Benz Motorwagen gegen Tesla – oder Saxonette gegen S-Pedelec

Zugegeben. Ein sehr unfairer Vergleich.

IMG_20200326_081833

Zouma und Saxonette

Nachdem ich nun ein paar mal mit der Saxonette einkaufen war und sonst mit dem S-Pedelec zur Arbeit fahre ein kleines Fazit von mir.
Also zum Spaß ist die Saxonette meine erste Wahl. Ich knatter schön den Radweg lang und gucke in die Landschaft. Derzeit noch mit originalen 20 km/h.
Aber ganz ehrlich: Als Alltagsfahrzeug käme das für mich nicht in Frage. Legal viel zu lahm. Zudem ist der originale eine Gang viel zu lang übersetzt und ich sitze auf dem 53er Rahmen wie der Affe auf dem Schleifstein .
Der Vergleich zum S-Pedelec mit bis zu 45 km/h ist natürlich etwas unfair. Aber im direkten Vergleich ist das ein bisschen wie der erste Benz Motorwagen gegen einen Tesla.

Pedelc: Knopf drücken und lautlos zum Supermarkt fliegen. Im dunklen mach ich das Fernlicht (!) an und habe ebenso gute Sicht wie beim Auto.

Saxonette: Erst muss erst ein seltsames Gebräu, bestehend aus giftigen Dämpfen absondernder Flüssigkeit gemischt mit blutrotem Geheimelexir, durch einen Dreh am kleinen Hahn zum fließen gebracht werden.  Dann einen Hebel umlegen (Mh, Choke oder nicht? Ist es warm, kalt…?). Dann am Starterseil ziehen (wie beim Rasenmäher) und aufs anspringen hoffen. KEIN Gas geben, sonst dreht direkt das Hinterrad los! Und dann kann es schon losgehen 😉 . Achja. Und wenn es dunkel ist, kann mit dem Fuß den Dynamo ans Vorderrad schnappen lassen und hoffen gesehen zu werden. Wenn die Birnchen nicht durchvibriert sind.
Versteht mich nicht falsch. Ich feiere die Saxonette weil sie so herrlich kurios ist. Aber ich sehe sie eher als Oldtimer-Hobby Fahrzeug. Das S-Pedelec ist eher praktisches Alltagsfahrzeug.
Wie ich heute festgestellt habe sind auf der Saxonette sogar noch originale „Saxonette“ Reifen drauf. Eventuell sind die Wertvoll ;)

IMG_20200326_081856

Original Reifen von 1988? Ist bestimmt noch gut…

Affektkauf und im weiten Sinne irgendwie Fahrrad – Hercules Saxonette

Manchmal kommt man zu Sachen wie die Jungfrau zum Kinde. Durch die Kleinanzeigenbucht gestöbert und zufällig auf die Hercules Saxonette gestoßen. Ein Gefährt, auf dem man sich als Jugendlicher niemals hätte sehen lassen mögen:

Capture

Eindeutig eine Kreation der 80er. Hercules Saxonette ©Hercules

Ein Fahrrad mit Hilfsmotor. OMG… Aber irgendwie so kurios, dass ich nicht mehr von dem Gedanken loskam. Streng genommen ist das der Vorläufer der modernen Pedelecs. Unterstützt aber nur bis 20 km/h und hat nen Gasgriff. Und ich finde es ist deutlich mehr Fahrrad als z.B. mein Speed Pedelec. Rechtlich sowieso.

Es kam wie es kommen musste. Und nun bin ich Besitzer von 2 1/2 bis drei dieser Gefährte. Inklusive diverser Ersatzteile wie komplette Motoren usw 🙂 Ich habe also ein „Sammlung“ gekauft.

Capture2

Blindkauf plus Teilehaufen. Witzigerweise genau das Modell aus dem Katalog

Angetrieben wird das Höllengerät durch einen 1 Zylinder Zweitaktmotor mit 30 cm³ und ca 0,5 kW. Kraftübertragung direkt ans Hinterrad per Fliehkraftkupplung und Zahnradübersetzung:

motor

Das Kraftwerk

Zum Umweltaspekt 😉

Zum Einen ist es nachhaltig alten Kram zu benutzen bis er nicht mehr geht, zum Anderen ist so ein Zweitakter natürlich nicht gerade das sauberste Fahrzeug. Mal im Vergleich:

Das Speed Pedelec kommt mit einer Akkuladung (0,5 kW/h) ca 35 km weit bei voller Belastung. Die Saxonette braucht wohl im Durchschnitt 1,5 l Gemisch auf 100 km. Über den dicken Daumen hat ein l Benzin einen Energiegehalt von 10 kWh/l. Wirkungsgrad des Motors ca. 20%. Das heißt also grob 2 kWh/l stehen zur Verfügung -> 2 kW/h x 1,5 l/100 km = 3 kWh/100km. Somit braucht die Saxo 1,05 kW/h auf 35 km und damit ca. doppelt so viel wie das S-Pedelec. Naja. Höchst unwissenschaftlich 😉 Ich habe völlig die Durchschnittsgeschwindigkeiten und den Wirkungsgrad beim Akku laden außer acht gelassen.

Dafür kann ich die Saxonette  aber selbst reparieren und bin nicht aus meinem Eigentum ausgesperrt wie bei einem Bosch Antrieb. Auch wage ich zu bezweifeln, dass das S-Pedelec auch in 20 Jahren noch fährt. Und wenn, dann hat es sicher 4 bis 5 Akkus verschlissen.

Was soll das?

Ganz einfach: Nix 🙂 Ich hatte da mal Bock drauf so eine Kuriosität zu haben und dran zu basteln.

Und noch bevor ich den Artikel überhaupt veröffentlicht habe…

Ist der ganze Kram auch schon wieder weg. Donnerstags abgeholt, Freitag Abends alles wieder auf Kleinanzeigen verkauft. Es war nicht möglich aus 4 Motoren einen vernünftigen zu machen ohne nochmal Unsummen (im Verhältnis) reinzustecken. Ich habe dabei natürlich mit offenen Karten gespielt. Aber durch die Mühe alles einzeln reinzustellen, bin ich jetzt Plusminus Null rausgekommen:

IMG_20200312_183829

Das Konglomerat…

IMG_20200313_084200

Ein Motor wäre vielleicht zu retten gewesen. Bis auf das Kurbelwellenlager. Und die Kurbelwelle. Und die Getriebelager…

IMG_20200313_201858

Bezeichnend für den Zustand aller Teile…

Die Motoren scheinen nicht so für eine Erdumrundung konstruiert zu sein. Aber irgendwie ist die Saat nun gesät. Ich guck mal weiter. Also wenn einer ne fahrbereite Saxonette abzugeben hat….

Und schon wieder ein Update bevor der Artikel erschienen ist:

Jetzt habe ich in der Nähe eine funktionierende gefunden und direkt zugeschlagen. Macht wirklich Spaß und ist herrlich Sinnlos

IMG_20200319_091859

Saxonette, zweiter Versuch

 

Der Weg zum alltagstauglichen Gravelbike – Teil 2.1 UPDATE

Originalartikel hier..

Blogleser Michael wies mich darauf hin, dass Bulls sein Grinder 2 für 2020 noch einmal überarbeitet hat. Es ist jetzt auch eine GRX Gruppe verbaut und es ist 200€ (!) billiger geworden. Was zuerst auffällt ist, dass dafür vom wirklich tollen Supernova pure 3 Scheinwerfer auf den günstigeren (aber keineswegs schlechten) B+M IQ-XS gewechselt wurde. Auch das Rücklicht wurde „downgegradet“. Ansonsten jetzt wirklich ein gutes Paket (nach Papierlage).

Dazu schaue ich mir meine damaligen Kandidaten noch einmal an.

  • Cube Nuroad Race FE
  • Bergamont Grandurance RD7
  • Bulls Daily Grinder 2 (Update)
  • Stevens Supreme
  • Stevens Supreme Pro -> Kurztest hier

Was als erstes in Auge sticht ist die neue Shimano GRX Gravel Gruppe. Wenn das Internet nicht lügt, sind für 2020 das Cube und das Stevens damit ausgestattet. Bergamont und Bulls scheinen weiterhin auf Shimano 105 zu setzen. Sicher auch keine schlechte Wahl. Ein Highlight der GRX sind die optionalen Oberlenker Bremsgriffe. Allerdings ist keines der genannten Räder ab Werk damit ausgestattet.

Gravel_SHIMANO_GRX_Zusatzbremshebel

GRX Oberlenker Bremsgriffe Bild: © Paul Lange GmbH

Allgemeiner Eindruck:

Das CUBE ist weiterhin sehr gut ausgestattet und hat mit der neuen GRX 810 Gruppe ein tolles update bekommen. Allerdings muss man hier aufpassen. Wie gerne auch im MTB Bereich gemacht, wird an prominenter Stelle das 810 Schaltwerk verbaut. Der Rest der Komponenten ist bunt gemischt aus GRX 810, 600, 400 und Shimano 105! Eine Tabelle mit den wichtigsten Ausstattungen findest du weiter unten. Leider ist der Gepäckträger jetzt zwar hübscher, aber auch unpraktischer geworden mit seiner tiefliegenden Strebe.

cube2020

CUBE Nuroad Race FE 2020. Bild: © Cube

Bei Bergamont hat sich bis auf die (geile) Farbe nichts getan. Trotzdem kein schlechtes Paket.

Bergamont Grandurance RD 7 2020

Bergamont Grandurance RD7 2020. Bild: © Bergamont

 

(Besonders das Bulls hat sich meiner Meinung nach optisch echt gemausert. Die neue Farbkombination mit den Retro Reifen gefällt mir sehr gut. Auch hier bleibt es wie bei Bergamont bei der 2×11 Shimano 105 Gruppe.)

bulls2020

Bulls Daily Grinder 2 2020 „ALT“. Bild: © Bulls

Jetzt neu das überarbeitete daily grinder 2. Die Ausstattung findest du weiter unten.

bulls2020_2

Bulls Daily Grinder 2 2020 NEU. Bild: © Bulls

Zuletzt die Überraschung bei Stevens. Für 2020 wurde auf die neue Shimano GRX Gruppe gesetzt. Hier gibt es nun zwei Versionen. Das einfache Supreme setzt auf eine (gemischte) GRX 610 mit 2×10 Gängen für 1499€. Hier müssen dann keine Seilzugbremsen mehr in Kauf genommen werden. Lediglich beim Scheinwerfer müssen hier noch Abstriche gemacht werden. Und ein Gepäckträger fehlt bei Bedarf.

supreme

Stevens Supreme 2020. Bild: © Stevens

Das Supreme Pro bietet für 1799€ die GRX 810 Gruppe mit 2×11 Gängen und einen tollen Supernova Scheinwerfer. Auch die Bremsscheiben kommen aus einer höherwertigen Serie. Aber aufgepasst. Wie auch am Cube ist es hier bunt gemischt und es kommen auch Komponenten der 600 und 400 GRX zum Einsatz.

supreme_pro_20_56_umbra_grey_my20

Stevens Supreme Pro 2020. Bild: © Stevens

 

Die folgende Tabelle soll keine Bewertung darstellen, da es ja auf die persönlichen Vorlieben ankommt. Es sollen nur die Highlights und Schwächen der Ausstattungen aufgezeigt werden. Wer z.B. keinen Gepäckträger braucht, dem ist das Kriterium natürlich nicht so wichtig.

