300 km Diamant Zouma+ S mit Bosch performance speed

300 km sind nun in 5 Tagen zusammengekommen. Ich bin zufrieden mit mir 😉 Ein paar kleine Optimierungen habe ich natürlich direkt vorgenommen. Gestern bekam ich Post von Rose und Bike Discount. Mit das wichtigste kam auch: Das Bosch Reiseladegerät (Compact Charger) das ich bei der Arbeit deponieren werde. Die grünen Pedale sind schonmal für das neue MTB (das jetzt schon 15 Tage mit DHL unterwegs ist! Andere Geschichte). Dann noch Magura royal blood (super Name 😉 ), Bosch Werkzeug um das Ritzel mal wechseln zu können und eine Kontaktabdeckung für die Akkukontakte am Rad.

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Ja is denn heit scho Weihnachten?

Da ich Schuhgröße 46 habe, sind die mitgelieferten Pedalen etwas größeren Exemplaren gewichen. An der Sattelstütze habe ich wieder eine Topeak Aero wedge Tasche angebracht. Da ist alles für die Pannenhilfe drin. Die Tasche habe ich auch am Rennrad und finde sie wirklich gut. Stört nicht und sitzt wackelfrei.

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Notfallkit

Testweise habe ich ein anders gestufte Kassette verbaut. Die original Kassette ist eine 11-42 er und im unteren Bereich 11-13-15 gestuft. Da der Bosch Motor extrem Kadenzabhängig ist, sind zwei Zähne Unterschied bei wechselnden Streckenbedingungen tatsächlich manchmal ein zu großer Sprung. Außerdem sind die großen Ritzel für meine Belange im Flachland eh total überflüssig. Das 11er Ritzel wiederum ist nur bei ordentlich Rückenwind zu gebrauchen. So teste ich gerade eine günstige Tiagra 12-28 Kassette mit 12-13-14-15… Abstufung. Macht erstmal einen guten Eindruck. So konnte ich auch gleich den sogenannten „Pizzateller“ entfernen. Das ist dieser durchsichtige Plastikschutz der immer hinter der Kassette steckt. Geht ja stylemäßig sonst gar nicht 😉

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Tiagra Kassette 12-28

Ich wollte auch einen Bosch Lagerschutzring an der rechten Kurbel nachrüsten. Der Weltkonzern (und Autozulieferer) Bosch hat anscheinend die Erfindung des Wellendichringes verpasst. Jetzt gibts da halt so ein Set mit Fett und 5 von diesen Ringen, die das Kurbellager gegen Witterungseinflüsse schützen sollen. Wohlgemerkt bei einem Antrieb der für MTBs gedacht ist.  Auf der Tüte stand dann, dass Bosch die seit 2015 serienmäßig verbaut. Nachgeguckt: Stimmt 🙂 Naja, dann hab ich jetzt ein paar und tausche die beim Ritzelwechsel immer mit. So konnte ich wenigstens mal das Lockring Tool für das Bosch Ritzel ausprobieren.

 

Was mir etwas Sorgen bereitet ist die Tatsache, dass mit der Antrieb bei einer Regenfahrt gestern 3 mal ausgegangen ist. Ich dachte bei so einem 10.000 fach verkauften Antrieb wären solche Sperenzchen kein Thema. Ich lass meinen Fahrradhöker mal die Daten auslesen und dann gucken wir weiter.

 

Diamant Zouma+ S vs Klever X-Speed

Hier nun also der große Vergleich. Heckmotor vs Mittelmotor, Bosch gegen Klever, Platzhirsch gegen Nischenhersteller….

Für Leser die bisher nicht meine komplette Lebensgeschichte verfolgt haben: Bevor ich mir nun das Diamant Zouma zugelegt habe, hatte ich für ca 6 Monate ein Klever X-Speed. Hier möchte ich einen Vergleich der beiden ähnlichen und doch so verschiedenen S-Pedelecs anstellen.

Als Basis dient hier das neue X-Speed pure weil es am ehesten mit dem Diamant vergleichbar ist. Mein persönliches X-Speed entsprach aber genau der Ausstattung (Starrgabel, Scheinwerfer…)

In der Tabelle habe ich die wichtigsten Fakten gegenübergestellt:

Diamant Zouma +S Klever X-Speed Pure
Kaufpreis 3.999 € 4.999 €
Rahmen Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium
Laufräder 27,5″/ Bontrager Naben 27,5″ / Noname / Motor als Nabe
Reifen Schwalbe Super Moto-X
27.5″ x 2.40
Schwalbe Super Moto-X
27.5″ x 2.40
Antriebsart Mittelmotor Nabenmotor hinten
Antrieb Bosch performance Speed Klever Biactron V2
Nennleistung 350 W 600 W
Akku 500 Wh 570 Wh
Display Bosch Purion Klever
Kurbeln Ride+ Aluminium Aluminium
Schaltwerk Shimano Deore 10 Speed Shimano XT 11 Speed
Schalthebel Shimano Deore Shimano XT
Bremsen Magura MT5e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Magura MT4e, 180mm
Bremsscheiben V/H
Scheinwerfer B+M IQ-X + Hupe B+M IQ-X + Hupe
Rücklicht Supernova M99 Tail Light  mit Bremslicht Supernova M99 Tail Light  mit Bremslicht
Gepäckträger 15 kg Tragkraft 25 kg Tragkraft, Racktime
Schutzbleche Aluminium Aluminium
Ständer Pletscher Noname
Gewicht (Katalog) 23,8 kg 27,5 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 136 kg 147,5 kg
Mitgeliefertes Zubehör 2 Akkuschlüssel (ABUS) 2 Akkuschlüssel (ABUS)
Ladegerät 4A ohne Lüfter Ladegerät 5A mit Lüfter
Bedienungsanleitung Betriebserlaubnis (CoC)
Betriebserlaubnis (CoC)

Was deutlich schwieriger zu bewerten ist, ist das generelle Fahrverhalten. Wenn man ins Pedelecforum guckt, dann artet das oft zu religiösen Kreuzzügen Mittel- gegen Heckmotor aus. Und das oft ohne, dass die Verfechter das jeweils andere Antriebskonzept überhaupt ausprobiert haben. Ich habe jetzt die Möglichkeit beide Prinzipien und die Räder im speziellen miteinander zu vergleichen. Aber auch ich bin hier nicht ganz neutral. Wenn man sich alleine die Listenpreise anguckt, fällt es schon schwer hier gute Argumente pro Klever zu finden die das rechtfertigen. Zumal mein Diamant jetzt über 2000€ (2850 € bei Fahrrad XXL!!!) günstiger war als das X-Speed pure. Zudem hat mich die ganze Klever Geschichte ziemlich genervt. Das fing bei der ewigen Wartezeit (ohne, dass ich darüber informiert wurde) an und endete bei diversen nervigen Kleinigkeiten des Rades an sich sowie dem Händler der 70 km entfernt war.

Was ich an beiden Rädern direkt getauscht habe war der Sattel. Das ist ja immer sehr individuell. Auf jeden Fall habe ich die Foltergeräte gegen einen Terry Figura ausgetauscht. Der ist jetzt schon zum dritten Rad mitgewandert und ich finde den super. Am Rennrad habe ich mittlerweile auch einen Terry.

Trotzdem versuche ich hier möglichst objektiv zu sein.

Fangen wir mal damit an, was mir am Klever gefallen hat:

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Klever X-Speed

Motorleistung und Unterstützung

Eindeutig die buchstäblich stärkste Disziplin des Klever. Der Lautlose Direktläufer Nabenmotor zieht super kräftig durch. So war es auf der höchsten Unterstützungsstufe sogar möglich bis auf 50 km/h (laut Display) zu pedalieren. Die berühmte „Bosch Wand“ gegen die man irgendwann ankurbelt ist hier absolut nicht zu bemerken. Die Unterstützung läuft schön sanft aus.

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Motor und Bremse

Schaltung und Bremse

Das Klever ist mit einer Shimano XT 11 Gang Kassette, Schaltwerk und Schalthebel ausgestattet. Dies ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Zudem sind die Schaltvorgänge so sauber wie am normalen Rad, weil ja hier keine Antriebskraft des Motors über die Kette übertragen wird. Das Klever hat außerdem einen massiven Kettenschutz aus Metall.

Die Magura MT4 Bremsen haben mich immer super zum Stehen gebracht. Ich hatte keine Probleme mit rubbeln oder quietschen.

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XT Schaltwerk und Kassette, Motor und Kettenschutz

 

Gepäckträger

Zugegeben, der kleine halbhoch liegende Träger des Diamant sieht deutlich schicker aus. Für ein Pendlerrad ist aber der mit 25 kg belastbare Racktime Träger mit hoher Plattform und Anbindung an den Hauptrahmen eher geeignet.

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Gepäckträger

Kontaktschutz des Akkus

Das Klever hatte einen kleinen integrierten Gummilappen, den man bei Bedarf einfach hochklappt um die Kontakte am Rad zu schützen, wenn der Akku nicht drin ist. Bei Bosch muss da ein loser Stopfen mitgenommen werden

Sonstiges

Nach dem Update ist der Scheinwerfer nun auch endlich einem S-Pedelec gerecht. Die originale Funzel war nicht so geeignet. Am aktuellen X-Speed ist der B+M IQ-X nun serienmäßig. Das Supernova Rücklicht war schon immer gut.

 

 

Nun zu den Dingen die mir am Klever gar nicht gefallen haben:

Display und Menüführung

Das ältere abnehmbare Display war inklusive der Menüführung einfach nur eine Fehlkonstruktion. Das fing bei der Haptik an. Irgendwie fühlte sich das alles billig an. Bei der geringsten Luftfeuchtigkeit ist es von innen beschlagen. Und ich bin nicht einmal im Regen gefahren. Die Menüführung war auch irgendwie unlogisch. So musste man erst in ein Untermenü um den Tages km Stand zurückzustellen. Auch die Beleuchtung lies sich nicht einstellen. Neu ist jetzt ein festes Display. Zu dem kann ich aber nichts weiter beitragen da ich es nicht kenne.

Akku und Ladegerät

Der 570 Wh Akku ist deutlich schwerer als der 500 Wh Bosch Akku. Das Rahmenschloss und das Einfädeln in die Führung am Rahmen finde ich ziemlich fummelig. Man braucht am besten 2 Hände dafür. Blöd wenn man das am S-Pedelec jeden Tag machen muss und dann noch Handschuhe, Schlüssel usw in der Hand hat.

Das Schnellladegerät ist wahnsinnig groß und hat einen ziemlich lauten Lüfter. Damit ist es fürs Büro und die Tasche eigentlich ungeeignet. Das Reiseladegerät ist mit 99€ im Vergleich relativ teuer.

Außerdem ist ein Ersatzakku mit knapp 900€ ca 1/3 teurer als der 500 Wh Akku von Bosch.

