Just one more Bike. I swear! Trailhardtail Alutech Cheaptrick

Im letzten Beitrag habe ich ja noch überlegt, meine Alutech Fanes 5.0 gegen die aktuelle Evolutionsstufe 6.1 zu tauschen.

Es kam nun ganz anders. Die Fanes 5.0 ist einfach ein so tolles Bike, dass ich beschlossen habe sie zu behalten. Der Plan ist, das Rad noch abfahrtstauglicher zu machen und die Fox 34 Gabel gegen eine RockShox Lyrik mit 180mm Federweg zu tauschen.

Aber zusatzlich wird dann noch ein neues Trail Hardtail namen Alutech Cheaptrick einziehen 🙂

Ich war schonmal probefahren und sabbern :

Alutech Cheaptrick Custom

Ausgestattet mit der von mir sehr geschätzen Formula Cura Bremse, einer Formula Selva S Gabel und einer SRAM NX Gruppe. „Nur“ muss man leider sagen. Die allgemeinen Preiserhöhungen haben das wohl nötig gemacht. Zuvor war noch eine höherwertige GX Gruppe dran. Erfreulicherweise ist schon eine 170mm Dropperpost von der Alutech Hausmarke Twinworks verbaut. Das kommt mir als Langbeiner sehr entgegen.

Aber warum und wieso? Hardtail ist doch voll das downgrade. Und was ist eigentlich ein Trail Hardtail? Auf die „warum“ Frage antworte ich mit selbst: „Warum nicht?“ 😉 Ich möchte mal wieder das pure Hardtail feeling. Nicht einfach draufhalten und das Fahrwerk machen lassen, sondern vorausschauend fahren (was man immer machen sollte) und die richtige Linie suchen. Zudem hat das Rad nichts mit asketischen, leichten Marathon/cross country Hardtails zu tun. Die Geometrie ist ziemlich lang und flach und sehr ähnlich zu der der Fanes 5.0 (siehe Tabellen unten). Die Gabel ist mit 140mm Federweg und 35mm Standrohren auch fürs Grobe geeignet. Ebenso die 37mm breiten 29″ Laufräder.

Ich habe mich z.B. im Winter auch ertappt, dass ich nicht biken wollte weil ich keine lust hatte das Rad hinterher zu reinigen. Am Hardtail ist einfach nicht so viel dran. Kein Hinterbaugelenke, kein Dämpfer und damit weniger Ecken in denen sich der Dreck sammeln kann.

Damit kommen wir zu einem Nachteil. Das Cheaptrick in der gezeigten Kombination wiegt stolze 14,5 kg. und damit 300g MEHR als meine Fanes 5.0 als Fullsuspension Bike. Wie kann das sein?

Nun, die Fanes hat Carbon Laufräder, einen Carbon Hinterbau und ist auf Tubeless umgebaut. Zudem sind 27,5″ Laufräder meist eh etwas leichter als 29er. Dann noch die leichtere XO1 Eagle Gruppe mit der Carbon X1 Kurbel. Das läppert sich.

Aber etwas Abhilfe ist schon unterwegs. Das größte Tuningpotential liegt nämlich bei den Reifen. Die verbauten WTB Judge 29×2,4 Reifen wiegen stolze 1350g. Pro Stück! Dazu noch zwei Schläuche mit jeweils knapp 300g. Bei Kleinanzeigen habe ich bereit einen Maxxis Ardent race und einen Maxxis Ikon in 29x 2,2 geordert. Jeweils 650g. Dann noch Umbau auf tubeless und schon sind 1700g eingespart. Wenn es passt, tausche ich dann noch die X1 mit der NX Kurbel und dann sind es insgesamt 1850g.

Um es ein wenig farbig zu gestalten und die Ergonomie zu verbessern, liegen auch schon ein paar leckere Teile bereit 🙂

Hier noch die Geotabellen:

Alutech Cheaptrick Geo. Copyright: Alutech Cycles

Alutech Fanes 5.0 Geo. Copyright: Alutech Cycles

Stay tuned…

Behalten oder upgraden? Alutech Fanes 5.0 vs Fanes 6.1

Kaum zu glauben. Aber die 3 Jahre Bikeleasing sind schon wieder um. Im September 2022 kann ich meine liebgewonnene Alutech Fanes 5.0 aus dem Leasing rauskaufen. Zurückgeben kommt nicht in Frage. Selbst wenn ich was neues nehme, kann ich die 5.0 lieber auf dem freien Markt anbieten. Aber warum überhaupt tauschen? Ist doch unheimlich sexy:

Alutech Fanes 5.0 Custom
Fanes in Action

Naja es ist halt wie immer. Das neue glänzende reizt. Besonders die neue sexy Rahmenoptik der Fanes 6.0/6.1 ist einfach sau geil

Alutech Fanes 6.1 Copyright: Alutech Cycles

Das (first world) „Problem“ ist, dass die Fanes 5.0 einfach eine sensationelle Ausstattung hat. Die Highlights sind:

  • e*thirteen TRs race Carbon Laufräder
  • SRAM X01 eagle Schaltwerk und Trigger
  • SRAM X1 Carbonkurbeln
  • Alutech Carbon Hinterbau
  • FOX 34 FIT 4 Kashima Factory Gabel
  • Formula CURA 4/2 Bremsen

Das ergibt ein Gesamtgewicht von gerade einmal 14,3 kg inkl Pedalen usw. Das ist für ein Aluminiumenduro mit 160mm Federweg ein ziemlich guter Wert.

Das einzige was ich eventuell ändern würde ist die Sattelstütze. Die Bikeyoke Revive ist super. Aber mit meinen langen Beinen (90cm Schrittlänge) sind mir die 160 mm Hub eigentlich zu wenig. Auf dem zweiten Bild zieht man, wie weit die Stütze ganz eingefahren immernoch heraussteht. Es gibt jetzt z.B. von der Alutech Hausmarke „Twinworks“ eine Version mit 200 mm. Außerdem würde ich im nächsten Winter den Hauptrahmen Pulverbeschichten lassen. Die raw Optik ist zwar schick, aber auch ziemlich pflegeintensiv.

Die Geometrie der Fanes 6.1 ist wieder eine Evolution in Richtung lang und flach. Im Vergleich zur 5.0 ist besonders der reach länger geworden. Bei diesem Wert ist jetzt die 6.1 in Größe M eher beim reach der 5.0 in Größe L (die ich fahre) . Der Lenkwinkel ist nun im Vergleich 1,5° flacher, was der Laufruhe zugute kommt. Die Frage ist, ob die Verspieltheit geblieben ist die ich an meiner Fanes so liebe. Ich kann sie super leicht aufs Hinterrad ziehen. Es geht mir ja nicht um reines Abfahrtsgebolze. Ich much wohl mal nach einer Probefahrt fragen 😉 Unten die Geometriedaten im Vergleich:

Alutech Fanes 5.0 Geometrie. Copyright: Alutech Cycles
Alutech Fanes 6.1 Geometrie. Copyright: Alutech Cycles

Hier mal meine Pro/Contra Liste zum Wechsel (oder eben nicht)…

Pro Fanes 6.1:

  • Sexy Optik
  • Bessere Laufruhe (noch zu testen)
  • Insgesamt moderne Geometrie
  • in der neuen Konfiguration mehr Federweg (170 mm)
  • 200 mm Sattelstütze
  • Pulverbeschichtung gleich mitbestellen
  • Alle Verschleißteile neu
  • Leasing würde eh auslaufen. Merkt man also gar nicht 😉
  • Verkaufspreis der Fanes 5.0 kann gegengerechnet werden

Contra Fanes 6.1:

  • Im Rahmen des erlaubten Leasingpreises (5000 €) „schlechtere“ Ausstattung gegenüber der Fanes 5.0: Sram GX statt X01, Aluminiumkurbeln, Aluminium Hinterbau, Formula statt FOX/RS Fahrwerk…
  • Dennoch höhere Leasingrate
  • Laut Konfiguration mindestens 1kg höheres Gesamtgewicht (plus Pedale, Mudguards…)
  • Eventuell zu laufruhige Geometrie (noch zu testen)

Warum überhaupt Alutech? Es gibt doch so viele andere Hersteller. Es ist weiterhin die Tatsache, dass es ein mehr oder weniger regionales Produkt ist. Die Fanes 6.1 Rahmen werden nun sogar wieder in Deutschland geschweißt! Ich mag einfach die Story der kleinen Marke und wurde von meinem ersten Kauf nicht enttäuscht!

Ich werde euch auf dem Laufenden halten…

ZTTO 1×9 Gruppe und 4-Kolben Bremse

Ich habe ja bereits einmal ein Rad aus China Komponenten aufgebaut -> Klick. Dabei habe ich hauptsächlich auf Teile des chinesischen Herstellers ZTTO gesetzt. Die Komponenten machten einen guten Eindruck.

Derzeit ist es ja generell schwierig an Biketeile zu kommen. Deshalb habe ich eine Sammelbestellung zusammen mit einem Freud aufgegeben. Zum einen:

ZTTO 1×9 Fach Komplettgruppe

1×9 klingt ja erstmal ziemlich outdated. Aber zwei Umstände haben mich zum Bestellen bewogen. Die Kassette hat trotzdem 11-50 Zähne und der Preis für die gesamte Gruppe wie unten abgebildet lag bei unglaublichen 95€ (plus anteilig ca 5€ Zoll und Gebühren). Mit dabei ist sogar das Innenlager!

ZTTO 1×9 Komplettgruppe

Die Kassette ist gewohnt gute ZTTO Qualität und ist auch deren Kerngeschäft. Die Kurbel ist OK und recht leicht. Lediglich die Anmutung des Shifters und des Schaltwerks ist eher einfach. Aber was will man bei dem Preis erwarten. Ich werde berichten wie die Teile sich schlagen.

Zum anderen habe ich aus purer Neugier eine

ZTTO 4 Kolben CNC Bremse

mitbestellt. Der Tagespreis lag bei ca 40 Euro für das Paar!

ZTTO 4-Kolben CNC Bremse
Detailansicht

Es gibt die Bremsen in diversen Eloxalfarben. Ich habe halt mal lila gewählt 😉 Natürlich kann man das nicht mit einer Hope oder Trickstuff Bremse vergleichen. Aber auf den ersten Blick ist das ganze recht gut verarbeitet. Der Hebel ist allerdings wenig elegant und einfach auf einem Pin gelagert. Schlauerweise passen die normalen Shimano XT Bremsbeläge. So ist Verschleiß auch später kein Thema. Eventuell baue ich die Anlage testweise mal an meine Fanes und berichte dann.

Motorradthemen auf crazy42wheels?

