Test: my Boo „my Jacobu“

Wie ich es ja hier schon angekündigt hatte, durfte ich nun ein my Boo Rad ausgiebig testen. Es ist ein E-Trekkingbike (oder wie my Boo es nennt ein E-SUV) mit dem schönen Namen „my Jacobu“ geworden. Ausgestattet ist es mit einem Shimano Steps Antrieb und einem 504 Wh Akku. Auch der Rest der Ausstattung kann sich durchaus sehen lassen:

my Boo „my Jacobu“ Ausstattung

Tranzparenzhinweis

Das Rad wurde mir von my Boo kostenlos für 10 Tage zur Verfügung gestellt. Ich bekomme keinerlei Honorar für meinen Test. Alle Aussagen beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen.

Das erste was ins Auge springt ist natürlich der Rahmen. Klar, Bambus ist eher selten bis gar nicht präsent. Aber gerade deshalb möchte ich zunächst so tun, als wenn wir es hier mit einem ganz „normalen“ Pedelec zu tun haben. Ich versuche den besonderen Rahmen, die Fertigungsbedingungen, das soziale Engagement hier im ersten Teil mal auszublenden (natürlich dazu später mehr) und einfach zu gucken, was das „my Jacobu“ als Pedelec kann. Gerade beim Antrieb werde ich nicht umhin kommen, es gelegentlich mit meinem eigenen Diamant Zouma mit Bosch Performance Line Motor zu vergleichen. Da habe ich einfach die meisten Erfahrungen gesammelt.

Wartet auf den Einsatz. Das „my Jacobu“

Wir fährt es sich?

Um es kurz zu machen: Sehr komfortabel. Zum einen durch die generelle Geometrie. Man sitzt ziemlich aufrecht mit enspannten Armen und wenig Sattelüberhöhung. Der Vorbau ließe sich sogar noch etwas höher einstellen. Nach reiner Lehre hätte es für mich wahrscheinlich ein 58er Rahmen sein müssen. Da nur ein 55er verfügbar war habe ich den natürlich genommen. Aber auch das sitzt sich kommod. Ich bin 185 cm groß und habe 90 cm Schrittlänge. Durch den klassischen Trapezrahmen kann man die Sattelstütze auch weit genug rausziehen. Zum anderen sind komfortable Komponenten verbaut. Und da wäre ich beim zweiten Komfortpunkt: Dem Sattel. Das ist ja immer so eine Sache. Aber hier passt es buchstäblich wie A… auf Eimer. Der Selle Royal Essenza ist eine tolle Wahl. Wenn auch das natürlich sehr individuell ist. In der Ausstattungsliste steht allerdings ein Ergon.

Obwohl die Sattelstütze einen großen Durchmesser hat, ist die Hinterhand trotzdem ziemlich komfortabel. Hier kommt der angenehm flexende Rahmen ins Spiel. Ähnlich wie ein filigraner Stahlrahmen, schluckt das Material gerade kleine Stöße und Vibrationen weg. Vorne ergänzt durch die RockShox Paragon Gabel. Diese musste ich aber erstmal etwas aufpumpen. Beim Aufsitzen war der halbe Federweg weg. Und das schon vor der Weihnachtszeit 😉

Die anderen Bauteile die zum Komfort beitragen, bescheibe ich weiter unten.

Antrieb: Elektrik

Generell musste ich mich dran gewöhnen, dass die Unterstützung bei 25 km/h endet. Ist ja ein normales Pedelec. Normalerweise bewege ich ja ein Speed-Pedelec das bis 45 km/h unterstützt. Das umso mehr, als der Shimano Motor im besten Sinne sehr unauffällig arbeitet. Einfach eingebauter Rückenwind wie man ihn sich vorstellt. Besonders angenehm ist, dass es hier keine Kadenzbeschränkung gibt wie ich sie von Bosch kenne. Ich pedaliere gerne um die 80 bis 90 rpm. Dies ist bei Bosch bereits schwierig. Der Shimano Motor ist hier deutlich angenehmer. Auch die Bedienung gibts keine Rätsel auf. Zwei kompakte Tasten am linken Griff und ein kleines Display in der Mitte. Passt.

Der Motor ist durchaus zu hören, ist aber wiederum deutlich leiser als der Bosch CX (Gen 2). Durch das große Kettenblatt ist auch ein geringerer Kettenverschleiß zu erwarten. In der dritten Unterstützungsstufe „boost“ knallt es aber ganz schön beim Schalten. Nach Eingewöhung und wenn man etwas Druck vom Pedal nimmt, ist das aber auch kein Thema mehr.

Shimano Steps EP8

Die Unterbringung des Akkus und der Kabelage ist natürlich bei einem Bambusrahmen eine Herausforderung, da nichts innen verlegt werden kann. Dies wurde unter den gegebenen Unständen ordentlich gelöst. Nachteile sind die Schmutzempfindlichkeit und die Optik. Ein Vorteil ist natürlich die Wartung. Alles ist einfach zu erreichen.

Die Akkuhandhabung ist durch die aufgesetzte, nicht integrierte Montage auch super. Viel besser als eine voll integrierte Lösung. Lediglich das Schloss, bzw der Schlüssel macht nicht den hochwertigsten Eindruck. Da kann tatsächlich Bosch mal was besser 😉

Kabelage
Cockpit und Bedieneinheit. Schön aufgeräumt.

Antrieb und Bremsen: Mechanik

Was mich ab dem ersten Meter beeindruckt hat, ist die Performance der aktuellen Shimano Deore 1×10 Schaltung. Ich habe an meinem Diamant noch die Version von 2018. Hätte man mir damals die 2021 Deore Schaltung vorgesetzt, ich hätte sie wohl für die aktuelle XTR gehalten.

Für alle nicht Bikenerds: Die Shimano Deore ist der Einstieg in die ernsthaften MTB Gruppen. Das ist natürlich meine Meinung. Aber ich finde, dass die anderen Gruppen (Tourney, Altus, Alivio und Acera) an hochwertigen Rädern nicht zeitgemäß sind (Shimano MTB Groupset Hirachie). Danach kommt die XT und ganz oben die edle XTR.

Auf jeden Fall ist die Schaltperformance echt super beeindruckend. Der Hebel lässt sich sehr leicht bedienen und alles fühlt sich knacking an. Wenn es nicht aufs Prestige oder das letzte Gramm ankommt, gibt es eigentlich keinen Grund für eine XT oder XTR. Topp!

Bei der Bremse untertreibt my Boo in der Beschreibung. Dort steht eine relativ einfache, gruppenlose Shimano MT 400. Das heisst eine einfache 2-Kolben Bremszange mit nicht einstellbarem Leitungsanschluss und einer Splintbefestigung für die Bremsbeläge. Zumindest die Bremshebel sind aber auch hier aus der Deore Reihe. Das heißt, dass die Hebelweite (mit Werkzeug) einstellbar ist und der Hebel über eine geteilte Montageschelle verfügt. Das ist immer nett, da dann die Griffe im Wartungsfall nicht demontiert werden müssen. Und es ermöglicht die aufgeräumte Montage des Schalthebels zusammen mit der Bremse. Leider ist genau das hier eine schlechte Wahl. Der Schalthebel rück dadurch sehr weit nach außen. Bei der Fahrt bleibt mir leider nichts anderes übrig, als den Daumen ständig auf dem Hebel liegen zu lassen weil ich nicht weiß wo hin damit. Schade.

Das kann Magura mit der optionalen ShiftMix Lösung besser.