Reichweite

Von nix kommt nix trifft es hier ganz gut. Bei voller Unterstützung reichte der 570 Wh Akku gerade so für meinen 25 km Arbeitsweg. Es wären dann vielleicht im Sommer noch 5 km drin gewesen. Da bleibt einem nur das Upgrade auf den lange Zeit nicht lieferbaren 850 Wh Akku, der satte 1250 € kostet!

Ständer

Der Hinterbauständer ist ziemlich labil ausgeführt. Außerdem musste ich dauernd die Schrauben nachziehen. Loctite half. Gerade bei einem so schweren Rad nicht zu unterschätzen.

Sonstiges

Irgendwie fuhr immer das Gefühl mit, dass eher Designer und nicht Ingenieure das Rad entwickelt haben. Die Innenverlegten Züge und Leitungen sind zwar schick aber in Verbindung mit der Federgabel nicht durchdacht. Ebenso wie der Spezialvorbau mit den zwei Klemmschrauben oder das für „Langbeiner“ viel zu kurze Sitzrohr.

Das Gesamtgewicht und die Hecklastigkeit ist ziemlich ausgeprägt. Es ist wirklich mühsam das Rad z.B. im Fahrradständer mal hinten hochzuheben und umzusetzen. Die Gewichtsverteilung macht sich auch beim freihändig fahren bemerkbar. Die fängt das Vorderrad ziemlich leicht an zu flattern.

Ich hatte zum Glück nie einen Platten. Das könnte hinten auf Tour echt doof werden, weil man ja den Motor abstöpseln und mit ausbauen muss. Außerdem werden zwei 17er Schlüssel/Nüsse benötigt. Die bekommt man nur schlecht in die Satteltsche.

 

Nun zu den Dingen, die mir am Diamant gefallen:

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Diamant Zouma+ S

Rahmen und Verarbeitung

Das ist mir als erstes aufgefallen. Das ganze Rad ist wirklich toll verarbeitet. Optik ist ja immer Geschmackssache. Aber der Rahmen gefällt mir echt gut. Besonders die Akkuintegration, der nahtlose Übergang der Gabel ins Steuerrohr und die verschliffenen Schweißnähte. Auch so Kleinigkeiten wie den in die Bremshebelschelle integrierten Hupknopf und der Gummi Kettenstrebenschutz sind mir positiv aufgefallen.

Alles in allem sehr liebevoll gemacht.

Zudem ist das Rad noch 3,5 kg leichter als das Klever.

Akku und Ladegerät

Selbst das 4A Standard Ladegerät kommt ohne Lüfter aus und passt noch leidlich in den Rucksack. Ich werde mir für ca . 70€ aber noch das kleine 2A Reiseladegerät zulegen und im Büro deponieren.

Der Akku selbst macht einen wertigen Eindruck und ich relativ leicht. Er rastet auch sauber um Rahmen ein und sitzt dann absolut wackelfrei.

Reichweite

Ist nach einer „Referenzfahrt“ noch etwas verfrüht, aber ich denke der Bosch Antrieb ist deutlich sparsamer. Fairerweise muss man sagen, dass er auch nur 350W leistet und nicht 600 wie das Klever. Nach einer durchgehenden 25km Fahrt auf Stufe“SPORT“ waren 3 von 5 Balken weg. Könnte also zumindest im Sommer hin und zurück reichen. Ich werde das nochmal mit „TURBO“ testen.

Display

Das nicht abnehmbare Purion Display gefällt mir wirklich gut. Es wirkt wertig, hat eine einstellbare Beleuchtung und die Knöpfe fassen sich gut an. Da es zig tausendfach bewährt ist, sollte Feuchtigkeit auch kein Thema sein.

Allerdings wäre eine Anzeige der Fahrzeit noch ganz nett.

Cockpit und Bremsen

Die Hauseigenen Bontrager Anbauteile wie Griffe, Lenker, Vorbau usw machen einen hochwertigen Eindruck. Der Lenker passt von der Breite und der Kröpfung gut zu mir. Die Magura MT5 Bremsen sind so, wie man es bei einem Speed Pedelec erwarten sollte. Gut dosierbar und kraftvoll. Mit den 4-Kolben Sätteln machen sie auch optisch was her. Der mitgelieferte Spiegel ermöglicht tatsächlich einen Blick auf den nachfolgenden Verkehr. Ist leider nicht selbstverständlich.

Sonstiges

Für ein Speed Pedelec ist das Rad relativ leicht. Es ist nicht mühsam es auch hinten mal hochzuheben und umzusetzen.

Ein großer Vorteil der Mainstream Bosch Komponenten ist, dass fast jeder Fahrradhöker auf dem Dorf da Updates und Garantiegeschichten durchführen kann. Akkus und Ersatzteile sind auch vergleichsweise günstig.

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Nun zu den Dingen die mir am Diamant nicht so gefallen:

Motorleistung und Unterstützung

Es ist tatsächlich ein großer Unterschied zum Direct Drive des Klever. Man muss mehr mitarbeiten um einen ordentlichen Schnitt zu fahren. Die Geräusche des Bosch Motors stören mich nicht. Als Maschinenbauer finde ich es eher gut, dass man auch hört wo die Kraft herkommt.

Was etwas nervt ist, dass die Unterstützung anscheinend auch Kadenzabhängig ist. So fährt man in jedem Gang gegen die berühmte „Bosch Wand“. Wenn das nur am Ende der Unterstützung wäre kein Problem. Wenn man angepasst fährt, kann man das aber gut kaschieren.

Schaltung

Das Schaltgefühl des Deore Triggers ist im Vergleich zu den anderen Kettenschaltungen die ich gerade so benutze (Sram X9, Shimano XT, Shimano 105) wirklich nicht so dolle. Das Schaltwerk ist wahrscheinlich OK und hat ja auch wenig mit dem Schaltgefühl zu tun. Mal sehen ob ich hier auch in einen SLX oder XT Hebel investiere.

Gepäckträger

15 kg Zuladung sollten für die Bürotasche eigentlich reichen. Trotzdem muss man hier mehr aufpassen, dass das nicht zu einseitig beladen wird. dafür siehts gut aus 😉

 

Sonstiges

Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern. Den Akku habe ich noch etwas ausgerichtet. Er ist ja sozusagen teilintegriert und saß nicht ganz mittig in der Aussparung des Rahmens. Jetzt kommt er auch schön hochgeploppt wenn man mit dem Schlüssel entriegelt.

Die hintere Bremse schleift ein wenig. Ich habe festgestellt, dass einer der 4 Bremskolben nicht so richtig will und festhängt. Das ist ein bekanntes Problem der Magura MT5. Hab mal versucht den Kolben zu mobilisieren, war aber nicht erfolgreich. Ich habe das jetzt bei Fahrrad XXL reklamiert. Mal gucken was dabei herauskommt.

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Bremskolben hängt fest

Ich gehe jetzt in die Langzeit Testphase und werde weiter berichten.

 

 

Dem S-Pedelec noch eine Chance gegeben – Diamant Zouma+ S

Nach 1500 km mit einem Heckmotorbike (Klever X-Speed) und dann viel weniger als den geplanten Kilometern mit dem Gravelbike, will ich nochmal einen 2. Versuch starten mit dem S-Pedelec zur Arbeit zu pendeln.

Mein Arbeitsweg ist 25km einfach, flach, dafür aber teilweise ordentlich windig (Schleswig-Holstein). Davon geht es ca. 20 km über Land, den Rest durch die Stadt.
Letzte Woche habe ich bei Fahrrad XXL  ein (für S-Pedelec Verhältnisse) Superschnäppchen gefunden. Ein Diamant Zouma+ S für 2845€! Hier nun mit Bosch performance Speed Mittelmotor. Damit kostet es über 2000€ weniger als das vergleichbare Klever X-Speed pure!

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Diamant Zouma+ S  ©Diamant Rad

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Klever X-Speed

Von der Art und der Ausstattung sind sich die Bikes verblüffend ähnlich. Starrgabel, 27,5 zoll Räder, Kettenschaltung usw. Selbst die Geometrie ist ziemlich ähnlich. Auch der Scheinwerfer ist der gleiche. Gravierenster Unterschied ist natürlich nun der Mittelmotor am Zouma, den ich damals aus Verschleißgründen nicht haben wollte. Bei dem Preisunterschied kann man sich aber durchaus die eine oder andere Kette leisten 😉 Dazu kommt noch, dass der 570Wh Klever Akku 900€ kostet, der 500Wh Bosch Akku um die 600.
Das Klever hatte eine Shimano XT 11 Gang Schaltung, das Diamant Deore 10 Gang. Ist mir total egal. Am Klever habe ich eigentlich nur die 4 kleinen Ritzel gebraucht. Diamant hat eine Magura MT5 Bremse (4 Kolben) das Klever hatte eine MT4 (2 Kolben). Laut Katalog ist das Diamant ca 3,5 kg leichter. Ein ausführlicher Vergleich der beiden Räder folgt, wenn ich ein paar km mit dem neuen hinter mir habe.

Wie sich der etwas dürre Gepäckträger schlagen wird muss ich noch sehen. Vielleicht gehe ich doch mal zum Rucksack über.

Die Machart des Diamant (das übrigens baugleich mit dem Trek Supercommuter ist) ist wirklich toll. Verschliffende Schweißnähte, sauber verlegte Züge, eine Carbon Starrgabel und der schick integrierte Akku. Dieser ist aber zum Glück der günstigere Standardakku. Er lässt sich sicher leichter entnehmen als der Powertube und ist günstiger im Austausch. Ich muss ihn bei der Arbeit ja immer mit rein nehmen zum nachladen.

Das ganze Rad ist auf jeden Fall richtig schön gemacht. Gefällt mir!

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Mit dem Klever habe ich ca 40-45 Minuten für die Strecke gebraucht, was einem 33-37er Schnitt entspricht. Nach dem was man so liest, wird das mit dem Bosch wohl etwas langsamer werden. Mal sehen…
Ich werde hier also berichten wie sich das Rad so schlägt. Der Arbeitsweg hat im Vergleich zum Klever heute vielleicht 2 Minuten länger gedauert. Also vertretbar.

Twentysix forever oder das neue Pferd im Stall – Kona Process 167

Nein, ich habe keine (oder zumindest keine große) Midlifecrisis und möchte für immer jung sein 😉 Aber gestern war es soweit. Ein Kumpel hat sich in der Nähe von Pforzheim ein MTB für mich angesehen. Es ist mir schon vor ca 3 Wochen bei e…Kleinanzeigen über den Weg gelaufen und hat mich nicht mehr losgelassen. Der Verkäufer war ziemlich hilfsbereit und hat noch diverse Detailfotos geschickt.

Naja auf jeden Fall bin ich nun der neue Besitzer eines 2015er Kona Process 167. Einer der letzten 26″ Freerider. 2015 war 26″ schon ziemlich ausgestorben, doch die Kanadier von Kona haben hier nochmal echt was feines auf die klassischen 26 Zöller gestellt. Ich war schon länger auf der Suche nach einem MTB mit etwas mehr Federweg als das 150mm YT.

