S-Pedelecs in der Presse – Todesfalle auf Rädern

Immer mal wieder stoße ich auf neue und ältere Berichte zum Pendeln mit dem S- oder Speed Pedelec. Man kann es eigentlich kurz zusammenfassen wie diese Berichte zu 90% enden: Macht Spaß, aber ist eine gefährliche Todesfalle. Und überhaupt nur was für den Sommer…. Aha!

Relativ neutral bei der Dekra: S-Pedelec: Mit Tempo 45 zur Arbeit Hier kommt der Tester zur Ansicht, dass das doch nur was für den Sommer sei.

Speziell zu letzterem Punkt frage ich mich, ob da die richtigen Leute auf die Artikel angesetzt wurden. Bei normalen Pedelecs scheint das nicht so ein Thema zu sein. Eventuell liegt es daran, dass hier teilweise Autopendler (Der ich ja auch vorher war und manchmal bin) auf das S-Pedelec gesetzt werden. Natürlich ist das dann ein großer Unterschied zum SUV mit Sitz- und Lenkradheizung. Man muss sich dann eben entsprechend anziehen. Dann kann man jeglichem Wetter trotzen ->Klick. Die Frage ist eher, ob man es will. Natürlich ist es schön im Sommer Rad zu fahren. Aber ich mag es auch im Herbst und Winter unterwegs zu sein und das Wetter zu erleben. Das erinnert ein bisschen an einen E-Autotest der Autobild, in dem sich der Reporter über die Windgeräusche mokiert die er im Diesel PKW wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen hätte.

Vielleicht sollten lieber Leute S-Pedelecs testen die eh schon gerne Rad fahren, aber deren Arbeitsweg für das normale Rad zu lang ist.

Die Süddeutsche spricht von einer Nahtoderfahrung oder Verkehrsärgernis

Die Westdeutsche Zeitung titelt: Achtung, Gefahr!

Zum Punkt „Todesfalle“ kann sicher jeder Radfahrer eine Geschichte beitragen. Leider macht die S-Pedelec Einstufung als Moped die Sache tatsächlich gefährlicher wenn man sich an die Regel hält, dass Radwege tabu sind.

Ich bin es mittlerweile leid von Autofahrern „erzogen“ zu werden. Deshalb weiche ich auf meinem Stück durch die Stadt auf den Hauptstrecken auf die Radwege aus. Natürlich mit angepasster Geschwindigkeit. Ein eventuelles Bußgeld würde ich da eher in Kauf nehmen, als zum wiederholten mal von der Fahrbahn gehupt oder gedrängt zu werden. Ähnliches gilt übrigens für Bundesstraßen mit Radweg daneben.

Hier fehlen in Deutschland der Wille und die Ideen unserer Europäischen Nachbarn, die da deutlich differenzierter sind. Z.B. Haben die Niederlande mit der NTA 8776 sogar eine eigene Norm für S-Pedelec Helme geschaffen.

Eines muss man hier mal klar sagen: Wenn es Nahtoderfahrungen gibt, dann aufgrund der Erziehungsversuche einiger Wutbürger hinterm Lenkrad. Ein Freund von mir aht gerade die erste Strafanzeige seines Lebens getätigt weil ein Autofahrer ihn an den Randstein gedrängt hat. Und auch eine solche Presse fördert sicher nicht die Lust auf das Umsteigen. Da kann ich mich leider nicht ausnehmen. Allerdings berichte ich aus dem Alltag un dnicht nur von einer kurzen Stippvisite…

Was ich übrigens total daneben finde ist, dass die Helmpflicht die bei S-Pedelecs besteht immer als Negativpunkt herausgestellt wird. Welcher ernsthafte Radpendler trägt denn bitte keinen Helm? Und zwar weil es sicherer ist und im Herbst und Winter auch besseren Wetterschutz bietet. Da ist wieder das Thema „Autopendler aufs S-Pedelec gesetzt“ der Haken.

TROTZDEM möchte ich allen ans Herz legen es einmal zu versuchen, wenn die Bedingungen passen. Ist wirklich eine Bereicherung trotz aller oben beschriebenen Umstände.

Cobag Bikezac 2.0 – einfache (nachhaltige) Einkaufstaschen für den Gepäckträger – NEU: Update zur Nachhaltigkeit

Ich trage ungerne einen Rucksack beim Radfahren. Und wenn ich mal mit dem Rad einkaufen fahre, will ich nicht immer meine Office Bag ausräumen. Da ist immer so ein Bodensatz aus Büroartikeln drin. So bin ich beim stöbern auf die Cobag Taschen aus (wer hätte das gedacht) Kopenhagen gestoßen. Genau sowas hab ich doch gesucht. Einfach am Gepäckträger einzuhängen und mit relativ viel Platz. Pro Tasche darf man 8kg einpacken. Mein Träger darf eh nur 15 kg tragen.

Cobag am Zouma

Die Taschen sind vom Material ähnlich wie die allseits bekannten IKEA Taschen. In wie weit das nachhaltig ist, ist natürlich fraglich. Allerdings bestehen die Taschen zu 100% aus Recyclingmaterial (EDIT: Stimmt nicht Auf dem Zettel den ich weiter unten abgebildet habe steht „partly“).

Man hängt die Taschen einfach an den Plastikschlaufen über den Träger. Abmachen soll man sie mit dem kleinen Griff in der Mitte. Das klappt bei mir nicht so gut, weil die Rohre vom Träger recht dick sind.

Befestigung am Träger
Heckansicht
Aufgerollt in Wartestellung

Generell tun die Taschen was sie sollen und sind mit 20€ für 2 Stück auch recht günstig (naja, wenn man bedenkt, dass es einfach nur Plastikfolie ist.. Die Idee zählt eben).

Pro:

  • Leicht und Platzsparend
  • Können aufgerollt immer parat am Rad bleiben
  • Zum Teil aus Recyclingmaterial
  • Schick (Ansichtssache natürlich). Gibt´s in diversen Farben
  • Ordentliches Volumen. Es passen auch mehrere Pakete Küchenrolle oder sowas rein
  • 8kg Tragkraft
  • Kann man auch so durch die langen Schlaufen gut als Einkaufstasche verwenden
Anleitung

Contra:

  • Wenn die Taschen leer sind flattern sie hinten wie wild rum. Man muss sie also mit nem Spanngummi sichern. Oder wie oben gezeigt aufrollen.
Fähnlein im Wind
  • Die Taschen haben Trägerseitig keinerlei verstärkende Rückwand. Wenn man sie ungünstig belädt könnte also eine Beule in die Speichen geraten.
  • Für eine „Ikea Tasche mit Haken“ recht teuer.
  • Nur zum Teil aus Recyclingmaterial (Erklärung siehe unten)

Fazit:

Für den schnellen Einkauf gut geeignet. Fürs tägliche aber ein wenig zu flatterig. Da sollte man in festere Taschen investieren.

Auf der Homepage wird übrigens mit 100% Recyclingmaterial geworben. Ich werde da mal nachhaken.

Zitat der Cobags homepage:

Hergestellt aus langlebigen und zu 100% recycelten gewebten PP


https://copenhagenbags.com/collections/bikezac/products/new-arrival-bikezac-2-0-simplicity

Cobags hat auf meine Nachfrage sehr detailliert geantwortet und die Antwort leuchtet auch ein:


COBAGS SUPPORT
 (COBAGS)Sep 15, 2020, 7:49 GMT+2Hello Martin

Thank you for your question. It is a very valid one. The answer is a bit technical. The plastic used in the bag is 100% recycled woven PP material as we state on the website. The bag consists 90% of this material. However, such elements as the color used in coloring the bag, is not made from recycled woven PP. Therefore we cannot state that the bag is made 100% from recycled material as the term „material“ covers all the things used in the bag. However, the woven PP used in producing the bag is 100% recycled and it is this material that is used on 90% of the bag. Even the handle and stitching. 

Likewise the Label which is inside the bag is not made from recycled material. So we cannot state that the bag is 100% recycled. That would be lying. However, it is true that the Woven PP material used in the bag is 100% recycled plastic.

I hope this answers your question. It is not our intention to mislead you.

Antwort auf meine Anfrage

Zusammengefasst dürfen sie auf die Tasche selbst nicht 100% recycling schreiben, da z.B. die Farbe, der Haltegriff und eben jener Zettel wo die Informationen der Tasche draufstehen nicht aus Recycling Material bestehen. Allderdings ist die Tasche selbst zu 100% aus recycling Material.