Alles in allem bietet aber meiner Meinung nach das CUBE Nuroad Race FE auch 2020 wieder das beste Preis- Leistungsverhältnis.

Da es sich hier um Fachhandelsmarken handelt kann man meiner Meinung nach auch direkt die aufgerufenen Preise vergleichen. Das Stevens Supreme (nicht Pro) hier mal außen vor, ist das Bulls hier das Schlusslicht. Es gibt kein technisches update und es ist mit 1999€ im Vergleich am teuersten.

Eventuell kann man bei Cube und Bulls, sofern noch vorhanden, noch ein Schnäppchen machen und ein 2019 „Shimano 105“ Modell günstiger bekommen.

Da ich gestern die Möglichkeit hatte das 2019er Supreme kurz zu fahren, hier ein kurzer Kommentar dazu. Wer unbedingt 2×11 Gänge haben will und mit den Seilzubremsen leben kann (ich fand sie im Vergleich fürchterlich) nimmt ein 2019er. Wer mit 2×10 leben kann und die Scheibenbremse bevorzugt, sollte beim 2020er zuschlagen. Der Preis ist gleich geblieben.

Was ich nicht beurteilen kann ist, ob eine Lupenreine 105er Gruppe besser funktioniert als ein bunter Mix aus neuen GRX Komponenten. Ich denke aber, dass sich Besitzer der 2019er Modelle keine grauen Haare wachsen lassen müssen. Lediglich die Optionalen Bremsgriffe könnten das rechtfertigen.

Stand 12.03.2020:

Bulls (neu 2020) Bergamont Cube Stevens Supreme Pro Stevens Supreme
Preis € 1799 1799 1599 1799 1499
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon Aluminium Aluminium
Kurbel Shimano GRX 600 Shimano 105 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600
Umwerfer Shimano GRX 810 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schaltwerk Shimano GRX 810 11 fach Shimano 105 11 fach Shimano GRX 810 11 fach Shimano GRX 810 11 fach Shimano GRX 400 10 fach
Schalt- Bremsgriffe Shimano GRX 610 Shimano 105 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610
Kassette Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano Deore
Bremsen Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano 105, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount Flatmount Flatmount
Reifen Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 40-622
Laufräder Bulls Bergamont Cube Stevens Oxygen Stevens Oxygen
Nabendynamo Shutter Precision PD 8 QR Shimano ? Shutter Precision PL-8X Shutter Precision PL-8X
Scheinwerfer B+M IQ-XS Herrmans H-Black MR8 Supernova E3 pure3 Supernova E3 pure3 B+M Eyc T Senso+
Rücklicht FUXON Herrmans H-Trace Mini Supernova E3 Tail Light 2 Xeltec Xeltec
Schutzbleche Sunny Wheel BGM Allroad ACID 45 SKS Gravel SKS Gravel
Gepäckträger Standwell Racktime wingee ACID Nuroad Carrier
Klingel ? ? Knog Oi ? ?

S-Pedelecs auf Radwegen – Baden Württemberg leistet Pionierarbeit

In Tübingen werden Radwege nun für S-Pedelecs freigegeben. Das ist ein tolles Signal und ein Schritt nach vorne für die Verkehrswende. Vielleicht nehmen sich andere Bundesländer ein Beispiel daran. Und vielleicht steigen die homöopathischen Verkaufszahlen der schnellen Räder damit in Deutschland endlich. Derzeit sind nur 0,5% aller E-Bikes in Deutschland schnelle S-Pedelecs. In der Schweiz, wo diese alle Fahrradrechte genießen, sind es ca. 25%.

Wer jetzt Angst hat auf dem Radweg umgefahren zu werden, dem gebe ich immer wieder gerne folgendes zu bedenken: Ein Porsche kann 300 km/h fahren und darf trotzdem in die 30er Zone…

Ein tolles Zeichen wäre im Norden z.B. wenn Kiel seine fantastischen Velorouten auch freigeben würde.

Hier der Artikel zur Freigabe in Tübigen -> Klick

frei

© SWR

 

S-Pedelec für Pendler 2020

UPDATE: Nach einem Hinweis vom Macher des Pedelecmonitors habe ich hier noch etwas zu korrigieren.  So ist mir ein Fehler bei der Bezeichung des neuen Bosch Speed Motors unterlaufen. Dieser gehört nicht mehr zur Performance line, sondern ist quasi jetzt Generation 4 der CX Linie. Außerdem habe ich die Akkus bei den beiden Diamant Zouma Jahrgängen vertauscht. Natürlich hat das 2020er den neuen    625 Wh Intube Akku. Danke Alex für den Hinweis! Wen es interessiert, der kann sich eine von Alex gestaltete Übersicht über die Bosch Mittelmotoren ansehen -> Klick

Ein Kollege bat mich um eine Beratung für ein S-Pedelec nachdem ich ihm mein Diamant Zouma zum testen geliehen hatte.

Grund genug für mich, mal meine TOP 6 der S-Pedelecs für Pendler auszustellen. Dies ist natürlich subjektiv und es gibt noch viele mehr auf dem Markt. Meine Preisgrenze setze ich bei ca. 3000 bis 5000€. Das ist leider der Bereich in dem man gucken muss. Folgende Fragen stellte ich mir vor der Auswahl meines S-Peledecs und diese gelten sicher auch ziemlich allgemein:

  • Reichweite
    • Wie weit habe ich es täglich?
    • Kann ich ggf. bei der Arbeit Nachladen?
    • Soll abends noch Reserve sein?
  • Komfortabel oder sportlich?
    • Brauche ich eine Federgabel oder gar eine Vollfederung?
    • Soll das Rad möglichst direkt sein und möglichst leicht und simpel (Bedenke: Federelemente müssen auch mal gewartet werden? Gerade im täglichen Einsatz)
  • Gepäck
    • Ist ein Rucksack OK oder lieber ne Satteltasche am ordentlichen Gepäckträger?
  • Antriebssystem
    • Mittelmotor
      • Bosch
      • Yamaha
      • Panasonic
      • Giant (Yamaha modifiziert)
      • Brose (Hier nicht betrachtet)
    • Heckmotor Direktantrieb (TDCM) verwendet bei
      • Klever
      • Stromer
  • Schaltung
    • Nabenschaltung (mit Kette oder Riemen)
    • Kettenschaltung
  • Radhersteller allgemein (wenn es einem wichtig ist)
  • Beleuchtung
    • Brauche ich den Mega Flagscheinwerfer evntl. mit Fernlicht oder reicht Standard?
  • Service vor Ort oder Direktvertrieb?
    • Bekommt beim E-Bike definitiv mehr Gewicht, da man einiges schlicht als Endnutzer nicht selbst machen kann
  • Budget
    • was bin ich bereit auszugeben?
    • ich betrachte hier S-Pedelecs bis ca 5000 €
  • Ersatzteilkosten
    • Kaufe ich einen Exoten wie Klever oder bleibe ich bei bewährter Massenware wie Bosch oder Yamaha?
  • Neu oder gebraucht?

Um es vorweg zu nehmen: Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt besser ist. Mein sehr teures Klever X-Speed habe ich aus diversen Gründen gegen ein Bosch S-Ped eingetauscht welches nominell über 1000€ billiger war.

Hier also meine TOP 6 für 2020. Weiter unten gibt es den gewohnten Ausstattungsvergleich. Da ist rein informativ auch mein 2019er Diamant Zouma dabei.

Giant QUICK E+ 45 

Herstellerseite

Antrieb: Mittelmotor, Giant Sync Drive (Yamaha)

Quick-E-FS-Solid-Grey-02384_v5

Giant QUICK E+ 45 Bild © Giant bikes

 

Haibike SDURO Trekking S 8.0

Herstellerseite

Antrieb: Mittelmotor, Yamaha PW

Haibike-MY20-SDURO-TREKKING-S-80-Gents-Update

Haibike SDURO Trekking S 8.0 Bild © Haibike

 

Haibike SDURO Trekking S 9.0

Herstellerseite

Antrieb: Mittelmotor, Bosch performance line speed Gen2

Haibike-MY20-SDURO-TREKKING-S-90-Gents-Update

Haibike SDURO Trekking S 9.0 Bild © Haibike

 

Diamant Zouma Deluxe +S

Herstellerseite

Antrieb: Mittelmotor, Bosch performance line speed Gen3

csm_diamant-zouma-deluxe-plus-s-herren-tiefschwarz_42c3f3f516

Diamant Zouma Deluxe +S Bild © Diamantrad

 

Stromer ST1

Herstellerseite

Antrieb: Nabenmotor, Direktantrieb Stromer Syro drive II (TDCM)

stromer-st1-2020

Stromer ST1 Bild © Stromer

 

Klever X-Speed Pure

Herstellerseite

Antrieb: Nabenmotor, Direktantrieb Klever Biactron V2 (TDCM)

x-speed-pure-006_01

Klever X-Speed pure Bild © Klever

Hier also die wichtigsten Ausstattungsmerkmale im Vergleich. Ich habe wieder Highlights in grün, der Fahrzeugklasse gerade noch angemessene Ausstattungen orange und Lowlights rot markiert.

