodus AUS). Das ist übrigens kein Meckern an die Werkstatt. Diese darf nur machen, was Bosch freigibt. Zudem wollten sie auch einen Beweis haben. Das Wort des Händlers reichte nicht aus. Soll ich als Kunde jetzt ne Dashcam am Helm haben, damit ich einen sporadisch auftretenden Fehler „gerichtsverwertbar“ filmen kann? Sehr kundenfreundlich.

Den Motor muss ich glücklicherweise nicht bezahlen. Das oben genannte Kabel aber schon. Irgendwie ist hier keine Linie zu erkennen.

Hier also ein Appell an Bosch und alle anderen Hersteller:

Traut euren Händlern doch was zu. Die sind das Gesicht des gesichtslosen Konzerns gegenüber dem Kunden.

Wie wäre es, wenn die Händler einfach ein Kontingent an Motoren, Kabeln, Displays usw vor Ort hätten? Das würde das ermüdende Warten, Telefonieren und Kommunizieren zwischen Bosch und dem Händler und dem Händler und dem Kunden minimieren. Zudem würde es dann nicht WOCHEN dauern. Das wird ja mit zunehmendem Pedelec Bestand auch immer schlimmer. Macht es euch doch leicht!

 

UPDATE – E-Bike für Kinder – WOOM UP

Ja, das gibt es nun tatsächlich! Woom hat ein Kinder MTB (24 und 26″) mit Elektroantrieb herausgebracht. Genauer gesagt natürlich kein E-Bike sondern ein Pedelec. Es hört auf den Namen WOOM UP und ist mit einem 250 W Fazua Antrieb ausgestattet.

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WOOM UP 5 in 24″ ©Woom Bikes

Bevor jetzt der Aufschrei kommt, lassen wir den Preis mal außen vor. Viel wichtiger ist die Frage: Warum sollte ein Kind ein Pedelec brauchen? Da frage ich zurück: Wozu braucht das ein Erwachsener? Das Pedelec macht das Radfahren im Alltag niederschwelliger und einfacher. Eventuell erspart man sich die eine oder andere Autofahrt. Oder eben die, bei der man das Kind sonst zu einem Freund gefahren hätte. Was ich aber besonders spannend finde ist die Möglichkeit, nun als Familie einen viel größeren Aktionsradius zu haben. Derzeit können wir mit unseren Kindern (4 und 8) vielleicht mal 5, wenn es richtig gut läuft 10 km Touren machen. Und auch so muss ich den kleinen die Berge hochschieben. Ist nicht böse gemeint. Mit dem kleinen 16″ Rad schafft er das einfach nicht. Natürlich ist das 24″ Pedelec weder mental noch körperlich für einen 4 Jährigen geeignet. Aber mit 8 geht sowas bestimmt richtig voran ;). Die Kombination „Kind mit Pedelec und Erwachsene mit Bio Bike“ ist sehr reizvoll.

Das Rad ist auch wirklich fein ausgestattet. Federgabel (Luftgabel mit einstellbarer Zug- und Druckstufe), Scheibenbremsen, 1×11 SRAM NX Schaltung. Alles dabei.

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Fazua Antrieb ©Woom Bikes

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Federgabel und Scheibenbremse ©Woom Bikes

Kommt das große ABER.

Ich bin wirklich Fahrrad begeistert. Die normalen Woom Räder sind im besten Wortsinne Preiswert. Nicht ganz billig, dafür aber leicht und hochwertig. Man muss sich nur die Gebrauchtpreise anschauen. Somit relativiert sich der Kaufpreis ganz schnell. Auch mit dem Service habe ich durchweg positive Erfahrungen gemacht (Danke WOOM Team für das neue Steuerlager).

Sicher gilt das für das WOOM UP genauso. Aber bei dem Kaufpreis muss ich erstmal schlucken: 2890€ für das 24″ und 2990€ für das 26″ UP. Puh. Ich würde mich nicht als arm bezeichnen. Auch bin ich wirklich Fahrradaffin. Aber selbst für einErwachsenenrad ist das schon eine Hausnummer die ich nicht mal eben so liegen habe.