S-Pedelec in Deutschland ausgebremst – Tolle Verkehrswende…

Hier wieder ein „geklauter“ Artikel, der die Misere der schnellen Pedelecs in Deutschland sehr gut beschreibt. Man hat wirklich den Eindruck, dass alles was in Deutschland nicht der Förderung der Autoindustrie dient systematisch kaputtgemacht wird. Außer die beknackten E-Scooter….

Hier geht´s zum Artikel auf Velostrom.de: https://www.velostrom.de/s-pedelecs-im-ausland-beliebt-in-deutschland-ausgebremst/

Bremsencheck: Formula Cura / Cura 4

Wer mich kennt weiß, dass ich und Fahrradbremsen ein schwieriges Thema sind. Ich bin da sehr pingelig und hasse es, wenn da was nicht so funktioniert wie es soll. So sind Avid/Sram Bremsen mittlerweile ein rotes Tuch für mich. Mit meiner Avid elixir 7 Bremse hatte ich nur Ärger. Ständiges quietschen (Ich habe bestimmt 4 verschiedende Beläge ausprobiert bis das mal weg war) und mehrmals pro Saison musste sie entlüftet werden. Keine Ahnung, ob SRAM mittlerweile besser ist, aber alleine das Rumgepansche  mit der DOT Bremsflüssigkeit nervt.

Irgendwann habe ich dann die Avid durch eine Shimano Zee ersetzt. Das war ja schonmal ein riesen Fortschritt. Auch das Entlüften mit dem kleinen Trichter ist bei Shimano echt super easy. Allerdings taugen auch hier die Original Bremsbeläge nichts. Zumindest in meinem Fall. Es war wieder Quietschen und schwammige Bremsleistung zu beklagen. Erst nach dem Wechsel auf Trickstuff (vorne) bzw Koolstop Beläge (hinten) war Ruhe.

An meinen Speed-Pedelecs hatte ich jeweils einmal eine Magura MT4 (völlig Problemlos) und jetzt eine MT5. Bei letzterer bekomme ich das wirklich ohrenbetäubende Gequietsche nicht in den Griff. Trickstuff Beläge liegen bereit… Hinten waren beim Kauf auch direkt zwei Bremskolben fest….Das kann doch nicht sein.

Der Vollständigkeit halber will ich noch erwähnen, dass die Shimano 105 Bremsen am Cube Nuroad Gravelbike ebenso sorglos waren. Es hat eben auch was mit Glück und Pech zu tun.

Und dann kam die Alutech Fanes ins Haus. Daran verbaut ist vorne eine Formula Cura 4 (4 Bremskolben) und hinten eine Cura (2 Bremskolben). Was für eine Offenbarung!

Formula Cura. Copyright Formula S.a.s

  • Es war quasi keinerlei Einbremsen nötig
  • Knackiger Druckpunkt
  • Super schlanke Hebel und Bremszangen
  • Echte Einfingerbremse selbst im Bikepark Einsatz!
  • Absolut KEIN Gequietsche
  • Mineralöl als Bremsmedium
  • Schnellverschluss der Bremsleitung. Soll ohne Ölverlust zu trennen zu wieder zusammenzustecken sein. Ich habe es noch nicht ausprobiert.

Ihr seht, ich bin begeistert. Sicher sind das personliche Erfahrungen. Aber so stelle ich mir das vor. Dranschauben (oder eben mit dem Bike kaufen) und vergessen. Das einzige was gelegentlich negativ auffällt ist ein leises „chippen“ an der Front. Aber das ist selbst für mich abslout vernachlässigbar 😉 Ob es quietscht hängt natürlich auch immer mit dem schwingenden System aus Bremsbelag/Scheibe/Laufrad/Gabel/Rahmen zusammen. An der Fanes scheint es zu passen.

Ein paar Negativpunkte gibts natürlich auch, die hier nicht verschwiegen werden sollen.

  • An einem Topmodell (was die Cura bei Formula ja ist) hätte ich auch eine Einstellmöglichkeit für den Druckpunkt (nicht zu verwechseln mit dem Hebelweg) erwartet
  • Die Hebelwegverstellung ist nur mit Werkzeug und dann noch ziemlich fummelig möglich

Persönliches FAZIT

Kaufen. Punkt.

3 Monate später: Das S-Pedelec ist wieder aus der Reparatur zurück!

Gestern konnte ich mein Diamant Speed Pedelec wieder aus der Werkstatt abholen. Es hat dort sage und schreibe 3 Monate verbracht! Unglaublich! Grund war nicht die Werkstatt sondern die Bearbeitungszeit seitens Bosch. Dazu kamen zuvor noch 3 Kurzbesuche in der Werkstatt.

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Zouma back in da house

Es wurden im Ausschlussverfahren das Motorkabel, der Motor (!) und zum Schluss das Purion Bediendisplay getauscht. Der Akku wurde durch einen Testakku im Laden als Fehlerquelle ausgeschlossen. Bosch gab auf meine Nachfrage an, dass sowas (jeweils) 10-14 Werktage dauert. Im Fall des Displays waren es 30 Werktage. Also 6 Wochen! Man kann gar nicht genug Ausrufezeichen verwenden. Speziell beim Display, das im Verkauf ca. 110€ kostet (Herstellkosten für Bosch von mir geschätzte 10€) einfach nur unterirdisch. Zumal ich das Display von Anfang an im Verdacht hatte. Ich wiederhole mich gerne nochmal. Das sollte sich mal ein Autohersteller erlauben. Da hatte ich vom Marktführer besseren Service erwartet.

Auf der Habenseite:

  • Das ganze war für mich völlig kostenlos. Ich habe lediglich der Werkstatt ein großzügiges Trinkgeld gegeben.
  • Ich habe nun bis auf den Akku einen komplett nagelneuen Antrieb. Der Kilometerstand war vorher ca. 2600.

Zu Vor- Coronazeiten an denen ich immer 4-5 Tage im Büro war und im Durchschnitt 2,5 Tage die Woche mit dem S-Pedelec gefahren bin, hätte mich das ganze ca. 110€ an Kraftstoff gekostet plus Verschleiß am Auto. Dazu kommen noch 5 Fahrten á 30 km zum holen und bringen des Rades oder des Fahrers. Ich sehe das S-Pedelec  nicht (nur) als Spaßgerät, sondern als Fahrzeug für den Alltag. So muss es aber erstmal wieder beweisen, dass es dazu taugt. Habe ich das Klever X-Speed verkauft weil ich der Peripherie und der Fahrradhardware nicht traute, ist es jetzt hier ausgerechnet das Herzstück.

Warum das S-Pedelec als Verkehrsmittel nix taugt

Hier ein toll geschriebener Beitrag auf Speeder´s Corner, der die Misere des Speed Pedelecs in Deutschland auf den Punkt bringt. Verkehrswende geht anders. Deshalb jetzt hier mal geklaut. Vielen Dank thedon42

Speeder's Corner

die Urversion dieses Artikels veröffentlichte ich im März ’19 auf pedelecforum.de

Spedelec-Pedelec.png

Liebe Leser,

auf dem eingefügten Bild seht ihr zwei Fahrräder der MarkeHaibike. Abgesehen von ein paar Details sind diesenahezu baugleich. Natürlich gibt es die ein oder andere, kleinere Abweichung im Bezug der verbauten Komponenten aber im Großen und Ganzen würde mir jeder beipflichten, wenn ich sage, dass der relevante Unterschied in der Unterstützungsabriegelung bei 25 beziehungsweise 45 km/h besteht.

Wen die Details interessieren, der kann sich in den Fußnoten gerne hier die Spezifikationen beider Modelle ansehen(1).

Ich bin nun seit Mai 2018 mit dem oben abgebildeten 45er-Vehikel unterwegs und dabei überwiegend begeistert. Ich nutze das S-Pedelec zu über 95% fürs tägliche Pendeln, mein Arbeitsweg beträgt 25km einfach im ländlichen Raum.

Meiner persönlichen Erfahrung nach handelt es sich bei der Kategorie der sogenannten „S-Pedelecs“ um ein Verkehrsmittel, welchesim alltäglichen Pendelverkehr ein unglaubliches Potenzialhat. Mittlerweile…

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MODMO – Eine neue E-Bike Marke aus Irland/Vietnam

Die Urlaubszeit ist vorbei. Also höchste Zeit mal wieder was neues zu verfassen.

Ich bekam in der letzten Woche eine Mail von MODMO. Mh, noch nie gehört. Schnell mal geguckt was das ist. MODMO ist ein irisches Unternehmen das seine Bikes in Vietnam fertigen lässt. So weit, so ungewöhnlich. Ich wollte es schon abhaken als eine weitere Designspielerei mit China Komponenten die in den europäischen Markt kommen wollen. Wenn man mal genauer hinguckt entdeckt man aber noch mehr ungewöhnliche Details.