UPDATE 24.03.2022: Nun ja, das Interesse an Motorzweirädern scheint sich in Grenzen zu halten. Also seis drum. Dann geht es hier mit dem Kerngeschäft weiter 😉

Der Titel meines Blogs sagt es ja schon: Ich bin verrückt nach allem was zwei Räder hat. Dazu gehören neben Fahrrädern eben auch motorisierte Zweiräder. Da ist es aber bei mir eher wie bei einem Modellbahner. Ich bastel mehr als dass ich fahre. Eine kleine „Motorrad“ Story gab es ja hier schon einmal zum Thema Saxonette.

Derzeit gibt es zwei Motorzweiräder im Haushalt:

Yamaha SR 500. Baujahr 1979. Komplettumbau
Velo Solex. Baujahr 1969. Ziemlich original restauriert.

Ich könnte zu den beiden z.B. jeweils eine kleine Story über den Umbau bzw die Restaurierung schreiben. Dies hat bei der Yamaha sage und schreibe 8 Jahre gedauert 🙂

Demnächst zieht auch noch ein 20 jahre altes Supersportmotorrad bei mir ein. Dies soll wieder original hergerichtet werden.

Also lasst es mich wissen:

SRAM SX oder Shimano Deore – Einsteiger 1×12 Antriebe im Vergleich

Mac oder PC, I-Phone oder Android Phone, Thermomix oder Bosch Cookit, SRAM oder Shimano? Uiuiui, ein Mienenfeld der Glaubensfragen. Manchmal darf man sich gar nicht auf solche emotionalen Diskussionen einlassen. Ich versuche es trotzdem. Habe dazu ein paar Fakten und viiiiele subjektive Eindrücke. Gerne stelle ich ja Vergleiche rein anhand der Papierlage an (siehe z.B. meinen Gravelbike Vergleich). In diesem Fall habe ich aber das Glück, beide Kandidaten im wirklichen Leben getestet zu haben. Die SRAM SX Gruppe habe ich sogar selbst an ein Rad gebaut (Alutech ICB Aufbau). Die Shimano M6100 wiederum ist am Radon ZR Lady meiner Frau verbaut gewesen.

Das sind also unsere Kandidaten:

SRAM SX Eagle 12-Speed

SRAM SX Eagle DUB Groupset. Copyright: SRAM Europe

Facts:

  • Onlinepreis ca. 250€ (Boost), 290€ (non Boost)
  • Kurbellänge 175mm
  • Ohne Innenlager (DUB Standard benötigt)
  • 11-50 Zähne (passt auf normalen Shimano Freilauf)

Shimano Deore M6100 1×12

Shimano Deore M6100 1×12 32 Groupset Copyright: Paul Lange GmbH

Facts:

  • Onlinepreis ca. 250€ (Boost)
  • Kurbellänge 170 oder 175mm
  • Ohne Innenlager (Hollowtech II benötigt)
  • 10-51 Zähne (Micro Spline Freilauf)

Das Gewicht ist etwas schwierig auszumachen weil es nirgens so richtig zu finden ist. Ich denke das spielt aber hier auch nicht so die größte Rolle. Auf dem Papier sind die beiden Gruppen also ziemlich ähnlich. Grundsätzlich bieten die Einsteigergruppen die gleichen Features wie ihre höherwertigen Markengeschwister. Bei SRAM wäre das dann die XX1/X01 und bei Shimano die XT/XTR. Lediglich eine elektronische Variante ist hier natürlich nicht vorgesehen.

Zudem meine ich „Einsteiger“ nicht abwertend. Die Deore und SX Reihe bieten ordentliche 1×12 Performance. Ich meine damit nur, dass ich die SX und Deore als die jeweils ersten Gruppen im Portfolio sehe, die auch für den ernsthaften und harten Einsatz taugen. Außerdem wird darunter noch kein 12-fach Paket angeboten. Bei SRAM gibt es schlichtweg nichts, bei Shimano geht es von der 7-Fach Tourney über Altus (8), Acera (9) und Alivo (9) zu Deore. Die jeweils höherwertigen sind dann eben:

SRAM NX, GX, X01, XX1. Ab GX wahlweise auch als AXS (Kabellos und elektronisch betätigt) zu haben.

Shimano SLX, XT, XTR. Ab XT wahlweise auch als Di2 (Elektronisch, kabelgebunden betätigt) zu haben.

Beide Hersteller haben z.B auch noch spezielle Downhill Gruppen und gruppenzugehörige Bremsen. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Hier folgt jetzt erstmal eine getrennte Betrachtung der beiden Gruppen:

SRAM SX High- und Lowlights

  • Kurbel:
    • + Direct mount Kettenblatt; DUB Innenlagerstandard (Größerer innendurchmesser als das alte GXP), Aluminium Kurbelarme
    • + Wertiger Eindruck
    • + SRAM typische, super einfach Montage und Demontage durch integrierte Abdrückschraube
    • – Minimal 30 Zähne (zumindest original). Dabei wäre durch direct mount ja weniger leicht möglich.
  • Shifter:
    • + Kompatibel mit allen SRAM Eagle Komponenten
    • + 5 Gangstufen auf einmal herunterschaltbar (Richtung leicht)
    • – nur ein Gang zur Zeit hochschaltbar (Richtung schwer) Das ist aber leider auch bei der X01/XX1 so
    • – Nicht Matchmaker kompatibel und eine ungeteilte Montageschelle
  • Schaltwerk:
    • + Cage lock (Käfig lässt sich nach vorne klappen und arretieren für einfachen Radausbau)
    • + Reibungsdämpfer
    • – Reibungsdämpfer nicht abschaltbar
    • – Viel Kunststoff, nicht so wertige Optik
    • – Keine Zugumlenkrolle (wie ab NX Eagle) sondern „klassische“ Zuganlankung
  • Kassette:
    • + Passt auf den „normalen“ Shimano Freilauf
    • + Ist für Endkunden eigentlich bereits eine NX Kassette (SX Einsteigermodell gibt es nur für OEM Radhersteller)
    • + 11-50 Zähne
    • – Komplett aus Stahl (schwer)
    • + Komplett aus Stahl (haltbar)
  • Kette:
    • + Auch bereits eine NX Eagle Kette
    • + relativ günstig als Ersatzteil
    • (- Rostanfällig (gerade im Vergleich zur X01 Kette festgestellt) Wohl aber nicht rostanfälliger als andere Ketten im Einsteigersegment)
  • Allgemein:
    • + Alle Eagle Komponenten sind untereinander Kompatibel. So kann man mal einen Shifter aufrüsten oder die günstigen Verschleißteile verwenden.
    • – Allgemeine Anmutung (bis auf die Kurbel) nicht sehr wertig. Speziell das Schaltwerk.

Shimano Deore M6100 1×12 High- und Lowlights

  • Kurbel:
    • + 4- Loch Kettenblattbefestigung, Bewährter Hollowtech II Innenlagerstandard, Aluminium Kurbelarme
    • – Minimal 30 Zähne
  • Shifter:
    • + 5 Gangstufen auf einmal herunterschaltbar (Richtung leicht) „Rapidfire Plus“
    • + Mehrere Gangstufen zur Zeit hochschaltbar (Richtung schwer) „Rapidfire Plus“
    • + 2 way release (mit Daumen oder Zeigefinger)
    • – Ungeteilte Montageschelle
  • Schaltwerk:
    • + Reibungsdämpfer
    • + Reibungsdämpfer abschaltbar
    • + Wenig Kunststoff, wertige Optik
    • -/+ „Klassische“ Zuganlankung: Wie alle anderen Shimano Schaltwerke auch
    • – Keine Cage lock Funktion wie bei SRAM
  • Kassette:
    • + 10-51 Zähne !
    • – Microspline Freilauf nötig (also schwieriger nachzurüsten)
    • – Komplett aus Stahl (schwer)
    • + Komplett aus Stahl (haltbar)
  • Kette:
    • + Sil-Tec beschichtet
    • + Relativ günstig als Ersatzteil
    • + Wenig rostanfällig
  • Allgemein:
    • + Super Schaltgefühl
    • + Allgemeine Anmutung sehr wertig. Speziell das Schaltwerk und die Kurbel

Wie meistens gilt, dass ein eventuelles Upgrade am ehesten den Shiftern gelte sollte. Diese sind wirklich deutlich unterschiedlich in der Qualität. Ich habe den direkten Vergleich zwischen SRAM SX und X01. Das sind wirklich Welten, was Montagemöglichkeiten, Schaltgefühl und Einstellbarkeit angeht. Toll finde ich auch wie immer, dass man die SRAM Kurbel einfach nur mit einem Innnesechkantschlüssel demontieren und montieren kann. Das ist bei Shimano auch nicht super schwierig, aber eben doch fummeliger.

Aber auch so sind beide Gruppen „aus dem Karton“ erstmal völlig in Ordnung und man muss sich keine grauen Haare wachsen lassen. Dazu kam bei mir der Fall, dass ich die SX Gruppe für meinen Alutech ICB Aufbau für gerade einmal 190€ bekommen konnte. Das ist schon ein Wort.

Vergleich der beiden Gruppen zueinander

Fakten:

Erstmal ein paar Fakten und dann eine subjektive Wertung. In der Tabelle sind die Dinge aufgelistet die sich technisch deutlich unterscheiden.

FeatureSRAMShimano
Zähnezahl Kassette11-5010-51
Spezieller Freilauf nötigNeinJa
Cagelock KäfigJaNein
Mehrere Schaltstufen Richtung leichtNeinJa
Reibungsdämpfer Schaltwerk abschaltbarNeinJa
Spezialwerkzeug BSA Innenlager nötigJaNein
SRAM SX Shimano Deore technische Unterschiede

Auf der Umrüstseite haben eben beide jeweils einen Nachteil. Bei SRAM brauchte ich, obwohl ich bereits einen 4-fach Innenlagerschlüssel besitze, nochmal einen anderen um das DUB Innenlager festziehen zu können. Oder eben Zange und Lappen was nicht so schön ist. Bei Shimano ist der spezielle Microspline Freilauf nötig der das kleine 10er Ritzel ermöglicht. Ähnlich wie bei SRAM der xd Freilauf wenn man 10 Zähne haben möchte.

Subjektiver Eindruck:

Hier hoffe ich nicht von einem der Hersteller verklagt zu werden 😉 Denn mein eindeutiger Gewinner ist:

Shimano Deore M6100 1×12

Das hat mehrere Gründe.