Also ganz persönlich: Ich finde die Idee und das Produkt klasse. Es käme aber derzeit für mich nicht in Frage.

Eventuell lasse ich es meine Tochter mal auf einer Messe testen 😉

UPDATE 17.06.2020

Gestern bekam ich eine Mail von WOOM mit einer Erklärung wie der Preis des UP zustande kommt:

Zitat:

„Lieber Martin, hier noch einige Argumente aus unserer Entwicklungsabteilung zu dem zugegeben nicht ganz günstigen Preis: 

Das UP ist kein günstiges Fahrrad aber im Vergleich mit anderen E-bikes für Kinder ist es nicht so teuer. Mit dem Fazua System verbauen wir das leichteste Mittelmotorsystem auf dem Markt. Das UP ist das einzige Kinder E-bike ohne mechanischen Widerstand nach erreichen des Unterstützungslimits von 20km/h, man hat als Endkunde selber die Möglichkeit das Fahrrad individuell auf seine Bedürfnisse in der Config abzustimmen. Mit dem Gewicht des Rades sind wir im Vergleich zu anderen wichtigen Anbietern um 3 kg leichter und es gibt die Möglichkeit, den Motor und den Akku zu entfernen und das Rad als normales Fahrrad zu fahren, dies geht auch bei keinem anderen E-Bike für Kinder. Von diesen Vorteilen gibt es noch einige mehr. Fazit: für das, was es kann, hat es einen fairen Preis – glauben wir. 

woomige Grüße“ Zitat Ende

Dem kann ich auch voll und ganz zustimmen. Qualität hat halt ihren Preis. Das sieht man an den mittlerweile „WOOM Classic“ genannten normalen WOOM Rädern. Speziell das geringe Gewicht war einer unserer Kaufgründe. Schon bei den nomalen Woom Rädern sehe ich große Augen wenn ich erzähle was unsere Kinderräder gekostet haben. Aber dazu habe ich gaaanz früher schon einmal was geschrieben ->Klick. Menschen für die Fahrräder einfach nur Alltagsgegenstände sind, ist das schwer zu vermitteln. Selbst wenn es unterm Strich durch Wiederverkauf günstiger als ein Baumarktrad sein kann.

für mich persönlich wäre es derzeit gesehen einfach keine Alternative. Der Kaufpreis muss ja erstmal bezahlt werden. Wenn wir Berge vor der Tür hätten (was leider nicht der Fall ist), sähe das vielleicht anders aus…

 

crazy42wheels ist nominiert für den Fahrrad XXL Blogaward 2020

Wow, ich weiß nicht was ich sagen soll… Ich wurde nominiert in der Kategorie „Generalisten“. Und da sind echte Schwergewichte wie „Fahrradblog.de“, „GPS Radler“ und „Radlmädchen“. Deshalb bin ich besonders stolz, dass mein kleiner Blog, der ohne kostenlose Testmuster und  Werbeeinnahmen betrieben wird sich hier einreihen darf. Ich mache das hier jetzt etwas länger als ein Jahr. Und es wird immer noch nicht langweilig 🙂

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Wenn ihr mögt, dann stimmt gerne für mich ab. Ich würde mich freuen. Hier geht´s zur Abstimmung: https://www.fahrrad-xxl.de/blog/blogawards-2020-generalisten/

 

 

 

 

Für ein starkes Selbstbewusstsein – Bringt die Kinder aufs Rad

Natürlich versuche ich meine Fahrradbegeistertung auch auf meine Kinder zu übertagen. Aber wir wissen alle: Wenn sie das nicht interessiert, dann kann man sich auf den Kopf stellen. Um das Radfahren noch attraktiver zu machen ist natürlich auch ein tolles Fahrrad ein gutes Lockmittel. Derzeit laufen bei uns ein WOOM 3 (für Sohnemann, 4 Jahre) und ein WOOM 4 (für Töchterchen, 8 Jahre). Unsere Kinder sind beide für ihr Alter sehr leicht und dünn. Da habe ich eben sehr leichte Räder gesucht.