Das erste und derzeit einzige Modell „Saigon“ hat einen Front- Nabenmotor und einen Riemenantrieb. Das habe ich so auch noch nicht gesehen. Dazu kommen dann noch in die Sitzstreben integrierte Blinker und ein im Vorbau bündig eingebautes Display.

modmo-saigon-sideview

MODMO Saigon ©Modmo bikes

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MODMO Saigon ©Modmo bikes

Anmerkung 2020-07-20 112418

MODMO Saigon ©Modmo bikes

Es können (später) im Konfigurator noch Ausstattungen wie Körbe, Gepäckträger, eine 11- Gangschaltung (Shimano Alfine sogar optional als Di2 Variante) usw dazubestellt werden.

Mir gefällt das cleane design. Auch die Ausstattung erscheint ganz solide.

spec

MODMO Saigon ©Modmo bikes

Zudem ist es für ein E-bike recht leicht. Es ist sicher eher etwas für den urbanen Betrieb. Aber das sind ja eigentlich alle „Nicht Speed- Pedelecs“.

Der größte Kritikpunkt meinerseits ist, dass man den Akku wahrscheinlich nur am Tretlager herausnehmen kann wenn das Rad liegt oder hängt. Die Reichweite ist aber mit (natürlich bis zu) 200km angegeben. Selbst die Hälfte sollte für die meisten Pendler ausreichen um zuhause laden zu können.

Positiv bemerkenswert ist der Preis, der bei der Singlespeed Variante bei 2099€ startet. Ich habe mich einmal in die Warteliste für Testbikes eingetragen und hoffe, bald aus dem echten Leben über das Rad berichten zu können.

Mit dem Nabenmotor und dem Riemenantrieb sieht das ganze auf jeden Fall ziemlich Wartungsarm aus.

Hier gibt es noch ein Video aus der Produktion: ->Klick

Man merkt schon, dass die Marke noch recht neu ist (Die Auslieferung der ersten 100 Räder soll im September starten). So gibt es zwar 3 verschiedende Rahmengrößen, aber eine Hilfe zur Auswahl fehlt. Ebenso sind wohl noch nicht alle Anbauteile fertig die ich oben erwähnt hatte.

Ähnlich wie Tesla es beim Model 3 oder VW beim id3 gemacht hat, kann man sich ein Rad für 99€ reservieren. Finde ich eine ganz charmante Lösung.

Ich bin jedenfalls gespannt auf die Testfahrt.

 

Diamant Zouma S+ – Neuer Bosch Motor auf Garantie. Ein Appell an die Hersteller von Pedelec Antrieben

Wie ich in meinen früheren Erfahrungsberichten ja immer mal geschrieben hatte, ging der Antrieb ab und zu spontan aus. So alle 200 km mal. An sich nicht so schlimm. Fährt man allerdings morgens im stockdunklen und plötzlich geht der Antrieb und damit auch das Licht aus, ich finde das weniger witzig. Ich habe da die eine oder andere Gefahrenbremsung hinlegen müssen.

An dieser Stelle einmal ein dickes Dankeschön an das Team von MEGABIKE Bordesholm, die da wirklich am Ball geblieben sind und Bosch ordentlich genervt haben. Nachdem Akkukontakte, Verkabelung und der Akku selbst ausgeschlossen werden konnten, habe ich nun nach ca. 2500 km einen Austauschmotor auf Garantie bekommen.

Aber was gar nicht geht, liebe Bosch Menschen, ist folgendes: Das Kabel vom Akku zum Motor wurde vom Händler getauscht. Da es daran nicht lag, soll ich es nun bezahlen. 47€! Echt jetzt? Mein Kabel ist heile. Ich brauche kein zweites. Das Pedelec wird als Autoalternative beworben. Dann soll es aber bitte auch zuverlässig sein. Und wenn nicht, erwarte ich hier eine kulante Lösung. Ich bin hier nicht in der Beweispflicht da das Rad erst 5 Monate alt ist -> Verbraucherzentrale. Naja. Mal sehen was sich hier noch ergibt (Update des Grauens siehe unten).

Der Vorfall zeigt aber, dass das Pedelec immer noch weit davon entfernt ist so zuverlässig wie ein Auto zu sein… Wer hier Fakten und nicht nur Vermutungen sehen will, guckt einfach mal beim Pedelecmonitor rein. Nachdem ich ja vom Preis-Leistungsverhältnis meines Klever X-Speed  nicht überzeugt war, bleibt nun Bosch der Hersteller meines geringsten Misstrauens…

Beim Auto ist es heute völlig normal, dass man alle 2 Jahre oder 50.000 km zur Inspektion muss. Herunterskaliert hätte ich sowas beim Pedelec auch gerne. Man stelle sich folgendes vor: Ich kauf mir ein Premiumauto (damit muss man speziell S-Pedelecs vergleichen können) das immer wieder während der Fahrt aus geht und der Händler sagt: „Sorryyyy, das dauert jetzt ein paar Wochen. Aber erstmal tauschen wir fleißig Teile und stellen die in Rechnung. Aber nur wenn es an denen nicht gelegen hat, OK?“.  Undenkbar!

„Glücklicherweise“ kann ich derzeit ja eh nicht zur Arbeit pendeln. Und auch so könnte ich noch auf das Auto oder Motorrad ausweichen. Aber Öffis finden hier quasi nicht statt. Man stelle sich auch vor, das Auto wird abgeschafft und man verlässt sich 100% aufs Pedelec. Sicher gibt es genug Beispiele, wo Leute auch mehrere 10.000 km pannenfrei fahren. Aber der Anteil an Schäden ist doch recht hoch. Man denke nur an das „Impulse Desaster„. Selbst wenn man beim Händler ein Ersatzrad bekommt wird das wohl kein schnelles S-Pedelec sein. Im Beispiel oben:“ Oh, Ihr Audi A8 ist defekt. Hier bekommen sie ein 45 km/h Mopedauto. Achtung, keine Autobahn mehr möglich“.

Ich bin mir bewusst, dass das reichlich übertrieben ist. Aber an dem Pedelec Hype und den vollmundigen Versprechungen müssen sich die Hersteller auch messen lassen. Gerne werden spezielle „E-Bike Ketten, -Klamotten, – Sättel, -Reifen usw“ verkauft. Da werden dann mal satte 25% draufgeschlagen. Aber die Grundkomponenten bleiben anfällig.

UPDATE bevor der Artikel überhaupt veröffentlicht ist: Der neue Motor ist eingebaut uuuuund…Tadaaa daran lag es auch nicht! Ich könnt echt ko…. Jetzt wird (Klugscheißermodus AN: Das Display getauscht. Genau wie es meine erste Vermutung war. Klugscheißermodus AUS). Das ist übrigens kein Meckern an die Werkstatt. Diese darf nur machen, was Bosch freigibt. Zudem wollten sie auch einen Beweis haben. Das Wort des Händlers reichte nicht aus. Soll ich als Kunde jetzt ne Dashcam am Helm haben, damit ich einen sporadisch auftretenden Fehler „gerichtsverwertbar“ filmen kann? Sehr kundenfreundlich.

Den Motor muss ich glücklicherweise nicht bezahlen. Das oben genannte Kabel aber schon. Irgendwie ist hier keine Linie zu erkennen.

Hier also ein Appell an Bosch und alle anderen Hersteller:

Traut euren Händlern doch was zu. Die sind das Gesicht des gesichtslosen Konzerns gegenüber dem Kunden.

Wie wäre es, wenn die Händler einfach ein Kontingent an Motoren, Kabeln, Displays usw vor Ort hätten? Das würde das ermüdende Warten, Telefonieren und Kommunizieren zwischen Bosch und dem Händler und dem Händler und dem Kunden minimieren. Zudem würde es dann nicht WOCHEN dauern. Das wird ja mit zunehmendem Pedelec Bestand auch immer schlimmer. Macht es euch doch leicht!