Giant QUICK E+ 45 Haibike SDURO  Trekking
S 8.0
Haibike SDURO Trekking
S 9.0
Diamant Zouma
Deluxe +S (2020)
Diamant Zouma +S (2019) Stromer ST1 Klever X-Speed Pure (2020)
Kaufpreis 3.599 € 3.499 € 3.999 € 3.899 € 3.999 € 4.290 € 5.399 €
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Federgabel
SR Suntour Mobie 45 LOR
Federgabel
SR Suntour Mobie 45 LOR
Federgabel
SR Suntour Mobie 45 LOR
Federgabel
SR Suntour Mobie 45 LOR
Starr
Carbon
Starr
Carbon
Starr
Aluminium
Laufräder 27,5″ Giant Rodi Rodi 27,5″, Bontrager Naben 27,5″, Bontrager Naben 27,5″ Alexrims 27,5″
Reifen Schwalbe Big Ben
27.5″ x 2.0
Schwalbe energizer Plus
28″ x 1.75
Schwalbe Super Moto-X
27.5″ x 2.40
Schwalbe Super Moto-X
27.5″ x 2.40
Schwalbe Super Moto-X 
27.5″ x 2.40
Vee Tire stromer custom
54×584
Schwalbe Super Moto-X
27.5″ x 2.40
Antriebsart Mittelmotor Mittelmotor Mittelmotor Mittelmotor Mittelmotor Nabenmotor hinten Nabenmotor hinten
Antrieb Giant SyncDrive Sport Yamaha PW Bosch performance Speed
2019 (Gen2)
Bosch CX Speed
2020 (Gen4)
Bosch performance Speed
2019 (Gen2)
Stromer Syro drive II Klever Biactron V2
Nennleistung 500 W 500 W 350 W 350 W 350 W 670 W 600 W
Akku 500 Wh, Intube 500 Wh, Intube 500 Wh, Intube 625 Wh, Intube 500  Wh, Standard 500 Wh, Intube 570 Wh
Display Giant RideControl EVO Yamaha LCD Bosch Intuvia Bosch Intuvia Bosch Purion Omni Interface B Klever
Kurbeln Giant Haibike Haibike Aluminium Ride+ Aluminium FSA Gossamer Aluminium
Umwerfer Shimano Deore  2 fach Shimano Deore  2 fach N/A N/A N/A N/A N/A
Schaltwerk Shimano XT 10 Speed Shimano XT 10 Speed Shimano XT 11 Speed Shimano Deore 10 Speed Shimano Deore 10 Speed Stromer 9 Speed Shimano XT 10 Speed
Schalthebel Shimano Deore 2×10 Speed Shimano Deore 2×10 Speed Shimano SLX 11 Speed Shimano Deore Shimano Deore Microshift Shimano XT
Bremsen Scheibenbremse
Tektro Dorado 180mm
Bremsscheiben V/H
Scheibenbremse
Magura MT4e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Scheibenbremse
Magura MT4e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Scheibenbremse
Magura MT5e (V), 180mm
Magura MT4e, (H) 180mm
Scheibenbremse        Magura MT5e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Tektro Stromer HD922 Scheibenbremse
Magura MT4e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Scheinwerfer B+M IQ-X + Hupe Spanninga Axendo B+M IQ-X + Hupe Spanninga Axendo B+M IQ-X + Hupe Roxim Z4 elite B+M IQ-X + Hupe
Rücklicht B+M B+M Toplight B+M Toplight B&M 650 LineTec Supernova M99 Tail Light  mit Bremslicht Roxim Z3E Roxim R3E + Bremslicht
Gepäckträger Giant Stand well 15 kg Stand well 15 kg 15 kg Tragkraft, Racktime 15 kg Tragkraft 22,5 kg Stromer 25 kg Tragkraft, Racktime
Schutzbleche ? SKS Chromoplastic SKS Chromoplastic Kunststoff Aluminium Aluminium Aluminium
Ständer Pletscher Ursus Ursus Pletscher Pletscher Pletscher Noname
Gewicht (Katalog) 24,5 kg (Gr.L) 24,3 kg 26,1 kg 26,7 kg 23,8 kg ? 27,5 kg
Zulässiges Gesamtgewicht ? 130 kg 130 kg 136 kg 136 kg ? 147,5 kg
Mitgeliefertes Zubehör Ladegerät 4A ohne Lüfter 2 Akkuschlüssel (ABUS) 2 Akkuschlüssel (ABUS) 2 Akkuschlüssel (ABUS) 2 Akkuschlüssel (ABUS) Ladegerät 246W ohne Lüfter 2 Akkuschlüssel (ABUS)
Bedienungsanleitung Ladegerät 4A ohne Lüfter Ladegerät 4A ohne Lüfter Ladegerät 4A ohne Lüfter Ladegerät 4A ohne Lüfter Bedienungsanleitung Ladegerät 5A mit Lüfter
Betriebserlaubnis (CoC) Bedienungsanleitung Bedienungsanleitung Bedienungsanleitung Bedienungsanleitung Betriebserlaubnis (CoC) Betriebserlaubnis (CoC)
Betriebserlaubnis (CoC) Betriebserlaubnis (CoC) Betriebserlaubnis (CoC) Betriebserlaubnis (CoC)

Es wird schwierig hier einen Favoriten zu finden. Mein persönlicher Preis- / Leistungssieger ist in dieser Auswahl das

  • Giant QUICK E+ 45. Meiner Meinung nach bietet es die beste Ausstattung fürs Geld.
  • Platz 2 geht an das Diamant Zouma Deluxe +S mit dem aktuellen Bosch performance speed gen3 . Bis auf den Scheinwerfer gibt es keinen wirklichen Ausrutscher bei der Ausstattung.
  • Platz 3+ für das Haibike SDURO Trekking S 9.0. Eine tolle Ausstattung aber leider noch der „alte“ Bosch performance speed gen 2 Antrieb. Wer damit leben kann, ist mit dem bewährten Motor aber sicher gut bedient. Ich bin bisher zufrieden damit.
  • Platz 4 für das Haibike SDURO Trekking S 8.0. Es ist das günstigste Pendler S-Pedelec das mir bekannt ist. Ich weiß aber nicht, ob es mit der Ausstattung dem täglichen Pendelbetrieb gewachsen ist. Da bietet das Giant für 100€ mehr auch deutlich mehr.

 

Eine Sonderwertung gibt es für die beiden Räder mit Heckmotor. Diese sind preislich einfach nicht mit den weiter verbreiteten Mittelmotorbikes vergleichbar. Das Klever X-Speed pure sprengt mit seinen knapp 5400 Euro auch deutlich den hier gesetzten Preisrahmen. Übrigens gegenüber 2019 eine Preiserhöhung um 400€! Von der Performance und dem Verschleiß im Antrieb sind die Heckmotorbikes denen mit Mittelmotor definitiv überlegen. Ich hatte ja beide mal im Einsatz. Wer das möchte, muss bereit sein mehr Geld in die Hand zu nehmen.

bei diesen Beiden Rädern wäre das Klever auf Platz 1. Das Stromer bietet einfach eine zu dünne Ausstattung für den Preis. Eine No-Name 9 fach Schaltung geht in dieser Preisklasse einfach nicht. Zumal der Antrieb identisch mit dem des Klever ist.

Ein weiterer Punkt Sind die Ersatzteilpreise und das Händlernetz. Hier muss man speziell bei Klever aufpassen. Die Händlerdichte ist sehr dünn und ein 570 Wh Akku kostet ca 900€ gegenüber einem Bosch 500 Wh Akku für ca 570€.

Sonderthema Beleuchtung: Generell ist zu den hier verbauten Scheinwerfer zu sagen, dass sie für völlig unbeleuchtete Überlandstrecken meiner Meinung nach nicht geeignet sind. Bei einem 25 km/h Pedelec mag das OK sein. Sogar der an den besseren Rädern verbaute B+M IQ-X ist in der schnellen Klasse nicht angemessen. Wer also wirklich auf unbeleuchteten Strecken fährt dem sei dringend ein stärkerer Scheinwerfer, eventuell sogar mit Fernlicht, angeraten. Ich habe die zugegebenermaßen happigen 300€ für einen Supernova M99 mini pro auf jeden Fall nicht bereut.

FAZIT: Wer ein gutes Preis- Leistungsverhältnis, einen guten Service und geringe Betriebskosten möchte, sollte sich bei den bewährten Mittelmotorbikes umsehen.

Wer Wert auf eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit und einen absolut lautlosen und verschleißarmen Antrieb legt, guckt sich die Heckmotorbikes genauer an.

SPEZIAL: Leider habe ich kein vollgefedertes Bike im Vergleich. Das Klever B-Speed erschien mit optisch etwas zu „speziell“ und es gelten die Hinweise oben. Bei Riese und Müller fangen die Preise für vollgefederte Bikes bei 5600€ an.

Wer sehr hohe Reichweiten benötigt, der sollte sich mal die Riese und Müller Supercharger Modelle mit Doppelakku ansehen. Hier geht es bei 5300€ los.

Auf jeden Fall kann ich nur empfehlen die persönliche Verkehrswende zu starten, wenn es von den täglichen Wegen irgendwie möglich ist. Es ist eine echte Bereicherung!

edh

Pendleridylle

 

Radfahren ist lebensgefährlich – Nein. Manche Autofahrer sind lebensgefährdend!

Ich habe das Glück, dass meine Pendelstrecke mit dem S-Pedelec hauptsächlich über schmale Landstraßen führt. 20 km freie Fahrt. Die letzten 5 km muss ich durch Neumünster fahren. Da mein S-Pedelec ja ein Kraftfahrzeug ist (ob man es für sinnvoll hält oder nicht) muss ich auf der Straße fahren. Das ist bei den meisten Radwegen auch die bessere Wahl.

Leider gibt es immer wieder Autofahrer, die die Straße als allein für sich gedacht betrachten. Wird ein Motorroller, der genauso schnell/langsam unterwegs ist wie ich noch toleriert, hat ein vermeintliches Fahrrad nichts auf  „ihrer“ Straße zu suchen.

So hatte ich mehrfach die Situation, dass ich von hinten angehupt, knapp überholt und sogar aus dem offenen Beifahrerfenster lautstark belehrt wurde, dass ich gefälligst den Radweg zu benutzen hätte. Wertvolle Sekunden habe ich diesen, in mehrerlei Hinsicht, armen Menschen gestohlen. Meistens sieht man sich an der nächsten Ampel wieder 😉 Auch Hinweise auf mein Kennzeichen helfen da nix.

Leider treffend finde ich diesen Beitrag aus Stuttgart in dem angeprangert wird, dass in der Unfallberichterstattung immer mitschwingt, dass der Radfahrer irgendwie selber Schuld wenn er sich umfahren lässt: Der Zynismus von Unfallmeldungen. Hier noch weiter zu einem Artikel im Tagesspiegel

 

Liebe Kampfautofahrer:

  • Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fre….e halten
  • Die Straße gehört nicht euch, sondern allen Verkehrsteilnehmern
  • Hupen, Drängeln und knapp Überholen ist ein Straftatbestand und kann mit bis zu 3 Jahren Haft bestraft werden (Quelle: Wikipedia, § 240 StGB)! Beim nächsten mal merke ich mir das Kennzeichen…
  • Wenn ihr mich doch aus Versehen touchiert, hat euer Auto im schlimmsten Fall einen Kratzer. ICH lande im Krankenhaus!
  • Ich fahre schon aus Nettigkeit am Rand. Das muss ich nicht unbedingt. Ich könnte auch auf den mir zustehenden Verkehrsraum als Kraftfahrzeug pochen. Ich befinde mich damit zudem noch in der gefährlichen „dooring zone„.
  • Denkt mal darüber nach, ob ihr es mit eurem Gewissen vereinbaren könntet für ein paar Sekunden Lebenszeit (über mehr reden wir hier nämlich nicht) einen Familienvater auf dem Weg nach Hause ins Krankenhaus oder auf den Friedhof gebracht zu haben?
  • Jedes Rad auf der Straße ist ein Auto weniger in EUREM Stau.
  • Habt ihr vielleicht Kinder die auf dem Rad in meiner, oder zumindest in ähnlicher Situation sind?

Leider spiegelt das ganze einen Trend wider, der sich aus Internetforen in die Wirklichkeit überträgt.