Das Process 167 hat vorne 170mm und hinten (wer hätte das gedacht) 167mm Federweg. Der wird von einer Rock Shox Lyrik Gabel und einem RS Vivid Air Dämpfer zur Verfügung gestellt. Damit sind auch die groben Sachen im Bikepark und fiese Geröllabfahrten drin.  Da das YT mit seinen immerhin 15 kg auch nicht gerade die Kletterziege schlechthin ist, nehme ich jetzt den 1×11 Antrieb in kauf (Antriebsvergleich hier) und spendiere eventuell es kleineres Kettenblatt bzw eine Kassette mit einem 46er Rettungsritzel.

Hier erstmal ein ausgeliehenes Bild von der Kona homepage:

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2015er Kona Process 167  ©Kona bikes

Das Rad hat eine tolle Ausstattung. Bis auf die Bremse… es ist eine Sram Guide RS. Ich stehe mit Sram/Avid Bremsen etwas auf Kriegsfuß. Die werden wahrscheinlich schnell ausgetauscht. Pedale muss ich mir auch noch aussuchen. Aber erstmal muss das Rad zu mir kommen. Dann gibt es auch Fotos in echt. Der Kauf wird auch bedeuten, dass das YT bald zu verkaufen sein wird. Also stay tuned….

Cube Nuroad Race FE Fazit – Und verkauft

So richtig traue ich mich es ja gar nicht zu sagen. Aber ich spiele mit dem Gedanken das Cube wieder zu verkaufen. Nicht, dass es ein schlechtes Rad wäre. Ich habe ja auch einiges dazu geschrieben -> Klick. Mein Nutzungsverhalten ist nur völlig anders, als ich es beim Kauf gedacht hatte. Ich habe es ja als „Ersatz“ für mein schnelles Pedelec gekauft mit dem Plan, dann damit zu pendeln.

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Bild von CUBE

Und wie oft habe ich das getan? Ich glaube 3 mal! Das heißt, dass ich im 8 Monaten gerade mal 350 km gefahren bin. Denn wenn das Wetter nicht mitspielt ist das Rad ideal aber die Motivation eher gering sich gegen den Wind auf langen geraden hier im Norden anzukämpfen. Bei gutem Wetter nehme ich dafür dann lieber das richtige Rennrad weil es einfach leichter und schneller ist. Eventuell hat mich die Speed Pedelec Zeit auch einfach versaut. Es ist einfach jetzt im Vergleich extrem zäh mit dem 11 kg Gravelbike zu fahren.

Zum Vergleich: Mit dem Speed Pedelec habe ich 40 Minuten zur Arbeit gebraucht. Plus ca 10 Minuten fürs frischmachen. Mit dem Rennrad brauche ich 50-55 Minuten plus 15 Minuten  „volles Programm“ mit Duschen. Beim Gravelbike das gleiche bei 60-70 Minuten Fahrzeit je nach Wind. Mit dem Speed Pedelec bin ich immerhin 1500 km innerhalb von 6 Monaten gefahren. Das trainiert immer noch mehr als 300 auf dem Bio Bike… Tatsächlich bin ich bei den Hamburg Cyclassics meinen besten Schnitt gefahren, obwohl ich in der Saison nur ca. 400 km auf dem Rennrad saß.

Da das ja alles Hobby ist, will ich mich auch nicht dazu zwingen müssen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Dafür habe ich genug anderes um die Ohren. Und um damit zum Einkaufen zu fahren ist es etwas übertrieben. Außerdem steht eventuell ein neues Mountainbike an. Das will auch finanziert werden 😉

UPDATE: Ein richtiges Fazit zum Cube an sich fehlte hier noch. Also los…

Der Rahmen und die Gabel sind für die Preisklasse sehr schön verarbeitet. Besonders das Hydrogeformte Oberrohr sieht edel aus. Die Laufräder sind eher robust als leicht, was dem Einsatzzweck aber voll entspricht. Die Züge sind schön verlegt und das Lenkerband ist sauber gewickelt. Der Gepäckträger ist durch die Anbindung zu den sitzstreben ziemlich stabil. Der hält auch mal zwei gefüllte Packtaschen aus. Im Vergleich zum Rennrad ist die Sitzposition noch etwas komfortabler. Die Shimano 105 Gruppe arbeitet sauber, was besonders für die Bremsen gilt. Bei den Zügen scheint Cube etwas gespart zu haben. Nach schon ca. 100 km musste ich die Schaltung ziemlich doll nachstellen, weil ich die 3 größten Ritzel nicht mehr anwählen konnte. Jetzt läuft es aber wieder super. Das Highlight ist wirklich die Beleuchtung. Besonders der Scheinwerfer.

Im Detail gibt es etwas zu Grund zum meckern. So sind bei meinem nuroad immer wieder die Lenkerstopfen rausgerutscht, genauso wie der Gummistopfen an dem die Züge in den Rahmen laufen. Der originale Sattel ist eine Katastrophe, was aber höchst individuell ist. Genau so wie das Gummi Lenkerband. Hier wäre Schaumstoff schön gewesen. Die Schutzbleche sind an einigen Stellen ziemlich knapp für die breiten Reifen. Die hinteren Streben müssen genau ausgerichtet sein, sonst schleift es…

Im nachhinein würde ich es nicht mehr mit meinem Rennrad vergleichen. Ich habe es mir als komfortableres Rennrad vorgestellt, dafür ist es aber doch zu schwer. Es ist eher ein besonders schnelles und leichtes Trekkingrad mit sportlicher Sitzposition.

Nun soll es aber trotzdem weg, falls sich hier ein Käufer findet. Hier die Fakten:

UPDATE 01.08.2019 Das Rad ist nun verkauft

  • Cube Nuroad Race FE -> Link zur Cube Seite
  • Ausstattung hier nochmal -> Klick
  • RH 58 -> Ich bin 185cm mit 90cm Schrittlänge. Passt gut.
  • Gekauft 08/2018, Modell 2018
  • Noch Händlergarantie
  • Km Stand ca. 350
  • Zubehör: Drahtloser Sigma Tacho. Etwas Neopren Wetterschutz. Auf Wunsch auch die Satteltasche und der Terry Sattel.
  • Zustand: Etwas eingestaubt aber aufgrund der geringen Kilometerleistung Top in Ordnung. Wird natürlich vor der Übergabe komplett gecheckt und geputzt.
  • Preis: Ist stelle mir 1300 VB vor. Das 2019er Modell ist im Handel komplett ausverkauft.

 

 

Sunrace 1×12 fach upgrade kit – soll ich mein altes MTB noch einmal pimpen? UPDATE

Eventuell kann man den folgenden Beitrag als

Werbung (totaler quatsch wie ich nun weiß 😉 )

auslegen. Ich habe die folgend genannten Komponenten lediglich durch Internet- recherche beurteilt und gebe hier meine persönliche Meinung zum besten.

Derzeit habe ich schlaflose Nächte. Meine Firma bietet seit kurzem bikeleasing an. Mein gutes altes YT wicked 150 ist derzeit das älteste Pferd im Stall. Gekauft habe ich es 2011. Wer sich noch erinnert: Da war gerade die Zeit des Wechsels von 9- auf 10- fach Antriebe aktuell und absenkbare Sattelstützen waren gerade so im kommen. Mittlerweile sind letztere bei MTB über 120mm Federweg absoluter Standard, ebenso wie 1×11, 2×11 oder 1×12 Antriebe.

Soll ich mein treues Ross also weggeben und mir was richtig schickes neues gönnen oder dem alten noch ein upgrade? Zum Sparpotential des Bikeleasings werde ich noch einmal gesondert etwas schreiben. Da ist eben auch nicht alles Gold was glänzt.

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Sieht doch noch ganz amtlich aus…

Meine erste Nachrüstung war die damals high-end Sattelstütze Rock Shox Reverb. Noch die erste Generation mit 125mm Hub und der außenliegenden Leitung. Entgegen vieler Unkenrufe funktioniert sie bisher immer noch tadellos. Gelegentliche Wartung vorausgesetzt. Vorbau und Lenker sind nicht mehr original und die unsägliche Avid Elixir 7 Bremse habe ich gegen eine Shimano ZEE getauscht. Eigentlich bin ich mit dem wicked total zufrieden und ich habe auch immer in Dinge wie Gabel- oder Dämpferwartung investiert.

Lediglich die Schaltperformance des Umwerfers nervt mich schon von Anfang an. Das wicked verfügt über eine komplette SRAM X9 3×9 fach Gruppe der ersten Generation. Noch ohne Dämpfung des Schaltwerkskäfigs und cage lock für einfachen Radausbau. Die Bandbreite ist mit 3 Kettenblättern mehr als ausreichend und auch das Schaltwerk arbeitet trotz beginnendem Verschleiß in den Gelenken noch ordentlich. Das Umwerfergeknalle nervt aber schon ziemlich.

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SRAM X9 3×9 fach

So wäre doch der nächste logische Schritt von der Steinzeit in die Neuzeit upzugraden, oder? 1×11 fach hat mich bei mehreren Testfahrten nicht überzeugt. Da fehlt mir der Klettergang oder eben der schnelle, je nachdem wie man das Kettenblatt vorne wählt. Also gleich 1×12. Von Sram gibt es ein 1×12 Upgrade Kit in NX Qualität. Das hat den Vorteil, dass es auf normale Freiläufe passt und keinen speziellen SRAM XD Freilauf braucht. Den Laufradsatz wollte ich nämlich nicht wechseln. Dafür ist das kleinste Ritzel aber 11 statt 10 Zähne groß. Kostet derzeit ca 220€ und beinhaltet Schaltwerk, Trigger, Schaltzug, Kassette und Kette.

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SRAM NX eagle upgrade kit © SRAM

 

Da ich ein Herz für Underdogs habe, finde ich aber das 1×12 Upgrade Kit von Sunrace viel attaktiver.  Sunrace kennt man bisher vielleicht nur von Nachrüstkassetten. Kostet mit dem gleichen Lieferumfang ca. 180€ und sieht wie ich finde deutlich schicker aus. Das Schaltwerk ist sogar leichter als das SRAM X01 eagle! Auch hier gibt es nur 11-50 Zähne, dafür aber Kompatibilität zu den normalen Shimano Freiläufen.