Die beiden fahren sehr gerne mit den Rädern. Da sie sicher auf normalen Straßen fahren dachte ich mir, dass wir es nun etwas interessanter gestalten könnten. So waren wir letztens das erste mal auf einem neu angelegten Pumptrack in der Nähe. Auch das erste mal für mich! Auf dem Pumptrack „pumpt“ man sich durch eine Reihe von Hügeln ohne zu treten. Macht riesig Spaß, braucht eine Portion Mut und ist riiichtig anstregend. Es war einfach genial. Besonders der Kleine, für den die Hügel ja 1 1/2 mal so hoch sind wie er selber, war nicht zu stoppen. Trotz einiger Stürze wurde eine Runde nach der anderen gedreht. Und auch die Große hat das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommen. Das war so toll anzusehen. Die beiden sind innerlich direkt ein Stück gewachsen. Die Woche darauf mussten wir gleich nochmal hin.

Am letzten Wochenende waren wir im Harz. Ich bin mit einem Freund einen Vormittag im Bikepark in St.Andreasberg gefahren (MSB X-Trail). Die Kinder waren auf der Sommerrodelbahn, aber total beeindruckt von der gebauten Strecke. So sind wir Abends nachdem der Lift geschlossen hatte von oben an den Berg gefahren. Wir mussten ca. 2 km Schotterweg fahren und waren dann am Einstieg in den Bikepark. Auf dem Weg da hin ist der kleine dann direkt wieder gestürzt. Ist echt blöd mit dem groben Schotter und den kleinen 16″ Rädern. Ich dachte wir müssen abbrechen. Aber er wollte nicht mit mir zurück zum Auto.

Und es war wieder einfach super. Wir sind dann einfach ein paar mal den Starthügel runter und die ersten Pumptrackähnlichen Stücke immer wieder gefahren. Danach wollten die Kinder noch die großen Tables auf der anderen Seite überfahren! Zum Schluss sind wir mit allen zusammen (2 Erwachsene und 4 Kinder) noch die halbe blaue Piste und eine große Wippe gefahren. Es war so toll mit anzusehen mit welcher Begeisterung die vier über die Strecke gesaust sind. Und wie stolz sie hinterher waren 🙂

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MSB X-Trail

Also Eltern: Traut euren Kindern was zu. Auch wenn man sich manchmal auf die Zunge beißen oder kurz wegschauen muss. Abends wurden sich dann gegenseitig die coolen Sportverletzungen gezeigt 😉 Die Kratzer verheilen. Der Stolz bleibt!

 

China Carbon 29er Hardtail – Ein Chiner für kleines Geld?

Wenn sich so eine Idee erstmal festgesetzt hat, ist es schwer sowas wieder loszuwerden. Hier konnte ich zum Glück widerstehen…

Beim Stöbern in der Kleinanzeigenbucht nach Hardtailrahmen bin ich zu AliExpress geleitet worden. Und schon wars passiert. Ein Carbonrahmen für 187€? Mhhh. Also hab ich mir flugs einen Account erstellt und mal mein persönliches China Carbon Hardtail  zusammengestellt (im folgenden CCH, genannt. Nee, Moment das könnte zu Verwechslungen führen. Dann CHC. Könnte man noch ein Logo draus machen). Im „Fachjargon“ in diversen Foren lernte ich, dass so ein Rad als Chiner bezeichnet wird 😉

Dann dachte ich: Wenn schon, denn schon und alles aus China. Nicht nur die Rosinen rauspicken. Ob man daraus wohl was tolles machen kann? Und zu welchem Preis? Ziel soll ein Carbon Hardtail mit Starrgabel und Scheibenbremse sein.