Allen anderen Autofahrern ein Dankeschön, dass ihr euch korrekt oder sogar sehr umsichtig gegenüber einem deutlich schwächeren Verkehrsteilnehmer verhaltet. Genauso wie ich nicht alle Radfahrer als Kampfradler bezeichnet haben möchte, will ich das hier mal gesagt haben 🙂

edh

Landstraße. Schöööön

Stevens Supreme Pro 2020 – und Kurzvergleich mit Cube Nuroad Race FE

Ein Kumpel von mir hat sich gerade frisch das Stevens Supreme Pro zugelegt. Eine gute Gelegenheit sich das Rad mal aus der Nähe anzusehen.

IMG_20200119_141535

Stevens Supreme Pro 2020

Einen Ausstattungsvergleich zu anderen Gravelbikes in dieser Preisklasse hatte ich ja hier schon einmal gepostet. Hier noch einmal die Übersicht:

Bulls (Update hier) Bergamont Cube Stevens Supreme Pro Stevens Supreme
Preis € 1999 1799 1599 1799 1499
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon Aluminium Aluminium
Kurbel Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600
Umwerfer Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schaltwerk Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schalt- Bremsgriffe Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610
Kassette Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano Deore
Bremsen Shimano 105, hydraulisch Shimano 105, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount Flatmount Flatmount
Reifen Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 40-622
Laufräder Bulls Bergamont Cube Stevens Oxygen Stevens Oxygen
Nabendynamo Shimano Shimano ? Shutter Precision PL-8X Shutter Precision PL-8X
Scheinwerfer Supernova E3 pure3 Herrmans H-Black MR8 Supernova E3 pure3 Supernova E3 pure3 B+M Eyc T Senso+
Rücklicht Supernova E3 Tail Light 2 Herrmans H-Trace Mini Supernova E3 Tail Light 2 Xeltec Xeltec
Schutzbleche ? BGM Allroad ACID 45 SKS Gravel SKS Gravel
Gepäckträger Standwell Racktime wingee ACID Nuroad Carrier
Klingel ? ? Knog Oi ? ?

Rein von der Papierlage hat bei mir ja wieder das Cube Nuroad gewonnen. Das hatte ich ja auch selber noch in der Shimano 105 Variante 2019.

Wenn es rein um Kosten/Nutzen geht, bleibt es auch weiterhin so. Allerdings bekommt man für 200€ mehr bei Stevens ein deutlich wertigeres Finish. Verschliffene Nähte, eine tolle Lackierung, sauber verlegte Züge und Leitungen. Sogar das Dynamokabel ist innerhalb der Gabel verlegt. Da kann das Cube nicht mithalten. Speziell der sehr empfindliche matte Lack oder das lieblos mit Klebeband an die Gabel geklebte Dynamokabel.

Ich hatte hier auch die Gelegenheit die neue Shimano GRX Gruppe einmal in Augenschein zu nehmen. Eine kurze Probefahrt (sehr kurz da das Rad auf den Bildern RH 50 ist 😉 ) hat gezeigt, dass sich die GRX810 von der Schaltperformance eher auf Ultegra / XT Niveau als auf 105 / Deore bewegt. Tolle knackige Schaltvorgänge! Bei den Scheibenbremsen konnte ich keinen Unterschied zu denen der 105er Gruppe feststellen. Toll sich die neuen Schalt- / Bremsgiffe. Gegenüber der 105 ist die Oberlenkerposition nochmal deutlich komfortabler mit einer großen Auflagefläche für die Hände. Auch die Bremsgriffe sind etwas nach außen gestellt und breiter. Sicher gut für den Einsatzbereich abseits der Straße. Dafür spricht auch die Aluminiumgabel mit Steckachse statt Schnellspannern. Auf den Bild sind auch die (leider ungeschützten) Gewindebohrungen für eine Gepäckträgermontage zu sehen:

IMG_20200119_141603

Das Schaltwerk und die Kurbel erinnern eher an eine MTB denn an eine Road Gruppe. Die Ähnlichkeit zur Shimano XT, speziell bei der Kurbel ist unverkennbar. Macht alles einen robusten Eindruck.

IMG_20200119_141542

Shimano GRX 810 Schaltwerk mit Reibungsdämpfer fürs Grobe

IMG_20200119_141546

Shimano GRX 600 Kurbel mit Hollowtech Achse

FAZIT: Das Stevens ist ein toll verarbeitetes Rad. Man bekommt ein sehr wertiges Produkt für den sportlichen Einsatz.

Sparfüchse die direkt täglich mit Gepäck los wollen, greifen weiterhin zum Cube und nehmen Verarbeitungsschwächen in kauf.

Eure Entscheidung 🙂

 

Gefährlicher Bikeporn – Part 2

Juchuu. Es ist wieder soweit. Mein lieblings Bikeporn Heft für 2020 ist da. Konkret hier die „world of mtb – best of 2020„.

2018 hat dieses Magazin in mir den unbändigen Wunsch geweckt, mir ein Stahl Hardtail aufzubauen. Zum Glück/leider ist daraus nichts geworden. Aber das meine ich mit gefährlich 😉

IMG_20200114_172555

Wie jedes Jahr werden hier geile Teile gefeiert die in den meisten Fällen kein Mensch braucht oder sich eh nicht leisten kann. Trotzdem ist immer wieder ein Genuss drin zu blättern und sich inspirieren zu lassen.

Ein besonderes Beispiel ist dieses 8000€ Titan Hardtail. Wie unnötig und geil zugleich..

IMG_20200114_172723

©world of mtb

Interessant finde ich auch immer Teile, die nicht von den großen playern kommen. wer hat wohl die erste 1×13 Schaltung rausgebracht. Nicht SRAM und auch nicht Shimano. Es ist der eher für Powermeter bekannte Hersteller Rotor. Interessant ist, dass hier nicht mit Bowdenzug oder elektronisch, sondern hydraulisch geschaltet wird.

img_20200114_172617.jpg

1×13 schaltung von Rotor. crazy! ©world of mtb

Also. Nutzt die kalten Wintertage und lest mal ein gutes „Buch“…

In eigener Sache: Werbung auf crazy42wheels

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, gibt es jetzt Werbung am Seitenrand. Ich habe mich nun dazu entschlossen das doch zu machen, nachdem ich lange damit gehadert habe. Derzeit kostet mich das Erstellen des Blogs nämlich gar nicht so wenig Geld. Da es ein Hobby ist, möchte ich zumindest ein bisschen davon wieder reinbekommen. Ich denke, dass die Lesbarkeit nicht darunter leidet.

Ich mache das hier aber weiterhin aus Spaß am Thema Fahrrad.  Alle Produkte die ich teste kaufe ich aber entweder selbst, darf sie mal bei Bekannten ausprobieren oder eben beim Hersteller mal gucken. Da bekomme ich kein Honorar für. Ihr könnt hier also weiterhin auf halbwegs objektive Beiträge hoffen 😉

Also bleibt mir weiter treu und seid gespannt auf Saison 2020.

Euer Martin

IMG_20200101_141915

Maddin im Wald

 

 

Der Weg zum alltagstauglichen Gravelbike – Teil 2

Ziemlich genau 1 Jahr ist es her, dass ich ersten Teil dieses Beitrags geschrieben habe. Und das Interesse scheint groß zu sein. Über 6000 mal wurde der Artikel angeklickt! Wow. Dass ich mein Cube Nuroad mittlerweile wieder gegen ein S-Pedelec getauscht habe hindert mich aber nun nicht daran mal zu schauen, was sich denn in der Zwischenzeit getan hat. Auch zu diesem Artikel gibt es ein Update mit den aktuellen 2020er Modellen ->Klick

Dazu schaue ich mir meine damaligen Kandidaten noch einmal an.

  • Cube Nuroad Race FE
  • Bergamont Grandurance RD7
  • Bulls Daily Grinder 2
  • Stevens Supreme
  • Stevens Supreme Pro -> Kurztest hier

Was als erstes in Auge sticht ist die neue Shimano GRX Gravel Gruppe. Wenn das Internet nicht lügt, sind für 2020 das Cube und das Stevens damit ausgestattet. Bergamont und Bulls scheinen weiterhin auf Shimano 105 zu setzen. Sicher auch keine schlecht Wahl. Ein Highlight sind die optionalen Oberlenker Bremsgriffe. Allerdings ist keines der genannten Räder ab Werk damit ausgestattet.

Gravel_SHIMANO_GRX_Zusatzbremshebel

GRX Oberlenker Bremsgriffe Bild: © Paul Lange GmbH

Allgemeiner Eindruck:

Das CUBE ist weiterhin sehr gut ausgestattet und hat mit der neuen GRX 810 Gruppe ein tolles update bekommen. Allerdings muss man hier aufpassen. Wie gerne auch im MTB Bereich gemacht, wird an prominenter Stelle das 810 Schaltwerk verbaut. Der Rest der Komponenten ist bunt gemischt aus GRX 810, 600, 400 und Shimano 105! Eine Tabelle mit den wichtigsten Ausstattungen findest du weiter unten. Leider ist der Gepäckträger jetzt zwar hübscher, aber auch unpraktischer geworden mit seiner tiefliegenden Strebe.

cube2020

CUBE Nuroad Race FE 2020. Bild: © Cube

Bei Bergamont hat sich bis auf die (geile) Farbe nichts getan. Trotzdem kein schlechtes Paket.

Bergamont Grandurance RD 7 2020

Bergamont Grandurance RD7 2020. Bild: © Bergamont

 

Besonders das Bulls hat sich meiner Meinung nach optisch echt gemausert. Die neue Farbkombination mit den Retro Reifen gefällt mir sehr gut. Auch hier bleibt es wie bei Bergamont bei der 2×11 Shimano 105 Gruppe.

bulls2020

Bulls Daily Grinder 2 2020. Bild: © Bulls

Zuletzt die Überraschung bei Stevens. Für 2020 wurde auf die neue Shimano GRX Gruppe gesetzt. Hier gibt es nun zwei Versionen. Das einfache Supreme setzt auf eine (gemischte) GRX 610 mit 2×10 Gängen für 1499€. Hier müssen dann keine Seilzugbremsen mehr in Kauf genommen werden. Lediglich beim Scheinwerfer müssen hier noch Abstriche gemacht werden. Und ein Gepäckträger fehlt bei Bedarf.

supreme

Stevens Supreme 2020. Bild: © Stevens

Das Supreme Pro bietet für 1799€ die GRX 810 Gruppe mit 2×11 Gängen und einen tollen Supernova Scheinwerfer. Auch die Bremsscheiben kommen aus einer höherwertigen Serie. Aber aufgepasst. Wie auch am Cube ist es hier bunt gemischt und es kommen auch Komponenten der 600 und 400 GRX zum Einsatz.

supreme_pro_20_56_umbra_grey_my20

Stevens Supreme Pro 2020. Bild: © Stevens

 

Die folgende Tabelle soll keine Bewertung darstellen, da es ja auf die persönlichen Vorlieben ankommt. Es sollen nur die Highlights und Schwächen der Ausstattungen aufzeigen. Wer z.B. keinen Gepäckträger braucht, dem ist das Kriterium natürlich nicht so wichtig.