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Sunrace 1×12 upgrade kit © Sunrace

Die Frage ob sich so eine Umrüstung lohnt, ist bei Fahrradverrückten ja schwerlich rational zu beantworten. Die Fakten sehen so aus:

Vorteile 1×12 vs. 3×9:

  • Weniger Bauteile
  • Aufgeräumte Optik
  • Einfachere Bedienung
  • Gewichtsersparnis (ca. 560g) im Vergleich zum X9 Antrieb
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Ungefähre Komponentengewichte

  • Kettenführung durch „Narrow-Wide“ Kettenblatt unnötig
    • Also immer ein breiter und ein schmaler Zahn

 

Nachteile 1×12 vs. 3×9:

  • Höheres Gewicht der Kassette und damit dort wo es die Federungsperformance hinten am meisten beeinflusst
  • Höherer Ersatzteilpreis der Kassette
  • Geringere Bandbreite 1×12 (hier ein 32er Kettenblatt angenommen) und größere Gangsprünge

 

 

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Bandbreite 1×12                ©https://www.j-berkemeier.de/Ritzelrechner.html

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Bandbreite 3×9                ©https://www.j-berkemeier.de/Ritzelrechner.html

  • 3×9 funktionert auch gut und ist günstig…

Der Klettergang wäre bei 32 Zähnen vorne sogar etwas leichter als beim jetzigen Layout. Das kleine Ritzel benutze ich eh fast nie, so dass man es sogar vorne mit einem 30er probieren könnte.

Das vordere Ritzel käme bei beiden Varianten noch hinzu. Mal sehen was ich da wählen würde. Vielleicht was abgefahrenes wie ein Ovales von „Absolute Black“…

Wie denkt ihr darüber? Sollte man seinem alten Schätzchen noch eine Chance geben?

UPDATE Juli 2019:

Ich werde nicht mehr umrüsten, weil ich gerade im Gebrauchtkaufverhandlungen zu einem KONA Process 167 stecke 🙂 -> TEST

Ich möchte doch etwas mehr Federweg und auch mehr „im Rad“ als obendrauf sitzen. Das KONA hat ein extrem tiefes Tretlager. Das kommt mir mit meinen langen Gräten etwas mehr entgegen. Leider hat es eine 1×11 Schaltung die ich ja nie haben wollte. Dann muss da eben ein 46 Zähne „Rettungsring“ auf die Kassette. Mit nem 170mm Enduro gewinnt man eh keine Bergauf Rennen 😉

 

Velo Hamburg 2019 – Mein Bericht von der Fahrradmesse in der Rindermarkthalle

Puh, ist ja schon was her seit ich das letzte mal was geschrieben habe. Irgendwie ist mir das Leben dazwischengekommen. Sogar meinen Osterausflug hab ich noch nicht verarbeitet. Aber hier soll es ja nun um ein anderes Event gehen:

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Also wenn schon große Fahrradgeschäfte das Paradies sind, dann weiß ich gar nicht wie ich das hier bezeichnen sollte… Es war einfach geil. Wir waren 4 Stunden da und die Zeit verflog nur so. Aber der Reihe nach. Ich bin mit einem Freund und seinem Papa nach Hamburg gefahren. Da er nach einem (Fahrrad) Unfall immer noch ne Schraube im Bein hatte, sind wir mit dem Auto bis ganz in die Stadt gefahren. Parken direkt gegenüber war mit 1€/Stunde günstig. Ansonsten hätte man auch U3 Feldstraße oder U2 Messehallen aussteigen können.

Nachdem ich faire 6€ Eintritt gezahlt habe (jawohl, ich habe keinen Blogger Bonus in Anspruch genommen), haben wir uns  erstmal auf dem Außengelände umgesehen. Hier waren z.B. Bergamont, Specialized, Stevens und SKS vertreten.

Am Bergamont Stand habe ich dann mal das Bergamont Grandurance in natura gesehen, welches ich ja in meinem Gravelbike-Vergleich auch mit drin hatte (guckst du). Leider muss ich zugeben, dass es in natura wesentlich cooler aussieht als mein Cube Nuroad 😉

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Bergamont Grandurance

Außerdem ja auch noch ne Hamburger Firma. Egal, die Ausstattung bleibt im Vergleich etwas schlechter. Das andere Ende des Preisspektrums war dann bei Specialized zu sehen. Hier ein schickes Gravelbike in „Frostlack“ Optik für schlanke 3500 Taler. Dafür aber mit TRP Seilzug Scheibenbremse. Irgenwie etwas unpassend. Aber der Lack macht echt was her:

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Draußen gab es auch noch eine kleine Teststrecke. Inklusive zweier Ampeln und einer Rampe hoch ins Parkhaus. Hier bin ich dann einmal so einen der neumodischen 25er E-Scooter gefahren und ein altes Mountainbike, das mit einem Nachrüst E-Antrieb ausgerüstet war:

 

Beides irgendwie nette Spielereien. Das Schöne an einem Blog ist ja, dass ich meine Meinung sagen darf. Es wird ja niemand gezwungen es zu lesen 😉 So wage ich stark zu bezweifeln, dass die E-Kickscooter den Stadtverkehr entlasten. Es wird wohl kaum einer damit statt mit dem Auto oder den Rad fahren sondern wahrscheinlich Strecken die sonst zu Fuß erledigt wurden. Nach nur 5 Minuten damit war ich überrascht, wie erschreckend schnell und instabil so ein Ding fährt. Auch muss man sich beim Bremsen ordentlich nach hinten hängen, damit man nicht direkt nach vorne absteigt. Und das dann zusammen mit den Fahrrädern auf dem Radweg. Ob das so der Königsweg ist?

Von dem Nachrüst E-Antrieb (für 1400€) habe ich eigentlich nur in Erinnerung, dass da eine deutlich fühlbare Ein- und Ausschaltverzögerung war. Egal. Das findet alles seine Kunden.

Draußen gab es auch noch eine art „Lego Pumptrack“. Also ein aus vorgefertigten Elementen zusammengesteckter Parcours.

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Dann also weiter in die Halle. Hier gab es noch mehr Räder und Zubehör. Allerdings keine Klamotten. Gerade bei den Rädern waren ein paar echte Exoten und Leckerbissen dabei. Vor allem Spezialräder wie Liegeräder und Trikes  und die hippen Lastenräder. Vieles nicht mein Fall, aber interessant anzuschauen.

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Mein liebstes Accessoire war das hier.. Fliegen und Manschettenknöpfe aus Fahrradschlauch. Echt witzig:

 

Bei den Kinderrädern war natürlich Woom vertreten. Dazu muss ich ja hier nichts mehr schreiben. Das könnt ihr hier und hier nachlesen.

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Mein persönlicher Held war hier aber Johannes von MONA & CO bikes aus München. Anders als ich z.B. hatte er den Arsch in der Hose eine eigene Kinderrad Firma aufzumachen. Wie so viele hat er damit angefangen für seine Tochter ein Rad zu bauen. Das bemerkenswerteste ist, dass er beim Gewicht der Räder auf z.B. Woom Niveau bleibt. Das aber mit einem Stahlrahmen und Scheibenbremsen! Hier helfen Kniffe wie extra leichte Laufräder und gewichtsoptimiertes Cockpit, Sattel und Sattelstütze. Auch erwähnenswert ist, dass die Rahmen so gestaltet sind, dass man mit einem Rahmen noch auf größere Laufräder aufrüsten kann ohne gleich ein neues Rad kaufen zu müssen. Preislich ab ca 900€ sicher kein Schnäppchen aber im besten Sinne Preiswert. Bei Johannes bin ich dann etwas im Schnack versackt. War echt cool.

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Der Maddin und der Johannes (sorry für das unscharfe Bild…)

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Handgechweißter Prototyp

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Langes Ausfallende für verschiedene Laufradgrößen (oder bessere Downhillperformance 😉 )

 

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Keine Messe ohne Schnäppchen. So gab es den 12er Karton Clif-Bar (für mich der leckerste Energieriegel) nach hartem Feilschen für schlanke 15€ (einzeln sonst 24€). Oder zwei Hiplok „malebenkurz“ Schlösser ebenfalls für 15€. Für kurz beim Bäcker rein oder auf dem Campingplatz ne gute Sache um Gelegenheitsdiebe fernzuhalten:

 

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung die ich im nächsten Jahr sicher wieder besuchen werde.

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Fette Beute

Hier noch ein paar Impressionen. In diesem Sinne: Man liest sich 🙂

 

Jobrad, Bikeleasing, Dienstrad: Die neue 0,5% Regelung ist in Kraft

Wie auch immer man es nennen will und welcher Anbieter vielleicht dahintersteckt: Allen gemein ist, dass sie sich nun auf die neue 0,5% Regel setzen können.

Bisher war es so (genau wie beim Dienstwagen), dass der Mitarbeiter 1% des Neuwagenwertes auf sein Gehalt aufgerechnet bekam und diesen Geldwerten Vorteil dann zusätzlich versteuern musste. Zum Beispiel: Der Wagen kostet 50.000€. Der Geldwerte Vorteil beträgt dann 500€.  Diese Regelung machte Fahrräder und Pedelecs noch attraktiver da ein Fahrrad einfach nicht 50.000€ kostet. Bei 5000€ Fahrradwert sind so also lediglich 50€ zusätzlich zu versteuern gewesen.

Jetzt wurde das Fahrrad / Pedelec aber dem Elektroauto gleichgestellt. Das heißt, dass lediglich 0,5% des Neuwertes versteuert werden müssen. Im Beispiel oben also 25€ von 5000€.

Alles ziemlich kompliziert. Auf der Seite von Jobrad.de ist das ganz gut beschrieben.

Und bei bikeleasing.de gibt es einen tollen Beispielrechner.

Also fragt euren Chef, ob das für eure Firma nicht auch in Frage kommt 🙂

Zwei Perlen im Norden: Hütti Trail und Alutech Cycles

Als Mountainbiker muss man bei uns im „echten Norden“ (offizieller Slogan Schleswig- Holsteins) ja etwas bescheiden sein. An vielen Stellen kann man am Montag schon sehen wer Freitags zu Besuch kommt, so flach ist es hier…

Umso erstaunlicher ist es, dass sich ausgerechnet im flachen Norden (mit Ausnahmen wie ich noch ausführen werde) eine Firma angesiedelt hat die ausschließlich Mountainbikes herstellt. Die Rede ist von Alutech Cycles. Noch nie gehört? sollte man aber. Das Enduro FANES hat es der Konkurrenz schon einige male gezeigt, wie es geht 😉 (Im Test dort die Version 5.0. Aktuell ist die FANES 6.0 herausgekommen)

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Das Alutech Hauptquartier in Ascheffel

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Der Promo Anhänger

Spontan ergab sich für mich ein Hausbesuch. Ein Kumpel hatte sich ein gebrauchtes FANES 3.0 Enduro gekauft und brauchte ein paar Ersatzteile und etwas Beratung weil der Vorbesitzer an den Naben herumgefummelt hatte. Da dachte ich: Kommste mal mit.

Offiziell wird das Modell FANES gesprochen wie geschrieben und nicht denglisch „Fäins“. Und des heißt „die“ und nicht „das“. Alles etwas anders bei Alutech.