Kombinierte Brems- und Schalthebelmontage

Von der Bedienbarkeit und der Wirkung ist die Bremse aber, typisch Shimano, über jeden Zweifel erhaben und absolut angemessen. Man könnte den Schalthebel auch einfach mit einer separaten Schelle befestigen wenn es einen stört.

Sonstige Ausstattung

Licht:

Das B+M Toplight 2C Rücklicht ist eine gute Wahl. Es ist sehr hell und gut geschützt montiert.

Der Supernova Mini 2 Scheinwerfer hat mich dagegen etwas enttäuscht. Das Licht ist nicht besonders hell. Versteht mich nicht falsch. Es ist ein guter, sauber verarbeiteter Scheinwerfer. Aber von Supernova hätte ich für eine UVP von 155€ mehr erwartet. Ein B+M IQ-X bietet hier meiner Meinung nach die gleiche, wenn nicht bessere Performace zum halben Preis. Mein Maßstab ist hier, dass ich mit dem Scheinwerfer im Zweifel im Winter auf unbeleuchteten Landstraßen unterwegs bin. Fernlicht braucht es bei 25 km/h aber sicher nicht.

Gepäckträger:

Der Racktime Addit Gepäckträger macht einen sehr soliden Eindruck. Die 25 kg Tragkraft klingen plausibel. Meine große Ortlieb office bag passte auch problemlos dran. Daumen hoch! Auch finde ich die sichtbaren Streben zur Sattelklemme völlig in Ordnung. Dadurch ist der Träger nochmal Verwindungssteifer als einer mit versteckter Verstärkung unterhalb des Schutzbleches.

Racktime Addit und B+M Toplight 2C

Schutzbleche:

In dieser Preisklasse hätte ich eigentlich Schutzbleche aus Metall erwartet. Allerdings ist das auch eine Gewichtsfrage. Auf jeden Fall sind beide Schutzbleche breit genug um die grobstolligen Reifen abzudecken. Das vordere könnte aber gerne länger sein oder optional einen Spritzlappen haben.

Seitenständer:

Hier muss ich leider sagen, dass der Hebie Fix 18 für ein schweres Pedelec, womöglich mit Gepäck, keine gute Wahl ist. Das Rad steht recht wackelig und der Lenker neigt dann zum Umschlagen. Meine Referenz ist hier der Pletscher Esge Comp Flex Rear den ich am Diamant verbaut habe. Damit steht das Rad immer sicher. Auch wenn die volle Bürotasche dran ist.

Hebie Fix 18

Vorbau, Lenker Griffe:

Hier gibt es nichts zu meckern. Besonders der verstellbare Vorbau ist natürlich was feines. Der Ergotec Vorbau ist hochwertig verarbeitet und vorbildlich beschriftet. Der Lenker hat eine angenehme Form und Breite. Die Ergogriffe liegen toll in der Hand (bis auf das Thema mit dem Schalthebel der in Weg ist). Aber das ist sicher Geschmackssache.

Schaltzentrale

Alternativ bietet my Boo was besonderes an. Nämlich Griffe aus Birkenrinde. Das ist wirklich mal was anderes. Das Griffgefühl ist wie versprochen wirklich toll. Könnt ihr euch hier angucken -> Klick

Griffe aus Birkenrinde. Copyright: My Boo

Der Rahmen

So weit so gut. Jetzt möchte ich aber doch natürlich näher auf den Rahmen eingehen. Denn der macht das Rad eben besonders und zu einem absoluten Hingucker.

Die Organischen Formen durch die aus Sisal und Harz hergestellten Verbindungen sehen einfach toll aus. Etwas ulkig manchmal aus der Fahrerperspektive. Das Oberrohr ist z.B. nicht schnurgerade. Es ist eben so wie es gewachsen ist und macht bei diesem speziellen Rad einen Bogen nach links. Dadurch sieht es aus, als würde das Vorderrad einen Versatz nach rechts haben. Aber das ist nur Optik. Auch der Akku ist nicht 100% gerade. Aber das macht den besonderen Charme des ganzen aus. Die Verbindung von Pedelec Hightech mit dem natürlichen Material des Rahmens.

Wie ich oben schon schrieb, macht das Material den Rahmen auch sehr komfortabel. Das ist wirklich angenehm.

Das einzige was mich optisch etwas stört sind die Bearbeitungsspuren der Ausfallenden aus unbehandeltem Aluminim. Eine schwarze Eloxierung würde hier sicher auch gut aussehen. Andererseits unterstützt dies auch die „Handmade“ Optik.

Sehr schön gelöst ist auch die Schraubenauswahl. Technisch und optisch.

Ausfallende. Für Ketten- oder Nabenschaltung geeignet.

Die soziale Komponente

Dass die Rahmen dazu auch noch fair und deutlich weniger energieaufwendig in Ghana hergestellt sind, macht die ganze Sache umso interessanter. Details dazu solltet ihr euch unbedingt HIER durchlesen! Besonders hervorzuheben ist das dortige Schulprojekt. Derzeit gehen über 200 Kinder in die von der my Boo Initiative gebauten Schule. Echt mega cool und beeindruckend : My Boo Ghana School.

Preis / Leistung

Ein ganz schwieriges Thema. Das my Jacobu kostet knapp 5000€. Wenn man rein auf die Ausstattung guckt, ist das Rad klar zu teuer. Ein vergleichbares Großserienrad würde ca. 3800 bis 4000 € kosten. Aber genau das ist der Punkt. Wir haben es hier mit einem echten Manufakturprodukt zu tun. Dazu noch mit einem, das aus einem ganz besonderem Material hergestellt wurde, wo man sich nicht einfach know how einkaufen kann. Von der sozialen Komponente einmal ganz abgesehen.

Nehmen wir mal als Beispiel die Firma Alutech. Ich bin ja zugegebenermaßen ein Fanboy. Auch deren Räder sind objektiv gesehen zu teuer. Für weniger Geld bekomme ich auch sehr gute Großserienräder. Aber die Story, dass da einer im flachen Schleswig-Holstein sein Ding durchzieht und einfach geile Räder baut ist mir das Geld wert. Ähnlich sieht es bei Firmen wie Nicolai oder Norwid aus. Der Kauf eines solchen Rades ist immer auch ein Statement.

Bei my Boo ist das ganz ähnlich. Man hat etwas sehr exclusives und unterstützt zum einen die Region und zum anderen soziale Projekte in Afrika. Somit ist das Rad im besten Sinne preiswert.

Dazu kommt natürlich noch der persönliche Service. Man kann auch einfach mal hingehen und ein Schwätzchen halten. Ist gerade bei so speziellen Rädern nicht zu unterschätzen.

Kurzfazit

Zum Schluss dann noch meine obligatorischen, subjektiven Positiv- und Negativpunkte

Positiv

  • Toller Komfort: Rahmen, Gabel, Sattel, Cockpit
  • Optik
  • Rahmenverarbeitung
  • Verarbeitung Allgemein
  • Überzeugender Shimano Steps EP8 Antrieb
  • Akkuhandhabung
  • Tolle Deore 1 x 10 Schaltung
  • Alltagstauglicher Gepäckträger
  • Gut geschütztes, helles Rücklicht
  • Sehr angenehme Shimano MT400/Deore Bremse
  • Reifenwahl
  • (Preis / Leistung)

Negativ

  • Frontscheinwerfer mit zu geringer Ausleuchtung
  • Schalthebelmontage
  • Seitenständer zu wackelig
  • Akkuschloss/Schlüssel wirkt etwas weniger hochwertig
  • (Preis / Leistung)

Ich danke auf jeden Fall my Boo und speziell dem Felix, mir diesen Test ermöglicht zu haben. Gerne wieder 🙂

Bremsenupgrade – von AVID zu ShiGura

Es hat sich für mich mal wieder bestätigt, dass (zumindest die alten) Avid Bremsen einfach ganz großer Mist sind. Hier hatte ich ja schon einmal geschrieben, wie unglaublich mich meine damalige Avid elixir 7 Bremse genervt hat.