Alles in allem bietet aber meiner Meinung nach das CUBE Nuroad Race FE auch 2020 wieder das beste Preis- Leistungsverhältnis.

Da es sich hier um Fachhandelsmarken handelt kann man meiner Meinung nach auch direkt dir aufgerufenen Preise vergleichen. Das Stevens Supreme (nicht Pro) hier mal außen vor, ist das Bulls hier das Schlusslicht. Es gibt kein technisches update und es ist mit 1999€ im Vergleich am teuersten.

Eventuell kann man bei Cube und Bulls, sofern noch vorhanden, noch ein Schnäppchen machen und ein 2019 „Shimano 105“ Modell günstiger bekommen.

Da ich gestern die Möglichkeit hatte das 2019er Supreme kurz zu fahren, hier ein kurzer Kommentar dazu. Wer unbedingt 2×11 Gänge haben will und mit den Seilzubremsen leben kann (ich fand sie im Vergleich fürchterlich) nimmt ein 2019er. Wer mit 2×10 leben kann und die Scheibenbremse bevorzugt, sollte beim 2020er zuschlagen. Der Preis ist gleich geblieben.

Was ich nicht beurteilen kann ist, ob eine Lupenreine 105er Gruppe besser funktioniert als ein bunter Mix aus neuen GRX Komponenten. Ich denke aber, dass sich Besitzer der 2019er Modelle keine grauen Haare wachsen lassen müssen. Lediglich die Optionalen Bremsgriffe könnten das rechtfertigen.

Stand 25.11.2019:

 

Bulls Bergamont Cube Stevens Supreme Pro Stevens Supreme
Preis € 1999 1799 1599 1799 1499
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon Aluminium Aluminium
Kurbel Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600
Umwerfer Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schaltwerk Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schalt- Bremsgriffe Shimano 105 Shimano 105 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610
Kassette Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano Deore
Bremsen Shimano 105, hydraulisch Shimano 105, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount Flatmount Flatmount
Reifen Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 40-622
Laufräder Bulls Bergamont Cube Stevens Oxygen Stevens Oxygen
Nabendynamo Shimano Shimano ? Shutter Precision PL-8X Shutter Precision PL-8X
Scheinwerfer Supernova E3 pure3 Herrmans H-Black MR8 Supernova E3 pure3 Supernova E3 pure3 B+M Eyc T Senso+
Rücklicht Supernova E3 Tail Light 2 Herrmans H-Trace Mini Supernova E3 Tail Light 2 Xeltec Xeltec
Schutzbleche ? BGM Allroad ACID 45 SKS Gravel SKS Gravel
Gepäckträger Standwell Racktime wingee ACID Nuroad Carrier
Klingel ? ? Knog Oi ? ?

E-Auto Prämie verlängert – Achtung könnte persönliche Meinung enthalten

Seit gestern ist es offiziell: Die E-Auto Kaufprämie wird bis 2025 verlängert und aufgestockt -> KLICK.

Ich will das E-Auto gar nicht bashen. Auch ich könnte mir vorstellen beim nächsten Autokauf auf E umzusteigen. Einigermaßen Bezahlbare Alternativen gibt es ja mittlerweile. Renault ZOE, Nissan Leaf, Hyundai Ioniq und Kona… um nur ein paar Bespiele zu nennen (Ja, bewusst sind hier keine deutschen Hersteller genannt. Denen gebührt hier nämlich wie so oft keine Ehre was diese Entwicklungen angeht). Es gibt für diese Autos bis 40.000€ nun also 6.000€ Kaufprämie.

Klingt ja gut. Ich habe zudem den Vorteil ländlich zu wohnen und eine Photovoltaik Anlage auf meinem Haus zu haben. Und da beginne ich zu grübeln. Sollte nicht die Luft in den Städten verbessert werden? Wer kann denn in der Großstadt sein Auto vor der Haustür laden. Ganz davon abgesehen, dass ein E-Auto genau so viel Platz wegnimmt wie ein Verbrenner… Wäre es für Ballungszentren nicht sinnvoller mit den 3 Milliarden Euro (!) die in die Ladeinfrastruktur investiert werden sollen, den öffentlichen Nahverkehr und die Radinfrastruktur auszubauen? Auch Pendlerparkplätze vor der Stadt würden diese entlasten.

Bleiben die ländlichen Pendler wie ich. Ok, ich fahre nicht in die Großstadt. Aber ich habe 25 km einfachen Arbeitsweg. Ich könnte mein E-Auto zumindest im Sommer zuhause völlig CO2 frei laden. Mit meiner Photovoltaikanlage bei der ich gerade einmal noch 10 Cent/KWh Einspeisevergütung bekomme. Ist also schon eher Idealismus als Wirtschaftlichkeit. Es kann ja nicht sein, dass plötzlich jeder seinen eigenen Ökostrom herstellt. Also wird das mal gedeckelt. Nicht, dass die armen Energiekonzerne noch pleite gehen.

Nebenbei war ich mal bei einem Windkraftanlagenhersteller beschäftigt der nun Insolvent ist. Unter anderem weil der Ausbau der Windkraft an Land, Offshore sowie der Netze nicht vorangeht. Womit sollen die geplanten Millionen E-Autos denn geladen werden. Mit Französischem Atomstrom (immerhin CO2 frei)? mit deutschem Kohlestrom?

Und hier noch einmal ein persönliches Rechenbeispiel. Angenommen wir ersetzen unseren derzeitigen Kleinstwagen durch einen günstigen E-Wagen. 3 Jahre Haltedauer bei 15.000km/a

Derzeitiges Auto:

  • Kia Picanto 1,0
  • Kaufpreis: 10.000€
  • Steuern/a: 80€
  • Verbrauch: 5,0 l/100 km -> 5,0 x 1,50€ = 7,5€ / 100 km -> 3.375€ / 36 Monate

-> Für 36 Monate: 13.615 €

Das meistverkauft Elektroauto in Deutschland und auch vergleichbar mit dem Kia:

  • Renault Zoe R110 Z.E. 40
  • Kaufpreis: 21.900€ + 74€ Batteriemiete (2664€/36 Monate) – 6000€ Kaufprämie: 18.654€
  • Steuern: 0€
  • Verbrauch: 17,2 KWh/100 km (Katalogwert nach WLTP)
    • Annahme: Zuhause geladen. Davon 50% Solar, 50% Netz -> Durchschnittlich 20Cent / KWh (30Cent KWh Netzstrom + 10Cent KWh nicht bekommene Einspeisevergütung /2) -> 3,44€/ 100 km
    • -> 1548€ / 36 Monate
    • Im besten Fall 0€ wenn man immer öffentlich umsonst lädt.

-> Für 36 Monate: 18.654 €

Das E-Auto ist selbst im besten Fall 5000€ teurer in 3 Jahren. Hier sind Wartung und Versicherung nicht mit eingerechnet. Bei der Wartung wir das E-Auto sicher einen Vorteil haben.

Allerdings emittiert mein Benzin Kia in den 3 Jahren 5.355 kg CO2. (5l/100 km x 23,8 = 119g/km. 119g CO2/km x 45.000 km)

Der Ökostrommix in Deutschland wird mit 0,421g CO2 / KWh angenommen. Macht also 0,421 g/KWh x 17,2 KWh / 100 km x 45.000km = 3258kg. Bei 50% Solarstrom dann nur noch 1629 kg.

Sorry, dass das so kryptisch war. Wie man sieht, muss man auch hier mit viel Idealismus heran gehen. Warum schreibe ich das in einem Fahrradblog? Weil ich zum Beispiel unseren Verkehrsminister gefragt habe, warum mein S-Pedelec zwar alle Nachteile eines Kraftfahrzeugs „genießt“ (Keine Radwegnutzung, keine Anhänger, Spezielle Ersatzteile, keine Mitnahme im ÖPNV..), nicht aber in den Genuss der Förderung für Elektrokraftfahrzeuge kommt. Auf einem Autoparkplatz können 8 bis 10 Fahrräder stehen. Ein S-Pedelec verbraucht ca. 1,5 KWh auf 100 km.

Womit ich wieder bei den obigen Punkten angelangt bin: Verstopfte Städte, Infrastruktur, und EEG Förderung. Aber auch hier muss nun wieder mit Steuergeldern die ach so arme Autoindustrie gerettet werden. Nutznießer werden hier wahrscheinlich wieder nicht die deutschen Hersteller sein, die den E-Auto Trend wieder komplett verschlafen haben. Wie schon bei der Abwrackprämie vor Jahren, waren es vor allem ausländische Hersteller die davon profitiert haben. Sei es ihnen gegönnt.

Für Plug-in Hybride gibt es übrigens 5000€. Obwohl in vielen Tests nachgewiesen wurde, dass ein guter Benziner oder Diesel bei deutlich weniger technischem Aufwand genau so sparsam ist. Außerdem werden hier meiner Meinung nach wieder Leute gefördert, die sich solch ein Auto auch ohne Förderung leisten könnten. Aber das ist eine Andere Geschichte.

 

 

 

 

 

 

Das echte neue Pferd im Stall – Alutech FANES 5.0

Eigentlich hatte ich ja schon ein gebrauchtes Kona Process gekauft. Leider ist das in der Post verschollen gegangen (und auch nicht) -> Klick

So habe ich dann doch einen Leasingvertrag über ein Jobrad abgeschlossen. Ob es sich finanziell lohnt sei mal dahin gestellt. Fakt ist, dass ich mir sonst nie ein so teures MTB gekauft hätte. Man spart ca. 25% und finanziert es relativ schmerzlos. Und es ist wirklich ein tolles Teil. Einmal ist ein Alutech sowieso etwas besonderes. Hat ein bisschen Manufakturstyle. Toll finde ich auch, dass es quasi ein regionales Produkt ist. Damit also das Gegenteil des kanadischen Kona.

Dazu kommt, dass es sich um einen speziellen custom Aufbau handelt, der mal für eine Messe gedacht war. Highlight sind hier die e*thirteen trsr Carbon Laufräder. Die weitere Spec spricht für sich.

spec

Spec Fanes 5.0 custom

Und da ist es also (noch in Originalaustattung):

IMG_20190925_161535

FANES 5.0 vor standesgemäßem Hintergrund 😉

IMG_20190925_171203

Die Abholung hat auch wieder wirklich Spaß gemacht. Der Jü (Anmerkung des Autors: Gemeint ist Jürgen Schlender, der Chef von Alutech Cycles) war sehr gesprächig und hat mir wieder ein paar tolle neue entwicklungen gezeigt. Noch darf ich darüber nicht schreiben. Aber das folgt bestimmt bald 🙂

Natürlich habe ich es (bzw SIE. Die Fanes) gleich etwas modifiziert:

IMG_20190927_171248

Superstar components NANO X EVO Pedal und SRAM Crankboots

IMG_20190927_171257

Ergon GA3 FAT Griffe. Sehr angenehm

Sehr pfiffig fand ich die Idee von Alutech, die Formula Cura Bremsgriffe und den SRAM und Bikeyoke Trigger mit einer Magura Shiftmix Klemme zu verbinden. So sieht das Cockpit wirklich super clean aus. Auf jeder Lenkerseite ist je nur eine Schelle angebracht.