So begrüßte uns Inhaber, Bikefreak und Mastermind von Alutech, Jürgen Schlender persönlich. Während mein Kumpel mit dem Techniker ne halbe Stunde in der Werkstatt verschwand (was übrigens völlig kostenlos und alles andere als selbstverständlich war. zumal bei einem Gebrauchtrad!) fragte ich Jürgen, ob ich ein paar Bilder für meinen Blog machen dürfte. Ja, durfte ich bis auf ein paar geheime Prototyp Produkte (logisch). Und nicht nur das. Ich habe auch noch eine tolle persönliche Führung inklusive 30 Minuten herrlichem Bike-Nerd talk bekommen. Danke an dieser Stelle noch einmal. Ich fühlte mich als ambitionierter Laie sehr erst genommen.

Den Anfang machte der Ausstellungsraum wo ein paar aktuelle Modelle und einige handgeschweißte Prototyp-Rahmen älterer Modelle zu sehen waren.

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Ausstellungsraum

Hier hat Jürgen mir auch den Prototyp eines E-FANES Rahmens gezeigt. Da kann man denke ich einen Knaller erwarten. Cool wenn kleine Firmen auch hier den „Großen“ wie Haibike und Co was entgegensetzen. Alutech wird auf einen Shimano STEPS 8000 Motor inkusive Rahmen-Akku mit 500 Ah setzen. Auch der Endantrieb wird laut Jürgen von Shimano kommen und somit entgegen der sonstigen SRAM Philosophie angelegt. Ein 12-Gang Eagle Antrieb ist beim E-Bike sicher auch nicht nötig und so harmonieren alle Bedienelemente am Lenker miteinander.

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Jürgen Schlender und E-FANES Proto Rahmen

Die Erprobung wurde mit einem modifizierten Serienrad durchgeführt. Das wurde der Optik nach zu urteilen auch Artgerecht bewegt 🙂 Wie man sieht wird der Akku hier separat im Rucksack mitgeführt.

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E-FANES Erprobungsträger

Weiter ging es in die Werkstatt. Da lacht das Bikefreak- und Ingenieursherz. Die ersten Exemplare werden hier komplett in Handarbeit gebaut und modifiziert bevor es in die Serienfertigung geht.

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Die heiligen „Hallen“. Auf dem Tisch ein „Fat-Fanes“ Rahmen in der Entstehung

Hier wurde auch mein Kumpel „verarztet“

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Da freut sich aber einer 🙂

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Fanboy shot: Jürgen Schlender und der „Autor“

Was ich auch sehr erfrischend fand war die Tatsache, dass man ungeniert über Wettbewerbsprodukte sprechen konnte und auch Vergleiche anstellen konnte. In der Zwischenzeit hat sich ja auch einiges getan seit ich mein Steinzeit 2011er YT wicked 150 gekauft habe.

Es ist schon beeindruckend, wie ein so kleines Unternehmen solch blitzsaubere Geräte auf die Beine stellen kann. Nebenbei wird auch an der einen oder anderen Innovation gearbeitet. So ist die FANES 6.0 z.B. mit einem NFC Chip ausgestattet. Dieser ist unter anderem sozusagen ein virtuelles Set-up und Wartungsheft. Ziemlich cool. Hier ein Artikel dazu >Klick<. Es sind demnächst auch noch weitere Überraschungen zu erwarten…

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Alutech FANES 6.0 Topmodell © Alutech Cycles

Die Antwort, warum sich Alutech ausgerechnet hier angesiedelt hat ist wie angekündigt folgende: Vor der Haustür liegen die Hüttener Berge und der „Hütti trail„. Das ist für uns Nordlichter wirklich eine Perle. Die Hüttener Berge sind eh schon cool. Und nun auch noch mit offizell gebauten und ausgeschilderten Trails. Teilweise mit gebauten Elementen wie Kickern und Anliegern. Hier findet auch alljährlich die von Alutech ausgerufene traditionelle Advendsausfahrt statt. Inklusive der Möglichkeit Räder zu testen.

Leider habe ich zum Ende des Besuchs den Fehler gemacht auf der aktuellen FANES 6.0 probezusitzen. Wie erwartet hat es direkt nur beim sitzen starke „habenwill“ Gefühle ausgelöst. Mal sehen. Für 2020 ist ja ein Haffjell Trip geplant. Da brauche ich mal was großkalibrigeres. Lieber Jürgen wenn du das liest: Für einen Teamrider bin ich zu schlapp und zu alt. Aber vielleicht kannst du ja noch einen begeisterten Pressevertreter gebrauchen der einen kleinen Rabatt bekommt 😉

Aus Woom 3 wird Woom 4 – Das überzeugende Kinderrad

Unsere Große wird nun schon 7 Jahre alt und langsam wird ihr 16 Zoll Woom 3 etwas zu klein. Das Rad war auf jeden Fall ein Augenöffner!

Jetzt steht also das Woom 4 an. Mit 419€ plus Ständer und Schutzbleche sicher selbstbewusst bepreist, aber zum Preis-/Leistungsverhältnis hatte ich ja schon was beim Woom 3 geschrieben.

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© Woom bikes

Der größte Unterschied neben den 20 Zoll Rädern ist auf jeden Fall die 8 Gang Kettenschaltung. Diese wird mittels Drehgriff betätigt. Das Schaltwerk sieht riesig aus. das liegt daran, dass es keine speziellen Schaltwerke für Kinderfahrräder gibt. Es ist ein normales SRAM X4. Mal sehen, ob ich noch ein gebrauchts X0 oder sowas finde. Da könnte man noch ein paar Gramm sparen 😉

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© SRAM

Zusätzlich habe ich wieder einen Ständer geordert und diesmal auch Schutzbleche. Eine StVZO konforme Batteriebeleuchtung habe ich allerdings separat gekauft. Da habe ich dann auf Marke vertraut.

Das Gewicht des Woom 4 ist mit 7,4 kg angegeben. Dazu kommen noch Schutzbleche und Stecklichter. Ich denke, dass das Gesamtgewicht bei ca 8 kg liegen wird. Zum Vergleich wiegt ein Standard Kinderrad 11,3 kg….

So kam das neue Schmuckstück dann gut verpackt zuhause an

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Zubehör

Der generelle Aufbau war so simpel wie beim Woom3. Lediglich die Befestigung des hinteren Schutz“blechs“ (ist aus Kunststoff) gestaltete sich etwas schwierig. Anscheinend gab es eine Änderung bei Woom, da auch die Abbildung in der Anbauanleitung anders aussah. Ich musste da etwas Platik abknipsen und dann ging das.

Die restlichen Anbauteile sind gewohnt hochwertig. Der Ständer ist nun als direkt zu montierender Hinterbauständer ausgeführt und der verstellbare vorbau wird von Syntace zugeliefert(!)

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Verstellbarer Vorbau

Und so harrt das gute Stück nun auf Donnerstag wenn es meine Tochter zum Geburtstag bekommt. Fahrbericht folgt 🙂

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Auch „die kleine Botin“ ist Widerholungstäterin. Hier laufen mehrere woom bikes in verschiedenen Größen. Schaut mal rein…

Cube Nuroad Spritzschutz und Kettenpflege – Radeln bei Schietwetter

Ich gebe zu, dass ich nicht der mega harte Alltagsfahrer bin, der bei jedem Wetter aufs Rad steigt (Gruß an Helge 😉 ). Aber gelegentlich fahre ich auch mal im Regen oder nachdem Schnee getaut ist. Das Cube hat schon ziemlich wirkungsvolle Schutzbleche. Besonders im Vergleich zu den SKS Raceblades am Rennrad. Allerdings hört man richtig, wie das Vorderrad den Split direkt vorne auf die Kettenblätter schmeißt und der dann mit durchgezogen wird. Sehr unschön, zumal die Shimano 105 Kettenblätter aus Aluminium sind.

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Kettenblätter fast schon wieder sauber

Eine andere kritische Stelle ist unten am Tretlager. Da kommen die Schaltzüge ungeschützt raus und das Wasser läuft dann Richtung Tretlager. Da passiert normal ja nix, aber nach zwei Fahrten war der Bereich komplett eingesaut.

Da hatte ich eine nette Upcycling Idee. Ich hatte noch alte Neoprensocken. Damit habe ich einen Spritzlappen für das vordere Schutzblech und einen Schutz für den Tretlagerbereich gebastelt. Alles quick and dirty mit Kabelbindern befestigt. Heute werde ich mal ne Testfahrt machen.

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Spritzlappen

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Tretlagerschutz von oben

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Tretlagerschutz von unten

Mal sehen wie sich das bewährt. Nebenbei teste ich auch noch eine Kettensprayalternative. Ich bin ja bekennender Innobike 105 Fan. Für mich gibt es am Rennrad und Mountainbike nicht besseres. Die Ketten laufen einfach super leise und es bleibt kein Dreck hängen. Allerdings ist die Standzeit nicht fürchterlich hoch. Bei Regen muss man nach jeder Fahrt nachschmieren. Beim Ebike habe ich auch mal kurz F100 Kettenöl getestet. Das hält deutlch länger. Allerdings bleibt auch der ganze Dreck dran hängen und der Antrieb sieht aus wie Sau.

Deshalb teste ich jetzt zusätzlich Innobike 107 extreme. Das wird nach dem Ablüften vom 105er zusätzlich auf die Kette aufgebracht. Nicht wirklich die billigste Methode. Aber wenn die performance stimmt, soll es mir recht sein.

Upgrade auf Shimano Zee Bremse und Bremsbeläge für Shimano Zee / Saint

Irgendwie wollen mich meine Bremsen am Mountainbike ärgern. Und zwar schon seit ich die habe. Ursprünglich waren da Avid elixir 7 Bremsen verbaut. Relativ leicht und mit 2-Kolben Sätteln. Vorne eine Avid 200 mm und hinten eine Avid 180 mm Scheibe verbaut. Ich weiß nicht, wie oft ich diese Bremsen entlüftet, die Beläge abgeschliffen und neu eingebremst habe oder die Beläge gegen andere getauscht habe. Auf jeden Fall war das sehr frustrierend. Immer miese Bremswirkung (witzigerweise meist vorne obwohl die Leitung kurz und komplett steigend verlegt ist) und hinten ewig gequietsche.

Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und habe die gesamte Bremsanlage rausgeschmissen. Avid/Sram ist im Bereich Bremsen seitdem ein rotes Tuch. Keine Ahnung ob sich da was getan hat. Um auf Nummer Sicher zu gehen habe ich mich dann, ganz deutscher Spießer, für eine Alternative bei Shimano umgesehen. XT 2-Kolben ist schön leicht und im Set V/H schon mal für ca 170 € zu bekommen. Es gibt Mittlerweile auch ein Set mit Vorne 4 Kolben und hinten 2. Da ich Gelegentlich auch mal im Bikepark fahre, wollte ich aber auf jeden Fall eine 1-2 Finger Bremse Typ „Wurfanker“ haben. So entschied ich mich, weil mir die Saint deutlich zu teuer war, für ein Set der Shimano Zee, die eine einfachere Version der Saint ist.