An dem Alutech ICB Rahmen den ich kürzlich gekauft, wieder neu aufgebaut und nun im Freundeskreis verkauft habe war noch eine elixir 7 Trail dran. Also die Version mit 4 Kolben pro Bremszange. Am Anfang war alles gut. Nach Entlüftung (eine elende Sauerei mit DOT Bremsflüssigkeit) ging die Bremse einigermaßen. Bis auf das typische schwammige Hebelgefühl der alten Avid Bremsen. Nach einer 18 km Trailrunde auch immernoch alles OK. Und dann plötzlich: Zuhause vom Auto abgeladen, hintere Bremse mausetot! Das kann doch nicht sein. Auch ein Entlüften hat nichts gebracht. Ich vermute dass der Hebel defekt ist, da ich gar keine Flüssigkeit mehr von der Zange zum Hebel gedrückt bekommen habe …..(wüste Flüche)

Da das Rad ja nun verkauft war, war es für mich Ehrensache es wieder fit zu bekommen. Da mein Kumpel am Alltagsrad Shimano Bremsen mit ihrem knackigen Druckpunkt gewohnt war, sollte es auch hier nun Shimano werden. Nebenbei liebe Avid/SRAM Ingenieure: Selbst die Gruppenlose Shimano MT 200 Bremse (Im Set vorne /hinten um die 60€ !) kann bis auf die einteilige Lenkerschelle ALLES besser als die gesamte Elixir Reihe. Ich weiß nicht wie die Avid (bzw heute auch SRAM) Bremsen heute sind, aber das kommt mir nicht mehr ans Rad.

Leider sind Shimano Bremsen derzeit quasi nicht zu bekommen. Bis eben auf die ganz günstigen. Da es aber etwas mit 4 Kolben sein sollte, lag dann die Magura MT5 nahe. Derzeit auch in allen möglichen Shops für super günstige 160 € im Set zu bekommen. Da ist sicher der Vorteil, dass die komplett made in Germany sind. Die Hebel sind aber auch hier nicht jedermanns Sache.

Lange Rede kurzer Sinn. Es ist nun eine ShiGura von ebay-Kleinanzeigen geworden. Soll heißen eine Kombination aus Shimano XT Bremshebeln und einmal einer 4 Kolben und einer 2 Kolben Zange vom Magura. In unserem Fall sogar die verchromten der sonst sauteuren MT trail carbon Serie 🙂

ShiGura

Die meiner Meinung nach einzige Bremse von der Stange die das gleiche bietet

  • Schlanke Bremshebel
  • Knackiger Druckpunkt
  • Geschmiedete Bremszangen
  • Tolle Farboptionen
  • Mineralöl als Bremsmedium

Ist die Formula Cura / Cura 4. Über die hatte ich ja bereits geschwärmt und bin immer noch super happy damit.

Vorteile der Shimano XT Bremshebel sind lediglich die Werkzeuglose Hebelweitenverstellung und die mögliche Druckpunktverstellung.

Also erstmal raus mit dem alten Kram. Die schöne Stahlflexleitung kann leider nicht weiter verwendet werden. Außer mit einem lustigen Adapterturm.

Patient (teilweise) tot

Vorne ist alles jetzt soweit fertig. Die hintere Leitung des Sets ist leider zu kurz. Da kommt jetzt noch eine neue dran. Es ist wie erhofft. Suuuper knackiger Druckpunkt 🙂 Und optisch ist das ganze eh ein Highlight….

In Echt wirkt die Avid Zange viel winziger
Auch hier optisch ein echter Fortschritt. Funktional sowieso

Wobei die Optik sicher Geschmacksache ist. Der Kostendruck ist bei Avid aber zu merken. Alles ist fest vernietet und die Hebel sind für links und rechts identisch. Anders ist die beknackte Position der Entlüftugsschraube hinten an dem Knubbel nicht zu erklären. Immerhin war die elixir 7 Reihe zumindest auf der Ebene Shimano SLX angesiedelt und damit auch nicht billig. Schon Paradox. Die Bremse die quasi nie entlüftet werden muss (Shimano) ist auch hier viel benutzerfreundlicher.

Demnächst berichte ich dann mal, wie sich die ShiGura auf dem Trail schlägt 🙂

Nachhaltig Fahrräder bauen. Ist das möglich? Ein Besuch bei my Boo

Eventuell habt ihr es ja auf Insta gesehen (siehe Link in der Seitenleiste), dass ich die Woche zu Gast bei my Boo Bambusbikes war. Dort hatte ich einen sehr netten Termin bei Felix, seines Zeichens Leiter der PR Abteilung von my Boo.

Bei my Boo im Showroom

Er hat mir erstmal die interessante Geschichte der Firma erzählt. Hört sich an wie eine gescriptete Startup Geschichte 😉 Zwei Studenten haben die Idee Bambusräder zu bauen und auch noch Gutes zu tun. Das alles im Coworking Space und mit viel Enthusiasmus. Mittlerweile hat das Unternehmen 45 Mitarbeiter und lässt seine Rahmen unter fairen Bedingungen von Hand in Ghana fertigen. Die Endmontage erfolgt auch wiederum von Hand in Kiel. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen.

Wie ist das denn nun mit der Nachhaltigkeit ?

Konsum ist nicht Nachhaltig. Punkt. Aber wenn schon Konsum, dann so verträglich wie möglich. Und da ist Bambus als Rahmenmaterial schonmal eine super Sache. Außerdem geht es ja hier nicht um SUVs, sondern um Fahrräder, die ja per se schon ei umweltfreundliches Verkehresmittel sind. Und es geht auch nicht nur um die Umwelt. Die Leute, welche die Rahmen fertigen werden anständig dafür bezahlt, haben eine Perspektive und ihre Kinder können in die Schule gehen. Die Schule wurde auch durch my Boo gebaut. Das finde ich ziemlich cool!

Ich durfte mich dann in den heiligen Hallen umsehen. Bis auf dass die Rahmen eben aus Bambus sind, sieht es hier alles nach einer gut organisierten Manufaktur für Premium Fahrräder aus. Bei solchen Bildern lacht das Mechanikerherz:

Die Montage

Ich darf dann demnächst also ein Rad im Alltag testen. Das werden dann hauptsächlich Fahrten zur Arbeit sein. Da kann das Rad dann zeigen was es im Alltag taugt. Da ich 25 km einfachen Weg und größtenteils unbeleuchtete Landstraßen vor mir habe, bat ich um ein E-Bike mit ordentlicher Beleuchtung und einem Gepäckträger. Mein Favorit wäre somit das my Boo „MyJacobu„.

my Boo „MyJacobu“. Copyright: my Boo

Generell setzt my Boo auf den Shimano Steps EP8 Mittelmotor. Auf diesen bin ich besonders gespannt, da ich ja bisher hauptsächlich Bosch gefahren bin. Auch die Beleuchtung mit dem Supernova Mini 2 Scheinwerfer sollte mehr als ausreichend sein. Aber auch die anderen Trekkingmodelle wären sicher geeignet für den Test. Mal sehen was ich bekomme 🙂

Für die Technikfans habe ich noch einen Leckerbissen. my Boo arbeitet gerade an einem Cargobike. Soweit nichts besonderes. Bis vielleicht auf die unglaubliche Länge des Gefährts. Was ich aber richtig cool fand, war die Lenkung die mittels Zahnriemen funktioniert. Das hatte ich bis dahin auch noch nicht gesehen:

Also bleibt gespannt wie es hier weitergeht. Ich werde dann zunächst kurze Updates auf Instagram geben und später einen ausführlichen Test schreiben.