  • Schaltperformance: Diese ist einfach absolut beeindruckend. Es geht einfach so leicht und smooth, dass es eine Freude ist. Auch ohne Umlenkrolle wie bei den teureren SRAM Gruppen. Dazu die Shimano typische 2-way release Philosophie. Also die Möglichkeit mit Daumen oder Zeigefinger Richtung schwer zu schalten. Das bietet SRAM auch nicht bei den ganz teuren Gruppen.
  • Kapazität: 10 bis 51 Zähne an der Kassette sind besser als 11-50. Punkt 😉 Wobei ich das kleinste Ritzel zugunsten der besseren Umrüstbarkeit auch als 11 Zähne Ok fände. Aber je mehr auf dem größten Blatt, desto besser. Damit kommt jeder den Berg rauf.
  • Qualitätsanmutung: Im direkten Vergleich wirkt speziell das Deore Schaltwerk mindestens eine Klasse besser. Schöne Beschichtung, keine Gussgrate usw. Besonders der Cage Lock Knopf des SRAM Schaltwerks mit der offen liegenden und zu Rost neigenden Feder wirkt sehr billig. Die Kurbel gefällt mir auch sehr gut. Da finde ich SRAM und Shimano aber gleichauf. Ist halt ein anderes Design.
SRAM SX Schaltwerk
Shimano Deore M6100 Schaltwerk

Man muss natürlich differenzieren. Wenn man ein Rad mit normalem Shimano 9-11-fach Freilauf hat, bietet die SRAM SX sicher die einfachste Möglichkeit auf SRAM umzurüsten. Wenn man aber beim Komplettrad die Wahl hat, würde ich eindeutig zur Shimano Deore Gruppe raten. Und versteht mich nicht falsch. Auch die SRAM SX schaltet knackig und präzise. Es ist eben der Unterschied im direkten Vergleich.

Ich hatte den Eindruck, dass Shimano bei den Innovationen SRAM in den letzten Jahren etwas hinterherhinkte. Aber wenn die Japaner dann was machen, dann richtig.

Lower Leg Service FOX 34 – kleiner Service und Tuning meiner MTB Gabel

Zwischen den Tagen hatte ich , wie vermutlich andere auch, etwas Zeit zum Basteln. 2021 war ich etwas intensiver mit dem MTB unterwegs. Dabei auch einige Male bei echtem Mistwetter. Als erstes, und damit zum zweiten mal nach 2 Jahren, hat mein Innen- oder Tretlager das zeitliche gesegnet. Da gibt es bald Ersatz. Fürs erste musste reinigen und nachfetten reichen.

Was natürlich bei schlammigen Bedingungen neben dem Antrieb besonders leidet, sind die Federelemente. Der Dämpfer im Fall der Alutech Fanes nicht so sehr, weil er recht geschützt verbaut ist und nur wenig Dreck abbekommt. Es ist eher die Gabel die im Beschuss liegt. Ich kann auch nur jedem raten einen kleinen Mudguard zu verbauen. Dieser verhindert wirkungsvoll, dass der Dreck direkt an die Gabelrohre geschleudert wird und somit direkt an die Dichtungen.

So wollte ich der Gabel als mal einen kleinen Service (oder natürlich cooler: Lower Leg Service) gönnen. Fox empfiehlt das alle 30 Stunden. Und ich denke spätestens beim zweiten mal ist diese Sache in 15 Minuten erledigt. Zumal auch weil man nicht jedes mal die Dichtungen wechseln muss. Ich habe das rein aus Neugier einfach mal getan. Ich will den ganzen Prozess gar nicht beschreiben. Das haben andere schon dutzendfach getan. Hier ist z.B. eine tolle Anleitung zu finden: ENDURO-MTB Mag oder direkt bei FOX.

Das einzige was ich nicht so selbsterklärend fand, war herauszufinden wieviel und welches Öl nun in beide Gabelbeine hinein gehört. Die Sorte herauszufinden war erstmal nicht so schwer. Wenn man denn mal die Seite gefunden hat. Ist bei Fox etwas versteckt. Aber auf der Service Seite ist dann alles aufgelistet: FOX Service. Wenn man das Baujahr der Gabel weiß (in meinem Fall 2018) gehts los unter: 2018 Bath Oil Volume Chart | Bike Help Center | FOX (ridefox.com)

Dann muss man nur noch das Luft- und Dämpfersystem für den jeweiligen Durchmesser und Hub heraussuchen und weiß wieviel und was in jede Seite rein muss. Beides steht auf der Gabel.

Den Hub muss man ansonsten messen. Hier also für eine FOX 34 factory mit Float Luftkammer und FIT Dämpfungskartusche: 10 ml auf der Luftseite (da wo das Luftventil ist) und 15 ml auf der Dämpferseite. Jeweils FOX 20wt Gold.

Fox Öl Tabelle

Kosten

Die reinen Kosten für einen Service ohne Dichtungswechsel liegen bei ca 2,50€ für das Öl. Aaaaber das muss man ja erstmal in einem größeren Gebinde kaufen. Und dann weiß man auch woher die Bezeichnung „Gold“ kommt. 250 ml FOX wt 20 Gold kosten um die 20€! Vielleicht könnt ihr euch mit Freunden zusammentun. So reicht eine Flasche für 20 Behandlungen. Eigentlich etwas weniger, da man die Schaumstoffringe auch noch tränken muss.

Für neue Dichtungen sind noch einmal 30 – 35€ fällig. In meinem Fall wäre es gar nicht nötig gewesen. Die originalen Abstreifer waren noch tadellos. Ich wollte einfach mal die speziellen von SKF testen um zu sehen, ob sich das Ansprechverhalten verbessert. Es ist schon beeindruckend was die Abstreifer leisten. Im Raum zwischen den beiden Dichtlippen war kein Dreck zu finden. Lediglich die Schaumringe waren etwas dunkel.

SKF seal kit

Idealisiert wird auch gerne, welche Werkzeuge man nur braucht. In Wirklichkeit sind es dann doch einige mehr. Eigentlich wollte ich die neuen Dichtringe mit dem Tretlagerschlüssel reindrücken. Der Rand ist aber zu breit. Es ging dann mit einer 36er Stecknuss. Ich habe die Gabel auch gar nicht ganz ausgebaut. Zum Befüllen habe ich das Rad einfach auf den Kopf gestellt.

Werkzeuge Gabelservice

Luftkammertuning

Ich wollte für die neue Saison noch etwas mit der Progression der Luftkammer spielen. Dazu muss man lediglich die sogenannten Tokens hinzufügen oder entfernen. Das sind Plastikdinger die zusammengesteckt werden und das Volumen der Luftkammer dauerhaft verändern. Sie sind am Deckel des Luftventils angeclipst.

Da der Federweg gleich bleibt (Achtung: Jede Gabel hat eine maximal zulässige Anzahl an Tokens), das Luftvolumen aber kleiner wird, steigt mit mehr Tokens die Progression der Gabel. Das heißt die ansteigende Verhärtung im Verhältnis zum jeweiligen Einfederweg. Ich hatte den Eindruck, dass meine Gabel zu früh wegtaucht. Wenn man dann nur den Luftdruck ändert, ist sie insgesamt härter. So bleibt die Federkraft am Anfang quasi gleich und wird mit zunehmendem Hub größer. Ich habe jetzt mal zwei statt einem Token drin und teste es:

Gabelprogression vs Luftkammergröße Copyright: ridefox.com

Der Einbau ist denkbar einfach:

  • Luft ablassen
  • Kappe abschrauben („Danke“ Fox, dass man eine 26er Nuss braucht 😉 )
  • Tokens dazu oder weg
  • Kappe wieder drauf
  • Luftdruck einstellen

Und weiter geht´s in 2022

Es ist schon verrückt. Crazy42wheels startet sein 5. Jahr. Wobei man 2018 noch nicht wirklich zählen kann. Es ist und bleibt ein Hobby. Aber es ist schön zu sehen, wie sich das ganze hier entwickelt hat. So konnte ich 2021 meine erste Kooperation mit My Boo aus Kiel beginnen und durfte eines ihrer Räder testen.

Sportlich war 2021 kein Highlight für mich. Auf dem Rennrad bin ich keine 100km gefahren. Dafür wieder intensiver mit dem MTB. Mal sehen, was das neue Jahr so bringt. Ich wünsche euch eine guten Jahresstart. Bleibt gespannt auf das was hier kommen wird. Euer Martin

Der Weg zum alltagstauglichen Gravelbike – Teil 3 – 2022er Model

Es ist Zeit, sich mal wieder die aktuellen alltagstauglichen Graveller anzugucken. Das hatte ich ja bereits 2018, 2019 und 2020 getan. Was hat sich bei den 2022er Modellen (sofern noch vorhanden) getan? Wie zuvor sind die Grundsätze:

  • Feste Lichtanlage
  • Schutzbleche
  • Möglichst ein Gepäckträger
  • Preis bis ca 2000€

Schonmal vorweg: Es werden nicht alle teurer. Es gibt also eine Überraschung 🙂

Dazu schaue ich mir meine bekannten Kandidaten noch einmal an.

Und schon ein Updade am 21.12.2021. Stevens hat bei beiden Supreme Modellen den Preis nochmal um weitere 100€ erhöht. Deshalb ändert sich auch die Tabelle ganz am Ende noch einmal.

  • Cube Nuroad Race FE
  • Bergamont Grandurance RD7
  • Bulls Daily Grinder 2
  • Stevens Supreme
  • Stevens Supreme Pro -> Kurztest hier

Was auffällt ist, dass nicht alle Hersteller auf den Shimano GRX Zug aufspringen (die spezielle Shimano Gravel bike Gruppe). Warum auch, wenn die verbaute Shimano 105 Gruppe weiterhin gut funktioniert (Klassische Rennrad Gruppe). Ich nehme auch an, dass sie leichter ist. Ebenso fällt auf, dass Shimano insgesamt diese Preisklasse dominiert. Das liegt sicher daran, dass z.B. SRAM derzeit mit seiner „XPLR“ Gravel Gruppe den Einstieg bei 265€ für ein Elektronisches e-tap Rival Schaltwerk setzt. Zum Vergleich kostet ein Shimano GRX 610/810 Schaltwerk ca 100€. Alles natürlich Endkunden UVP.

Allgemeiner Eindruck der 2022er Räder:

CUBE

Zu allererst: Das Cube ist 200€ teurer geworden (1799€). Eine neue Farbe gibts auch. Es ist weiterhin sehr gut mit der GRX 810 ausgestattet. Allerdings muss man hier aufpassen. Wie gerne auch im MTB Bereich gemacht, wird an prominenter Stelle das 810 Schaltwerk verbaut. Der Rest der Komponenten ist bunt gemischt aus GRX 810, 600, 400 und Shimano 105! Eine Tabelle mit den wichtigsten Ausstattungen findest du weiter unten. Das Rücklicht ist jetzt Cube Hausmarke und im Schutzblech intergiert. Ob das ein Fortschritt gegenüber dem tollen Supernova Rücklicht ist, wage ich zu bezweifeln. Ob die anderen Hersteller ebenfalls preislich nachgezogen haben, lest ihr weiter unten.

 

CUBE Nuroad Race FE 2022. Bild: © Cube

Bergamont

Auch bei Bergamont muss man jetzt 200€ (1999€) mehr zahlen und bekommt dafür nun eine neue Farbe. Nämlich schwarz. Schade, dann die war das einzige, was das Bergamont für mich außergewöhnlich machte.

Es bleibt, fast schon exotisch, bei der klassischen Shimano 105 Rennradgruppe.