 

UPDATE – E-Bike für Kinder – WOOM UP

Ja, das gibt es nun tatsächlich! Woom hat ein Kinder MTB (24 und 26″) mit Elektroantrieb herausgebracht. Genauer gesagt natürlich kein E-Bike sondern ein Pedelec. Es hört auf den Namen WOOM UP und ist mit einem 250 W Fazua Antrieb ausgestattet.

woomup

WOOM UP 5 in 24″ ©Woom Bikes

Bevor jetzt der Aufschrei kommt, lassen wir den Preis mal außen vor. Viel wichtiger ist die Frage: Warum sollte ein Kind ein Pedelec brauchen? Da frage ich zurück: Wozu braucht das ein Erwachsener? Das Pedelec macht das Radfahren im Alltag niederschwelliger und einfacher. Eventuell erspart man sich die eine oder andere Autofahrt. Oder eben die, bei der man das Kind sonst zu einem Freund gefahren hätte. Was ich aber besonders spannend finde ist die Möglichkeit, nun als Familie einen viel größeren Aktionsradius zu haben. Derzeit können wir mit unseren Kindern (4 und 8) vielleicht mal 5, wenn es richtig gut läuft 10 km Touren machen. Und auch so muss ich den kleinen die Berge hochschieben. Ist nicht böse gemeint. Mit dem kleinen 16″ Rad schafft er das einfach nicht. Natürlich ist das 24″ Pedelec weder mental noch körperlich für einen 4 Jährigen geeignet. Aber mit 8 geht sowas bestimmt richtig voran ;). Die Kombination „Kind mit Pedelec und Erwachsene mit Bio Bike“ ist sehr reizvoll.

Das Rad ist auch wirklich fein ausgestattet. Federgabel (Luftgabel mit einstellbarer Zug- und Druckstufe), Scheibenbremsen, 1×11 SRAM NX Schaltung. Alles dabei.

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Fazua Antrieb ©Woom Bikes

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Federgabel und Scheibenbremse ©Woom Bikes

Kommt das große ABER.

Ich bin wirklich Fahrrad begeistert. Die normalen Woom Räder sind im besten Wortsinne Preiswert. Nicht ganz billig, dafür aber leicht und hochwertig. Man muss sich nur die Gebrauchtpreise anschauen. Somit relativiert sich der Kaufpreis ganz schnell. Auch mit dem Service habe ich durchweg positive Erfahrungen gemacht (Danke WOOM Team für das neue Steuerlager).

Sicher gilt das für das WOOM UP genauso. Aber bei dem Kaufpreis muss ich erstmal schlucken: 2890€ für das 24″ und 2990€ für das 26″ UP. Puh. Ich würde mich nicht als arm bezeichnen. Auch bin ich wirklich Fahrradaffin. Aber selbst für einErwachsenenrad ist das schon eine Hausnummer die ich nicht mal eben so liegen habe.

Also ganz persönlich: Ich finde die Idee und das Produkt klasse. Es käme aber derzeit für mich nicht in Frage.

Eventuell lasse ich es meine Tochter mal auf einer Messe testen 😉

UPDATE 17.06.2020

Gestern bekam ich eine Mail von WOOM mit einer Erklärung wie der Preis des UP zustande kommt:

Zitat:

„Lieber Martin, hier noch einige Argumente aus unserer Entwicklungsabteilung zu dem zugegeben nicht ganz günstigen Preis: 

Das UP ist kein günstiges Fahrrad aber im Vergleich mit anderen E-bikes für Kinder ist es nicht so teuer. Mit dem Fazua System verbauen wir das leichteste Mittelmotorsystem auf dem Markt. Das UP ist das einzige Kinder E-bike ohne mechanischen Widerstand nach erreichen des Unterstützungslimits von 20km/h, man hat als Endkunde selber die Möglichkeit das Fahrrad individuell auf seine Bedürfnisse in der Config abzustimmen. Mit dem Gewicht des Rades sind wir im Vergleich zu anderen wichtigen Anbietern um 3 kg leichter und es gibt die Möglichkeit, den Motor und den Akku zu entfernen und das Rad als normales Fahrrad zu fahren, dies geht auch bei keinem anderen E-Bike für Kinder. Von diesen Vorteilen gibt es noch einige mehr. Fazit: für das, was es kann, hat es einen fairen Preis – glauben wir. 

woomige Grüße“ Zitat Ende

Dem kann ich auch voll und ganz zustimmen. Qualität hat halt ihren Preis. Das sieht man an den mittlerweile „WOOM Classic“ genannten normalen WOOM Rädern. Speziell das geringe Gewicht war einer unserer Kaufgründe. Schon bei den nomalen Woom Rädern sehe ich große Augen wenn ich erzähle was unsere Kinderräder gekostet haben. Aber dazu habe ich gaaanz früher schon einmal was geschrieben ->Klick. Menschen für die Fahrräder einfach nur Alltagsgegenstände sind, ist das schwer zu vermitteln. Selbst wenn es unterm Strich durch Wiederverkauf günstiger als ein Baumarktrad sein kann.

für mich persönlich wäre es derzeit gesehen einfach keine Alternative. Der Kaufpreis muss ja erstmal bezahlt werden. Wenn wir Berge vor der Tür hätten (was leider nicht der Fall ist), sähe das vielleicht anders aus…

 

crazy42wheels ist nominiert für den Fahrrad XXL Blogaward 2020

Wow, ich weiß nicht was ich sagen soll… Ich wurde nominiert in der Kategorie „Generalisten“. Und da sind echte Schwergewichte wie „Fahrradblog.de“, „GPS Radler“ und „Radlmädchen“. Deshalb bin ich besonders stolz, dass mein kleiner Blog, der ohne kostenlose Testmuster und  Werbeeinnahmen betrieben wird sich hier einreihen darf. Ich mache das hier jetzt etwas länger als ein Jahr. Und es wird immer noch nicht langweilig 🙂

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Wenn ihr mögt, dann stimmt gerne für mich ab. Ich würde mich freuen. Hier geht´s zur Abstimmung: https://www.fahrrad-xxl.de/blog/blogawards-2020-generalisten/

 

 

 

 

Für ein starkes Selbstbewusstsein – Bringt die Kinder aufs Rad

Natürlich versuche ich meine Fahrradbegeistertung auch auf meine Kinder zu übertagen. Aber wir wissen alle: Wenn sie das nicht interessiert, dann kann man sich auf den Kopf stellen. Um das Radfahren noch attraktiver zu machen ist natürlich auch ein tolles Fahrrad ein gutes Lockmittel. Derzeit laufen bei uns ein WOOM 3 (für Sohnemann, 4 Jahre) und ein WOOM 4 (für Töchterchen, 8 Jahre). Unsere Kinder sind beide für ihr Alter sehr leicht und dünn. Da habe ich eben sehr leichte Räder gesucht.

Die beiden fahren sehr gerne mit den Rädern. Da sie sicher auf normalen Straßen fahren dachte ich mir, dass wir es nun etwas interessanter gestalten könnten. So waren wir letztens das erste mal auf einem neu angelegten Pumptrack in der Nähe. Auch das erste mal für mich! Auf dem Pumptrack „pumpt“ man sich durch eine Reihe von Hügeln ohne zu treten. Macht riesig Spaß, braucht eine Portion Mut und ist riiichtig anstregend. Es war einfach genial. Besonders der Kleine, für den die Hügel ja 1 1/2 mal so hoch sind wie er selber, war nicht zu stoppen. Trotz einiger Stürze wurde eine Runde nach der anderen gedreht. Und auch die Große hat das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommen. Das war so toll anzusehen. Die beiden sind innerlich direkt ein Stück gewachsen. Die Woche darauf mussten wir gleich nochmal hin.

Am letzten Wochenende waren wir im Harz. Ich bin mit einem Freund einen Vormittag im Bikepark in St.Andreasberg gefahren (MSB X-Trail). Die Kinder waren auf der Sommerrodelbahn, aber total beeindruckt von der gebauten Strecke. So sind wir Abends nachdem der Lift geschlossen hatte von oben an den Berg gefahren. Wir mussten ca. 2 km Schotterweg fahren und waren dann am Einstieg in den Bikepark. Auf dem Weg da hin ist der kleine dann direkt wieder gestürzt. Ist echt blöd mit dem groben Schotter und den kleinen 16″ Rädern. Ich dachte wir müssen abbrechen. Aber er wollte nicht mit mir zurück zum Auto.

Und es war wieder einfach super. Wir sind dann einfach ein paar mal den Starthügel runter und die ersten Pumptrackähnlichen Stücke immer wieder gefahren. Danach wollten die Kinder noch die großen Tables auf der anderen Seite überfahren! Zum Schluss sind wir mit allen zusammen (2 Erwachsene und 4 Kinder) noch die halbe blaue Piste und eine große Wippe gefahren. Es war so toll mit anzusehen mit welcher Begeisterung die vier über die Strecke gesaust sind. Und wie stolz sie hinterher waren 🙂

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MSB X-Trail

Also Eltern: Traut euren Kindern was zu. Auch wenn man sich manchmal auf die Zunge beißen oder kurz wegschauen muss. Abends wurden sich dann gegenseitig die coolen Sportverletzungen gezeigt 😉 Die Kratzer verheilen. Der Stolz bleibt!