Radfahren im Winter – Kleidung und Ausrüstung

Aus akuellem Anlass hole ich diesen Beitrag noch einmal hoch. Es hat sich für mich daran nichts geändert. Alle abgebildeten Dinge sind noch im Einsatz.

Crazy42wheels

Radfahren im Winter kann ja viele Facetten haben. Das reicht von „mal schnell zum Bäcker / Einkaufen“, über sportlich Rad fahren bis zum Alltagspendeln. Um letzteres soll es hier gehen. Dabei kann ich natürlich nur etwas zu den Dingen sagen die ich auch selber benutze. Hilft vielleicht trotzdem einzuschätzen, wie warm man sich bei 0 – 10°C anziehen muss.

IMG_20191114_185328 Die menschliche Zwiebel

Kleidung für den Winter:

Tatsächlich muss man sich gar nicht sooo dick einpacken. Eine Faustregel hat sich bei mir als passend herausgestellt: Wenn man beim losfahren leicht fröstelt, ist es genau richtig.

Zwischen ca 5 – 10°C hat sich bei mir folgendes bewährt:

Obenrum:

  • Merino Longsleeve von Engelbert Strauß Klick : 47€                                                           Achtung. Das Shirt fällt recht klein aus…

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ALUTECH ICB 2.0 – Aufbau und Test

Wir ich ja hier schrieb, habe ich mir ein gebrauchtes ALUTECH ICB Rahmenset mit einigen Anbauteilen gekauft. Der Aufbau ist nun fertig und ich habe einige Runden gedreht. Es fährt sich wirklich ganz anders als meine ALUTECH Fanes.

Die Fanes ist ja ein Enduro mit viel Federweg (160mm) und einem recht flachen Lenkwinkel. Das ICB nennt sich Trailfully und ist mit seinen 120mm Federweg eher straff und agil. Obwohl es auch Rahmengröße L ist sitzt es sich eher kompakt. Das heißt der Lenkkopf ist deutlich dichter am Sattel (kürzerer reach).

Der Aufbau mit der SR Suntour Epixon Gabel ist in sich ganz stimmig geworden. Der Dämpfer hatte schon etwas Spiel in den Buchsen. Das hat man ganz leicht gemerkt, wenn man das Rad am Sattel hochgehoben hat. Jetzt sind maßgefertigte, saugend passende Buchsen verbaut und am ganzen Rad klappert nix mehr. So soll das sein.

Die Ausgangssituation

Ein Kumpel hatte derweil ein anderes ALUTECH Projekt beendet. Aus einer ziemlich runtergerittenen Teibun wurde ein schwarzes Schmuckstück. Meine liebe Frau hat als I-Tüpfelchen die tollen Rainbowsilver Sticker geplottet. Ist echt richtig cool geworden:

Zum Schluss noch die Teileliste des ICB:

Folgende Neuteile sind verbaut:
– SRAM SX Eagle 1×12 Gruppe (Schaltwerk und Trigger)
– SRAM SX Eagle Kurbelgarnitur
– SRAM DUB Innenlager
– SRAM NX Eagle Kassette 11-50T
– SRAM NX Eagle Kette
– Ritchey Steuerlager
– Twinworks Schaubgriffe
– Twinworks Sattel
– SR Suntour Epixon Gabel, tapered, Q-Loc Achse, Lock out, Rebound einstellbar
– Bremsbeläge Clarks
– Bremsscheiben Clarks 180mm

Folgende sehr gute Gebrauchtteile sind verbaut:

– Rahmen ALUTECH ICB 2.0
– Bremsen AVID Elixir Trail 7.0 mit Stahlflexleitungen
– Answer Protaper Lenker (leichte Scheuerspur von einem Zug) und Vorbau
– Rock Shox Reverb Stealth höhenverstellbare Sattelstütze
– Dämpfer Fox Float X Evol Kashima (minimale Beschädigungen an der Beschichtung. Es ist aber alles dicht)
– Laufräder WTB STp i19

Gesamtgewicht: 14,2 kg

Das crazy42wheels custom Hardtail ist fertig

Ich habe ja länger nichts mehr geschrieben. Zum einen gab es nicht spannendes Radspezifisches. Zum anderen ist Zuhause Baustelle die leider auch Auswirkungen auf meine Werkstatt hatte.

Aber nun ist das erste meiner zwei aktuellen Bike Projekte fertig (Hardtail und Alutech). Und ich finde es ist ziemlich gut geworden. Die gewagte Farbkombination aus weißgrünem Rahmen, Oilslick und Lilafarbenen Teilen knallt ziemlich ins Auge. I like 🙂

Die ZTTO Schaltung schaltet sich recht knackig. Das Hebelgefühl würde ich mal mit Shimano Deore vergleichen. Einzigartig ist die weite Spreizung von 11-50 Zähnen an einem 1×11 Antrieb. Damit kommt man auch die steilsten Rampen hoch. Durch die leichten Laufräder und ein paar Carbonkomponenten liegt das Gesamtgewicht bei echt guten 12,2 kg. Vergleichbare Räder wiegen locker 1 kg mehr, was ja schon fast Welten sind. Die einzelnen ZTTO Komponenten hatte ich ja schon im verlinkten Bericht näher beschrieben. Zusammengebaut funktionieren sie auch sehr gut.

Hier die komplette Teileliste:

– ZTTO CRX 1×11 Komplettgruppe mit 11-50 Zähnen an der Kassette. Kassette in Oilslick Optik. Schaltwerk mit einstellbarem Reibungsdämpfer.
– ZTTO XC Kurbelgarnitur mit 32Z Kettenblatt und ZTTO Innenlager
– ZTTO Plattformpedale mit gedichtetem Lager und DU Gleitbuchsen
– ZTTO Schnellspanner Lila
– ZTTO CNC Vorbau in Oilslick Optik
– ZTTO XC Luftgabel 120mm. Lockout, Compression adjustment
– ZTTO Steuerlager mit gedichteten Cartridge Lagern

Weitere NEUTEILE:

– BXT Carbon Sattelstütze und Ahead Spacer
– Selle Italia Sattel
– Sattelklemme Lila
– ODI Lock on Griffe
– Continental Race King Reifen 27,5 x 2,2
– Bremsbeläge
– Answer Protaper Carbon Lenker
– Schaltzug Jagwire
– Kette 11 fach SRAM
– Bremsscheiben 180mm Galfer Centerlock

Folgende sehr gute Gebrauchtteile sind verbaut:

– Rahmen Focus Whistler Gr L. Neu Pulverbeschichtet in der Farbe „Weißgrün“
– Laufradsatz DT Swiss XM421 auf Shimalo XT Centerlock Naben
– Bremsen Formula ORO K18

Wer eventuell an dem Rad interessiert ist, kann es sich hier in der Kleinanzeigenbucht ansehen UPDATE: Verkauft 🙂

Legale MTB Strecken schaffen – So wichtig wie nie

Ich bin mir bewusst, dass wir auf der welt sicher auch gerade andere Probleme haben. Nichtsdestotrotz sollten wir aber unsere Lokale Umgebung nicht vergessen. Gerade seit der Corona Zeit hat es mehr Menschen den je in die Natur gezogen. Seien es Wanderer, Camper und eben auch Radfahrer. Speziell der Mountainbiker sorgt immer wieder für Konfliktpotential. Zum Teil unverschuldet aus Unverständnis anderer Wald und Wegenutzer. Zum Teil aber auch selbst verschuldet durch Rücksichtslosigkeit und illegale Bauten in den Wäldern. Hier können ganz schnell einige wenige es allen anderen versauen.