Bergamont Grandurance RD7 2022. Bild: © Bergamont

Bulls

Achtung festhalten: Das Bulls wird 450€ BILLIGER! Neuer Preis ist 1549€. Bulls hat ein sehr gemischtes Paket geschnürt.  Die vorherige Shimano 105 2×11 Gruppe ist nun einer GRX 400 2×10 Gruppe gewichen. Wobei der Umwerfer sogar nur ein sehr günstiger aus der Sora Reihe ist. Einzig die Kurbel ist aus der GRX 600 Reihe. Der Scheinwerfer wurde von Supernova zu B+M gewechselt. Da würde ich mal sagen: Gleichstand. Leider ist aber das Rücklich deutlich abgewertet worden. Von Supernova zu Fuxon. 

Wer mit 2×10 Gängen leben kann, findet hier aber ein ansonsten gutes Paket.

 

Bulls Daily Grinder 2 2022. Bild: © Bulls

 

Stevens

Das einfache Supreme setzt weiterhin auf eine (gemischte) GRX 610 mit 2×10 Gängen für 1699€. Also 200€ mehr als im Vorjahr. eigentlich ist es gar keine 610er Gruppe, sondern eine 400er die durch eine 600er Kurbel aufgehübscht wurde.  Der Nabendynamo wurde etwas „downgegraded“ und die Farbe ist neu:

 

 

Stevens Supreme 2022. Bild: © Stevens

Das Supreme Pro bietet für  200€ mehr als im Vorjahr  (jetzt 1999€) die GRX 810 Gruppe mit 2×11 Gängen und einen tollen Supernova Scheinwerfer. Auch die Bremsscheiben kommen aus einer höherwertigen Serie. Aber aufgepasst. Wie auch am Cube ist es hier bunt gemischt und es kommen auch Komponenten der 600 und 400 GRX zum Einsatz. Sehr gut gefällt mir die neue Farbe.

 

 

Stevens Supreme Pro 2022. Bild: © Stevens

Die folgende Tabelle soll keine Bewertung darstellen, da es ja auf die persönlichen Vorlieben ankommt. Es sollen nur die Highlights und Schwächen der Ausstattungen aufzeigen. Wer z.B. keinen Gepäckträger braucht, dem ist das Kriterium natürlich nicht so wichtig.

FAZIT (Persönliche Meinung)

( Altes Fazit. Neubewertung aufgrund von aktuellen Preiserhöhungen) War für mich in den Vorjahren das Cube immer der klare Preis-/Leistungssieger, bin ich mir bei den 2022er Modellen nicht mehr ganz sicher. Da ich das Cube und auch das Stevens Supreme Pro aus der echten Welt kenne, ist für mich der Sieger dieses jahr das:

Stevens Supreme Pro 

Es bietet für 100€ mehr als das Cube die bessere Verarbeitungsqualität und meiner Meinung nach das bessere Gesamtpaket (außer des fehlenden Gepäckträgers) als das wiederum 100€ teurere Bergamont)

NEU 21.12.2021: Aufgrund der Preiserhöhung revidiere ich meine Meinung zum Supreme Pro wieder. Das Stevens ist nun bereits 200€ teurer als das Cube. Dazu käme dann noch ein entsprechender Gepäckträger für um die 50€. Damit bleibt es wieder bei meiner Empfehlung für das

Cube Nuroad Race FE

Was ich nicht beurteilen kann ist, ob eine lupenreine 105er Gruppe besser funktioniert als ein bunter Mix aus neuen GRX Komponenten. Ich denke aber, dass sich Besitzer der 2018/2019er Modelle keine grauen Haare wachsen lassen müssen.

Stand 09.12.2021:

 

  Bulls Bergamont Cube Stevens Supreme Pro Stevens Supreme
Preis € 1549 Einsteigertipp 1999 1799 Preis- / Leistungstipp

1999             

1699
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon Aluminium Aluminium
Kurbel Shimano GRX 600 Shimano 105 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600
Umwerfer Shimano Sora Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schaltwerk Shimano GRX 400 10 Speed Shimano 105           11 Speed

Shimano GRX 810  11 Speed

Shimano GRX 810       11 Speed

Shimano GRX 400        10 Speed

Schalt- Bremsgriffe Shimano GRX 400 Shimano 105 Shimano GRX 610 Shimano GRX 600 Shimano GRX 400
Kassette ? Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano Deore
Bremsen Shimano GRX 400 Shimano 105, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount Flatmount Flatmount
Reifen Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 40-622
Laufräder Bulls Bergamont Cube Stevens Oxygen Stevens Oxygen
Nabendynamo Shutter Precision PL-8 Shimano ? Shutter Precision PL-8X Shutter Precision PL-7X
Scheinwerfer B+M IQ-XS Herrmans H-Black MR8 Supernova E3 pure3 Supernova E3 pure3 B+M IQ Myc T Senso+
Rücklicht Fuxon RL-Mini Herrmans H-Trace Mini ACID Mudguard Rear Light PRO-D, 6V, AC B+M Xeltec B+M Xeltec
Schutzbleche ? BGM Allroad ACID 45 SKS Gravel SKS Gravel
Gepäckträger Bulls Urban Carrier Racktime wingee ACID Carrier
Klingel ? ? Knog Oi ? ?

Test: my Boo „my Jacobu“

Wie ich es ja hier schon angekündigt hatte, durfte ich nun ein my Boo Rad ausgiebig testen. Es ist ein E-Trekkingbike (oder wie my Boo es nennt ein E-SUV) mit dem schönen Namen „my Jacobu“ geworden. Ausgestattet ist es mit einem Shimano Steps Antrieb und einem 504 Wh Akku. Auch der Rest der Ausstattung kann sich durchaus sehen lassen:

my Boo „my Jacobu“ Ausstattung

Tranzparenzhinweis

Das Rad wurde mir von my Boo kostenlos für 10 Tage zur Verfügung gestellt. Ich bekomme keinerlei Honorar für meinen Test. Alle Aussagen beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen.

Das erste was ins Auge springt ist natürlich der Rahmen. Klar, Bambus ist eher selten bis gar nicht präsent. Aber gerade deshalb möchte ich zunächst so tun, als wenn wir es hier mit einem ganz „normalen“ Pedelec zu tun haben. Ich versuche den besonderen Rahmen, die Fertigungsbedingungen, das soziale Engagement hier im ersten Teil mal auszublenden (natürlich dazu später mehr) und einfach zu gucken, was das „my Jacobu“ als Pedelec kann. Gerade beim Antrieb werde ich nicht umhin kommen, es gelegentlich mit meinem eigenen Diamant Zouma mit Bosch Performance Line Motor zu vergleichen. Da habe ich einfach die meisten Erfahrungen gesammelt.

Wartet auf den Einsatz. Das „my Jacobu“

Wir fährt es sich?

Um es kurz zu machen: Sehr komfortabel. Zum einen durch die generelle Geometrie. Man sitzt ziemlich aufrecht mit enspannten Armen und wenig Sattelüberhöhung. Der Vorbau ließe sich sogar noch etwas höher einstellen. Nach reiner Lehre hätte es für mich wahrscheinlich ein 58er Rahmen sein müssen. Da nur ein 55er verfügbar war habe ich den natürlich genommen. Aber auch das sitzt sich kommod. Ich bin 185 cm groß und habe 90 cm Schrittlänge. Durch den klassischen Trapezrahmen kann man die Sattelstütze auch weit genug rausziehen. Zum anderen sind komfortable Komponenten verbaut. Und da wäre ich beim zweiten Komfortpunkt: Dem Sattel. Das ist ja immer so eine Sache. Aber hier passt es buchstäblich wie A… auf Eimer. Der Selle Royal Essenza ist eine tolle Wahl. Wenn auch das natürlich sehr individuell ist. In der Ausstattungsliste steht allerdings ein Ergon.

Obwohl die Sattelstütze einen großen Durchmesser hat, ist die Hinterhand trotzdem ziemlich komfortabel. Hier kommt der angenehm flexende Rahmen ins Spiel. Ähnlich wie ein filigraner Stahlrahmen, schluckt das Material gerade kleine Stöße und Vibrationen weg. Vorne ergänzt durch die RockShox Paragon Gabel. Diese musste ich aber erstmal etwas aufpumpen. Beim Aufsitzen war der halbe Federweg weg. Und das schon vor der Weihnachtszeit 😉

Die anderen Bauteile die zum Komfort beitragen, bescheibe ich weiter unten.

Antrieb: Elektrik

Generell musste ich mich dran gewöhnen, dass die Unterstützung bei 25 km/h endet. Ist ja ein normales Pedelec. Normalerweise bewege ich ja ein Speed-Pedelec das bis 45 km/h unterstützt. Das umso mehr, als der Shimano Motor im besten Sinne sehr unauffällig arbeitet. Einfach eingebauter Rückenwind wie man ihn sich vorstellt. Besonders angenehm ist, dass es hier keine Kadenzbeschränkung gibt wie ich sie von Bosch kenne. Ich pedaliere gerne um die 80 bis 90 rpm. Dies ist bei Bosch bereits schwierig. Der Shimano Motor ist hier deutlich angenehmer. Auch die Bedienung gibts keine Rätsel auf. Zwei kompakte Tasten am linken Griff und ein kleines Display in der Mitte. Passt.

Der Motor ist durchaus zu hören, ist aber wiederum deutlich leiser als der Bosch CX (Gen 2). Durch das große Kettenblatt ist auch ein geringerer Kettenverschleiß zu erwarten. In der dritten Unterstützungsstufe „boost“ knallt es aber ganz schön beim Schalten. Nach Eingewöhung und wenn man etwas Druck vom Pedal nimmt, ist das aber auch kein Thema mehr.

Shimano Steps EP8

Die Unterbringung des Akkus und der Kabelage ist natürlich bei einem Bambusrahmen eine Herausforderung, da nichts innen verlegt werden kann. Dies wurde unter den gegebenen Unständen ordentlich gelöst. Nachteile sind die Schmutzempfindlichkeit und die Optik. Ein Vorteil ist natürlich die Wartung. Alles ist einfach zu erreichen.

Die Akkuhandhabung ist durch die aufgesetzte, nicht integrierte Montage auch super. Viel besser als eine voll integrierte Lösung. Lediglich das Schloss, bzw der Schlüssel macht nicht den hochwertigsten Eindruck. Da kann tatsächlich Bosch mal was besser 😉

Kabelage
Cockpit und Bedieneinheit. Schön aufgeräumt.

Antrieb und Bremsen: Mechanik

Was mich ab dem ersten Meter beeindruckt hat, ist die Performance der aktuellen Shimano Deore 1×10 Schaltung. Ich habe an meinem Diamant noch die Version von 2018. Hätte man mir damals die 2021 Deore Schaltung vorgesetzt, ich hätte sie wohl für die aktuelle XTR gehalten.