 

China Carbon 29er Hardtail – Ein Chiner für kleines Geld?

Wenn sich so eine Idee erstmal festgesetzt hat, ist es schwer sowas wieder loszuwerden. Hier konnte ich zum Glück widerstehen…

Beim Stöbern in der Kleinanzeigenbucht nach Hardtailrahmen bin ich zu AliExpress geleitet worden. Und schon wars passiert. Ein Carbonrahmen für 187€? Mhhh. Also hab ich mir flugs einen Account erstellt und mal mein persönliches China Carbon Hardtail  zusammengestellt (im folgenden CCH, genannt. Nee, Moment das könnte zu Verwechslungen führen. Dann CHC. Könnte man noch ein Logo draus machen). Im „Fachjargon“ in diversen Foren lernte ich, dass so ein Rad als Chiner bezeichnet wird 😉

Dann dachte ich: Wenn schon, denn schon und alles aus China. Nicht nur die Rosinen rauspicken. Ob man daraus wohl was tolles machen kann? Und zu welchem Preis? Ziel soll ein Carbon Hardtail mit Starrgabel und Scheibenbremse sein.

Es gibt wirklich ALLES auf AliExpress. Ich habe bewusst nach Chinesischen Originalherstellern und nicht nach Marken Plagiaten geguckt. Hier die Top 3 Teile die mich am meisten beeindruckt haben:

Carbonrahmen

Ein 29er Vollcarbonrahmen inkl. Steckachse. Laut verschiedener Foren sind die wohl ganz gut verarbeitet. Interne Zugverlegung (sogar mit Einfädelhilfe) und BSA Tretlagergewinde. Finde ich gut. 187€

frame1

Bild: AliExpress

frame2

Bild: AliExpress

 

1×11 Komplettgruppe von ZTTO

Komplette 1×11 Gruppe inkl Kurbelgarnitur und Kette: 157€

 

group1

Bild: AliExpress

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Bild: AliExpress

Von ZTTO gibt es alle möglichen Anbeiteile wie Tretlager, Vorbauten, Pedale usw. Das werde ich dann mal Markenrein halten (wenn es denn zu dem Projekt kommt).

 

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Bild AliExpress, ZTTO official store

Scheibenbremsen von ZOOM

Komplettset inkl. 160mm Scheiben: 24€

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Bild: AliExpress

Für ca 40€  gibt´s auch schon eine einfache Shimano BR-MT200 ohne Scheiben. Allerdings hat die dann keine geteilten Klemmschellen, was ich richtig nervig finde.

Was kostet der Spaß? 

Die Preise sind natürlich mit Vorsicht zu genießen. Als Faustregel kann man sagen, dass ab 26€ noch Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer hinzukommen. Letzteres ist einfach und entspricht 19% Mehrwertsteuer. Aber die Zollgebühren sind irgendwie schwierig herauszufinden. Die Kategorie Fahrradteile gibt es nicht. Somit habe ich für die Kalkulation der Gesamtkosten mal den Allgemeinen Satz von 17,5% angenommen (EDIT: Habe auch schon von 4% gelesen. Aber lassen wir es mal bei 17,5). Und schon kostet der Rahmen nicht mehr 187€ sondern 187 + 38,53 + 32,73 = 255,26€. Ok, das ist immer noch günstig. Aber es läppert sich bei den teureren Teilen wie Gabel oder Laufrädern eben doch.

Artikel Warenwert Versand Einfuhrumsatzsteuer
19%
Zollgebühren
17,5%
Gesamt Gesamtsumme
Rahmen 187,00 0,00 35,53 32,73 255,26 965,87
Gabel 70,71 2,93 13,43 12,37 99,45 Davon Gebühren
Sattelstütze 15,06 5,88 0,00 0,00 20,94 186,21
Lenker 11,27 5,86 0,00 0,00 17,13
Lenklager 9,27 2,93 0,00 0,00 12,20
Spacer 5,28 0,97 0,00 0,00 6,25
BB 9,06 1,05 0,00 0,00 10,11
Stem 17,62 1,20 0,00 0,00 18,82
Bremsenset 24,00 10,27 0,00 0,00 34,27
Pedale 21,59 0,00 0,00 0,00 21,59
Antrieb 157,93 0,00 30,01 27,64 215,57
Sattelklemme 9,39 0,00 0,00 0,00 9,39
Laufradsatz 94,52 36,54 17,96 16,54 165,56
Sattel 9,33 0,00 0,00 0,00 9,33
Kleinteile 15,00 5,00 0,00 0,00 20,00
Reifen 50,00 0,00 0,00 0,00 50,00

Somit läge der Gesamtpreis für das Rad bei ca. 990€ für ein Hardtail mit Carbon- Rahmen,  -Starrgabel, -Lenker und-Sattelstütze.

Das Komplettbike könnte dann so ähnlich aussehen. Nicht schlecht, finde ich:

BXT

Bild: AliExpress, BXT official Store

Was bekäme man für knapp 1000€ im deutschen Direktversand? Ich habe mal 2 „Konkurrenten“ herausgesucht. Wobei ich keines mit Starrgabel gefunden habe.

RADON ZR team 8.0 – 999€ – Aluminium

zrteam

Bild: Radon Bikes

Soweit solide ausgestattet. Highlight ist die neue Shimano XT 1×12 Schaltung. Der Rest ist Hausmannskost und eben der Rahmen aus Aluminium. Kann man irgendwie schwer mit dem CHC vergleichen.

CUBE Reaction C:62 Pro – 1599€ – Carbon

reactionc

Bild: CUBE

Nach Schnellrecherche ist das so das günstigste was man derzeit mit Carbonrahmen bekommt. Auch hier die neue Shimano XT 1×12 Schaltung. Der Rest ist wieder Hausmannskost. Eine ZITTO 1×12 oder 1×13 (!) Schaltung und auch eine Federgabel wäre hier beim CHC auch noch drin. Also Gleichstand.

Ich hätte total Lust das mal auszuprobieren. Aber mal eben 1000€ Spielgeld? Das will zuhause gut argumentiert sein 😉 Wenn jemand mir das Geld gibt, baue ich ihm gerne ein Rad zusammen. Also meldet euch 🙂

Frühjahrsinspektion Diamant Zouma +S UPDATE

Nachdem ja nun im Moment leider nix ist mit zur Arbeit pendeln (#stayathome), habe ich mir mal das Diamant vorgenommen um es Frühjahrsfit zu machen. Also Antriebscheck, putzen und die „Sommerreifen“ wieder drauf. Kilometerstand ca. 2400.

UPDATE: Nach Versuchen ob das gelegentliche Abschalten des Antriebes es am Akku oder dem Akku-Motor Kabel lag, wird nun der Motor zu Bosch eingeschickt. Zuletzt ist es ständig ausgegangen…Danke an dieser Stelle an das sehr engagierte Team von Megabike Bordesholm! Wie es weiterging lest ihr hier ->Klick

Der allgemeine Zustand ist nach dem Winter mit fast nur Regenfahrten eigentlich ziemlich OK. Etwas oberflächliche Korrosion um einige Speichennippel (konnte man einfach mit Öl wegwischen) und normaler Winterdreck. Auch die Lager und der Freilauf laufen noch sauber.

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Wie neu

Die Bremsbeläge haben noch genug Fleisch um sie weiterzufahren. Vorne habe ich das Quietschen aber nicht in den Griff bekommen. Aber nur deshalb auf die schon bereitliegenden Trickstuff Beläge zu wechseln wollte ich erstmal nicht. Habe die Originalbeläge nochmal abgezogen und angefast.

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Original Magura Beläge nach 2400 km. Man sieht, dass ich viel bei Schietwetter gefahren bin.

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Original Magura Beläge nach 2400 km. Belagdicke noch voll OK.

Der Antrieb, bzw die Kette und die kleinen Ritzel hinten haben es aber hinter sich. Die Topeak Verschleißlehre fällt komplett durch. Das Antriebsritzel hatte ich mal gedreht und das war eigentlich auch noch gut. Ich will aber von 18 Zähnen auf 20 gehen. Ich erhoffe mir dadurch eine geradere Kettenlinie und dadurch auch einen Betrieb auf den größeren hinteren Ritzeln. Das sollte den Verschleiß etwas minimieren. Streng genommen darf ich die Übersetzung des S-Peds ja nicht ändern. Schneller als 45 km/h fährt es aber ja trotzdem nicht.

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Die Kette hat es hinter sich…

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Bunte Mischung: Shimano Ritzelpaket, SRAM Kette und…

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…KMC Antriebsritzel

Leider hat sich das selbstständige Abschalten des Antriebes weiter verschlimmert. passiert jetzt auf fast jeder Fahrt. Nach dreimaliger Diagnose ohne Fehlercodes ist es jetzt nochmal bei Mega Bike und es wird wohl das Purion Display ausgetauscht. Das hatte ich auch im Verdacht. Aber da ist ja jetzt auch Zeit für.

