S-Pedelecs in der Presse – Todesfalle auf Rädern

Immer mal wieder stoße ich auf neue und ältere Berichte zum Pendeln mit dem S- oder Speed Pedelec. Man kann es eigentlich kurz zusammenfassen wie diese Berichte zu 90% enden: Macht Spaß, aber ist eine gefährliche Todesfalle. Und überhaupt nur was für den Sommer…. Aha!

Relativ neutral bei der Dekra: S-Pedelec: Mit Tempo 45 zur Arbeit Hier kommt der Tester zur Ansicht, dass das doch nur was für den Sommer sei.

Speziell zu letzterem Punkt frage ich mich, ob da die richtigen Leute auf die Artikel angesetzt wurden. Bei normalen Pedelecs scheint das nicht so ein Thema zu sein. Eventuell liegt es daran, dass hier teilweise Autopendler (Der ich ja auch vorher war und manchmal bin) auf das S-Pedelec gesetzt werden. Natürlich ist das dann ein großer Unterschied zum SUV mit Sitz- und Lenkradheizung. Man muss sich dann eben entsprechend anziehen. Dann kann man jeglichem Wetter trotzen ->Klick. Die Frage ist eher, ob man es will. Natürlich ist es schön im Sommer Rad zu fahren. Aber ich mag es auch im Herbst und Winter unterwegs zu sein und das Wetter zu erleben. Das erinnert ein bisschen an einen E-Autotest der Autobild, in dem sich der Reporter über die Windgeräusche mokiert die er im Diesel PKW wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen hätte.

Vielleicht sollten lieber Leute S-Pedelecs testen die eh schon gerne Rad fahren, aber deren Arbeitsweg für das normale Rad zu lang ist.

Die Süddeutsche spricht von einer Nahtoderfahrung oder Verkehrsärgernis

Die Westdeutsche Zeitung titelt: Achtung, Gefahr!

Zum Punkt „Todesfalle“ kann sicher jeder Radfahrer eine Geschichte beitragen. Leider macht die S-Pedelec Einstufung als Moped die Sache tatsächlich gefährlicher wenn man sich an die Regel hält, dass Radwege tabu sind.

Ich bin es mittlerweile leid von Autofahrern „erzogen“ zu werden. Deshalb weiche ich auf meinem Stück durch die Stadt auf den Hauptstrecken auf die Radwege aus. Natürlich mit angepasster Geschwindigkeit. Ein eventuelles Bußgeld würde ich da eher in Kauf nehmen, als zum wiederholten mal von der Fahrbahn gehupt oder gedrängt zu werden. Ähnliches gilt übrigens für Bundesstraßen mit Radweg daneben.

Hier fehlen in Deutschland der Wille und die Ideen unserer Europäischen Nachbarn, die da deutlich differenzierter sind. Z.B. Haben die Niederlande mit der NTA 8776 sogar eine eigene Norm für S-Pedelec Helme geschaffen.

Eines muss man hier mal klar sagen: Wenn es Nahtoderfahrungen gibt, dann aufgrund der Erziehungsversuche einiger Wutbürger hinterm Lenkrad. Ein Freund von mir aht gerade die erste Strafanzeige seines Lebens getätigt weil ein Autofahrer ihn an den Randstein gedrängt hat. Und auch eine solche Presse fördert sicher nicht die Lust auf das Umsteigen. Da kann ich mich leider nicht ausnehmen. Allerdings berichte ich aus dem Alltag un dnicht nur von einer kurzen Stippvisite…

Was ich übrigens total daneben finde ist, dass die Helmpflicht die bei S-Pedelecs besteht immer als Negativpunkt herausgestellt wird. Welcher ernsthafte Radpendler trägt denn bitte keinen Helm? Und zwar weil es sicherer ist und im Herbst und Winter auch besseren Wetterschutz bietet. Da ist wieder das Thema „Autopendler aufs S-Pedelec gesetzt“ der Haken.

TROTZDEM möchte ich allen ans Herz legen es einmal zu versuchen, wenn die Bedingungen passen. Ist wirklich eine Bereicherung trotz aller oben beschriebenen Umstände.

2 Gedanken zu “S-Pedelecs in der Presse – Todesfalle auf Rädern

  1. Hi Martin,

    ich teile deine Meinung zu den Testern und Artikelschreibern, die womöglich das erste Mal und nur für kurze Zeit hinter den Lenker durften. Sehr wahrscheinlich mussten sie sich sogar das erste mal mit einem pedalierbaren Zweirad vollständig an die StVO halten – dass es da mehr oder weniger oft gefährliche Situationen mit PKW- oder LKW-Führern kommt, hast du ebenfalls richtig geschrieben.

    Ich durfte mich im Rahmen des Klever Beta Tests 2020 ja auch mal für einige Wochen auf ein S-Pedelec setzen. Obwohl ich auch im Winter radfahre, bevorzuge ich bei Kälte und Temperaturen um den Gefriepunkt das Pedelec mit Spikes. Die ganzen Freigaberegeln für S-Pedelec-Reifen vermiesen den Fahrspaß bei jedem Wetter.

    Auf einem schweren Motorrad fühle ich mich sicherer als auf einem S-Pedelec, obwohl man damit noch schneller unterwegs ist – erklären kann ich das nicht, aber auch mit kleinen Situationen belegen:
    Bei Regen wurde meine Geschwindigkeit vom linksabbiegenden Gegenverkehr IMMER unterschätzt, ohne beherztes Bremsen hätte ich mindestens 4 Klever X-Speed verschlissen.

    Fazit: Am Anfang ist die Euphorie da, die nach dem ersten Abflug auch wieder schnell verschwindet – und das geht bei nassem Laub oder vereisten Kurven bei 40km/h schnell. Ich bevorzuge bei Kälte meine Spikes, bei Regen kommt es auf die Strecke an, an neiderschlagsfreien Tagen über 8 Grad – ganz klar, das S-Pedelec.

    So gesehen ist eine gewisse Schnittmenge zu den Autoren der Artikel vorhanden, doch von einer Todesfalle um Welten – ach was, Galaxien entfernt!

    Allzeit gute Fahrt!
    Alex

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  2. Danke für deinen Kommentar.
    Von der Notwendigkeit Spikereifen nutzen zu müssen bin ich in meinen Gefilden zum Glück weit entfernt. So tun es ab Oktober auch „einfach“ Winterreifen von Conti die es zum Glück mit Zulassung gibt. Das ist schon ein erheblicher Unterschied.
    Viel Spaß und hoffentlich einen goldenen Herbst wünsche ich 🙂

    Gefällt 1 Person

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