Zum Glück gibt es auch im Norden einige legale Möglichkeiten MTB zu fahren. So sind grundsätzlich die Waldwege nicht verboten. Ein Lecuhtturmprojekt ist z.B. der „Hütti Trail“ in den gleichnamigen Hüttener Bergen. Hier gibt es speziell für Mountainbiker angelegte Strecken. Aber auch hier muss gewarnt und ermahnt werden. Es nimmt nämlich schon wieder Überhand. Und viele halten sich nicht and die Regeln.

Deshalb möchte ich hier noch einmal eindrücklich dazu aufrufen sich an die Regeln zu halten. Somit können wir alle unserer Leidenschaft weiter nachgehen:

Quelle: http://www.DIMB.de

Anders sieht es in Bikeparks aus. Auch hier sollte man sich an die Regeln halten. Aber es ist für alle Klar: Das hier ist MTB Gebiet.

Teilweise wird sowas vom Land oder der Stadt gefördert. Siehe z.B. Freiburg.

Der Hohe Norden

Aber auch im hohen Norden in Kiel ist so etwas geplant. Auf der Seite MTB-Kiel könnt ihr euch darüber informieren und auch gerne unterstützen. Aktuell wird jemand gesucht, der den Facebookauftritt betreut. Also wenn ihr Interesse habt, meldet euch doch dort.

Also: Ran ans Ehrenamt 🙂

Und noch ein Bikebuild – Alutech ICB 2.0

Uiui. Der Focus Rahmen für meinen Hardtail MTB Aufbau ist noch nicht mal vom Pulverbeschichten zurück, da steht schon das nächste Projekt an.

Wie so oft war es der Zufall der mich auf einen ALUTECH ICB 2.0 Rahmen leitete. Ebay-Kleinanzeigens Algorithmus sei Dank 😉

Ich musste einfach zuschlagen. Es ist nicht nur der Rahmen (in einem echt coolen grün). Mit dabei sind auch der FOX Dämpfer, eine Rox Shox Reverb Sattelstütze, Avid Elixir Trail Bremsen und Kleinteile wie Lenker und Griffe usw.

Quelle: Ebay-Kleinanzeigen Verkäufer

Ich plane das Rad gar nicht zu behalten. Meine Alutech Fanes kann alles was ich brauche. Ich habe einfach Spaß daran noch ein Rad aufzubauen. Naja. Ordentlich einfahren muss man es ja zumindest 🙂

Die geplante Spec wird aus WTB Laufrädern (auch schon auf Kleinanzeigen gekauft), einer kompletten SRAM SX eagle 1×12 Gruppe und einer Suntour Epixon 130mm Gabel bestehen.

Also wie immer: Stay tuned.

Erster Eindruck – ZTTO MTB 11-fach Schaltgruppe

Früher als erwartet kam ca. 4 Wochen nach Bestellung das Paket von AliExpress mit der ZTTO SLR 11-fach Schaltgruppe für meinen Hardtail MTB Aufbau. Zeit einen ersten Eindruck festzuhalten.

Die Gruppe ist wirklich komplett und besteht aus: Schaltwerk, Schalthebel, Kettenrad, Kassette (11-50 Zähne), Kurbel, Innenlager und eigentlich auch einer Kette. Diese hat leider gefehlt. Da bin ich noch in Klärung (Mittlerweile habe ich 35€ wiederbekommen und kaufe eine SRAM Kette). Mit dabei sind auch ein paar Kleinteile wie Kettenblattschrauben in Alu und Stahl und ein Kurbelmontagewerkzeug ala Shimano. Gekostet hat das ganz mit Versand, Steuer und ohne Zoll (wurde nicht berechnet) knapp 190€. Das ist auf jeden Fall ein Wort!

Nur zur Klarstellung. Ich habe die Sachen von meinem eigenen Geld gekauft und bekomme nichts für die Vorstellung.

ZTTO 11-fach MTB Gruppe. Leider ohne Kette

Auf einige Teile möchte ich genauer eingehen. Die Komponentengewichte fasse ich ganz unten im Beitrag zusammen.

Der Kurbelsatz und das Innenlager

Die Kurbel ist an der Gruppe mein Lowlight. Nicht besonders leicht (obwohl hohlgeschmiedet), relativ großzügige Passungen der Kettenblattschrauben und eigentlich eine verkappte 2-fach Kurbel. Deshalb sind auch nur minimal 32 Zähne möglich, weil der 104mm Lochkreis keine kleineren Blätter zulässt. Aber seis drum. Sie bekommt eine Chance. Zumindest die Achse und die Verzahnungen derselben sowie das Gegenstück an der rechten Kurbel sind ordentlich verarbeitet.

Das Kettenblatt ist, wie mittlerweile für 1-fach Antriebe üblich, „narrow-wide“ ausgeführt. Das heißt es hat immer einen breiten und einen schmalen Zahn. Man legt die Kette dan entsprechend mit den Innen- und Außengliedern auf. Ich glaube SRAM hat das Prinzip erfunden da diese als erstes auf 1-fach Antriebe gesetzt haben. Es verhindert, zusammen mit dem Reibungsdämpfer des Schaltwerks, wirksam ein Abspringen der Kette vom Blatt.

Da war der Lehrling wohl dran
Aus dieser Ansicht ganz ordentlich
Zubehör

Das Innenlager wirkt gut verarbeitet und steht somit z.B. einem SRAM GXP Lager in nichts nach. Über die Haltbarbeit kann ich noch nichts sagen. Auf jeden Fall ist es vorbildlich beschriftet. Auch die Richtung zum Festziehen ist markiert. das gilt übrigens auch für die Pedale. Da kann sich manch Premiumhersteller gerne eine Scheibe abschneiden.

Zusätzlich liegen drei (leider Kunstsoff) Spacer für verschiedene Gehäusebreiten bei.

Innenlager

Schaltwerk und Schalthebel

Auch das Schaltwerk ist kein Leichtgewicht. Dafür gibt es aber bis auf die (kugelgelagerten) Schaltröllchen kein einziges Platikteil. Das Parallelogramm ist komplett aus Aluminium gefertig und der Käfig aus Stahl. Dafür sieht alles robust aus. Interessant ist auf jeden Fall der einstellbare Reibungsdämpfer der Kettenschlagen verhindern soll. Bei den meisten Herstellern ist dieser ja entweder fix oder ein- und ausstellbar. Hier kann er mittels Innensechskant stufenlos verstellt werden. Werkseinstellung ist „mid“. Auf diesem Exemplar steht noch „Sensah“. Ein anderer Hersteller bei dem ZTTO die Schaltwerke zukauft. ZTTOs Kernkompetenz sind eher Kassetten, Innenlager usw.