Das habe ich für 159€ bei Bikediscount geschossen. Bremsscheiben kamen noch dazu. Leider hat Avid nämlich anstatt der üblichen 203 mm (warum eigentlich ausgerechnet 203 ??) eine Zeit lang genau 200 mm verbaut. Außerdem dachte ich, wenn schon denn schon und alles neu.

Die Zee unterscheidet sich von der Saint in ein paar features:

  • Einfacheres Finish. Die Saint sieht leider doch ziemlich geil aus
  • keine Druckpunktverstellung. Schade aber zu verschmerzen
  • Hebelweitenverstellung nur mit Werkzeug. Hier habe ich von einem Kumpel handgefertige Alu Einstellrädchen nachgerüstet. Richtig geil!
  • Bremsbelagsicherung mit einem (total billig wirkenden) Splint. Hier zeigt sich die Verwandschaft zur Saint. Das Gewinde für die ordendlichen Sicherungsschrauben der XT/Saint/XTR ist hier bereits vorhanden. Die Schrauben inkl. Sicherungsclip kosten 1,85€ 🙂
  • Bremsbeläge „ab Werk“ ohne Ice tec Kühlrippen. Es passen aber alle Saint und Fremdanbieter pads.
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Zee Hebel mit Custom Einstellrädchen

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Zee Sattel

Gemeinsam mit der Saint hat die Zee den Bremssattel mit 4 Keramikkolben die pro Seite zwei unterschiedliche Durchmesser haben. Gute Voraussetzungen also, meine „Wurfanker“ Anforderungen zu erfüllen. Was schon einmal deutlich schöner ist, ist das Entlüftungsprozedere. Erstmal keine DOT Sauerei, und die Trichterlösung von Shimano ist einfach genial.

 

Zunächst fuhr ich also glücklich und zufrieden mit meiner neuen Bremse. Allerdings nicht lange. Nach kurzer Zeit ging das gequietsche und nichtgebremse schon wieder los. Mit einer komplett ausgetauschten Bremsanlage! Es war zum k***zen. Gerade beim Bremsenquietschen gibt es ja kein Patentrezept, weil es sich immer um ein anderes schwingendes Sytem aus Bremszange, Bremsscheibe, Gabel, Rahmen usw handelt. Was bei dem einen funktioniert, muss bei dem anderen noch lange nicht funktionieren. So war das Gequietsche entgegen der einhelligen Meinung mit den Shimano Sinterbelägen deutlich weniger als mit den organischen.

Trotzdem war die Bremsleistung immer wieder total unbefriedigend. Speziell bei kalter Bremse. Dabei hatte ich auch total sorgenfreie Bremsen im Fuhrpark wie Magura MT4 oder Shimano 105. Mit der Magura ist wiederum ein Freund total verzweifelt, aber darum geht ea ja hier nicht.

Bevor ich nun wieder die gesamte Bremsanlage rausschmeiße dachte ich, dass ich einfach mal andere Bremsbeläge teste. So teste ich gerade zwei unterschiedliche Belagmarken und Typen:

  • Hinten: Hier ging es mir primär um die „Entquietschung“. Hier sind jetzt KOOL Stop KS-D640 Sinterbeläge drin (Ca. 15€) . Die Bremsscheibe (Shimano SLX einteilig) habe ich gelassen.
  • Vorne: Hier will ich maximale „1 Finger Bremspower“. Verschleiß und Dosierbarkeit Nebensache. Hier sind nun Trickstuff 260 Power+ Beläge auf alter zweiteiliger Shimano XT Scheibe. Entgegen des happigen UVP von 25€ habe ich sie nun mit Bike-Components Advendsgutschein für knapp 18€ bekommen.

Ergebnis bisher:

  • Hinten: Schon beim Einbremsen ordentliche Bremspower und KEIN Gequietsche. Schonmal super.
  • Vorne: AAAAAAlter Schwede. Bei der ersten Testbremsung hob bereits das Hinterrad vom Boden ab! Mit jedem Einbremsvorgang steigerte sich das noch. Zum Schluss konnte ich sogar mit hinter dem Sattel hängenden Hintern das Hinterrad lupfen. Genau so hatte ich mit das vorgestellt! Ich hoffe meine relativ dürre RockShox Revelation (32mm) macht das auf Dauer mit 😉

Ich werde berichten, ob der positive Ersteindruck sich hier auch bei wiedrigen Wetterbedingungen bestätigt. Presilich bewegen sich die Nachrüstbeläge auf dem Niveau der Shimano original Beläge. Hier kann man also nicht viel falsch machen.

 

Trip of a lifetime

Neulich fragte mich meine Frau, ob ich eigentlich einen Lebenstraum hätte. Da musste ich nicht lange nachdenken: Einmal nach Whistler B.C. in Canada und den angeblich besten Bikepark der Welt besuchen. Und dann zwei Wochen biken bis die Hände bluten…

Sogleich habe ich meinen besten Bike Buddy kontaktiert und ihn mal so zu seiner Meinung befragt.  Hätte meine Frau mal nichts gesagt. Wenn ich erstmal eine fixe Idee im Kopf habe, dann wird diekt losgeplant 🙂 Mein Buddy hat dann das GO von seiner Frau bekommen. Jetzt war der Stand, dass wir planen das in 2-3 Jahren zu machen. Eine kleine Recherche  ergab dann, dass dann wohl mit ca. 3500€ pro Person für zwei Wochen zu rechnen sei. Plus Leihbike oder Luftfracht für das eigene. Autsch! Die andere Alternative wäre dann ein passendes Bike zu kaufen. Denn mit meinem 150mm YT All-Mountain und seinem 120mm Focus braucht man da glaube ich nicht anfangen.

Nennt es Geiz, aber nachdem ein paar Wochen vergangen und die erste Euphorie verflogen war fragte ich mich, ob es das wirklich wert ist. Schließlich wohnen da zuhause noch 3 andere Personen. Ist schon egoistisch so viel Geld für einen Allein-Trip auszugeben. Zudem wären es insgesamt eher 3 Wochen inklusive An- und Abreise. Auch sollte man den Jetlag nicht unterschätzen. Da ist nichts mit ankommen und direkt losbiken. Also Traum ausgeträumt.

Nicht ganz

Warum müssen immer alle ins Heilige Bike-Mekka Whistler schielen. Klar kommen irgendwie alle Freeride Stars wie Graham Agazis und Konsorten von da. Aber in Europa muss es doch auch was geben. Für den Freeride Sport wohne ich denkbar ungünstig. Nämlich im flachen Schleswig Holstein. Das macht es aber plötzlich wieder spannend. Denn nach einiger Recherche kam ich auf den Bikepark Haffjell in Norwegen (das Whistler Europas. Was soll denn das immer). Plötzlich wohne ich gar nicht mehr so doof. Von Tür zu Berg sind das ca. 1200 km. Als Camper der sonst schon 1500 km Anreise nach Italien oder Südfrankreich hat schockt mich das nicht.

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© Bikepark Haffjell

Wie wäre es also mit einem coolen Roadtrip. Räder auf den Camper geschnallt, Red Bull und Stullen eingepackt und in den Norden rollen. Voll geil! Man könnte auch ein Rad vor Ort mieten. Ein aktuelles Scott Gambler kostet ca 200€ für eine Woche. Ich wollte schon lange mal ein richtigen Donnerbolzen ausprobieren. Ersatzteile braucht man dann auch nicht mitzuschleppen.

Es gibt auch Anbieter von Pauschalreisen wie z.B. rock my trail. Da ist dann alles dabei. Busanreise, Unterkunft, Liftticket und Fahrtechnikkurse. Die Frage ist nur, ob man mit 40+ noch Bock hat mit bis zu 20 Leuten im alter zwischen 16 und 25 in einer Hütte zu wohnen. Da bin ich vielleicht doch schon zu alt für…

Also mal schnell überschlagen was da ca. kosten würde. Es gäbe mehrere Varianten. Man kann komplett über Dänemark fahren und muss dann Brückenmaut bezahlen, oder man nimmt die Fähre Kiel Göteborg. Kiel Oslo wäre ideal. Aber das ist so absurd teuer, dass ich das hier mal weggelassen habe:

Kosten für: 1 Person 2 Personen Auto Anreise 2 Personen Fähre + Auto
Unterkunft 500 250 250 Low budget camping
Fahrt Tür zu Berg 243 121 2500km x7,5lx1,30€
Brückenmaut DK 160 80
Fahrtechnikkurs 100 100 100
Fahrt Göteborg zu Berg 97,5 48,75 1000km x7,5lx1,30€
Fähre Kiel Göteborg 750 375
Liftticket 500 500 500
Leihbike 300 300 300
Transfer 0 0 0
Verpflegung 300 150 150
1501 1723
Summe Summe/person Summe/person

Das sieht doch nicht schlecht aus. To be continued 🙂

 

Noch ein alltagstaugliches Gravelbike in der Preisklasse bis 2000€

Meine Entscheidung für das Cube Nuroad Race FE hatte ich ja schon getroffen und das Rad steht schon bei mir zuhause. Trotzdem gucke ich immer mal wieder, was es sonst noch so gibt. Ich weiß, das sollte man nicht machen. Nachher gibts noch was billiger oder besser oder so…

Jetzt wurde ich auf das Stevens Supreme 2019 aufmerksam gemacht. Der Preis von 1500€ ist schon mal ne Ansage!

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Stevens Supreme 2019 © Stevens Bikes

Schick sieht es auf jeden Fall aus. Das Gesamtgewicht (laut Stevens) von 11,4 kg bewegt sich im üblichen Rahmen. Aber wie sieht es mit der Ausstattung aus? Hier habe ich bereits 3 Bikes in der Preisklasse bis 2000€ miteinander verglichen. Hier also noch einmal erweitert um das Stevens Supreme:

Ich habe jetzt drei Farben verwendet um die wichtigsten Unterschiede hervorzuheben.

  • Grün sind die Ausstattungshighlights wie z.B. der Supernova E3 Scheinwerfer
  • Orange sind die Dinge markiert die meiner Meinung nach Ok oder Geschmackssache sind. So ist die mechanische TRP Scheibenbremse (die oft im Reiseradbereich gelobt wird) für einige eventuell sogar ein Kaufgrund gegenüber einer Hydraulikbremse
  • Rot habe ich die Ausstattungsdetails markiert, die meiner Meinung nach für die Preisklasse oder den Einsatzzweck nicht genug bieten. Beispiel ist hier ein fehlender Gepäckträger oder im Vergleich minderwertigere Beleuchtung
Bulls Bergamont Cube Stevens
Preis € 1999 1799 1599 1499
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon Aluminium
Kurbel Shimano Gruppenlos Shimano 105 Shimano 105 Shimano Gruppenlos
Tretlager Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105
Umwerfer Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105
Schaltwerk Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105
Schalt- Bremsgriffe Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105
Bremsen Shimano 105, hydraulisch Shimano 105, hydraulisch Shimano 105, hydraulisch TRP Spyre C, mechanisch
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount Flatmount
Laufräder Bulls Bergamont Alexrims. Cube gelabeled Stevens Oxygen
Nabendynamo Shimano Shutter Precision PL-8X No Name Shutter Precision PL-8X
Scheinwerfer Supernova E3 pure3 Busch+Müller IQ-XS N Plus Supernova E3 pure3 B+M Eyc T Senso+
Rücklicht Supernova E3 Tail Light 2 Herrmans H-Trace Mini Supernova E3 Tail Light 2 Xeltec
Schutzbleche ? Racktime wingee SKS Gravel SKS Gravel
Gepäckträger Standwell Racktime wingee Racktime light-it Kein
Klingel ? ? Knog Oi ?