Für alle nicht Bikenerds: Die Shimano Deore ist der Einstieg in die ernsthaften MTB Gruppen. Das ist natürlich meine Meinung. Aber ich finde, dass die anderen Gruppen (Tourney, Altus, Alivio und Acera) an hochwertigen Rädern nicht zeitgemäß sind (Shimano MTB Groupset Hirachie). Danach kommt die SLX, die XT und ganz oben die edle XTR.

Auf jeden Fall ist die Schaltperformance echt super beeindruckend. Der Hebel lässt sich sehr leicht bedienen und alles fühlt sich knacking an. Wenn es nicht aufs Prestige oder das letzte Gramm ankommt, gibt es eigentlich keinen Grund für eine XT oder XTR. Topp!

Bei der Bremse untertreibt my Boo in der Beschreibung. Dort steht eine relativ einfache, gruppenlose Shimano MT 400. Das heisst eine einfache 2-Kolben Bremszange mit nicht einstellbarem Leitungsanschluss und einer Splintbefestigung für die Bremsbeläge. Zumindest die Bremshebel sind aber auch hier aus der Deore Reihe. Das heißt, dass die Hebelweite (mit Werkzeug) einstellbar ist und der Hebel über eine geteilte Montageschelle verfügt. Das ist immer nett, da dann die Griffe im Wartungsfall nicht demontiert werden müssen. Und es ermöglicht die aufgeräumte Montage des Schalthebels zusammen mit der Bremse. Leider ist genau das hier eine schlechte Wahl. Der Schalthebel rück dadurch sehr weit nach außen. Bei der Fahrt bleibt mir leider nichts anderes übrig, als den Daumen ständig auf dem Hebel liegen zu lassen weil ich nicht weiß wo hin damit. Schade.

Das kann Magura mit der optionalen ShiftMix Lösung besser.

Kombinierte Brems- und Schalthebelmontage

Von der Bedienbarkeit und der Wirkung ist die Bremse aber, typisch Shimano, über jeden Zweifel erhaben und absolut angemessen. Man könnte den Schalthebel auch einfach mit einer separaten Schelle befestigen wenn es einen stört.

Sonstige Ausstattung

Licht:

Das B+M Toplight 2C Rücklicht ist eine gute Wahl. Es ist sehr hell und gut geschützt montiert.

Der Supernova Mini 2 Scheinwerfer hat mich dagegen etwas enttäuscht. Das Licht ist nicht besonders hell. Versteht mich nicht falsch. Es ist ein guter, sauber verarbeiteter Scheinwerfer. Aber von Supernova hätte ich für eine UVP von 155€ mehr erwartet. Ein B+M IQ-X bietet hier meiner Meinung nach die gleiche, wenn nicht bessere Performace zum halben Preis. Mein Maßstab ist hier, dass ich mit dem Scheinwerfer im Zweifel im Winter auf unbeleuchteten Landstraßen unterwegs bin. Fernlicht braucht es bei 25 km/h aber sicher nicht.

Gepäckträger:

Der Racktime Addit Gepäckträger macht einen sehr soliden Eindruck. Die 25 kg Tragkraft klingen plausibel. Meine große Ortlieb office bag passte auch problemlos dran. Daumen hoch! Auch finde ich die sichtbaren Streben zur Sattelklemme völlig in Ordnung. Dadurch ist der Träger nochmal Verwindungssteifer als einer mit versteckter Verstärkung unterhalb des Schutzbleches.

Racktime Addit und B+M Toplight 2C

Schutzbleche:

In dieser Preisklasse hätte ich eigentlich Schutzbleche aus Metall erwartet. Allerdings ist das auch eine Gewichtsfrage. Auf jeden Fall sind beide Schutzbleche breit genug um die grobstolligen Reifen abzudecken. Das vordere könnte aber gerne länger sein oder optional einen Spritzlappen haben.

Seitenständer:

Hier muss ich leider sagen, dass der Hebie Fix 18 für ein schweres Pedelec, womöglich mit Gepäck, keine gute Wahl ist. Das Rad steht recht wackelig und der Lenker neigt dann zum Umschlagen. Meine Referenz ist hier der Pletscher Esge Comp Flex Rear den ich am Diamant verbaut habe. Damit steht das Rad immer sicher. Auch wenn die volle Bürotasche dran ist.

Hebie Fix 18

Vorbau, Lenker Griffe:

Hier gibt es nichts zu meckern. Besonders der verstellbare Vorbau ist natürlich was feines. Der Ergotec Vorbau ist hochwertig verarbeitet und vorbildlich beschriftet. Der Lenker hat eine angenehme Form und Breite. Die Ergogriffe liegen toll in der Hand (bis auf das Thema mit dem Schalthebel der in Weg ist). Aber das ist sicher Geschmackssache.

Schaltzentrale

Alternativ bietet my Boo was besonderes an. Nämlich Griffe aus Birkenrinde. Das ist wirklich mal was anderes. Das Griffgefühl ist wie versprochen wirklich toll. Könnt ihr euch hier angucken -> Klick

Griffe aus Birkenrinde. Copyright: My Boo

Der Rahmen

So weit so gut. Jetzt möchte ich aber doch natürlich näher auf den Rahmen eingehen. Denn der macht das Rad eben besonders und zu einem absoluten Hingucker.

Die Organischen Formen durch die aus Sisal und Harz hergestellten Verbindungen sehen einfach toll aus. Etwas ulkig manchmal aus der Fahrerperspektive. Das Oberrohr ist z.B. nicht schnurgerade. Es ist eben so wie es gewachsen ist und macht bei diesem speziellen Rad einen Bogen nach links. Dadurch sieht es aus, als würde das Vorderrad einen Versatz nach rechts haben. Aber das ist nur Optik. Auch der Akku ist nicht 100% gerade. Aber das macht den besonderen Charme des ganzen aus. Die Verbindung von Pedelec Hightech mit dem natürlichen Material des Rahmens.

Wie ich oben schon schrieb, macht das Material den Rahmen auch sehr komfortabel. Das ist wirklich angenehm.

Das einzige was mich optisch etwas stört sind die Bearbeitungsspuren der Ausfallenden aus unbehandeltem Aluminim. Eine schwarze Eloxierung würde hier sicher auch gut aussehen. Andererseits unterstützt dies auch die „Handmade“ Optik.

Sehr schön gelöst ist auch die Schraubenauswahl. Technisch und optisch.

Ausfallende. Für Ketten- oder Nabenschaltung geeignet.

Die soziale Komponente

Dass die Rahmen dazu auch noch fair und deutlich weniger energieaufwendig in Ghana hergestellt sind, macht die ganze Sache umso interessanter. Details dazu solltet ihr euch unbedingt HIER durchlesen! Besonders hervorzuheben ist das dortige Schulprojekt. Derzeit gehen über 200 Kinder in die von der my Boo Initiative gebauten Schule. Echt mega cool und beeindruckend : My Boo Ghana School.

Preis / Leistung

Ein ganz schwieriges Thema. Das my Jacobu kostet knapp 5000€. Wenn man rein auf die Ausstattung guckt, ist das Rad klar zu teuer. Ein vergleichbares Großserienrad würde ca. 3800 bis 4000 € kosten. Aber genau das ist der Punkt. Wir haben es hier mit einem echten Manufakturprodukt zu tun. Dazu noch mit einem, das aus einem ganz besonderem Material hergestellt wurde, wo man sich nicht einfach know how einkaufen kann. Von der sozialen Komponente einmal ganz abgesehen.

Nehmen wir mal als Beispiel die Firma Alutech. Ich bin ja zugegebenermaßen ein Fanboy. Auch deren Räder sind objektiv gesehen zu teuer. Für weniger Geld bekomme ich auch sehr gute Großserienräder. Aber die Story, dass da einer im flachen Schleswig-Holstein sein Ding durchzieht und einfach geile Räder baut ist mir das Geld wert. Ähnlich sieht es bei Firmen wie Nicolai oder Norwid aus. Der Kauf eines solchen Rades ist immer auch ein Statement.

Bei my Boo ist das ganz ähnlich. Man hat etwas sehr exclusives und unterstützt zum einen die Region und zum anderen soziale Projekte in Afrika. Somit ist das Rad im besten Sinne preiswert.

Dazu kommt natürlich noch der persönliche Service. Man kann auch einfach mal hingehen und ein Schwätzchen halten. Ist gerade bei so speziellen Rädern nicht zu unterschätzen.

Kurzfazit

Zum Schluss dann noch meine obligatorischen, subjektiven Positiv- und Negativpunkte

Positiv

  • Toller Komfort: Rahmen, Gabel, Sattel, Cockpit
  • Optik
  • Rahmenverarbeitung
  • Verarbeitung Allgemein
  • Überzeugender Shimano Steps EP8 Antrieb
  • Akkuhandhabung
  • Tolle Deore 1 x 10 Schaltung
  • Alltagstauglicher Gepäckträger
  • Gut geschütztes, helles Rücklicht
  • Sehr angenehme Shimano MT400/Deore Bremse
  • Reifenwahl
  • (Preis / Leistung)

Negativ

  • Frontscheinwerfer mit zu geringer Ausleuchtung
  • Schalthebelmontage
  • Seitenständer zu wackelig
  • Akkuschloss/Schlüssel wirkt etwas weniger hochwertig
  • (Preis / Leistung)

Ich danke auf jeden Fall my Boo und speziell dem Felix, mir diesen Test ermöglicht zu haben. Gerne wieder 🙂

Bremsenupgrade – von AVID zu ShiGura

Es hat sich für mich mal wieder bestätigt, dass (zumindest die alten) Avid Bremsen einfach ganz großer Mist sind. Hier hatte ich ja schon einmal geschrieben, wie unglaublich mich meine damalige Avid elixir 7 Bremse genervt hat.

An dem Alutech ICB Rahmen den ich kürzlich gekauft, wieder neu aufgebaut und nun im Freundeskreis verkauft habe war noch eine elixir 7 Trail dran. Also die Version mit 4 Kolben pro Bremszange. Am Anfang war alles gut. Nach Entlüftung (eine elende Sauerei mit DOT Bremsflüssigkeit) ging die Bremse einigermaßen. Bis auf das typische schwammige Hebelgefühl der alten Avid Bremsen. Nach einer 18 km Trailrunde auch immernoch alles OK. Und dann plötzlich: Zuhause vom Auto abgeladen, hintere Bremse mausetot! Das kann doch nicht sein. Auch ein Entlüften hat nichts gebracht. Ich vermute dass der Hebel defekt ist, da ich gar keine Flüssigkeit mehr von der Zange zum Hebel gedrückt bekommen habe …..(wüste Flüche)

Da das Rad ja nun verkauft war, war es für mich Ehrensache es wieder fit zu bekommen. Da mein Kumpel am Alltagsrad Shimano Bremsen mit ihrem knackigen Druckpunkt gewohnt war, sollte es auch hier nun Shimano werden. Nebenbei liebe Avid/SRAM Ingenieure: Selbst die Gruppenlose Shimano MT 200 Bremse (Im Set vorne /hinten um die 60€ !) kann bis auf die einteilige Lenkerschelle ALLES besser als die gesamte Elixir Reihe. Ich weiß nicht wie die Avid (bzw heute auch SRAM) Bremsen heute sind, aber das kommt mir nicht mehr ans Rad.