Die Zuganlenkung findet „klassisch“ ohne z.B. eine Umlenkrolle statt. Wie schwer oder leicht das geht, wird sich dann später zeigen. Schön wäre noch eine „cage lock“ Funktion für einfacheren Radausbau. Diese fehlt leider.

Der Schalthebel ist solide Hausmannskost und hat leider keine geteilte Befestigungsschelle. Somit auch keine Möglichkeit z.B. mit einem Bremshebel kombiniert zu werden. Auch hier besteht einiges aus Stahl, was hoffentlich der Haltbarkeit zugute kommt. Interessant finde ich die kleine Gummiabdeckung die eine Bohrung zum nachfetten verbirgt. Gute Idee.

Der obere Hebel kann, wieder Shimano like, mit dem Daumen oder Zeigefinger betätigt werden.

Die 11-fach Kassette

Für mich das Highlight der Gruppe. Zum einen finde ich die trendy „oilslick“ Optik mega gut. Es gibt auch schwarze und goldene zur Auswahl und 46 bis zu 52 (!) Zähne am großen Kettenblatt. Hier nun also oilslick und 11-50 Zähne was es meines Wissens so nicht von den etablierten Herstellen als 11-fach Kassette gibt.

Die Kassette besteht aus quasi 3 Teilen: Die vier großen Blätter bestehen aus einem Aluminiumblock. Sehr aufwendig gefertigt. Die nächsten drei Stufen sind aus Stahl und zu einer Einheit zusammengenietet. Die vier kleinen Ritzel sind lose und haben einen Kragen bzw. es ist ein Kunststoffspacer dabei.

Komponentengewichte

KomponenteGewicht [g]
Kurbelsatz inkl. Kettenblatt723
Schaltwerk314
Schalthebel135
Kassette375
Innenlager90

Zwei Zahlen zum Vergleich: Ein SRAM GX 11-fach Schaltwerk wiegt z.B. 265g, eine SRAM GX 12-fach Kassette (10-50) 450g

Erstes Fazit

You get what you pay for. Das wird sich zeigen. Wenn die Gruppe gut funktionert, ist sie sicher eine gute Alternative zu den renomierten Herstellen wie SRAM oder Shimano.

Wo ZTTO aber noch dran arbeiten könnte, wäre eine ansprechendere und zeitgemäßere Verpackung. Motto: Weniger Plastik und mehr Liebe 😉

Das S-Pedelec und dessen unlogische Einstufung als Kraftfahrzeug

Wie „Speeder´s Corner“ hier beschreibt, hat das S- oder Speed- oder schnelle Pedelec ein großes Potential die Verkehrswende voranzutreiben. Es ist meiner Meinung nach der beste Kompromiss zwischen einem E-Roller (zu ineffizient) und einem Pedelec (zu langsam für weitere Strecken). Man ist schnell unterwegs und tut trotzdem was für seine Gesundheit.

Achso. Wer gar nicht weiß was ein S-Pedelec sein soll. Hier ein paar Infos. Es ist keine Schande das in Deutschland nicht zu wissen, da diese tollen Fahrzeuge hier nur in homöpatischen Dosen existieren.

Das liegt sicherlich zum einen am Kaufpreis. Es geht mit „Schnäppchen“ für 3000€ los, das meiste tummelt sich bei 5- 6000€ herum und geht bis über 10.000€!! WTF? Daran sieht man schon, dass man eine gewisse Affinität zum Thema braucht. Wenn man das S-Pedelec aber als ernstzunehmendes Fahrzeug wahrnimmt und nicht als teures Freizeitgerät, dann sieht das schon anders aus. Sicher, ein E-Roller ist billiger. Aber darum geht es ja nicht. Man entscheidet sich ja bewusst für das Mitarbeiten. Wenn das S-Pedelec vielleicht sogar einen Zweitwagen ersetzt, sieht das ganze nämlich nicht mehr ganz so duster aus.

Warum sind oft identisch aussehende S-Pedelecs so viel teurer als ihre 25km/h fahrenden Geschwister? Weil sie in D und auch sonst in Europa als Kraftfahrzeug gelten. Vergleichbar mit einem normalen Motorroller. Das bedeutet für die Hersteller einiges an Aufwand um eine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr zu erlangen.

Da liegt speziell in Deutschland auch sicher der zweite Grund für die geringe Verbreitung dieser Gattung. Das S-Pedelec wird als Kraftfahrzeug gesehen. Und das bedeutet:

  • Helmpflicht: Für mich kein Nachteil. Ich denke jeder ersthafte Radpendler fährt sowieso mit Helm. Und wenn nur als Wetterschutz ;). Die Art des Helmes ist aber in Deutschland irgendwie unklar. Ganz streng genommen müsste man einen Motorradhelm tragen (Kraftfahrzeug). Die Niederlande sind hier weiter und haben eine spezielle Norm geschaffen. Die NTA 8776. Hier auch Infos dazu.
  • Kennzeichenpflicht: Genau wie beim Mofa oder Roller ist jedes Jahr eine neues Versicherungskennzeichen fällig. Dieses kostet zwischen 50 und 120€ / Jahr. Je nach Anbieter und Leistungsumfang. Im Vergleich zu einer Fahrradversicherung für in Rad mit diesem Wert ist das aber ziemlich günstig.
  • Keine Radwege erlaubt! Ich denke das ist der größte Abschrecker. Ich habe Glück und fahre viel auf kleinen Nebenstraßen. Aber ist zum Beispiel ein Radweg neben einer Bundesstraße vorhanden, darf man diesen nicht benutzen und muss auf der Fahrbahn fahren! Auch Radschnellwege sind tabu! Mittlerweile fahre ich in der Stadt meist trotzdem auf dem Radweg (mit angepasster Geschwindigkeit) weil ich die brenzligen Situationen und Erziehungsversuche verursacht durch Wutbürger am Steuer leid bin….
  • Keine Mitnahme von S-Pedelecs in Öffentlichen Verkehrmitteln. Für den Gesetzgeber ist das so, als wenn man einen benzingetriebenen Roller mit den in Zug nimmt. Obwohl das S-Pedelec physisch identisch mit einem normalen Pedelec ist….
  • Kein Leasing z.B. als Jobrad möglich. Gerade diese Kategorie hätte doch das größte Potential den einen oder anderen Parkplatz in der Firma freizumachen. Anscheinend machen das einige Firmen. Den meisten ist aber der Verwaltungsaufwand zu groß. Siehe Kommentare weiter unten.

Zusammenfassung und was zum Nachdenken

Warum sollte ein Radweg nicht genutzt werden dürfen? Es wird mit der hohen Geschwindigkeit begründet die für die anderen gefährlich ist. Man könnte ja die Geschwindigkeit mittels Beschilderung beschränken oder generell max 25 km/h auf Radwegen erlauben. Ich ziehe auch gerne das Beispiel des Porsche (oder jedes anderen PKW) heran der ja auch 300 km/h fahren KÖNNTE, aber trotzem in die 30 Zone darf. Dem Autofahrer wird zugetraut, dass er sich entsprechend verhält. Dem S-Pedelecfahrer nicht. Der muss dann auf eigene Gefahr auf der Straße fahren.

Warum wird das S-Pedelec mit einem 45 km/h Roller gleichgestellt? Wer es schon einmal ausprobiert hat weiß, dass man sich schon gehörig anstrengen muss um dauerhaft 45 km/h zu fahren. Es ist eine völlig andere Fortbewegung als mit einem Roller. Im Umkehrschluss müssten dann doch für normale Pedelecs auch die Mofa Regeln gelten: Helmpflicht, Versicherungspflicht und nur die Benutzung bestimmter Wege. Es KANN immerhin auch 25 km/h fahren. Und zwar deutlich einfacher als die 45.