Es gibt wirklich ALLES auf AliExpress. Ich habe bewusst nach Chinesischen Originalherstellern und nicht nach Marken Plagiaten geguckt. Hier die Top 3 Teile die mich am meisten beeindruckt haben:

Carbonrahmen

Ein 29er Vollcarbonrahmen inkl. Steckachse. Laut verschiedener Foren sind die wohl ganz gut verarbeitet. Interne Zugverlegung (sogar mit Einfädelhilfe) und BSA Tretlagergewinde. Finde ich gut. 187€

frame1

Bild: AliExpress

frame2

Bild: AliExpress

 

1×11 Komplettgruppe von ZTTO

Komplette 1×11 Gruppe inkl Kurbelgarnitur und Kette: 157€

 

group1

Bild: AliExpress

group2

Bild: AliExpress

Von ZTTO gibt es alle möglichen Anbeiteile wie Tretlager, Vorbauten, Pedale usw. Das werde ich dann mal Markenrein halten (wenn es denn zu dem Projekt kommt).

 

zitto

Bild AliExpress, ZTTO official store

Scheibenbremsen von ZOOM

Komplettset inkl. 160mm Scheiben: 24€

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Bild: AliExpress

Für ca 40€  gibt´s auch schon eine einfache Shimano BR-MT200 ohne Scheiben. Allerdings hat die dann keine geteilten Klemmschellen, was ich richtig nervig finde.

Was kostet der Spaß? 

Die Preise sind natürlich mit Vorsicht zu genießen. Als Faustregel kann man sagen, dass ab 26€ noch Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer hinzukommen. Letzteres ist einfach und entspricht 19% Mehrwertsteuer. Aber die Zollgebühren sind irgendwie schwierig herauszufinden. Die Kategorie Fahrradteile gibt es nicht. Somit habe ich für die Kalkulation der Gesamtkosten mal den Allgemeinen Satz von 17,5% angenommen (EDIT: Habe auch schon von 4% gelesen. Aber lassen wir es mal bei 17,5). Und schon kostet der Rahmen nicht mehr 187€ sondern 187 + 38,53 + 32,73 = 255,26€. Ok, das ist immer noch günstig. Aber es läppert sich bei den teureren Teilen wie Gabel oder Laufrädern eben doch.

Artikel Warenwert Versand Einfuhrumsatzsteuer
19%
Zollgebühren
17,5%
Gesamt Gesamtsumme
Rahmen 187,00 0,00 35,53 32,73 255,26 965,87
Gabel 70,71 2,93 13,43 12,37 99,45 Davon Gebühren
Sattelstütze 15,06 5,88 0,00 0,00 20,94 186,21
Lenker 11,27 5,86 0,00 0,00 17,13
Lenklager 9,27 2,93 0,00 0,00 12,20
Spacer 5,28 0,97 0,00 0,00 6,25
BB 9,06 1,05 0,00 0,00 10,11
Stem 17,62 1,20 0,00 0,00 18,82
Bremsenset 24,00 10,27 0,00 0,00 34,27
Pedale 21,59 0,00 0,00 0,00 21,59
Antrieb 157,93 0,00 30,01 27,64 215,57
Sattelklemme 9,39 0,00 0,00 0,00 9,39
Laufradsatz 94,52 36,54 17,96 16,54 165,56
Sattel 9,33 0,00 0,00 0,00 9,33
Kleinteile 15,00 5,00 0,00 0,00 20,00
Reifen 50,00 0,00 0,00 0,00 50,00

Somit läge der Gesamtpreis für das Rad bei ca. 990€ für ein Hardtail mit Carbon- Rahmen,  -Starrgabel, -Lenker und-Sattelstütze.

Das Komplettbike könnte dann so ähnlich aussehen. Nicht schlecht, finde ich:

BXT

Bild: AliExpress, BXT official Store

Was bekäme man für knapp 1000€ im deutschen Direktversand? Ich habe mal 2 „Konkurrenten“ herausgesucht. Wobei ich keines mit Starrgabel gefunden habe.