Leider sind Shimano Bremsen derzeit quasi nicht zu bekommen. Bis eben auf die ganz günstigen. Da es aber etwas mit 4 Kolben sein sollte, lag dann die Magura MT5 nahe. Derzeit auch in allen möglichen Shops für super günstige 160 € im Set zu bekommen. Da ist sicher der Vorteil, dass die komplett made in Germany sind. Die Hebel sind aber auch hier nicht jedermanns Sache.

Lange Rede kurzer Sinn. Es ist nun eine ShiGura von ebay-Kleinanzeigen geworden. Soll heißen eine Kombination aus Shimano XT Bremshebeln und einmal einer 4 Kolben und einer 2 Kolben Zange vom Magura. In unserem Fall sogar die verchromten der sonst sauteuren MT trail carbon Serie 🙂

ShiGura

Die meiner Meinung nach einzige Bremse von der Stange die das gleiche bietet

  • Schlanke Bremshebel
  • Knackiger Druckpunkt
  • Geschmiedete Bremszangen
  • Tolle Farboptionen
  • Mineralöl als Bremsmedium

Ist die Formula Cura / Cura 4. Über die hatte ich ja bereits geschwärmt und bin immer noch super happy damit.

Vorteile der Shimano XT Bremshebel sind lediglich die Werkzeuglose Hebelweitenverstellung und die mögliche Druckpunktverstellung.

Also erstmal raus mit dem alten Kram. Die schöne Stahlflexleitung kann leider nicht weiter verwendet werden. Außer mit einem lustigen Adapterturm.

Patient (teilweise) tot

Vorne ist alles jetzt soweit fertig. Die hintere Leitung des Sets ist leider zu kurz. Da kommt jetzt noch eine neue dran. Es ist wie erhofft. Suuuper knackiger Druckpunkt 🙂 Und optisch ist das ganze eh ein Highlight….

In Echt wirkt die Avid Zange viel winziger
Auch hier optisch ein echter Fortschritt. Funktional sowieso

Wobei die Optik sicher Geschmacksache ist. Der Kostendruck ist bei Avid aber zu merken. Alles ist fest vernietet und die Hebel sind für links und rechts identisch. Anders ist die beknackte Position der Entlüftugsschraube hinten an dem Knubbel nicht zu erklären. Immerhin war die elixir 7 Reihe zumindest auf der Ebene Shimano SLX angesiedelt und damit auch nicht billig. Schon Paradox. Die Bremse die quasi nie entlüftet werden muss (Shimano) ist auch hier viel benutzerfreundlicher.

Demnächst berichte ich dann mal, wie sich die ShiGura auf dem Trail schlägt 🙂

Nachhaltig Fahrräder bauen. Ist das möglich? Ein Besuch bei my Boo

Eventuell habt ihr es ja auf Insta gesehen (siehe Link in der Seitenleiste), dass ich die Woche zu Gast bei my Boo Bambusbikes war. Dort hatte ich einen sehr netten Termin bei Felix, seines Zeichens Leiter der PR Abteilung von my Boo.

Bei my Boo im Showroom

Er hat mir erstmal die interessante Geschichte der Firma erzählt. Hört sich an wie eine gescriptete Startup Geschichte 😉 Zwei Studenten haben die Idee Bambusräder zu bauen und auch noch Gutes zu tun. Das alles im Coworking Space und mit viel Enthusiasmus. Mittlerweile hat das Unternehmen 45 Mitarbeiter und lässt seine Rahmen unter fairen Bedingungen von Hand in Ghana fertigen. Die Endmontage erfolgt auch wiederum von Hand in Kiel. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen.

Wie ist das denn nun mit der Nachhaltigkeit ?

Konsum ist nicht Nachhaltig. Punkt. Aber wenn schon Konsum, dann so verträglich wie möglich. Und da ist Bambus als Rahmenmaterial schonmal eine super Sache. Außerdem geht es ja hier nicht um SUVs, sondern um Fahrräder, die ja per se schon ei umweltfreundliches Verkehresmittel sind. Und es geht auch nicht nur um die Umwelt. Die Leute, welche die Rahmen fertigen werden anständig dafür bezahlt, haben eine Perspektive und ihre Kinder können in die Schule gehen. Die Schule wurde auch durch my Boo gebaut. Das finde ich ziemlich cool!

Ich durfte mich dann in den heiligen Hallen umsehen. Bis auf dass die Rahmen eben aus Bambus sind, sieht es hier alles nach einer gut organisierten Manufaktur für Premium Fahrräder aus. Bei solchen Bildern lacht das Mechanikerherz:

Die Montage

Ich darf dann demnächst also ein Rad im Alltag testen. Das werden dann hauptsächlich Fahrten zur Arbeit sein. Da kann das Rad dann zeigen was es im Alltag taugt. Da ich 25 km einfachen Weg und größtenteils unbeleuchtete Landstraßen vor mir habe, bat ich um ein E-Bike mit ordentlicher Beleuchtung und einem Gepäckträger. Mein Favorit wäre somit das my Boo „MyJacobu„.

my Boo „MyJacobu“. Copyright: my Boo

Generell setzt my Boo auf den Shimano Steps EP8 Mittelmotor. Auf diesen bin ich besonders gespannt, da ich ja bisher hauptsächlich Bosch gefahren bin. Auch die Beleuchtung mit dem Supernova Mini 2 Scheinwerfer sollte mehr als ausreichend sein. Aber auch die anderen Trekkingmodelle wären sicher geeignet für den Test. Mal sehen was ich bekomme 🙂

Für die Technikfans habe ich noch einen Leckerbissen. my Boo arbeitet gerade an einem Cargobike. Soweit nichts besonderes. Bis vielleicht auf die unglaubliche Länge des Gefährts. Was ich aber richtig cool fand, war die Lenkung die mittels Zahnriemen funktioniert. Das hatte ich bis dahin auch noch nicht gesehen:

Also bleibt gespannt wie es hier weitergeht. Ich werde dann zunächst kurze Updates auf Instagram geben und später einen ausführlichen Test schreiben.

Radfahren im Winter – Kleidung und Ausrüstung

Aus akuellem Anlass hole ich diesen Beitrag noch einmal hoch. Es hat sich für mich daran nichts geändert. Alle abgebildeten Dinge sind noch im Einsatz.

Crazy42wheels

Radfahren im Winter kann ja viele Facetten haben. Das reicht von „mal schnell zum Bäcker / Einkaufen“, über sportlich Rad fahren bis zum Alltagspendeln. Um letzteres soll es hier gehen. Dabei kann ich natürlich nur etwas zu den Dingen sagen die ich auch selber benutze. Hilft vielleicht trotzdem einzuschätzen, wie warm man sich bei 0 – 10°C anziehen muss.

IMG_20191114_185328 Die menschliche Zwiebel

Kleidung für den Winter:

Tatsächlich muss man sich gar nicht sooo dick einpacken. Eine Faustregel hat sich bei mir als passend herausgestellt: Wenn man beim losfahren leicht fröstelt, ist es genau richtig.

Zwischen ca 5 – 10°C hat sich bei mir folgendes bewährt:

Obenrum:

  • Merino Longsleeve von Engelbert Strauß Klick : 47€                                                           Achtung. Das Shirt fällt recht klein aus…

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ALUTECH ICB 2.0 – Aufbau und Test

Wir ich ja hier schrieb, habe ich mir ein gebrauchtes ALUTECH ICB Rahmenset mit einigen Anbauteilen gekauft. Der Aufbau ist nun fertig und ich habe einige Runden gedreht. Es fährt sich wirklich ganz anders als meine ALUTECH Fanes.

Die Fanes ist ja ein Enduro mit viel Federweg (160mm) und einem recht flachen Lenkwinkel. Das ICB nennt sich Trailfully und ist mit seinen 120mm Federweg eher straff und agil. Obwohl es auch Rahmengröße L ist sitzt es sich eher kompakt. Das heißt der Lenkkopf ist deutlich dichter am Sattel (kürzerer reach).

Der Aufbau mit der SR Suntour Epixon Gabel ist in sich ganz stimmig geworden. Der Dämpfer hatte schon etwas Spiel in den Buchsen. Das hat man ganz leicht gemerkt, wenn man das Rad am Sattel hochgehoben hat. Jetzt sind maßgefertigte, saugend passende Buchsen verbaut und am ganzen Rad klappert nix mehr. So soll das sein.

Die Ausgangssituation

Ein Kumpel hatte derweil ein anderes ALUTECH Projekt beendet. Aus einer ziemlich runtergerittenen Teibun wurde ein schwarzes Schmuckstück. Meine liebe Frau hat als I-Tüpfelchen die tollen Rainbowsilver Sticker geplottet. Ist echt richtig cool geworden:

Zum Schluss noch die Teileliste des ICB:

Folgende Neuteile sind verbaut:
– SRAM SX Eagle 1×12 Gruppe (Schaltwerk und Trigger)
– SRAM SX Eagle Kurbelgarnitur
– SRAM DUB Innenlager
– SRAM NX Eagle Kassette 11-50T
– SRAM NX Eagle Kette
– Ritchey Steuerlager
– Twinworks Schaubgriffe
– Twinworks Sattel
– SR Suntour Epixon Gabel, tapered, Q-Loc Achse, Lock out, Rebound einstellbar
– Bremsbeläge Clarks
– Bremsscheiben Clarks 180mm

Folgende sehr gute Gebrauchtteile sind verbaut:

– Rahmen ALUTECH ICB 2.0
– Bremsen AVID Elixir Trail 7.0 mit Stahlflexleitungen
– Answer Protaper Lenker (leichte Scheuerspur von einem Zug) und Vorbau
– Rock Shox Reverb Stealth höhenverstellbare Sattelstütze
– Dämpfer Fox Float X Evol Kashima (minimale Beschädigungen an der Beschichtung. Es ist aber alles dicht)
– Laufräder WTB STp i19

Gesamtgewicht: 14,2 kg

Das crazy42wheels custom Hardtail ist fertig

Ich habe ja länger nichts mehr geschrieben. Zum einen gab es nicht spannendes Radspezifisches. Zum anderen ist Zuhause Baustelle die leider auch Auswirkungen auf meine Werkstatt hatte.