Manchmal denke ich, dass der Gesetzgeber diese Kategorie mit Absicht sabotiert. Es gibt hier einige unlogische Regelungen. In der Schweiz ist der Anteil an schnellen Pedlecs deutlich größer. Auch hier gilt Helm- und Zulassungspficht (was ich persönlich nicht als Nachteil sehe). Aber sie genießen zusätzlich sämtlich Fahrradrechte: Radwegbenutzung, Mitnahme im ÖPNV…

Es wäre schön wenn sich hier einiges ändern würde. Danke hier speziell an Speeder´s Corner und den Pedelecmonitor die sich bemühen dieses Thema bekannter zu machen!

Bike build – 27,5 Hardtail MTB – Update

Mist. Ich bin zu leicht zu beeinflussen. Der Aufbau des Kinderrades hat so viel Spaß gemacht, dass ich nun bei einem Focus Whistler Rahmen für mich selbst zugeschlagen habe. Wie so oft, wird das wahrscheinlich wieder eines der günstigeren Teile. Die Whistler Serie ist ja auch eher in der „Brot und Butter“ Region angesiedelt. So mit Gepäckträgerösen usw. Aber wenn es gut wird, kann man ja nochmal was hochwertigeres ausprobieren. Generel macht der Rahmen aber keinen schlechten Eindruck. warum immernoch so viele Hersteller IS2000 Bremsaufnahmen verwenden bleibt aber ein Rätsel. Naja, sogar der teure Starling Rahmen eines Kumpels hat das noch. Es gibt ja Adapter.

Es fängt also mit Rahmen und Laufrädern an. Beides aus der Kleinanzeigenbucht. Der Laufradsatz sogar aus Kiel. Also selbst angeholt.

Rahmen: Focus Whistler, Größe L. Leicht benutzt, aber ganz OK:

Der Laufradsatz ist sogar ziemlich edel und leicht. DT Swiss XM421 Felgen auf Shimano XT Naben. Die Reifen waren auch dabei, sind aber mit 2,6″ ziemlich breit. Das könnte knapp werden:

Bremsscheiben von Galfer und eine gebrauchte Formula Oro Bremse sind auch schon da.

Vor einiger Zeit hatte ich ja schonmal geplant einen „Chiner“ aufzubauen. Also ein Rad, das nur aus Chinakomponenten besteht. Bis auf den Rahmen , Laufräder und die o.g Teile wird das jetzt hier teilweise der Fall. Einfach, weil der der Gebrauchtmarkt im Moment wenig hergibt und weil ich es nun doch mal ausprobieren möchte. Zur Nachhaltigkeit möchte ich dabei sagen, dass alle Alternativprodukte sicher auch nicht „made in Germany“ gewesen wären.

Die Hauptkomponenten kommen nun von ZTTO (oder ZITTO?). Ist wahrscheinlich den meisten unbekannt. Soll aber ganz anständige Qualität liefern, was man in Bikenerd Foren so liest.

Es wird eine ZTTO 1×11 CRX Gruppe mit 11-50 Zähnen. Im trendy Oilslick Look für knapp 190€ inkl. Kurbel und Innenlager:

Dazu eine 120mm Luftgabel mit „Kashima Look“ Standrohren für knapp 75€! Nicht großartig einstellbar aber dafür recht leicht. Allemal besser als der übliche Stahlfeder/Elatomer Einsteiger Kram :

Ich bin sehr gespannt. Auch möchte ich einfach mal Alternativen zu dem ewig gleichen Einheitsbrei von SRAM und Shimano ausprobieren. einige Anbeiteile wie Pedale, Vorbau, Steuerlager werden auch von ZTTO kommen. wird ne Recht bunte Angelegenheit werden. Lasst euch überraschen. Passend zum pride month 😉

UPDATE 22.07.2021:

Die ersten China Teile sind eingetroffen und ich bin positiv überrascht. Machen wirklich einen guten Eindruck

Hier z.B. das ZTTO Plattformpedal. Jeweils mit einem Kugellager und einer DU Buchse ausgestattet:

ZTTO Plattformpedal JT-01

Der ZTTO Vorbau mit wahlweiser 35 oder 81,8mm Klemmung. Geile Oilsslick Optik:

Und zu guter letzt die Carbonsattelstütze und die Lenkrohrspacer von BXT (direkt com Hersteller):

Gabel und Schaltgruppe lassen leider nich auf sich warten. Aber der Rahmen ist eh derzeit zum Strahlen, bzw zum Kostenvoranschlag für eine Pulverbeschichtung.

Erster Eindruck Radon ZR Lady 7.0

Juchuu, es ist da. Statt der angekündigten 14 – 24 Werktage hat es sogar nur 16 „normale Tage“ also knapp zwei Wochen gedauert. Sehr ordentlich wenn man bedenkt, dass auch Teile derzeit recht knapp sind. Aber BikeDiscount (deren Hausmarke ja Radon ist) scheint noch genug auf Lager zu haben. Die Sendung mit dem nötigen Zubehör (Flaschenhalter, Pedale, Mudguard…) kam sogar schon 3 Tage vorher separat.

Ist ja immer so eine Sache zum Thema Nachhaltigkeit. Aber ein neues Rad aus dem Karton zu holen ist immer wieder einfach g… 😉 Die Entscheidung für genau dieses Rad wurde zuvor HIER gefällt.

Gut und mit relativ wenig Plastik verpackt
Fast fertig
Das ist alles an Plastik (den Achsschutz hatte ich wohl schon weggeworfen)

Hier einmal die Gesamtansicht. Man sieht gut die hohe Front. Also eine eher entspannte Sitzposition. Die Gabelspacer lassen sich aber noch umstapeln falls der Lenker zu hoch erscheint. Sind original alle unten:

Radon ZR Lady 7.0

Sieht doch amtlich aus

Erstmal die Punkte die auf den ersten Blick nicht so gut gefallen:

  • „Levelnine“ Vorbau, Sattelstütze und Lenker machen nicht den hochwertigsten Eindruck. Empfindliche Oberflächen
  • Kleiner Lackschaden (wurde durch einen Gutschein von Bikediscount gelöst)
  • Mattlack. Schwer zu pflegen
  • Shimano Deore 1×12 Trigger erscheint nicht sehr hochwertig. Funktion ist aber total OK
  • Reifen etwas lieblos aufgezogen. Eiern ordentlich
  • Marginaler Kettenstrebenschutz
  • Hinten nur eine Schnellspannachse
  • Hintere Bremsleitung außen verlegt. Defektanfällig, Optik
  • Hinten noch IS2000 Bremsenmontage. Allerdings mit Postmount Adapter. Justieren also kein Problem

Das hier gefällt:

  • Mattlack. tolle Optik
  • Stimmige Gabeloptik passend zum Rahmen
  • Der Selle Italia S3 Damensattel ist hochwertig verarbeitet
  • Schnellspanner am Sattelrohr
  • Toll verabeitetes Shimano Deore 1×12 Schaltwerk
  • Toll verarbeitete Shimano Deore Kurbeln
  • Unter -und Steuerrohr bereits mit Lackschutzfolie abgeklebt
  • Hintere Bremsleitung außen verlegt. Wartungsfreundlich
  • BSA Gewindetretlager. Auch Wartungsfreundlich
  • Vorne eine solide Maxle Steckachse
  • Insgesamt eine gute Rahmenverarbeitung
  • Interne Zugführung für eine höhenverstellbare Sattelstütze bereits vorgesehen

Die nächsten Tage wird dann getestet. Erstmal alles einstellen und einfahren. Dann gibt es einen weiteren Bericht…

E-Auto Prämie nun selbst in Anspruch genommen – Achtung könnte wieder persönliche Meinung enthalten

2019 habe ich diesen doch recht kritischen Artikel zum Thema Elektroautoförderung geschrieben ->Klick

Seit dem hat sich viel getan und ich habe meine Meinung nicht grundsätzlich geändert. Allerdings kann ich nun aus eigener Erfahrung etwas zum Thema Elektroauto schreiben. Denn seit Januar 2021 steht bei uns nun eines auf dem Hof. Dies hatte ich auch damals nicht ausgeschlossen. Es ging nur etwas früher los als gedacht.