RADON ZR team 8.0 – 999€ – Aluminium

zrteam

Bild: Radon Bikes

Soweit solide ausgestattet. Highlight ist die neue Shimano XT 1×12 Schaltung. Der Rest ist Hausmannskost und eben der Rahmen aus Aluminium. Kann man irgendwie schwer mit dem CHC vergleichen.

CUBE Reaction C:62 Pro – 1599€ – Carbon

reactionc

Bild: CUBE

Nach Schnellrecherche ist das so das günstigste was man derzeit mit Carbonrahmen bekommt. Auch hier die neue Shimano XT 1×12 Schaltung. Der Rest ist wieder Hausmannskost. Eine ZITTO 1×12 oder 1×13 (!) Schaltung und auch eine Federgabel wäre hier beim CHC auch noch drin. Also Gleichstand.

Ich hätte total Lust das mal auszuprobieren. Aber mal eben 1000€ Spielgeld? Das will zuhause gut argumentiert sein 😉 Wenn jemand mir das Geld gibt, baue ich ihm gerne ein Rad zusammen. Also meldet euch 🙂

Benz Motorwagen gegen Tesla – oder Saxonette gegen S-Pedelec

Zugegeben. Ein sehr unfairer Vergleich.

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Zouma und Saxonette

Nachdem ich nun ein paar mal mit der Saxonette einkaufen war und sonst mit dem S-Pedelec zur Arbeit fahre ein kleines Fazit von mir.
Also zum Spaß ist die Saxonette meine erste Wahl. Ich knatter schön den Radweg lang und gucke in die Landschaft. Derzeit noch mit originalen 20 km/h.
Aber ganz ehrlich: Als Alltagsfahrzeug käme das für mich nicht in Frage. Legal viel zu lahm. Zudem ist der originale eine Gang viel zu lang übersetzt und ich sitze auf dem 53er Rahmen wie der Affe auf dem Schleifstein .
Der Vergleich zum S-Pedelec mit bis zu 45 km/h ist natürlich etwas unfair. Aber im direkten Vergleich ist das ein bisschen wie der erste Benz Motorwagen gegen einen Tesla.

Pedelc: Knopf drücken und lautlos zum Supermarkt fliegen. Im dunklen mach ich das Fernlicht (!) an und habe ebenso gute Sicht wie beim Auto.

Saxonette: Erst muss erst ein seltsames Gebräu, bestehend aus giftigen Dämpfen absondernder Flüssigkeit gemischt mit blutrotem Geheimelexir, durch einen Dreh am kleinen Hahn zum fließen gebracht werden.  Dann einen Hebel umlegen (Mh, Choke oder nicht? Ist es warm, kalt…?). Dann am Starterseil ziehen (wie beim Rasenmäher) und aufs anspringen hoffen. KEIN Gas geben, sonst dreht direkt das Hinterrad los! Und dann kann es schon losgehen 😉 . Achja. Und wenn es dunkel ist, kann mit dem Fuß den Dynamo ans Vorderrad schnappen lassen und hoffen gesehen zu werden. Wenn die Birnchen nicht durchvibriert sind.
Versteht mich nicht falsch. Ich feiere die Saxonette weil sie so herrlich kurios ist. Aber ich sehe sie eher als Oldtimer-Hobby Fahrzeug. Das S-Pedelec ist eher praktisches Alltagsfahrzeug.
Wie ich heute festgestellt habe sind auf der Saxonette sogar noch originale „Saxonette“ Reifen drauf. Eventuell sind die Wertvoll ;)

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Original Reifen von 1988? Ist bestimmt noch gut…

Affektkauf und im weiten Sinne irgendwie Fahrrad – Hercules Saxonette

Manchmal kommt man zu Sachen wie die Jungfrau zum Kinde. Durch die Kleinanzeigenbucht gestöbert und zufällig auf die Hercules Saxonette gestoßen. Ein Gefährt, auf dem man sich als Jugendlicher niemals hätte sehen lassen mögen:

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Eindeutig eine Kreation der 80er. Hercules Saxonette ©Hercules

Ein Fahrrad mit Hilfsmotor. OMG… Aber irgendwie so kurios, dass ich nicht mehr von dem Gedanken loskam. Streng genommen ist das der Vorläufer der modernen Pedelecs. Unterstützt aber nur bis 20 km/h und hat nen Gasgriff. Und ich finde es ist deutlich mehr Fahrrad als z.B. mein Speed Pedelec. Rechtlich sowieso.