Ich will hier keinen Sieger kühren. Das Stevens ist sicherlich eine interessante Alternative zu einem attraktiven Preis. Aufgrund einiger Ausstattungsdetails (Hydraulische Scheibenbremse, Scheinwerfer, Gepäckträger) würde ich persönlich weiterhin zum Cube greifen. Würde man diese Dinge am Stevens nachrüsten, käme man auf einen Gesamtpreis von ca. 1800 – 1900€.

Was allen 4 Rädern fehlt, sind die vorgeschriebenen Reflektoren. Lediglich das Herrmanns Rücklicht am Bergamont hat einen integiertten Rückstrahler. Das verwundert etwas, da alle Hersteller mit der Alltagstauglichkeit ihrer Räder werben.

 

 

Verschenke zu Weihnachten eine Perspektive!

Und, habt ihr schon alle Weihnachtsgeschenke? Ich denke es gibt nicht wenige, die schon alles haben. Irgendwie gehöre ich auch dazu. Klar, wer träumt nicht vom neuen Enduro Bolzen oder dem schicken neuen Carbonrenner…

Andererseits gibt es Menschen auf der Welt, die Kilometerweit laufe müssen um an sauberes Wasser zu kommen. Da ich mich hier nunmal mit dem Thema Fahrrad beschäftige, möchte ich euch heute die World Bicycle Relief vorstellen.

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Diese Organisation macht Menschen in Afrika mit günstigen und robusten Fahrrädern mobil. Schon für 134€ ist ein Rad beim Empfänger. Zudem werden die Räder auch in Afrika gebaut und schaffen damit Arbeitsplätze.

Wer also dieses Jahr noch etwas Gutes tun möchte: WBR verdoppelt alle Spenden bis zum 31.12.2018.

Hier ist das ganze nochmal sehr gut erklärt:

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Welches Wintertraining?

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Winterstimmung

Es gibt ja schon einige, bei denen das Wort „Fahrradsaison“ nicht existiert. Da wird das ganze Jahr durchgefahren. Puh. Die haben meinen vollsten Respekt. Klar, an einem klaren Wintertag hol ich auch mal das Rennrad raus und dreh ne Runde, sau mich ab und zu im Wald mit dem MTB ein oder fahre hin und wieder mit dem Gravelbike zur Arbeit. Aber richtig Trainingskilometer kommen dabei eher nicht zusammen. Ich gebe auch zu, dass ich keine Lust habe eine Stunde über Stockdunkle Nebenstraßen (die im Sommer super schön sind) zur Arbeit zu fahren  während der Regen von der Seite kommt. Dazu kommt, dass ich doch eher dazu neige, meine Räder etwas zu pedantisch zu pflegen. Das macht mir auch Spaß. Aber nicht nach jeder Ausfahrt…  Eine Ersatzsportart muss also im Winter her.

Rollentraining habe ich mal versucht. Ich habe mir einen ganz einfachen Rollentrainer ausgeliehen, den Laptop mit Filmen drauf auf die Werkbank im Keller gestellt und losgelegt. Diese Art des Trainings hat mich mental irgendwie fertig gemacht. es kam mir total absurd vor eine Stunde im Keller vor mich hinzustrampeln. Ich möchte auch echt vom Fleck kommen und was sehen. Natürlich kann man sich für 2000 und mehr Euro ein Ensemble aus Smarttrainer, großem Bildschirm, Steigungssimulator und Fahrtwindgebäse (! unglaublich..!) zulegen und so echt wie möglich trainieren…. Muss man aber nicht 😉 Für das Geld würd eich mir lieber ein schönes Winterhardtail zulegen. Oder zwei.

Laufen ist sicherlich die niederschwelligte Art im Winter Sport zu treiben. Rein in die Klamotten und los. Im Zweifel kann man, bis auf die Schuhe natürlich“ ja sogar seine hochwertigen Radklamotten dazu anziehen. Leider spielen da meine Knie nicht mit. Mahr als 3-4 km sind definitiv nicht drin. Und mir ist das laufen dafür auch zu langweilig.

Nordic walking habe ich tatsächlich auch mal ausprobiert. Ich habe mich aber einfach nur geschämt (zum Glück ist es im winter ja früh dunkel) und kann darin immer noch keine echte Sportart erkennen. Zudem muss man ja schon eine erhebliche Zeit unterwegs sein, um überhaupt einen Trainingseffekt zu erzielen. Sorry, aber für mich persönlich geht das gar nicht.

Pilates. Ja wirklich! Es geht ja nicht nur um Ausdauertraining. Als Sitzmensch mit Bürojob habe ich doch einige Defizite was meine  Beweglichlichkeit angeht. Zudem habe ich das Glück, dass mein Arbeitgeber einmal die Woche einen kostenlosen Pilateskurs anbietet. Wie man auch im Vorfeld oft hört soll das ziemlich anstrengend sein. Ja, ist es! nach meiner ersten Stunde hatte ich einen ordentlichen Muskelkater. Das mach ich auf jeden Fall weiter.

TRX oder Slingtrainer. Das habe ich ein Jahr lang mal intensiv gemacht und kann es nur empfehlen. Das Training mit dem eigenen Körpergewicht ist super effektiv und macht auch Spaß. Mal sehen ob ich das diesen winter wieder mache. Man ist ja bei sowas leider an feste Zeiten gebunden. Zumindest wenn man das im Studio macht. Das ist für mich auch nötig. Ich brauche da einen Drillsergeant der mich 45 Minuten nicht zur Ruhe kommen lässt 🙂

Schwimmen finde ich persönlich alleine unglaublich langweilig. Auch hier habe ich das große Glück, dass mein Arbeitgeber zwei Kurse in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anbietet. Heißt konkret, dass der Eintritt ins Schwimmbad gezahlt wird und ein Trainer zur Verfügung steht. Das werde ich auch ab Januar testen.

Es gibt sicherlich tausend verschiedene Meinungen dazu. Wenn man am Jahresanfang schon Wettkämpfe hat muss das Training sicherlich anders aussehen, als wenn man einfach nur nicht total abschlaffen will. Mein Wintertraining wird (hoffentlich) wie folgt aussehen:

  • 1 mal die Woche 1h Pilates
  • 1 mal die Woche 1h Schwimmtraining
  • Gelegentliche MTB / Rennrad Ausfahrten
  • Gelegentlich mit dem Rad zur Arbeit  

Wie sieht deins aus? Erzähl davon…

Was bringt der Weihnachtsmann? Einen GPS Radcomputer hoffe ich :)


Ich habe mich in der letzten Rennradsaison etwas damit beschäftigt, ob es sich für mich lohnt, einen GPS Radcomputer mit Navi Funktion zu kaufen. Der Tacho den ich derzeit am Rennrad dran habe kann nicht mal die Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigen.

Was schnell klar wird ist, dass man sich von Autoähnlichen Navigationsfunktionen schnell verabschieden muss. Das zeigen zahlreiche Erfahrungsberichte. Das Gerät was dem am nächsten kommt scheint wohl der Sigma ROX 12 zu sein. Allerdings kostet der im Bundle mit Trittfrequenz-/Geschwindigkeits Kombisensor und Pulsmesser happige 479€. Überall! Puh. Das ist ne menge Holz. Das ähnlich ausgestattete Flagschiff von Garmin liegt in der gleichen Preisklasse. Das ist ziemlich die Hälfte des Preises meines ganzen Rennrades… 

Was Tests auch sagen ist, dass die Rechnerleistung, und damit die Geschwindigkeit der Routenführung usw, eine Preisklasse darunter bereits frustrierend niedrig sein soll. In der heutigen Zeit mit den schnellen Smartphones echt nicht zu verstehen. Auch die Touchscreens der Modelle sind nicht mit denen von Smartphones zu vergleichen. Klar, denn sie müssen auch im Regen und Dreck funktionieren ohne dass versehentlich Funktionen ausgelöst werden.

Wie es aussieht ist es aber bei allen Geräten wohl besser, seine Strecken vorab in den einschlägigen Portalen wie Komoot usw zu planen. Geht anscheinend auch ganz einfach, denn ich habe mich da direkt mal angemeldet. 

Also nochmal das Angebot durchgeguckt. Ich habe mich jetzt für ein Gerät entschieden das ich, wie so oft, gar nicht auf der Pfanne hatte.

Wahoo Elemnt Bolt

Copyright: Wahoofitness
  •  Monochrom Display
  •  KEIN Touchscreen

Wieso jetzt sowas? Ich habe mich von den Tests überzeugen lassen, die durchweg positiv sind. Besonders hervorgehoben wurde:

  • Ablesbarkeit
  • Routenplanung und Führung
  • Aukkulaufzeit (deswegen ist das Smartphone für mich auch keine Alternative)
  • Bedienung
  • Sensorkopplung und das Wiederfinden derselben
  • Die Sensoren an sich (die auch mit anderen Geräten funktionieren)

Am Black Friday war das Gerät inklusive Geschwindigkeits – , und Trittfrequenzsensor sowie Pulsgurt für 265€ verfügbar. Ich hoffe der Weihnachtsmann hat das nicht verpasst 😉

 Zum Geschwindigkeits – , und Trittfrequenzsensor ist noch erwähnenswert, dass diese nicht, wie der Sigma Kombisensor irgendwo an der Kettenstrebe positionert werden müssen und auch noch jeweils einen Magneten an der Kurbel und der Felge benötigen. Sie werden jeweils einfach mit Gummiringen an der Nabe, bzw. am linken Kurbelarm befestigt. Finde ich eine praktikable Lösung.

Ich werde hier dann bald berichten, wie sich das Gerät so geschlagen hat. Natürlich nur wenn ich brav war 🙂

Bikesharing not so extreme – Wo sind die Räder alle hin?

Wie ich im letzten Beitrag schrieb, war Shanghai voll mit Mieträdern aller möglicher Anbieter. Ich entschied mich im Mai für OfO Bikes. Einfach, weil davon am meisten im Umlauf zu sein schienen.