IMG_20190927_171241

Chromag Lynx DT. Ist auch von unten orange, damit es auch Stylo aussieht, wenn das Bike am Lift hängt 😉

Dazu noch diverse Schutzfolien und ein paar kleine weitere Gimmicks.

Am letzten Wochenende haben wir dann noch einen spontanen Ein-Tages-Trip nach St. Andreasberg in den Bikepark (MSB X-Trail) unternommen. Ich musste das Rad einfach ausprobieren. Zufällig sind nur die anderen FANES Besitzer unserer Bike Truppe mitgekommen. So hatten wir also FANES 3.0, 4.0 und 5.0 am Start 🙂

 

IMG_20191006_110550

IMG_20191006_150841

FANES Club Norddeutschland….

Es lief richtig super. Die FANES ist spürbar leichter als mein altes YT wicked und bergab ne Macht. Ich habe mich auch direkt zwei neue Drops hinuntergetraut, weil das Rad einfach unheimlich viel Sicherheit vermittelt. Positiv überrascht war ich zudem von den Formula Cura (vorne 4 hinten 2) Bremsen. Knackiger Druckpunkt und tolle Standfestigkeit. Dazu noch mit echt zierlichen Hebeleien. Bei Bremsen bin ich seeehr pingelig.

Spürbar war auch das gegenüber dem wicked um 35mm tiefere Tretlager. Da ich so lange Beine habe, habe ich jetzt hier das Gefühl eher „im Rad“ zu stehen. Auch bedingt durch die 27,5″ Laufräder.  Nachteil ist hier nur, dass man wirklich auf die Pedalstellung achten muss wenn es ruppig wird. Die Crank Boots sind 2 mal aufgesetzt.

Erwähnenswert ist auch die Performance der SRAM XO1 Eagle Schaltung. Super leichtgängig und knackig. Echt toll und nochmal ein riesen Sprung gegenüber der X01 11-fach Gruppe am Kona. Ob sich das sehr kleine 30er Kettenblatt bewährt, muss sich noch zeigen.

 

IMG_20191006_150907

Artgerecht bewegt…

Auf jeden Fall ein echtes Schmuckstück. Ich freu mich, den (persönlichen) Grenzbereich weiter auszuloten.

Woom 3 – Erfahrungen nach 1 1/2 Jahren

Seit März 2018 haben wir nun unser Woom 3 Automatix. Hier noch einmal der Beitrag zur Kaufentscheidung. Mittlerweile hat unser kleiner das Rad von seiner großen Schwester geerbt und ordentlich artgerecht bewegt.

IMG_20190830_172825

The unknown stuntman 😉

Zeit ein Resümee zu ziehen (ja, das wird wirklich so geschrieben).

Da Kinderräder ja meistens nicht die wahnsinnigen Kilometer machen, verschleißen sie eher durch den normalen Gebrauch. Demzufolge musste ich auch noch nichts austauschen. Der Hinterreifen ist aufgrund intensiver Bremsversuche aber bald fällig 😉 Die SRAM Automatix Nabe dreht etwas schwerer als am Anfang. Ist aber noch erträglich. Im Nachhinein hätte ich sie wahrscheinlich nicht genommen. Sie ist relativ schwer und kleine Kinder checken irgendwie noch nicht, dass man kurz den Druck vom Pedal nehmen muss wenns wieder bergauf und langsamer wird. So ist der kleine öfter mal am Berg „verhungert“.

IMG_9610

SRAM Automatix Nabe

Richtig kaputt ist nur das Gummi zur Lenkanschlagsbegrenzung. Auch etwas Korrosion ist an der Halteschraube zu sehen.

IMG_20190830_173317

Bis auf etwas Aluminiumkorrosion und die verblassten Aufkleber an der Bremse steht das Rad noch sehr gut da.

IMG_20190830_173322

Auch die Wartung kommt natürlich nicht zu kurz…

IMG_20190830_171701

Professionelle Wartung

Es ist auf jeden Fall immer toll anzusehen, wie schnell der Lütte mit dem Rad um die Ecken flitzt und auf den Punkt bremst. Die beiden Handbremsen sind definitiv ein riesen Vorteil. Auch die 2 km zum Kindergarten oder kleine Geländeausflüge sind kein Problem für Ross und Reiter.

Das aktuelle Modell ist nicht mehr mit der Automatix Nabe lieferbar. Dafür hat es jetzt einen Kettenschutz. Finde ich gut, würde ich aber nicht unbedingt nachrüsten.

Euroeyes Cyclassics 2019

Letzten Sonntag war es einmal wieder so weit. Die Cyclassics in Hamburg standen an. Und so richtig motiviert war ich nicht um ehrlich zu sein. Ich war extrem wenig gefahren in diesem Jahr. Vor dem Rennen nur ca 400km. Plus unbekannte MTB Kilometer plus ca. 300 S-Pedelec Kilometer.

Naja, es war ja bezahlt und ist auch irgendwie ne Teamsache. Das Wetter versprach bombastisch zu werden. Also 06:15 ab ins Auto und los nach Hamburg. Immerhin ist das nur knapp eine Stunde Anreise. Es kommen ja Leute von sonstwo nach Hamburg um mitzumachen.  Ein Mitfahrer musste sich leider spontan abmelden wegen Knieschmerzen. Sehr schade. Nach einer kurzen Bahnfahrt zum Jungfernstieg und ein paar 100m mit dem Rad haben wir dann noch ca. 1 Stunde auf den Start gewartet.

IMG_20190825_080825

Warten auf den Start

Und wenn ich auch etwas unmotiviert war, umso besser war das Rennen an sich. Perfektes Wetter und ab km 45 eine Gruppe mit perfekter Geschwindigkeit für uns. So cool hatte ich das noch nicht erlebt, dass man mit knapp 50 km/h im Pulk die Alleen entlang rauscht, alle hochkonzentriert. Und das ist auch bitter nötig. So ungefähr alle 10 km sah man Sanitäter am Straßenrand die mehr oder weniger schlimm verletzte versorgten. Ist schon ne gefährliche Sache. Unsere kleine Gruppe hätte es einmal inmitten der Großen auch fast geschmissen. Vorne war wohl eine Engstelle, sodass alle Bremsen mussten. Da geht der Puls schon hoch wenn man hofft, dass alle in den 10cm Abstand um einen herum das Bremsmanöver auch ordentlich hinbekommen…

Zum Schluss reichte es für gaaaanz knapp unter 3 Stunden und einen 33,9 km/h Schnitt. Meine persönliche Bestleistung. Ich bin nur ja auch schon Senioren 2 (Uäääääh!).

Urkunde Cyclassics 2019_maddin

Nicht schlecht für nen alten Mann 😉

Mal sehen, ob ich nächstes Jahr mal ne Pause mache..

 

 

Das neue Mountainbike, DHL und die Quantenabholung – Nun ist es tatsächlich noch gekommen

UPDATE: Am 13.09. wurde das Paket tatsächlich kommentarlos geliefert… Ich dachte ich guck nicht richtig. Der Adressaufkleber war völlig unversehrt und man sah, dass das Paket definitiv geöffnet wurde. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Ist ja auch soweit OK. Nachdem aber die Nachforschung und die Schlichtung bei DHL 6 Wochen lang erfolglos geblieben waren, hatte ich das Rad definitiv abgeschrieben.

Ich hatte daraufhin 2 Tage vor dem Eintreffen des Kona einen Leasingvertrag für ein Jobrad unterschrieben… Das neue Schätzchen werde ich hier auch noch vorstellen 🙂 Echt doof. Die Reaktion von DHL war lediglich: „Das kommt mal vor“. Saftladen!

 

Alter Beitrag:

Ich glaube ja, dass jeder irgendwelche Horrorgeschichten über Paketdienste auf Lager hat. Jetzt habe ich auch eine die ich noch meinen Enkeln erzählen werde. Ich bin ein sehr geduldiger Mensch der immer an das Gute glaubt. Aber diese Geschichte hat mich echt ein paar Lebensjahre gekostet.

Wie ich hier schrieb habe ich mir bei ebay Kleinanzeigen ein neues Mountainbike gekauft. Ein Kumpel von mir hat sich das vor Ort angeguckt und es für super befunden. Leider konnte er es nicht gleich mitnehmen weil sein Auto voll mit Urlaubsgepäck war. Da nahm das Schicksal seinen Lauf….

01.08.2019: Das Paket wurde beim Verkäufer von DHL abgeholt. Super, dachte ich. DHL ist ja Qualitätsversender. Allerdings kam der Abholer auch schon einen Tag zu spät. Ich bekam dann auch Fotos vom verpackten Rad und dem Versandaufkleber auf dem Karton.

Nachdem sich dann einige Tage nichts tat habe ich mich beim Verkäufer gemeldet. Der rief (aus seinem Urlaub. Danke dafür) bei DHL an.

Am 07.08.2019 änderte sich daraufhin der Status auf „erfolgreich abgeholt“. AAAAhhha! Was war denn die „normale“ Abholung. Warum gibt es da überhaupt ne Unterscheidung? Entweder es ist abgeholt oder nicht. handelt es sich hier um das seltene Phänomen einer Quantenabholung ? Also ist das Paket gleichzeitig abgeholt und auch nicht?  (Kleiner Quantenexkurs 😉 )

Ist auch ein wenig wie das Schild auf dem steht, dass etwas „strengstens Verboten“ sei. Nicht einfach nur so verboten oder streng verboten. Nein STRENGSTENS!

DHL

09.08.2019: Eigentlich hätte ich das Rad nun schon sicher in meiner Obhut gedacht. Bei Hermes dauert sowas keine 3 Tage. Es tut sich nichts in der Sendungsverfolgung. Also rufe ich auch mal bei DHL an. Nach 15 Minuten Warteschleife sagt mir der freundliche Mitarbeiter, dass das Paket…….“erfolgreich abgeholt wurde“… Und zack! Das erste Lebensjahr weg…

11.08.2019: Der echt bemühte Verkäufer fragt bei seinen Nachbarn, ob das Rad eventuell wieder zuhause im Flur steht. Er ist ja im Urlaub. Nee, nix da. Auf seine Nachfrage bei DHL wird versichert, dass das nun bald in der Sendungsverfolgung zu sehen sein wird und eventuell noch 2 Tage dauert. Nicht schön, aber OK.

13.08.2019: Es kann wohl doch noch dauern. Irgendwie ist das Paket weg. Aber noch zwei Tage. Ehrlich! Lebensjahr Nummer zwei dahin.

