Radfahren ist lebensgefährlich – Nein. Manche Autofahrer sind lebensgefährdend!

Ich habe das Glück, dass meine Pendelstrecke mit dem S-Pedelec hauptsächlich über schmale Landstraßen führt. 20 km freie Fahrt. Die letzten 5 km muss ich durch Neumünster fahren. Da mein S-Pedelec ja ein Kraftfahrzeug ist (ob man es für sinnvoll hält oder nicht) muss ich auf der Straße fahren. Das ist bei den meisten Radwegen auch die bessere Wahl.

Leider gibt es immer wieder Autofahrer, die die Straße als allein für sich gedacht betrachten. Wird ein Motorroller, der genauso schnell/langsam unterwegs ist wie ich noch toleriert, hat ein vermeintliches Fahrrad nichts auf  „ihrer“ Straße zu suchen.

So hatte ich mehrfach die Situation, dass ich von hinten angehupt, knapp überholt und sogar aus dem offenen Beifahrerfenster lautstark belehrt wurde, dass ich gefälligst den Radweg zu benutzen hätte. Wertvolle Sekunden habe ich diesen, in mehrerlei Hinsicht, armen Menschen gestohlen. Meistens sieht man sich an der nächsten Ampel wieder 😉 Auch Hinweise auf mein Kennzeichen helfen da nix.

Leider treffend finde ich diesen Beitrag aus Stuttgart in dem angeprangert wird, dass in der Unfallberichterstattung immer mitschwingt, dass der Radfahrer irgendwie selber Schuld wenn er sich umfahren lässt: Der Zynismus von Unfallmeldungen. Hier noch weiter zu einem Artikel im Tagesspiegel

 

Liebe Kampfautofahrer:

  • Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fre….e halten
  • Die Straße gehört nicht euch, sondern allen Verkehrsteilnehmern
  • Hupen, Drängeln und knapp Überholen ist ein Straftatbestand und kann mit bis zu 3 Jahren Haft bestraft werden (Quelle: Wikipedia, § 240 StGB)! Beim nächsten mal merke ich mir das Kennzeichen…
  • Wenn ihr mich doch aus Versehen touchiert, hat euer Auto im schlimmsten Fall einen Kratzer. ICH lande im Krankenhaus!
  • Ich fahre schon aus Nettigkeit am Rand. Das muss ich nicht unbedingt. Ich könnte auch auf den mir zustehenden Verkehrsraum als Kraftfahrzeug pochen. Ich befinde mich damit zudem noch in der gefährlichen „dooring zone„.
  • Denkt mal darüber nach, ob ihr es mit eurem Gewissen vereinbaren könntet für ein paar Sekunden Lebenszeit (über mehr reden wir hier nämlich nicht) einen Familienvater auf dem Weg nach Hause ins Krankenhaus oder auf den Friedhof gebracht zu haben?
  • Jedes Rad auf der Straße ist ein Auto weniger in EUREM Stau.
  • Habt ihr vielleicht Kinder die auf dem Rad in meiner, oder zumindest in ähnlicher Situation sind?

Leider spiegelt das ganze einen Trend wider, der sich aus Internetforen in die Wirklichkeit überträgt.

Allen anderen Autofahrern ein Dankeschön, dass ihr euch korrekt oder sogar sehr umsichtig gegenüber einem deutlich schwächeren Verkehrsteilnehmer verhaltet. Genauso wie ich nicht alle Radfahrer als Kampfradler bezeichnet haben möchte, will ich das hier mal gesagt haben 🙂

edh

Landstraße. Schöööön

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