Ich hatte auch mal die Stecker am Motor ab. Aber die sind Top abgedichtet und absolut trocken. Daran sollte es nicht liegen. Ich berichte…

Standhaft haben sich die Originalen Schwalbe Supermoto X Reifen gewehrt wieder auf die Felgen draufzuflutschen. Selbst unter Werkstattbedingungen war das echt schwer. Ich hoffe mal, dass ich das nie unterwegs machen muss. Mit den Conti Winterreifen hatte ich ja einmal das Vergnügen. Das ging ganz OK.

 

Erfahrungen Wahoo ELEMNT Bolt

Nachdem ich den Bolt nun seit einiger Zeit nutze (Klick) und auch endlich mal die Navifunktion ausprobiert habe, ist es Zeit für einen Testbericht.

Eigentlich ist dem Bericht von GPS Radler nichts hinzuzufügen ->Klick. Trotzdem soll es ja um ein persönliches Fazit gehen. Und dies ist absolut positiv.

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Schicke Verpackung

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Schön gemacht

Erstmal die Punkte, die mir besonders gut gefallen haben:

Die Software, bzw die ELEMNT App

Hat ja eigentlich nichts mit dem Gerät zu tun. Aber die Bedienung der App und damit die Einrichtung des Gerätes ist einfach genial. Wahoo arbeitet mit so genannten Seiten. Das heißt, dass man sich verschiedene Ansichten vorkonfigurieren kann, zwischen denen man einfach durch Tastendruck wechseln kann. Das können sein:

  • Kartenasicht/Navigation. Am oberen Rand lassen sich zusätzlich verschiedende Daten wie Restdistanz und Geschwindigkeit anzeigen.
  • Trainingsdaten: Hier kann man wiederum verschiedene Datenfelder einrichten. Je nachdem ob man Puls- und Trittfrequenz angezeigt haben möchte oder eben nur wenige Datenfelder.
  • Höhenprofile
  • usw…

Innerhalb der Seiten kann man wiederum die Anordnung der Datenfelder einfach in der App verschieben und mehr oder weniger in Echtzeit wird es auf dem Gerät umgesetzt. Auch die Anbindung zu Komoot, Strava usw ist denkbar einfach. Und kommt man z.B. ins Heimatliche W-Lan sind, schwuppdiwupp, die Trainingsdaten synchronisiert (wenn man das möchte).

Bedienung, Display, Navigation

Viel zu bedienen gibt es am Gerät selbst eigentlich gar nicht, da ja die Einrichtung über die App erfolgt. Man wechselt eigentlich nur zwischen den Seiten oder zoomt auf einer Trainingsseite rein und raus. Je nachdem wie prominent man die Datenfelder angezeigt haben möchte.

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Kartenansicht

Das monochrome Display ist für meine Belange vollkommen ausreichend. Selbst die Navigationsdarstellung ist erstaunlich gut. Man ist ja heute so hochauflösende Farbdisplays gewohnt und hat irgendwie vergessen, dass es auch einfach geht. Gerade auf dem Rad sollte man ja den Blick nicht zu lange von der Straße abwenden.

Das Hochladen von Tracks funktioniert, natürlich, über die App. Man kann sie aber auch im Elemnt selbst auswählen. Es ist dann eine W-Lan Verbindung erforderlich. Die Routenführung wird durch akustische und LED Signale unterstützt. So piept es kurz vor einer bevorstehenden Abbiegung. Dazu läuft die LED Leiste oben in die entsprechende Richtung. Diese ist allerdings im Gegensatz zum Display an sich bei Sonneneinstrahlung kaum zu erkennen.

Verarbeitung, Sensoren und Akku

Die allgemeine Verarbeitung ist solide und schick. Besonders der sich nahtlos anschmiegende Aero Halter. Die Knöpfe fassen sich gut an und haben einen klaren Druckpunkt. Auch bei Regen gibt es kein Beschlagen oder dergleichen. Ich habe den Bolt als Bundle mit 3 Sensoren gekauft. Einen Geschwindigkeitssensor der einfach an eine Radnabe gestrapst wird (man könnte den auch weg lassen und nur GPS nutzen), einen Kadenzsensor der wiederum einfach an einer Kurbel befestigt wird und einen Herzfrequenzmesser mit Brustgurt. Für die beiden ersten sind keinerlei Magnete oder dergleichen am Rad notwendig. Genial. Bewegt man sie, schalten sie sich an und werden auch problemlos erkannt. Abbrüche hatte ich noch nie und die Batterien sind auch noch die ersten. Die Sensoren sind auch eine Empfehlung für andere Radcomputer, da sie die gängigen Funkstandards wie z.B. ANT+ nutzen.

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Speedsensor an der vorderen Nabe

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Kadenzsensor an der linken Kurbel

Der Akku wird über eine Micro USB Buchse auf der Unterseite aufgeladen. Meine längste Tour mit Navigation und Bluetoothverbindung zum Smartphone war bisher knapp 3 Stunden lang bei um die 6°C Außentemperatur. Am Ende zeigte das Gerät noch 68% Restladung. Über den Daumen reicht eine Ladung also für ca. 10 Stunden. Für mich absolut ausreichend.

 

Was hat mir nicht so gut gefallen

Bedienungsfülle, Material, Datenauswertung

Wie oben beschrieben ist die App super und toll zu bedienen. Allerdings ist die Fülle der Möglichkeiten auch ein Fluch. Auf der Tour denkt man dann doch wieder, dass eine andere Datenfeldanordnung oder eine Seite mehr oder weniger irgendwie gut wäre. Man kann sich also auch zu Tode optimieren. Luxusproblem.

Das Gehäuse des Bolt ist teilweise hochglänzend und dadurch auch recht kratzempfindlich. Ich nutze nun eine gut passende Schutzhülle von Tusita die dann natürlich etwas die Linie stört. Apropos Linie. Was mich als Symmetrieautisten etwas nervt ist, dass man das Gerät nicht genau mittig vor dem Vorbau ausrichten kann. Dieser ist bei meinem Canyon relativ dick und so ist das ganze etwas nach links versetzt.

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Einbaulage

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ELEMNT BOLT mit Schutzhülle

Was mir etwas fehlt ist ein Wahoo eigenes Datenportal auf dem man seine Trainingsdaten auswerten kann. Dies geht entweder nur in der App oder man muss es extern z.B. auf Komoot machen. Hier finde ich z.B. die Lösung von Sigma vorbildlich.

Schön wäre auch, wenn man eingehende WhatsApp Nachrichten lesen könnte. Derzeit werden nur SMS angezeigt (wer bekommt denn noch SMS?) und es klingelt bei eingehendem Anruf. Aber wie oben geschrieben sollte man ja eh lieber auf die Straße gucken 😉

FAZIT:

Ich habe den Kauf des Elemnt Bolt absolut nicht bereut. Es ist  ein tolles Gerät und hat ein top Preis/Leistungsverhältnis. Bedienung und Navigation sich super einfach udn intuitiv. Für meine persönlichen Ansprüche gerade in Verbindung mit den tollen Sensoren ein ganz klarer Kauftipp. Der Straßenpreis für das Bundle kann mit Glück bei ca. 200€ liegen.

Benz Motorwagen gegen Tesla – oder Saxonette gegen S-Pedelec

Zugegeben. Ein sehr unfairer Vergleich.

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Zouma und Saxonette

Nachdem ich nun ein paar mal mit der Saxonette einkaufen war und sonst mit dem S-Pedelec zur Arbeit fahre ein kleines Fazit von mir.
Also zum Spaß ist die Saxonette meine erste Wahl. Ich knatter schön den Radweg lang und gucke in die Landschaft. Derzeit noch mit originalen 20 km/h.
Aber ganz ehrlich: Als Alltagsfahrzeug käme das für mich nicht in Frage. Legal viel zu lahm. Zudem ist der originale eine Gang viel zu lang übersetzt und ich sitze auf dem 53er Rahmen wie der Affe auf dem Schleifstein .
Der Vergleich zum S-Pedelec mit bis zu 45 km/h ist natürlich etwas unfair. Aber im direkten Vergleich ist das ein bisschen wie der erste Benz Motorwagen gegen einen Tesla.

Pedelc: Knopf drücken und lautlos zum Supermarkt fliegen. Im dunklen mach ich das Fernlicht (!) an und habe ebenso gute Sicht wie beim Auto.