Ich rufe also auch noch einmal bei DHL an. Und der Mitarbeiter erzählt mir, dass das Paket in meinem Wohnort im Postlager sei. Aha. Ich frage mich, wo dieses Lager sein soll? Unser Dorf hat 1200 Einwohner. Unsere super nette DHL Zustellerin wusste auch bescheid, dass wir was erwarten. Ich denke nicht, dass sie ein Paket von 120 x 60 x 30 cm Größe übersehen hätte. In dem Lager das meiner Meinung nach nicht existiert…

14.08.2019: Ich rufe nochmal bei DHL an. Jetzt ist auf einmal unbekannt wo sich das Paket befindet. Dann wurde ich also am Vortag bewusst angelogen. Da erhöht sich der Ruhepuls langsam. Mittlerweile hat der Verkäufer auch offiziell Beschwerde eingereicht.

15.08.2019: Ich reiche offiziell Beschwerde bei der Bundesnetzabgentur ein, nachdem mir an der Hotline die Weiterleitung an den Vorgesetzten verweigert wurde. Es kommt auch am selben Tag eine Rückmeldung. Respekt! Es kann noch kein Schlichtungsverfahren eingeleitet werden, da der Verkäufer jetzt einen offiziellen Nachforschungsantrag gestellt hat. Der kann 10 Tage dauern und muss abgewartet werden.

Allerdings hat sich dann auch DHL gemeldet. Die haben wohl schon mal einen Rüffel von der Netzagentur bekommen. Gut so!

Stand 20.08.2019: Der Nachforschungsantrag muss abgewartet werden. Mal ganz ehrlich DHL: Wie kann ein so großes Paket verloren gehen? Ich checks nicht. Zum Glück hat der Verkäufer das Paket extra versichert.

 

to be continued…..

 

Velo Hamburg 2019 – Mein Bericht von der Fahrradmesse in der Rindermarkthalle

Puh, ist ja schon was her seit ich das letzte mal was geschrieben habe. Irgendwie ist mir das Leben dazwischengekommen. Sogar meinen Osterausflug hab ich noch nicht verarbeitet. Aber hier soll es ja nun um ein anderes Event gehen:

edh

Also wenn schon große Fahrradgeschäfte das Paradies sind, dann weiß ich gar nicht wie ich das hier bezeichnen sollte… Es war einfach geil. Wir waren 4 Stunden da und die Zeit verflog nur so. Aber der Reihe nach. Ich bin mit einem Freund und seinem Papa nach Hamburg gefahren. Da er nach einem (Fahrrad) Unfall immer noch ne Schraube im Bein hatte, sind wir mit dem Auto bis ganz in die Stadt gefahren. Parken direkt gegenüber war mit 1€/Stunde günstig. Ansonsten hätte man auch U3 Feldstraße oder U2 Messehallen aussteigen können.

Nachdem ich faire 6€ Eintritt gezahlt habe (jawohl, ich habe keinen Blogger Bonus in Anspruch genommen), haben wir uns  erstmal auf dem Außengelände umgesehen. Hier waren z.B. Bergamont, Specialized, Stevens und SKS vertreten.

Am Bergamont Stand habe ich dann mal das Bergamont Grandurance in natura gesehen, welches ich ja in meinem Gravelbike-Vergleich auch mit drin hatte (guckst du). Leider muss ich zugeben, dass es in natura wesentlich cooler aussieht als mein Cube Nuroad 😉

edh

Bergamont Grandurance

Außerdem ja auch noch ne Hamburger Firma. Egal, die Ausstattung bleibt im Vergleich etwas schlechter. Das andere Ende des Preisspektrums war dann bei Specialized zu sehen. Hier ein schickes Gravelbike in „Frostlack“ Optik für schlanke 3500 Taler. Dafür aber mit TRP Seilzug Scheibenbremse. Irgenwie etwas unpassend. Aber der Lack macht echt was her:

edhedh

Draußen gab es auch noch eine kleine Teststrecke. Inklusive zweier Ampeln und einer Rampe hoch ins Parkhaus. Hier bin ich dann einmal so einen der neumodischen 25er E-Scooter gefahren und ein altes Mountainbike, das mit einem Nachrüst E-Antrieb ausgerüstet war:

 

Beides irgendwie nette Spielereien. Das Schöne an einem Blog ist ja, dass ich meine Meinung sagen darf. Es wird ja niemand gezwungen es zu lesen 😉 So wage ich stark zu bezweifeln, dass die E-Kickscooter den Stadtverkehr entlasten. Es wird wohl kaum einer damit statt mit dem Auto oder den Rad fahren sondern wahrscheinlich Strecken die sonst zu Fuß erledigt wurden. Nach nur 5 Minuten damit war ich überrascht, wie erschreckend schnell und instabil so ein Ding fährt. Auch muss man sich beim Bremsen ordentlich nach hinten hängen, damit man nicht direkt nach vorne absteigt. Und das dann zusammen mit den Fahrrädern auf dem Radweg. Ob das so der Königsweg ist?

Von dem Nachrüst E-Antrieb (für 1400€) habe ich eigentlich nur in Erinnerung, dass da eine deutlich fühlbare Ein- und Ausschaltverzögerung war. Egal. Das findet alles seine Kunden.

Draußen gab es auch noch eine art „Lego Pumptrack“. Also ein aus vorgefertigten Elementen zusammengesteckter Parcours.

edh

Dann also weiter in die Halle. Hier gab es noch mehr Räder und Zubehör. Allerdings keine Klamotten. Gerade bei den Rädern waren ein paar echte Exoten und Leckerbissen dabei. Vor allem Spezialräder wie Liegeräder und Trikes  und die hippen Lastenräder. Vieles nicht mein Fall, aber interessant anzuschauen.

edhedhedh

Mein liebstes Accessoire war das hier.. Fliegen und Manschettenknöpfe aus Fahrradschlauch. Echt witzig:

 

Bei den Kinderrädern war natürlich Woom vertreten. Dazu muss ich ja hier nichts mehr schreiben. Das könnt ihr hier und hier nachlesen.

edh

Mein persönlicher Held war hier aber Johannes von MONA & CO bikes aus München. Anders als ich z.B. hatte er den Arsch in der Hose eine eigene Kinderrad Firma aufzumachen. Wie so viele hat er damit angefangen für seine Tochter ein Rad zu bauen. Das bemerkenswerteste ist, dass er beim Gewicht der Räder auf z.B. Woom Niveau bleibt. Das aber mit einem Stahlrahmen und Scheibenbremsen! Hier helfen Kniffe wie extra leichte Laufräder und gewichtsoptimiertes Cockpit, Sattel und Sattelstütze. Auch erwähnenswert ist, dass die Rahmen so gestaltet sind, dass man mit einem Rahmen noch auf größere Laufräder aufrüsten kann ohne gleich ein neues Rad kaufen zu müssen. Preislich ab ca 900€ sicher kein Schnäppchen aber im besten Sinne Preiswert. Bei Johannes bin ich dann etwas im Schnack versackt. War echt cool.

rpt

Der Maddin und der Johannes (sorry für das unscharfe Bild…)

edh

Handgechweißter Prototyp

edh

edh

Langes Ausfallende für verschiedene Laufradgrößen (oder bessere Downhillperformance 😉 )

 

edh

Keine Messe ohne Schnäppchen. So gab es den 12er Karton Clif-Bar (für mich der leckerste Energieriegel) nach hartem Feilschen für schlanke 15€ (einzeln sonst 24€). Oder zwei Hiplok „malebenkurz“ Schlösser ebenfalls für 15€. Für kurz beim Bäcker rein oder auf dem Campingplatz ne gute Sache um Gelegenheitsdiebe fernzuhalten:

 

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung die ich im nächsten Jahr sicher wieder besuchen werde.

img_20190519_195855.jpg

Fette Beute

Hier noch ein paar Impressionen. In diesem Sinne: Man liest sich 🙂

 

Jobrad, Bikeleasing, Dienstrad: Die neue 0,5% Regelung ist in Kraft

Wie auch immer man es nennen will und welcher Anbieter vielleicht dahintersteckt: Allen gemein ist, dass sie sich nun auf die neue 0,5% Regel setzen können.

Bisher war es so (genau wie beim Dienstwagen), dass der Mitarbeiter 1% des Neuwagenwertes auf sein Gehalt aufgerechnet bekam und diesen Geldwerten Vorteil dann zusätzlich versteuern musste. Zum Beispiel: Der Wagen kostet 50.000€. Der Geldwerte Vorteil beträgt dann 500€.  Diese Regelung machte Fahrräder und Pedelecs noch attraktiver da ein Fahrrad einfach nicht 50.000€ kostet. Bei 5000€ Fahrradwert sind so also lediglich 50€ zusätzlich zu versteuern gewesen.

Jetzt wurde das Fahrrad / Pedelec aber dem Elektroauto gleichgestellt. Das heißt, dass lediglich 0,5% des Neuwertes versteuert werden müssen. Im Beispiel oben also 25€ von 5000€.

Alles ziemlich kompliziert. Auf der Seite von Jobrad.de ist das ganz gut beschrieben.

Und bei bikeleasing.de gibt es einen tollen Beispielrechner.

Also fragt euren Chef, ob das für eure Firma nicht auch in Frage kommt 🙂

Zwei Perlen im Norden: Hütti Trail und Alutech Cycles

Als Mountainbiker muss man bei uns im „echten Norden“ (offizieller Slogan Schleswig- Holsteins) ja etwas bescheiden sein. An vielen Stellen kann man am Montag schon sehen wer Freitags zu Besuch kommt, so flach ist es hier…

Umso erstaunlicher ist es, dass sich ausgerechnet im flachen Norden (mit Ausnahmen wie ich noch ausführen werde) eine Firma angesiedelt hat die ausschließlich Mountainbikes herstellt. Die Rede ist von Alutech Cycles. Noch nie gehört? sollte man aber. Das Enduro FANES hat es der Konkurrenz schon einige male gezeigt, wie es geht 😉 (Im Test dort die Version 5.0. Aktuell ist die FANES 6.0 herausgekommen)

edh

Das Alutech Hauptquartier in Ascheffel

edh

Der Promo Anhänger

Spontan ergab sich für mich ein Hausbesuch. Ein Kumpel hatte sich ein gebrauchtes FANES 3.0 Enduro gekauft und brauchte ein paar Ersatzteile und etwas Beratung weil der Vorbesitzer an den Naben herumgefummelt hatte. Da dachte ich: Kommste mal mit.

Offiziell wird das Modell FANES gesprochen wie geschrieben und nicht denglisch „Fäins“. Und des heißt „die“ und nicht „das“. Alles etwas anders bei Alutech.

So begrüßte uns Inhaber, Bikefreak und Mastermind von Alutech, Jürgen Schlender persönlich. Während mein Kumpel mit dem Techniker ne halbe Stunde in der Werkstatt verschwand (was übrigens völlig kostenlos und alles andere als selbstverständlich war. zumal bei einem Gebrauchtrad!) fragte ich Jürgen, ob ich ein paar Bilder für meinen Blog machen dürfte. Ja, durfte ich bis auf ein paar geheime Prototyp Produkte (logisch). Und nicht nur das. Ich habe auch noch eine tolle persönliche Führung inklusive 30 Minuten herrlichem Bike-Nerd talk bekommen. Danke an dieser Stelle noch einmal. Ich fühlte mich als ambitionierter Laie sehr erst genommen.