Es kam wie es kommen musste. Und nun bin ich Besitzer von 2 1/2 bis drei dieser Gefährte. Inklusive diverser Ersatzteile wie komplette Motoren usw 🙂 Ich habe also ein „Sammlung“ gekauft.

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Blindkauf plus Teilehaufen. Witzigerweise genau das Modell aus dem Katalog

Angetrieben wird das Höllengerät durch einen 1 Zylinder Zweitaktmotor mit 30 cm³ und ca 0,5 kW. Kraftübertragung direkt ans Hinterrad per Fliehkraftkupplung und Zahnradübersetzung:

motor

Das Kraftwerk

Zum Umweltaspekt 😉

Zum Einen ist es nachhaltig alten Kram zu benutzen bis er nicht mehr geht, zum Anderen ist so ein Zweitakter natürlich nicht gerade das sauberste Fahrzeug. Mal im Vergleich:

Das Speed Pedelec kommt mit einer Akkuladung (0,5 kW/h) ca 35 km weit bei voller Belastung. Die Saxonette braucht wohl im Durchschnitt 1,5 l Gemisch auf 100 km. Über den dicken Daumen hat ein l Benzin einen Energiegehalt von 10 kWh/l. Wirkungsgrad des Motors ca. 20%. Das heißt also grob 2 kWh/l stehen zur Verfügung -> 2 kW/h x 1,5 l/100 km = 3 kWh/100km. Somit braucht die Saxo 1,05 kW/h auf 35 km und damit ca. doppelt so viel wie das S-Pedelec. Naja. Höchst unwissenschaftlich 😉 Ich habe völlig die Durchschnittsgeschwindigkeiten und den Wirkungsgrad beim Akku laden außer acht gelassen.

Dafür kann ich die Saxonette  aber selbst reparieren und bin nicht aus meinem Eigentum ausgesperrt wie bei einem Bosch Antrieb. Auch wage ich zu bezweifeln, dass das S-Pedelec auch in 20 Jahren noch fährt. Und wenn, dann hat es sicher 4 bis 5 Akkus verschlissen.

Was soll das?

Ganz einfach: Nix 🙂 Ich hatte da mal Bock drauf so eine Kuriosität zu haben und dran zu basteln.

Und noch bevor ich den Artikel überhaupt veröffentlicht habe…

Ist der ganze Kram auch schon wieder weg. Donnerstags abgeholt, Freitag Abends alles wieder auf Kleinanzeigen verkauft. Es war nicht möglich aus 4 Motoren einen vernünftigen zu machen ohne nochmal Unsummen (im Verhältnis) reinzustecken. Ich habe dabei natürlich mit offenen Karten gespielt. Aber durch die Mühe alles einzeln reinzustellen, bin ich jetzt Plusminus Null rausgekommen:

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Das Konglomerat…

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Ein Motor wäre vielleicht zu retten gewesen. Bis auf das Kurbelwellenlager. Und die Kurbelwelle. Und die Getriebelager…

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Bezeichnend für den Zustand aller Teile…

Die Motoren scheinen nicht so für eine Erdumrundung konstruiert zu sein. Aber irgendwie ist die Saat nun gesät. Ich guck mal weiter. Also wenn einer ne fahrbereite Saxonette abzugeben hat….

Und schon wieder ein Update bevor der Artikel erschienen ist:

Jetzt habe ich in der Nähe eine funktionierende gefunden und direkt zugeschlagen. Macht wirklich Spaß und ist herrlich Sinnlos

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Saxonette, zweiter Versuch