Aber nun ist das erste meiner zwei aktuellen Bike Projekte fertig (Hardtail und Alutech). Und ich finde es ist ziemlich gut geworden. Die gewagte Farbkombination aus weißgrünem Rahmen, Oilslick und Lilafarbenen Teilen knallt ziemlich ins Auge. I like 🙂

Die ZTTO Schaltung schaltet sich recht knackig. Das Hebelgefühl würde ich mal mit Shimano Deore vergleichen. Einzigartig ist die weite Spreizung von 11-50 Zähnen an einem 1×11 Antrieb. Damit kommt man auch die steilsten Rampen hoch. Durch die leichten Laufräder und ein paar Carbonkomponenten liegt das Gesamtgewicht bei echt guten 12,2 kg. Vergleichbare Räder wiegen locker 1 kg mehr, was ja schon fast Welten sind. Die einzelnen ZTTO Komponenten hatte ich ja schon im verlinkten Bericht näher beschrieben. Zusammengebaut funktionieren sie auch sehr gut.

Hier die komplette Teileliste:

– ZTTO CRX 1×11 Komplettgruppe mit 11-50 Zähnen an der Kassette. Kassette in Oilslick Optik. Schaltwerk mit einstellbarem Reibungsdämpfer.
– ZTTO XC Kurbelgarnitur mit 32Z Kettenblatt und ZTTO Innenlager
– ZTTO Plattformpedale mit gedichtetem Lager und DU Gleitbuchsen
– ZTTO Schnellspanner Lila
– ZTTO CNC Vorbau in Oilslick Optik
– ZTTO XC Luftgabel 120mm. Lockout, Compression adjustment
– ZTTO Steuerlager mit gedichteten Cartridge Lagern

Weitere NEUTEILE:

– BXT Carbon Sattelstütze und Ahead Spacer
– Selle Italia Sattel
– Sattelklemme Lila
– ODI Lock on Griffe
– Continental Race King Reifen 27,5 x 2,2
– Bremsbeläge
– Answer Protaper Carbon Lenker
– Schaltzug Jagwire
– Kette 11 fach SRAM
– Bremsscheiben 180mm Galfer Centerlock

Folgende sehr gute Gebrauchtteile sind verbaut:

– Rahmen Focus Whistler Gr L. Neu Pulverbeschichtet in der Farbe „Weißgrün“
– Laufradsatz DT Swiss XM421 auf Shimalo XT Centerlock Naben
– Bremsen Formula ORO K18

Wer eventuell an dem Rad interessiert ist, kann es sich hier in der Kleinanzeigenbucht ansehen UPDATE: Verkauft 🙂

Legale MTB Strecken schaffen – So wichtig wie nie

Ich bin mir bewusst, dass wir auf der welt sicher auch gerade andere Probleme haben. Nichtsdestotrotz sollten wir aber unsere Lokale Umgebung nicht vergessen. Gerade seit der Corona Zeit hat es mehr Menschen den je in die Natur gezogen. Seien es Wanderer, Camper und eben auch Radfahrer. Speziell der Mountainbiker sorgt immer wieder für Konfliktpotential. Zum Teil unverschuldet aus Unverständnis anderer Wald und Wegenutzer. Zum Teil aber auch selbst verschuldet durch Rücksichtslosigkeit und illegale Bauten in den Wäldern. Hier können ganz schnell einige wenige es allen anderen versauen.

Zum Glück gibt es auch im Norden einige legale Möglichkeiten MTB zu fahren. So sind grundsätzlich die Waldwege nicht verboten. Ein Lecuhtturmprojekt ist z.B. der „Hütti Trail“ in den gleichnamigen Hüttener Bergen. Hier gibt es speziell für Mountainbiker angelegte Strecken. Aber auch hier muss gewarnt und ermahnt werden. Es nimmt nämlich schon wieder Überhand. Und viele halten sich nicht and die Regeln.

Deshalb möchte ich hier noch einmal eindrücklich dazu aufrufen sich an die Regeln zu halten. Somit können wir alle unserer Leidenschaft weiter nachgehen:

Quelle: http://www.DIMB.de

Anders sieht es in Bikeparks aus. Auch hier sollte man sich an die Regeln halten. Aber es ist für alle Klar: Das hier ist MTB Gebiet.

Teilweise wird sowas vom Land oder der Stadt gefördert. Siehe z.B. Freiburg.

Der Hohe Norden

Aber auch im hohen Norden in Kiel ist so etwas geplant. Auf der Seite MTB-Kiel könnt ihr euch darüber informieren und auch gerne unterstützen. Aktuell wird jemand gesucht, der den Facebookauftritt betreut. Also wenn ihr Interesse habt, meldet euch doch dort.

Also: Ran ans Ehrenamt 🙂

Und noch ein Bikebuild – Alutech ICB 2.0

Uiui. Der Focus Rahmen für meinen Hardtail MTB Aufbau ist noch nicht mal vom Pulverbeschichten zurück, da steht schon das nächste Projekt an.

Wie so oft war es der Zufall der mich auf einen ALUTECH ICB 2.0 Rahmen leitete. Ebay-Kleinanzeigens Algorithmus sei Dank 😉

Ich musste einfach zuschlagen. Es ist nicht nur der Rahmen (in einem echt coolen grün). Mit dabei sind auch der FOX Dämpfer, eine Rox Shox Reverb Sattelstütze, Avid Elixir Trail Bremsen und Kleinteile wie Lenker und Griffe usw.

Quelle: Ebay-Kleinanzeigen Verkäufer

Ich plane das Rad gar nicht zu behalten. Meine Alutech Fanes kann alles was ich brauche. Ich habe einfach Spaß daran noch ein Rad aufzubauen. Naja. Ordentlich einfahren muss man es ja zumindest 🙂

Die geplante Spec wird aus WTB Laufrädern (auch schon auf Kleinanzeigen gekauft), einer kompletten SRAM SX eagle 1×12 Gruppe und einer Suntour Epixon 130mm Gabel bestehen.

Also wie immer: Stay tuned.

Erster Eindruck – ZTTO MTB 11-fach Schaltgruppe

Früher als erwartet kam ca. 4 Wochen nach Bestellung das Paket von AliExpress mit der ZTTO SLR 11-fach Schaltgruppe für meinen Hardtail MTB Aufbau. Zeit einen ersten Eindruck festzuhalten.

Die Gruppe ist wirklich komplett und besteht aus: Schaltwerk, Schalthebel, Kettenrad, Kassette (11-50 Zähne), Kurbel, Innenlager und eigentlich auch einer Kette. Diese hat leider gefehlt. Da bin ich noch in Klärung (Mittlerweile habe ich 35€ wiederbekommen und kaufe eine SRAM Kette). Mit dabei sind auch ein paar Kleinteile wie Kettenblattschrauben in Alu und Stahl und ein Kurbelmontagewerkzeug ala Shimano. Gekostet hat das ganz mit Versand, Steuer und ohne Zoll (wurde nicht berechnet) knapp 190€. Das ist auf jeden Fall ein Wort!

Nur zur Klarstellung. Ich habe die Sachen von meinem eigenen Geld gekauft und bekomme nichts für die Vorstellung.

ZTTO 11-fach MTB Gruppe. Leider ohne Kette

Auf einige Teile möchte ich genauer eingehen. Die Komponentengewichte fasse ich ganz unten im Beitrag zusammen.

Der Kurbelsatz und das Innenlager

Die Kurbel ist an der Gruppe mein Lowlight. Nicht besonders leicht (obwohl hohlgeschmiedet), relativ großzügige Passungen der Kettenblattschrauben und eigentlich eine verkappte 2-fach Kurbel. Deshalb sind auch nur minimal 32 Zähne möglich, weil der 104mm Lochkreis keine kleineren Blätter zulässt. Aber seis drum. Sie bekommt eine Chance. Zumindest die Achse und die Verzahnungen derselben sowie das Gegenstück an der rechten Kurbel sind ordentlich verarbeitet.

Das Kettenblatt ist, wie mittlerweile für 1-fach Antriebe üblich, „narrow-wide“ ausgeführt. Das heißt es hat immer einen breiten und einen schmalen Zahn. Man legt die Kette dan entsprechend mit den Innen- und Außengliedern auf. Ich glaube SRAM hat das Prinzip erfunden da diese als erstes auf 1-fach Antriebe gesetzt haben. Es verhindert, zusammen mit dem Reibungsdämpfer des Schaltwerks, wirksam ein Abspringen der Kette vom Blatt.

Da war der Lehrling wohl dran
Aus dieser Ansicht ganz ordentlich
Zubehör

Das Innenlager wirkt gut verarbeitet und steht somit z.B. einem SRAM GXP Lager in nichts nach. Über die Haltbarbeit kann ich noch nichts sagen. Auf jeden Fall ist es vorbildlich beschriftet. Auch die Richtung zum Festziehen ist markiert. das gilt übrigens auch für die Pedale. Da kann sich manch Premiumhersteller gerne eine Scheibe abschneiden.

Zusätzlich liegen drei (leider Kunstsoff) Spacer für verschiedene Gehäusebreiten bei.

Innenlager

Schaltwerk und Schalthebel

Auch das Schaltwerk ist kein Leichtgewicht. Dafür gibt es aber bis auf die (kugelgelagerten) Schaltröllchen kein einziges Platikteil. Das Parallelogramm ist komplett aus Aluminium gefertig und der Käfig aus Stahl. Dafür sieht alles robust aus. Interessant ist auf jeden Fall der einstellbare Reibungsdämpfer der Kettenschlagen verhindern soll. Bei den meisten Herstellern ist dieser ja entweder fix oder ein- und ausstellbar. Hier kann er mittels Innensechskant stufenlos verstellt werden. Werkseinstellung ist „mid“. Auf diesem Exemplar steht noch „Sensah“. Ein anderer Hersteller bei dem ZTTO die Schaltwerke zukauft. ZTTOs Kernkompetenz sind eher Kassetten, Innenlager usw.

Die Zuganlenkung findet „klassisch“ ohne z.B. eine Umlenkrolle statt. Wie schwer oder leicht das geht, wird sich dann später zeigen. Schön wäre noch eine „cage lock“ Funktion für einfacheren Radausbau. Diese fehlt leider.

Der Schalthebel ist solide Hausmannskost und hat leider keine geteilte Befestigungsschelle. Somit auch keine Möglichkeit z.B. mit einem Bremshebel kombiniert zu werden. Auch hier besteht einiges aus Stahl, was hoffentlich der Haltbarkeit zugute kommt. Interessant finde ich die kleine Gummiabdeckung die eine Bohrung zum nachfetten verbirgt. Gute Idee.

Der obere Hebel kann, wieder Shimano like, mit dem Daumen oder Zeigefinger betätigt werden.

Die 11-fach Kassette

Für mich das Highlight der Gruppe. Zum einen finde ich die trendy „oilslick“ Optik mega gut. Es gibt auch schwarze und goldene zur Auswahl und 46 bis zu 52 (!) Zähne am großen Kettenblatt. Hier nun also oilslick und 11-50 Zähne was es meines Wissens so nicht von den etablierten Herstellen als 11-fach Kassette gibt.