Den Anfang machte der Ausstellungsraum wo ein paar aktuelle Modelle und einige handgeschweißte Prototyp-Rahmen älterer Modelle zu sehen waren.

edh

Ausstellungsraum

Hier hat Jürgen mir auch den Prototyp eines E-FANES Rahmens gezeigt. Da kann man denke ich einen Knaller erwarten. Cool wenn kleine Firmen auch hier den „Großen“ wie Haibike und Co was entgegensetzen. Alutech wird auf einen Shimano STEPS 8000 Motor inkusive Rahmen-Akku mit 500 Ah setzen. Auch der Endantrieb wird laut Jürgen von Shimano kommen und somit entgegen der sonstigen SRAM Philosophie angelegt. Ein 12-Gang Eagle Antrieb ist beim E-Bike sicher auch nicht nötig und so harmonieren alle Bedienelemente am Lenker miteinander.

edh

Jürgen Schlender und E-FANES Proto Rahmen

Die Erprobung wurde mit einem modifizierten Serienrad durchgeführt. Das wurde der Optik nach zu urteilen auch Artgerecht bewegt 🙂 Wie man sieht wird der Akku hier separat im Rucksack mitgeführt.

edh

E-FANES Erprobungsträger

Weiter ging es in die Werkstatt. Da lacht das Bikefreak- und Ingenieursherz. Die ersten Exemplare werden hier komplett in Handarbeit gebaut und modifiziert bevor es in die Serienfertigung geht.

edh

Die heiligen „Hallen“. Auf dem Tisch ein „Fat-Fanes“ Rahmen in der Entstehung

Hier wurde auch mein Kumpel „verarztet“

edh

Da freut sich aber einer 🙂

rpt

Fanboy shot: Jürgen Schlender und der „Autor“

Was ich auch sehr erfrischend fand war die Tatsache, dass man ungeniert über Wettbewerbsprodukte sprechen konnte und auch Vergleiche anstellen konnte. In der Zwischenzeit hat sich ja auch einiges getan seit ich mein Steinzeit 2011er YT wicked 150 gekauft habe.

Es ist schon beeindruckend, wie ein so kleines Unternehmen solch blitzsaubere Geräte auf die Beine stellen kann. Nebenbei wird auch an der einen oder anderen Innovation gearbeitet. So ist die FANES 6.0 z.B. mit einem NFC Chip ausgestattet. Dieser ist unter anderem sozusagen ein virtuelles Set-up und Wartungsheft. Ziemlich cool. Hier ein Artikel dazu >Klick<. Es sind demnächst auch noch weitere Überraschungen zu erwarten…

fanes60

Alutech FANES 6.0 Topmodell © Alutech Cycles

Die Antwort, warum sich Alutech ausgerechnet hier angesiedelt hat ist wie angekündigt folgende: Vor der Haustür liegen die Hüttener Berge und der „Hütti trail„. Das ist für uns Nordlichter wirklich eine Perle. Die Hüttener Berge sind eh schon cool. Und nun auch noch mit offizell gebauten und ausgeschilderten Trails. Teilweise mit gebauten Elementen wie Kickern und Anliegern. Hier findet auch alljährlich die von Alutech ausgerufene traditionelle Advendsausfahrt statt. Inklusive der Möglichkeit Räder zu testen.

Leider habe ich zum Ende des Besuchs den Fehler gemacht auf der aktuellen FANES 6.0 probezusitzen. Wie erwartet hat es direkt nur beim sitzen starke „habenwill“ Gefühle ausgelöst. Mal sehen. Für 2020 ist ja ein Haffjell Trip geplant. Da brauche ich mal was großkalibrigeres. Lieber Jürgen wenn du das liest: Für einen Teamrider bin ich zu schlapp und zu alt. Aber vielleicht kannst du ja noch einen begeisterten Pressevertreter gebrauchen der einen kleinen Rabatt bekommt 😉

Aus Woom 3 wird Woom 4 – Das überzeugende Kinderrad

Unsere Große wird nun schon 7 Jahre alt und langsam wird ihr 16 Zoll Woom 3 etwas zu klein. Das Rad war auf jeden Fall ein Augenöffner!

Jetzt steht also das Woom 4 an. Mit 419€ plus Ständer und Schutzbleche sicher selbstbewusst bepreist, aber zum Preis-/Leistungsverhältnis hatte ich ja schon was beim Woom 3 geschrieben.

Capture

© Woom bikes

Der größte Unterschied neben den 20 Zoll Rädern ist auf jeden Fall die 8 Gang Kettenschaltung. Diese wird mittels Drehgriff betätigt. Das Schaltwerk sieht riesig aus. das liegt daran, dass es keine speziellen Schaltwerke für Kinderfahrräder gibt. Es ist ein normales SRAM X4. Mal sehen, ob ich noch ein gebrauchts X0 oder sowas finde. Da könnte man noch ein paar Gramm sparen 😉

x4

© SRAM

Zusätzlich habe ich wieder einen Ständer geordert und diesmal auch Schutzbleche. Eine StVZO konforme Batteriebeleuchtung habe ich allerdings separat gekauft. Da habe ich dann auf Marke vertraut.

Das Gewicht des Woom 4 ist mit 7,4 kg angegeben. Dazu kommen noch Schutzbleche und Stecklichter. Ich denke, dass das Gesamtgewicht bei ca 8 kg liegen wird. Zum Vergleich wiegt ein Standard Kinderrad 11,3 kg….

So kam das neue Schmuckstück dann gut verpackt zuhause an

edhedh

edh

Zubehör

Der generelle Aufbau war so simpel wie beim Woom3. Lediglich die Befestigung des hinteren Schutz“blechs“ (ist aus Kunststoff) gestaltete sich etwas schwierig. Anscheinend gab es eine Änderung bei Woom, da auch die Abbildung in der Anbauanleitung anders aussah. Ich musste da etwas Platik abknipsen und dann ging das.

Die restlichen Anbauteile sind gewohnt hochwertig. Der Ständer ist nun als direkt zu montierender Hinterbauständer ausgeführt und der verstellbare vorbau wird von Syntace zugeliefert(!)

edh

Verstellbarer Vorbau

Und so harrt das gute Stück nun auf Donnerstag wenn es meine Tochter zum Geburtstag bekommt. Fahrbericht folgt 🙂

edh

Auch „die kleine Botin“ ist Widerholungstäterin. Hier laufen mehrere woom bikes in verschiedenen Größen. Schaut mal rein…

Trip of a lifetime

Neulich fragte mich meine Frau, ob ich eigentlich einen Lebenstraum hätte. Da musste ich nicht lange nachdenken: Einmal nach Whistler B.C. in Canada und den angeblich besten Bikepark der Welt besuchen. Und dann zwei Wochen biken bis die Hände bluten…

Sogleich habe ich meinen besten Bike Buddy kontaktiert und ihn mal so zu seiner Meinung befragt.  Hätte meine Frau mal nichts gesagt. Wenn ich erstmal eine fixe Idee im Kopf habe, dann wird diekt losgeplant 🙂 Mein Buddy hat dann das GO von seiner Frau bekommen. Jetzt war der Stand, dass wir planen das in 2-3 Jahren zu machen. Eine kleine Recherche  ergab dann, dass dann wohl mit ca. 3500€ pro Person für zwei Wochen zu rechnen sei. Plus Leihbike oder Luftfracht für das eigene. Autsch! Die andere Alternative wäre dann ein passendes Bike zu kaufen. Denn mit meinem 150mm YT All-Mountain und seinem 120mm Focus braucht man da glaube ich nicht anfangen.

Nennt es Geiz, aber nachdem ein paar Wochen vergangen und die erste Euphorie verflogen war fragte ich mich, ob es das wirklich wert ist. Schließlich wohnen da zuhause noch 3 andere Personen. Ist schon egoistisch so viel Geld für einen Allein-Trip auszugeben. Zudem wären es insgesamt eher 3 Wochen inklusive An- und Abreise. Auch sollte man den Jetlag nicht unterschätzen. Da ist nichts mit ankommen und direkt losbiken. Also Traum ausgeträumt.

Nicht ganz

Warum müssen immer alle ins Heilige Bike-Mekka Whistler schielen. Klar kommen irgendwie alle Freeride Stars wie Graham Agazis und Konsorten von da. Aber in Europa muss es doch auch was geben. Für den Freeride Sport wohne ich denkbar ungünstig. Nämlich im flachen Schleswig Holstein. Das macht es aber plötzlich wieder spannend. Denn nach einiger Recherche kam ich auf den Bikepark Haffjell in Norwegen (das Whistler Europas. Was soll denn das immer). Plötzlich wohne ich gar nicht mehr so doof. Von Tür zu Berg sind das ca. 1200 km. Als Camper der sonst schon 1500 km Anreise nach Italien oder Südfrankreich hat schockt mich das nicht.

hafjell-01

© Bikepark Haffjell

Wie wäre es also mit einem coolen Roadtrip. Räder auf den Camper geschnallt, Red Bull und Stullen eingepackt und in den Norden rollen. Voll geil! Man könnte auch ein Rad vor Ort mieten. Ein aktuelles Scott Gambler kostet ca 200€ für eine Woche. Ich wollte schon lange mal ein richtigen Donnerbolzen ausprobieren. Ersatzteile braucht man dann auch nicht mitzuschleppen.

Es gibt auch Anbieter von Pauschalreisen wie z.B. rock my trail. Da ist dann alles dabei. Busanreise, Unterkunft, Liftticket und Fahrtechnikkurse. Die Frage ist nur, ob man mit 40+ noch Bock hat mit bis zu 20 Leuten im alter zwischen 16 und 25 in einer Hütte zu wohnen. Da bin ich vielleicht doch schon zu alt für…

Also mal schnell überschlagen was da ca. kosten würde. Es gäbe mehrere Varianten. Man kann komplett über Dänemark fahren und muss dann Brückenmaut bezahlen, oder man nimmt die Fähre Kiel Göteborg. Kiel Oslo wäre ideal. Aber das ist so absurd teuer, dass ich das hier mal weggelassen habe:

Kosten für: 1 Person 2 Personen Auto Anreise 2 Personen Fähre + Auto
Unterkunft 500 250 250 Low budget camping
Fahrt Tür zu Berg 243 121 2500km x7,5lx1,30€
Brückenmaut DK 160 80
Fahrtechnikkurs 100 100 100
Fahrt Göteborg zu Berg 97,5 48,75 1000km x7,5lx1,30€
Fähre Kiel Göteborg 750 375
Liftticket 500 500 500
Leihbike 300 300 300
Transfer 0 0 0
Verpflegung 300 150 150
1501 1723
Summe Summe/person Summe/person

Das sieht doch nicht schlecht aus. To be continued 🙂