Saxonette: Erst muss erst ein seltsames Gebräu, bestehend aus giftigen Dämpfen absondernder Flüssigkeit gemischt mit blutrotem Geheimelexir, durch einen Dreh am kleinen Hahn zum fließen gebracht werden.  Dann einen Hebel umlegen (Mh, Choke oder nicht? Ist es warm, kalt…?). Dann am Starterseil ziehen (wie beim Rasenmäher) und aufs anspringen hoffen. KEIN Gas geben, sonst dreht direkt das Hinterrad los! Und dann kann es schon losgehen 😉 . Achja. Und wenn es dunkel ist, kann mit dem Fuß den Dynamo ans Vorderrad schnappen lassen und hoffen gesehen zu werden. Wenn die Birnchen nicht durchvibriert sind.
Versteht mich nicht falsch. Ich feiere die Saxonette weil sie so herrlich kurios ist. Aber ich sehe sie eher als Oldtimer-Hobby Fahrzeug. Das S-Pedelec ist eher praktisches Alltagsfahrzeug.
Wie ich heute festgestellt habe sind auf der Saxonette sogar noch originale „Saxonette“ Reifen drauf. Eventuell sind die Wertvoll ;)

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Original Reifen von 1988? Ist bestimmt noch gut…

Affektkauf und im weiten Sinne irgendwie Fahrrad – Hercules Saxonette

Manchmal kommt man zu Sachen wie die Jungfrau zum Kinde. Durch die Kleinanzeigenbucht gestöbert und zufällig auf die Hercules Saxonette gestoßen. Ein Gefährt, auf dem man sich als Jugendlicher niemals hätte sehen lassen mögen:

Capture

Eindeutig eine Kreation der 80er. Hercules Saxonette ©Hercules

Ein Fahrrad mit Hilfsmotor. OMG… Aber irgendwie so kurios, dass ich nicht mehr von dem Gedanken loskam. Streng genommen ist das der Vorläufer der modernen Pedelecs. Unterstützt aber nur bis 20 km/h und hat nen Gasgriff. Und ich finde es ist deutlich mehr Fahrrad als z.B. mein Speed Pedelec. Rechtlich sowieso.

Es kam wie es kommen musste. Und nun bin ich Besitzer von 2 1/2 bis drei dieser Gefährte. Inklusive diverser Ersatzteile wie komplette Motoren usw 🙂 Ich habe also ein „Sammlung“ gekauft.

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Blindkauf plus Teilehaufen. Witzigerweise genau das Modell aus dem Katalog

Angetrieben wird das Höllengerät durch einen 1 Zylinder Zweitaktmotor mit 30 cm³ und ca 0,5 kW. Kraftübertragung direkt ans Hinterrad per Fliehkraftkupplung und Zahnradübersetzung:

motor

Das Kraftwerk

Zum Umweltaspekt 😉

Zum Einen ist es nachhaltig alten Kram zu benutzen bis er nicht mehr geht, zum Anderen ist so ein Zweitakter natürlich nicht gerade das sauberste Fahrzeug. Mal im Vergleich:

Das Speed Pedelec kommt mit einer Akkuladung (0,5 kW/h) ca 35 km weit bei voller Belastung. Die Saxonette braucht wohl im Durchschnitt 1,5 l Gemisch auf 100 km. Über den dicken Daumen hat ein l Benzin einen Energiegehalt von 10 kWh/l. Wirkungsgrad des Motors ca. 20%. Das heißt also grob 2 kWh/l stehen zur Verfügung -> 2 kW/h x 1,5 l/100 km = 3 kWh/100km. Somit braucht die Saxo 1,05 kW/h auf 35 km und damit ca. doppelt so viel wie das S-Pedelec. Naja. Höchst unwissenschaftlich 😉 Ich habe völlig die Durchschnittsgeschwindigkeiten und den Wirkungsgrad beim Akku laden außer acht gelassen.

Dafür kann ich die Saxonette  aber selbst reparieren und bin nicht aus meinem Eigentum ausgesperrt wie bei einem Bosch Antrieb. Auch wage ich zu bezweifeln, dass das S-Pedelec auch in 20 Jahren noch fährt. Und wenn, dann hat es sicher 4 bis 5 Akkus verschlissen.

Was soll das?

Ganz einfach: Nix 🙂 Ich hatte da mal Bock drauf so eine Kuriosität zu haben und dran zu basteln.

Und noch bevor ich den Artikel überhaupt veröffentlicht habe…

Ist der ganze Kram auch schon wieder weg. Donnerstags abgeholt, Freitag Abends alles wieder auf Kleinanzeigen verkauft. Es war nicht möglich aus 4 Motoren einen vernünftigen zu machen ohne nochmal Unsummen (im Verhältnis) reinzustecken. Ich habe dabei natürlich mit offenen Karten gespielt. Aber durch die Mühe alles einzeln reinzustellen, bin ich jetzt Plusminus Null rausgekommen:

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Das Konglomerat…

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Ein Motor wäre vielleicht zu retten gewesen. Bis auf das Kurbelwellenlager. Und die Kurbelwelle. Und die Getriebelager…

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Bezeichnend für den Zustand aller Teile…

Die Motoren scheinen nicht so für eine Erdumrundung konstruiert zu sein. Aber irgendwie ist die Saat nun gesät. Ich guck mal weiter. Also wenn einer ne fahrbereite Saxonette abzugeben hat….

Und schon wieder ein Update bevor der Artikel erschienen ist:

Jetzt habe ich in der Nähe eine funktionierende gefunden und direkt zugeschlagen. Macht wirklich Spaß und ist herrlich Sinnlos

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Saxonette, zweiter Versuch

 

Der Weg zum alltagstauglichen Gravelbike – Teil 2.1 UPDATE

Originalartikel hier..

Blogleser Michael wies mich darauf hin, dass Bulls sein Grinder 2 für 2020 noch einmal überarbeitet hat. Es ist jetzt auch eine GRX Gruppe verbaut und es ist 200€ (!) billiger geworden. Was zuerst auffällt ist, dass dafür vom wirklich tollen Supernova pure 3 Scheinwerfer auf den günstigeren (aber keineswegs schlechten) B+M IQ-XS gewechselt wurde. Auch das Rücklicht wurde „downgegradet“. Ansonsten jetzt wirklich ein gutes Paket (nach Papierlage).

Dazu schaue ich mir meine damaligen Kandidaten noch einmal an.

  • Cube Nuroad Race FE
  • Bergamont Grandurance RD7
  • Bulls Daily Grinder 2 (Update)
  • Stevens Supreme
  • Stevens Supreme Pro -> Kurztest hier

Was als erstes in Auge sticht ist die neue Shimano GRX Gravel Gruppe. Wenn das Internet nicht lügt, sind für 2020 das Cube und das Stevens damit ausgestattet. Bergamont und Bulls scheinen weiterhin auf Shimano 105 zu setzen. Sicher auch keine schlechte Wahl. Ein Highlight der GRX sind die optionalen Oberlenker Bremsgriffe. Allerdings ist keines der genannten Räder ab Werk damit ausgestattet.

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GRX Oberlenker Bremsgriffe Bild: © Paul Lange GmbH

Allgemeiner Eindruck:

Das CUBE ist weiterhin sehr gut ausgestattet und hat mit der neuen GRX 810 Gruppe ein tolles update bekommen. Allerdings muss man hier aufpassen. Wie gerne auch im MTB Bereich gemacht, wird an prominenter Stelle das 810 Schaltwerk verbaut. Der Rest der Komponenten ist bunt gemischt aus GRX 810, 600, 400 und Shimano 105! Eine Tabelle mit den wichtigsten Ausstattungen findest du weiter unten. Leider ist der Gepäckträger jetzt zwar hübscher, aber auch unpraktischer geworden mit seiner tiefliegenden Strebe.

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CUBE Nuroad Race FE 2020. Bild: © Cube

Bei Bergamont hat sich bis auf die (geile) Farbe nichts getan. Trotzdem kein schlechtes Paket.

Bergamont Grandurance RD 7 2020

Bergamont Grandurance RD7 2020. Bild: © Bergamont

 

(Besonders das Bulls hat sich meiner Meinung nach optisch echt gemausert. Die neue Farbkombination mit den Retro Reifen gefällt mir sehr gut. Auch hier bleibt es wie bei Bergamont bei der 2×11 Shimano 105 Gruppe.)

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Bulls Daily Grinder 2 2020 „ALT“. Bild: © Bulls

Jetzt neu das überarbeitete daily grinder 2. Die Ausstattung findest du weiter unten.