Jetzt, nicht einmal in halbes Jahr später, sieht es teilweise aus, als hätten diese Räder niemals existiert. OfO ist fast völlig verschwunden, so dass ich nun auf MoBike umgeschwenkt bin. Von meinem Bürostandort aus geht das auch ganz gut. Am Hotel steht es etwas schlechter. Teilweise ist kein einziges Rad verfügbar. Und wenn, dann kann ich auch nicht jedes beliebige nehmen. Mobike hat verschiedene Modelle im Umlauf. Bei zwei der ich glaube 4 Modelle lässt sich die Sattelhöhe nicht verstellen. Damit sind diese für mich definitiv unfahrbar. Man sitzt so tief, dass das ordentlich auf die Knie geht beim Pedalieren. Die Räder haben ja nur einen Gang.

Die ganz neuen Modelle haben einen großen Hebel zur Höhenverstellung. Der ist sehr gut zu bedienen.Zudem wird das GPS-Schloss hier über eine Solarzelle am Gepäckträger  mit Strom versorgt. Ich hatte mich eh gefragt was die Anbieter machen, wenn die Batterie leer ist? Das Rad kann dann ja auch keine Position mehr senden.

MoBike aktuell
Komfortable Satteleinstellung
Gepäckträger mit Solarzelle

Interessant sind die älteren Modelle mit gekapseltem (vermutlich) Wellenantrieb und mechanischer Scheibenbremse. Die sind aber wahrscheinlich zu teuer gewesen und nun den oben gezeigten mit  Kettenantrieb und den hier allseits üblichen Rollenbremsen gewichen. Was geblieben ist, sind die Gußfelgen mit Vollgummibereifung!

Wellenantrieb

Leider ist es wie gesagt, nicht mehr so komfortabel die Räder zu nutzen. Gestern habe ich an der U-Bahnstation kein einziges gefunden…

OfO hatte anscheinend das Geschäftsmodell, einfach unglaublich viele Räder bereitzustellen, dafür aber komplett auf Wartung zu verzichten. Ein Einheimischer hat mir erzählt, dass OfO für ein Rad umgerechnet ca. 25€ bezahlt! Unfassbar. Entsprechend dem Konzept der „Nichtwartung“ sehen die verbliebenen Räder auch aus. So ist es hofentlich eine gute Entwicklung, dass dieser Anbieter verschwunden ist. Und es bleibt zu hoffen, dass die Räder das CO2 ihrer Herstellung durch die Nutzung wieder „eingespielt“ haben…

Bikesharing extreeeeme – Mit OfO durch Shanghai

Ich war Anfang des Jahres beruflich zwei Wochen in Shanghai. Die Stadt hat mich Landei (das davor noch nie in seinem Leben Europa verlassen hat) erstmal total erschlagen. 23 (in Worten: Dreiundzwanzig)  Millionen Einwohner! BÄM. Das muss man erstmal sacken lassen. Natürlich (und zum Glück) hat nicht jeder Einwohner der Stadt ein Auto. Viele fahren Elektroroller. Wirklich viele. Die kosten da umgerechnet 200 – 500€. Und die sind echt gefährlich! Super schnell und vor allem super leise. Nachts gern ohne Licht um die Reichweite zu erhöhen…. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass kaum jemand mit Helm fährt.

Positiv sind die oft baulich getrennten Roller/Fahrradstreifen an den Hauptverkehrsstraßen. Hier ist es dann nett, dass die Roller lokal emissionsfrei fahren und man nicht direkt vollgestunken wird.

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Radstreifen

Was man auch unheimlich viel sieht sind Leihräder. Diese stehen hier an jeder Ecke, weil die Systeme, anders als z.B. Bahnrad in Deutschland ohne feste Stationen funktionieren. Einige dieser Firmen wie Mobike oder Ofo sind ja jetzt auch in Deutschland aktiv und haben durchauch für negative Schlagzeilen gesorgt Warum-Leihraeder-die-Innenstaedte-blockieren. Auch die Bilder die man aus China kennt, auf denen abertausende ausrangierte Räder zu riesigen Haufen gestapelt sind machen nachdenklich:

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© n-tv : Radfriedhof Shanghai

Hier soll es aber um meine persönlichen Erfahrungen gehen. Und die sind durchaus positiv.

Um die Räder nutzen zu können, muss man sich zunächst die App des jeweiligen Anbieters herunterladen und sich mit seinen Kreditkartendaten anmelden. Ich habe mich für OfO bikes entschieden, weil davon die meisten vor meinem Hotel herumstanden:

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OfO Bikes in Shanghai vor meinem Hotel

Wie man auf den Bildern sieht, sind die Fahrräder eher Zwckmäßig als schick 😉 Alles aus Stahl, nur ein Gang (ohh, Singlespeed), und Vollgummireifen… Hinzu kommt, dass der Sattelauszug eher für Asiaten denn für Teutonen mit 90cm Schrittlänge ausgelegt ist. Aber egal. Ich bin damit im Durchschnitt zwischen 5 und 15 Minuten am Stück gefahren.

Um ein Rad auszuleihen öffnet man die App und kann erstmal nach Rädern in der Nähe suchen, sofern sie nicht offensichtlich in der Gegend rumstehen. Wenn man dann eins ausgesucht hat, scannt man den QR Code und das Schloss geht auf. Achtung Falle: Manchmal sind die Codes überklebt und leiten dann auf irgendwelche bösen Seiten um!

Dies ist aber dann meist ziemlich offensichtlich. Vorher Sattel so weit wie möglich raus und los gehts… Die meisten Räder fahren sich ganz OK. Ich hatte insgesamt ca 25 verschiedene. Am Zielort angekommen macht man dann einfach das Schloss zu und wartet bis es piept. Dann ist der Verleihvorgang abgeschlossen. Ziemlich einfach.

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So habe ich die Räder dann täglich genutzt. Morgens bin ich mit einem Shuttlebus ins Büro gefahren und Nachmittags die 5 km mit dem Leihrad zurück. Nachmittags dann mal zum Einkaufen oder zur U-Bahn und so weiter.

In den Netto 10 Tagen die ich dort war sind so immerhin ca. 30 km zusammengekommen die ich sonst zu Fuß oder mit dem Taxi absolviert hätte.

Irgendwie habe ich auch nichts bezahlt. eventuell waren die Einzelstrecken einfach zu kurz. Mir soll es recht sein 🙂

Meine erste Anschaffung war aber erstmal ein Helm. Auch wenn ich mir damit noch exotischer vorkam. Aber ohne ist mir dann echt zu gefährlich. Wie man sieht ist Decathlon auch hier vertreten…

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Mein Fazit: Ich habe die Leihräder viel und oft genutzt. Zumindest an den Hotels un U-Bahn Stationen die ich angesteuert habe, waren die Räder ordentlich geparkt. Auch wenn es manchmal echt viele waren.

Im Dezember bin ich wieder da und guck mal ob sich was verändert hat. Bis dahin… Ride on!

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Rettet die Umwelt. Und behaltet eure alten Autos!

Mh, ein Autothema im Fahradblog? Ich denke das passt schon. Zum einen sind Radfahrer meiner Erfahrung nach von „Natur aus“ Umweltbewusster.  Zum Anderen sind die meisten Radfahrer die ich kenne zusätzlich auch Autofahrer.

Ich wollte neulich schon etwas schreiben nach dem ich auf DLF eine Gesprächsrunde zum Thema Dieselskandal gehört hatte. Hinterher war ich so sauer, dass es nur um Schadenersatz für die armen Neuwagenkunden ging und ein Aspekt völlig außer acht gelassen wurde: Die Produktion eines Autos verursacht 10-15 Tonnen CO2 (Quelle: Auto Bild). Punkt. Das ist nicht wegzudiskutieren.

Weiter: Ich fahre einen Stinker. Ein Auto über das in der ganzen Diskussion gar nicht mehr gesprochen wird. Einen 27 Jahre alten Mercedes 200D. Wenn in den Medien von „alten“ Autos gesprochen wird, dann von Euro 4 und 5 Dieseln die vielleicht 10 Jahre alt und völlig in Ordnung sind. Diese sollen nun durch „saubere“ Autos ersetzt werden die dann wiederum unter Emission von 10-15 Tonnen CO2 produziert werden müssen. Ich denke spätestens jetzt müsste man merken, dass da was nicht stimmt.

Mal nachgerechnet: 1l Diesel verbrennt (unter anderem) zu 2,64 kg CO2. Und ja, das tut er auch bei ganz neuen Dieseln, weil das nunmal Chemie ist.

Mein Auto hat jetzt 300.000 km gelaufen und verbraucht im Jahresschnitt 6 l / 100 km Also:

  • 6 l / 100 km entsprechen 6000 l / 100.000 km
  • 6000 l x 3 = 18.000 l / 300.000 km
  • 18.000 x 2,64 kg =  47.520 kg oder 47,5 t CO2

So weit so schlecht könnte man denken. Aaaber ein ach so sauberer Euro 6d temp Diesel verbraucht ja auch nicht „Nichts“. Nehmen wir mal ne aktuelle E-Klasse (meiner ist ja der Uropa davon) und gestehen einen Realwert von 5 l / 100 km zu :

  • 5 l / 100 km entsprechen 5000 l / 100.000 km
  • 5000 l x 3 = 15.000 l / 300.000 km
  • 15.000 x 2,64 kg =  39.600 kg oder 39,6 t CO2
  • Plus Ad blue Verbrauch (muss ja auch irgendwo hergestellt werden)

Sind also über 300.000 km gerade mal eine Einsparung von 7,9 t. Das entspricht dann noch nicht einmal der Menge die das Auto bei der Herstellung verursacht hat….

Ups. Ok ich hätte bei 250.000 mal über ein neues Auto nachdenken sollen, wenn es rein um den CO2 Ausstoß geht. Dann wurde aber die Entsorgung oder die Möglichkeit, dass das Auto woanders nur halt nicht in deutschen Ballungsgebieten weiterfährt berücksichtigt. Bis dahin aber ist es absolut sinnvoll einen Gegenstand zu nutzen und nicht grundlos wegzuwerfen.

Klar sind die Abgase eines neuen Autos sauberer. Das will ich nicht beschönigen. Dafür kommt kein Feinstaub aus dem Auspuff.

Ich möchte aber hier die Rad-/Autofahrer zum Nachdenken über unsere Wegwerfgesellschaft anregen. Denn vor allem nützt diese ganze Diskussion der Autoindustrie. Man hätte vielleicht schon vor 20 Jahren anfangen sollen, die autofreundliche Stadt in Frage zu stellen. Mit dem Rad durch die Stadt ist auch schön.

Ich möchte dazu auch noch auf einen Schrauberblog verweisen. Dessen Ersteller wohnt in der Gegend um Mainz und wird direkt betroffen sein: Fusselblog.de

Update : Durch einen Zufall habe ich gerade das Vorwort einer „Oldtimer Praxis“ Ausgabe aus dem Jahr 2000 gelesen. Auch da ging es um auslaufende Katalysatorförderung und dass man doch schnellstmöglich 35 Millionen Stinker gehen neue Autos austauschen müsse wenn es damals nach den Grünen gegangen wäre… Das las ich mal so stehen ..