Die Kassette besteht aus quasi 3 Teilen: Die vier großen Blätter bestehen aus einem Aluminiumblock. Sehr aufwendig gefertigt. Die nächsten drei Stufen sind aus Stahl und zu einer Einheit zusammengenietet. Die vier kleinen Ritzel sind lose und haben einen Kragen bzw. es ist ein Kunststoffspacer dabei.

Komponentengewichte

KomponenteGewicht [g]
Kurbelsatz inkl. Kettenblatt723
Schaltwerk314
Schalthebel135
Kassette375
Innenlager90

Zwei Zahlen zum Vergleich: Ein SRAM GX 11-fach Schaltwerk wiegt z.B. 265g, eine SRAM GX 12-fach Kassette (10-50) 450g

Erstes Fazit

You get what you pay for. Das wird sich zeigen. Wenn die Gruppe gut funktionert, ist sie sicher eine gute Alternative zu den renomierten Herstellen wie SRAM oder Shimano.

Wo ZTTO aber noch dran arbeiten könnte, wäre eine ansprechendere und zeitgemäßere Verpackung. Motto: Weniger Plastik und mehr Liebe 😉

Das S-Pedelec und dessen unlogische Einstufung als Kraftfahrzeug

Wie „Speeder´s Corner“ hier beschreibt, hat das S- oder Speed- oder schnelle Pedelec ein großes Potential die Verkehrswende voranzutreiben. Es ist meiner Meinung nach der beste Kompromiss zwischen einem E-Roller (zu ineffizient) und einem Pedelec (zu langsam für weitere Strecken). Man ist schnell unterwegs und tut trotzdem was für seine Gesundheit.

Achso. Wer gar nicht weiß was ein S-Pedelec sein soll. Hier ein paar Infos. Es ist keine Schande das in Deutschland nicht zu wissen, da diese tollen Fahrzeuge hier nur in homöpatischen Dosen existieren.

Das liegt sicherlich zum einen am Kaufpreis. Es geht mit „Schnäppchen“ für 3000€ los, das meiste tummelt sich bei 5- 6000€ herum und geht bis über 10.000€!! WTF? Daran sieht man schon, dass man eine gewisse Affinität zum Thema braucht. Wenn man das S-Pedelec aber als ernstzunehmendes Fahrzeug wahrnimmt und nicht als teures Freizeitgerät, dann sieht das schon anders aus. Sicher, ein E-Roller ist billiger. Aber darum geht es ja nicht. Man entscheidet sich ja bewusst für das Mitarbeiten. Wenn das S-Pedelec vielleicht sogar einen Zweitwagen ersetzt, sieht das ganze nämlich nicht mehr ganz so duster aus.

Warum sind oft identisch aussehende S-Pedelecs so viel teurer als ihre 25km/h fahrenden Geschwister? Weil sie in D und auch sonst in Europa als Kraftfahrzeug gelten. Vergleichbar mit einem normalen Motorroller. Das bedeutet für die Hersteller einiges an Aufwand um eine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr zu erlangen.

Da liegt speziell in Deutschland auch sicher der zweite Grund für die geringe Verbreitung dieser Gattung. Das S-Pedelec wird als Kraftfahrzeug gesehen. Und das bedeutet:

  • Helmpflicht: Für mich kein Nachteil. Ich denke jeder ersthafte Radpendler fährt sowieso mit Helm. Und wenn nur als Wetterschutz ;). Die Art des Helmes ist aber in Deutschland irgendwie unklar. Ganz streng genommen müsste man einen Motorradhelm tragen (Kraftfahrzeug). Die Niederlande sind hier weiter und haben eine spezielle Norm geschaffen. Die NTA 8776. Hier auch Infos dazu.
  • Kennzeichenpflicht: Genau wie beim Mofa oder Roller ist jedes Jahr eine neues Versicherungskennzeichen fällig. Dieses kostet zwischen 50 und 120€ / Jahr. Je nach Anbieter und Leistungsumfang. Im Vergleich zu einer Fahrradversicherung für in Rad mit diesem Wert ist das aber ziemlich günstig.
  • Keine Radwege erlaubt! Ich denke das ist der größte Abschrecker. Ich habe Glück und fahre viel auf kleinen Nebenstraßen. Aber ist zum Beispiel ein Radweg neben einer Bundesstraße vorhanden, darf man diesen nicht benutzen und muss auf der Fahrbahn fahren! Auch Radschnellwege sind tabu! Mittlerweile fahre ich in der Stadt meist trotzdem auf dem Radweg (mit angepasster Geschwindigkeit) weil ich die brenzligen Situationen und Erziehungsversuche verursacht durch Wutbürger am Steuer leid bin….
  • Keine Mitnahme von S-Pedelecs in Öffentlichen Verkehrmitteln. Für den Gesetzgeber ist das so, als wenn man einen benzingetriebenen Roller mit den in Zug nimmt. Obwohl das S-Pedelec physisch identisch mit einem normalen Pedelec ist….
  • Kein Leasing z.B. als Jobrad möglich. Gerade diese Kategorie hätte doch das größte Potential den einen oder anderen Parkplatz in der Firma freizumachen. Anscheinend machen das einige Firmen. Den meisten ist aber der Verwaltungsaufwand zu groß. Siehe Kommentare weiter unten.

Zusammenfassung und was zum Nachdenken

Warum sollte ein Radweg nicht genutzt werden dürfen? Es wird mit der hohen Geschwindigkeit begründet die für die anderen gefährlich ist. Man könnte ja die Geschwindigkeit mittels Beschilderung beschränken oder generell max 25 km/h auf Radwegen erlauben. Ich ziehe auch gerne das Beispiel des Porsche (oder jedes anderen PKW) heran der ja auch 300 km/h fahren KÖNNTE, aber trotzem in die 30 Zone darf. Dem Autofahrer wird zugetraut, dass er sich entsprechend verhält. Dem S-Pedelecfahrer nicht. Der muss dann auf eigene Gefahr auf der Straße fahren.

Warum wird das S-Pedelec mit einem 45 km/h Roller gleichgestellt? Wer es schon einmal ausprobiert hat weiß, dass man sich schon gehörig anstrengen muss um dauerhaft 45 km/h zu fahren. Es ist eine völlig andere Fortbewegung als mit einem Roller. Im Umkehrschluss müssten dann doch für normale Pedelecs auch die Mofa Regeln gelten: Helmpflicht, Versicherungspflicht und nur die Benutzung bestimmter Wege. Es KANN immerhin auch 25 km/h fahren. Und zwar deutlich einfacher als die 45.

Manchmal denke ich, dass der Gesetzgeber diese Kategorie mit Absicht sabotiert. Es gibt hier einige unlogische Regelungen. In der Schweiz ist der Anteil an schnellen Pedlecs deutlich größer. Auch hier gilt Helm- und Zulassungspficht (was ich persönlich nicht als Nachteil sehe). Aber sie genießen zusätzlich sämtlich Fahrradrechte: Radwegbenutzung, Mitnahme im ÖPNV…

Es wäre schön wenn sich hier einiges ändern würde. Danke hier speziell an Speeder´s Corner und den Pedelecmonitor die sich bemühen dieses Thema bekannter zu machen!

Bike build – 27,5 Hardtail MTB – Update

Mist. Ich bin zu leicht zu beeinflussen. Der Aufbau des Kinderrades hat so viel Spaß gemacht, dass ich nun bei einem Focus Whistler Rahmen für mich selbst zugeschlagen habe. Wie so oft, wird das wahrscheinlich wieder eines der günstigeren Teile. Die Whistler Serie ist ja auch eher in der „Brot und Butter“ Region angesiedelt. So mit Gepäckträgerösen usw. Aber wenn es gut wird, kann man ja nochmal was hochwertigeres ausprobieren. Generel macht der Rahmen aber keinen schlechten Eindruck. warum immernoch so viele Hersteller IS2000 Bremsaufnahmen verwenden bleibt aber ein Rätsel. Naja, sogar der teure Starling Rahmen eines Kumpels hat das noch. Es gibt ja Adapter.

Es fängt also mit Rahmen und Laufrädern an. Beides aus der Kleinanzeigenbucht. Der Laufradsatz sogar aus Kiel. Also selbst angeholt.

Rahmen: Focus Whistler, Größe L. Leicht benutzt, aber ganz OK:

Der Laufradsatz ist sogar ziemlich edel und leicht. DT Swiss XM421 Felgen auf Shimano XT Naben. Die Reifen waren auch dabei, sind aber mit 2,6″ ziemlich breit. Das könnte knapp werden:

Bremsscheiben von Galfer und eine gebrauchte Formula Oro Bremse sind auch schon da.

Vor einiger Zeit hatte ich ja schonmal geplant einen „Chiner“ aufzubauen. Also ein Rad, das nur aus Chinakomponenten besteht. Bis auf den Rahmen , Laufräder und die o.g Teile wird das jetzt hier teilweise der Fall. Einfach, weil der der Gebrauchtmarkt im Moment wenig hergibt und weil ich es nun doch mal ausprobieren möchte. Zur Nachhaltigkeit möchte ich dabei sagen, dass alle Alternativprodukte sicher auch nicht „made in Germany“ gewesen wären.

Die Hauptkomponenten kommen nun von ZTTO (oder ZITTO?). Ist wahrscheinlich den meisten unbekannt. Soll aber ganz anständige Qualität liefern, was man in Bikenerd Foren so liest.

Es wird eine ZTTO 1×11 CRX Gruppe mit 11-50 Zähnen. Im trendy Oilslick Look für knapp 190€ inkl. Kurbel und Innenlager:

Dazu eine 120mm Luftgabel mit „Kashima Look“ Standrohren für knapp 75€! Nicht großartig einstellbar aber dafür recht leicht. Allemal besser als der übliche Stahlfeder/Elatomer Einsteiger Kram :

Ich bin sehr gespannt. Auch möchte ich einfach mal Alternativen zu dem ewig gleichen Einheitsbrei von SRAM und Shimano ausprobieren. einige Anbeiteile wie Pedale, Vorbau, Steuerlager werden auch von ZTTO kommen. wird ne Recht bunte Angelegenheit werden. Lasst euch überraschen. Passend zum pride month 😉

UPDATE 22.07.2021:

Die ersten China Teile sind eingetroffen und ich bin positiv überrascht. Machen wirklich einen guten Eindruck

Hier z.B. das ZTTO Plattformpedal. Jeweils mit einem Kugellager und einer DU Buchse ausgestattet:

ZTTO Plattformpedal JT-01

Der ZTTO Vorbau mit wahlweiser 35 oder 81,8mm Klemmung. Geile Oilsslick Optik:

Und zu guter letzt die Carbonsattelstütze und die Lenkrohrspacer von BXT (direkt com Hersteller):

Gabel und Schaltgruppe lassen leider nich auf sich warten. Aber der Rahmen ist eh derzeit zum Strahlen, bzw zum Kostenvoranschlag für eine Pulverbeschichtung.