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Bulls Daily Grinder 2 2020 NEU. Bild: © Bulls

Zuletzt die Überraschung bei Stevens. Für 2020 wurde auf die neue Shimano GRX Gruppe gesetzt. Hier gibt es nun zwei Versionen. Das einfache Supreme setzt auf eine (gemischte) GRX 610 mit 2×10 Gängen für 1499€. Hier müssen dann keine Seilzugbremsen mehr in Kauf genommen werden. Lediglich beim Scheinwerfer müssen hier noch Abstriche gemacht werden. Und ein Gepäckträger fehlt bei Bedarf.

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Stevens Supreme 2020. Bild: © Stevens

Das Supreme Pro bietet für 1799€ die GRX 810 Gruppe mit 2×11 Gängen und einen tollen Supernova Scheinwerfer. Auch die Bremsscheiben kommen aus einer höherwertigen Serie. Aber aufgepasst. Wie auch am Cube ist es hier bunt gemischt und es kommen auch Komponenten der 600 und 400 GRX zum Einsatz.

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Stevens Supreme Pro 2020. Bild: © Stevens

 

Die folgende Tabelle soll keine Bewertung darstellen, da es ja auf die persönlichen Vorlieben ankommt. Es sollen nur die Highlights und Schwächen der Ausstattungen aufgezeigt werden. Wer z.B. keinen Gepäckträger braucht, dem ist das Kriterium natürlich nicht so wichtig.

Alles in allem bietet aber meiner Meinung nach das CUBE Nuroad Race FE auch 2020 wieder das beste Preis- Leistungsverhältnis.

Da es sich hier um Fachhandelsmarken handelt kann man meiner Meinung nach auch direkt die aufgerufenen Preise vergleichen. Das Stevens Supreme (nicht Pro) hier mal außen vor, ist das Bulls hier das Schlusslicht. Es gibt kein technisches update und es ist mit 1999€ im Vergleich am teuersten.

Eventuell kann man bei Cube und Bulls, sofern noch vorhanden, noch ein Schnäppchen machen und ein 2019 „Shimano 105“ Modell günstiger bekommen.

Da ich gestern die Möglichkeit hatte das 2019er Supreme kurz zu fahren, hier ein kurzer Kommentar dazu. Wer unbedingt 2×11 Gänge haben will und mit den Seilzubremsen leben kann (ich fand sie im Vergleich fürchterlich) nimmt ein 2019er. Wer mit 2×10 leben kann und die Scheibenbremse bevorzugt, sollte beim 2020er zuschlagen. Der Preis ist gleich geblieben.

Was ich nicht beurteilen kann ist, ob eine Lupenreine 105er Gruppe besser funktioniert als ein bunter Mix aus neuen GRX Komponenten. Ich denke aber, dass sich Besitzer der 2019er Modelle keine grauen Haare wachsen lassen müssen. Lediglich die Optionalen Bremsgriffe könnten das rechtfertigen.

Stand 12.03.2020:

Bulls (neu 2020) Bergamont Cube Stevens Supreme Pro Stevens Supreme
Preis € 1799 1799 1599 1799 1499
Rahmen Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Gabel Carbon Aluminium Carbon Aluminium Aluminium
Kurbel Shimano GRX 600 Shimano 105 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600 Shimano GRX 600
Umwerfer Shimano GRX 810 Shimano 105 Shimano GRX 810 Shimano GRX 810 Shimano GRX 400
Schaltwerk Shimano GRX 810 11 fach Shimano 105 11 fach Shimano GRX 810 11 fach Shimano GRX 810 11 fach Shimano GRX 400 10 fach
Schalt- Bremsgriffe Shimano GRX 610 Shimano 105 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610 Shimano GRX 610
Kassette Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano 105 Shimano Deore
Bremsen Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano 105, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch Shimano GRX 400, hydraulisch
Bremsen Montage Flatmount Postmount Flatmount Flatmount Flatmount
Reifen Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 35-622 Schwalbe G-one 40-622 Schwalbe G-one 40-622
Laufräder Bulls Bergamont Cube Stevens Oxygen Stevens Oxygen
Nabendynamo Shutter Precision PD 8 QR Shimano ? Shutter Precision PL-8X Shutter Precision PL-8X
Scheinwerfer B+M IQ-XS Herrmans H-Black MR8 Supernova E3 pure3 Supernova E3 pure3 B+M Eyc T Senso+
Rücklicht FUXON Herrmans H-Trace Mini Supernova E3 Tail Light 2 Xeltec Xeltec
Schutzbleche Sunny Wheel BGM Allroad ACID 45 SKS Gravel SKS Gravel
Gepäckträger Standwell Racktime wingee ACID Nuroad Carrier
Klingel ? ? Knog Oi ? ?

Gravelbike für Einsteiger – Decathlon TRIBAN GRVL 120

Habe ich bisher immer im Bereich „Alltags Gravel Bike bis 2000€“ geguckt (hier und hier und hier), wollte ich hier mal näher auf ein absolutes Einsteigermodell eingehen.

Es handelt sich dabei um ein reines Sportgerät. Also ohne Dynamo, Licht, Gepäckträger usw.  Decathlon hat eine neue Fahrrad Eigenmarke namens TRIBAN und will hier auf den trendigen Gravel Zug aufspringen. Konkret mit dem TRIBAN GRVL 120.

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TRIBAN GRVL 120 ©Decathlon

Auf den ersten Blick sieht es gar nicht so übel aus. Und knapp 600€ sind auch eine Ansage. Irgendwo muss der Preis natürlich herkommen. So sind fast ausnahmslos No-Name Komponenten verbaut.

  • Rahmen: Aluminium
  • Gabel: Tut so als wäre sie Carbon, ist aber hauptsächlich aus Aluminium (Zitat Decathlon: „15% Epoxy, 15% Carbon fiber und 70% Aluminium“)
  • Schaltung: Microshift 1×10 fach (Schaltwerk RD-M665M)
  • Kurbeln: No Name
  • Laufräder: No Name
  • Anbauteile: TRIBAN
  • Bremsen: Seilzug Scheibenbremse ProMax DSX
  • Reifen: Hutchinson 700×38

Das Gewicht soll bei knapp über 10 kg liegen. Der Rahmen ist mit diversen Ösen ausgestattet, so dass auch Schutzbleche nachgerüstet werden können.

Die Rahmengeometrie st Identisch mit dem Triban 120 Disc Rennrad. Leider ist auch da keine Geometriedatenblatt vorhanden. Es wird lediglich von „Komfortgeometrie“ gesprochen.

Die Züge sind alle außen verlegt. Das macht die Wartung natürlich einfacher, sieht aber nicht so schick aus und erschwert die Reinigung. Außerdem stört gerade ein am Oberrohr verlegter Zug im Montageständer.

120gabel

TRIBAN GRVL 120 ©Decathlon

120shift

TRIBAN GRVL 120 ©Decathlon

Für wen eignet sich nun also so ein Rad?

Vielleicht will man nur mal ins „graveln“ reinschnuppern und nicht so viel Geld ausgeben. Oder es soll das gute Rad im Alltag geschont werden. Für eine „U-Bahnschlampe“ (also ein Rad, das an der Bahn, Bushaltestelle usw abgestellt wird) ist es dann aber doch zu teuer.

Wichtig ist aber auch hier, dass die Komponenten funktionieren. Nichts ist ärgerlicher als immerhin 600€ auszugeben und dann nur Ärger mit Schaltung und Bremsen zu haben.

Was positiv ist, dass Decathlon eine Lebenslange Garantie auf Rahmen, Vorbau, Lenker und Gabel verspricht. Eine Aufrüstung mit hochwertigeren Komponenten ist also denkbar.

S-Pedelecs auf Radwegen – Baden Württemberg leistet Pionierarbeit

In Tübingen werden Radwege nun für S-Pedelecs freigegeben. Das ist ein tolles Signal und ein Schritt nach vorne für die Verkehrswende. Vielleicht nehmen sich andere Bundesländer ein Beispiel daran. Und vielleicht steigen die homöopathischen Verkaufszahlen der schnellen Räder damit in Deutschland endlich. Derzeit sind nur 0,5% aller E-Bikes in Deutschland schnelle S-Pedelecs. In der Schweiz, wo diese alle Fahrradrechte genießen, sind es ca. 25%.

Wer jetzt Angst hat auf dem Radweg umgefahren zu werden, dem gebe ich immer wieder gerne folgendes zu bedenken: Ein Porsche kann 300 km/h fahren und darf trotzdem in die 30er Zone…

Ein tolles Zeichen wäre im Norden z.B. wenn Kiel seine fantastischen Velorouten auch freigeben würde.

Hier der Artikel zur Freigabe in Tübigen -> Klick

frei

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