Den Anstoß gaben mehrere Faktoren. Zum einen die E-Auto Prämie von 6.100€ und die 2020 eingeführte Förderung für Wallboxen von 900€. Auch habe ich noch ein Angebot meines Arbeitgebers bekommen. Und schon ist das ganze gar nicht mehr so teuer wie gedacht. Da unsere Garage und das Carport eh elektrifiziert werden sollten dachte ich mir, dann nehm ich die Förderung noch mit. Ich weiß, das klingt egoistisch und geht auf Kosten der Allgemeinheit. Das tun andere Klimaschutzmaßnahmen wie Gebäudesanierung aber auch. Warum ich das Elektroauto in meinem persönlichen Fall für einen Beitrag zum Klimaschutz halte werde ich noch erläutern.

Ein großer Faktor war auf jeden Fall auch die Tatsache, dass wir seit September 2019 unsere eigene PV-Anlage auf dem Hausdach hatten. Bei der derzeitigen Eispeisevergütung liegt es somit auch nahe, seinen erzeugten Strom lieber selbst zu verbrauchen.

Aber der Reihe nach:

Kosten

2019 habe ich mal meinen Kia Picanto einer Renault ZOE gegenübergestellt. Generell ist das Elektroauto immer noch teurer, aber die Kosten haben sich etwas verschoben (in rot die Änderungen ggü 2019). Nebenbei hatte ich auch die Spritkosten des Kia falsch ausgerechnet. Hat keiner gemerkt ;). Ich gehe nun von 10.000 km/a aus, weil mein Batteriemietvertrag auch so läuft:

  • Kia Picanto 1,0
  • Kaufpreis: 10.000€
  • Steuern/a: 80€
  • Verbrauch: 5,2 l/100 km -> 5,0 x 1,54€ = 7,7€ / 100 km -> 2,310€ / 36 Monate
  • Wartung: 10.000 k/ 1 x pro Jahr: 250 €/a -> 750 / 36 Monate

-> Für 36 Monate: 13.060

Das meistverkauft Elektroauto in Deutschland und auch vergleichbar mit dem Kia:

  • Renault Zoe R110 Z.E. 50
  • Kaufpreis: 18.100€ + 82€ Batteriemiete (2952€/36 Monate) – 6100€ Kaufprämie: 14.950
  • Steuern: 0€
  • Verbrauch: 15,3 KWh/100 km (Katalogwert nach WLTP Eigener ermittelter Wert)
    • Annahme: Zuhause geladen. Davon 50% Solar, 50% Netz -> Durchschnittlich 20Cent / KWh (30Cent KWh Netzstrom + 10Cent KWh nicht bekommene Einspeisevergütung /2) -> 3,06€/ 100 km
    • -> 918€ / 36 Monate
    • Im besten Fall 0€ wenn man immer öffentlich umsonst lädt (gibt es eigentlich nicht mehr)
  • Wartung: 10.000 k/ 1 x pro Jahr: 150 €/a -> 450 / 36 Monate

-> Für 36 Monate: 16.318

 

Die Renault ZOE ist somit nach 3 Jahren und 10.000km /a lediglich 3,258 € teurer als der Kia. 2019 hatte ich mit den alten Annahmen noch über 5000€ ausgerechnet. Nicht berücksichtigt ist die bereits in der Basisversion der ZOE enthaltene viel bessere Ausstattung. Gegenüber dem Kia (der ja auch ein Kleinstwagen ist. Die ZOE eher Polo Klasse) hat der Renault folgende Mehrausstattung: Voll Digital Cockpit, Multimedia Display, DAB+ Radio, Keyless go, Automatikgetriebe (bedingt durch den E-Antrieb), Standheizung/Kühlung. Dafür hinten nur Kurbelfenster ;).

Die Wallbox könnte man noch dazurechnen. Diese ist ja aber nicht exclusiv nur für dieses erste E-Auto und kann danach weiterbenutzt werden.

Umwelt

Ich weiß, dass hier echte Grabenkämpfe stattfinden. Ich will dazu gar nicht so viel schreiben und euch dieses Video von Dr.Whatson ans Herz legen: (4) Die Wahrheit über Elektroautos – YouTube

Nur ein paar Fakten:

  • Auch Verbrennerautos wachsen nicht auf Bäumen und erzeugen CO2 bei der Herstellung
  • Auch in Verbrennerautos sind seltene Erden versteckt. In den Akkus der E-Autos sind übrigens KEINE seltenen Erden enthalten)
  • Ein neues Auto schleppt immer einen CO2 Rucksack mit sich herum
  • Dieser ist beim Elektroauto deutlich größer

So nun aber zu meiner persönlichen Situation.

Bezogen auf die Nutzung eines Elektroautos wohne ich ideal. Ländlich in Schleswig Holstein mit eigener Solarstrom Anlage auf dem Dach. Dazu ein Zitat von www.schleswig-holstein.de:

 

 

Also selbst wenn man komplett ohne PV-Anlage lädt, ist der erneuerbare Anteil schon jetzt sehr hoch. Gehen wir jedoch mal von gesamtdeutschen Ökostrommix aus, der sich seit 2019 auch bereits verbessert hat:

Der Ökostrommix in Deutschland wird mit 0,421 0,401g CO2 / KWh angenommen. Demnach würde unser Auto also 0,401 g/KWh x 15,3 KWh / 100 km x 30.000km = 1841 kg CO2 emittieren. Bei 50% Solarstrom dann nur noch 920 kg.

Der Benzin Kia wird in den 3 Jahren 3,720 kg CO2 emittieren (5,2 l/100 km x 23,8 = 124 g/km. 124 g CO2/km x 30.000 km)

Im Jahr 2030 soll Schleswig-Holsteins Strommix 100% Klimaneutral sein. Aber selbst so spart das Elektroauto pro Jahr  933kg CO2 ein. Dabei ist nur die direkte CO2 Emission eingerechnet. Die Förderung, Herstellung und der Transport fossiler Brennstoffe erzeugen natürlich auch noch einma CO2 obendrauf.

Das schwedische Institut IVL gibt an, dass die Akkuherstellung mittlerweile 61 – 106 kg CO2/kWh benötigt. 2017 lag dieser Wert noch bei 150 – 200 kg/KWh (Quelle: www.energie-experten.ch). Nimmt man nun an, dass dieser Durchschnittwert (61+106 / 2) von 114 kg/kWh und auch der Strommix konstant bleiben, wäre der CO2 Rucksack meines Auto mit einer 52kWh Batterie nach 6,4 Jahren getilgt und man wäre in der „Gewinnzone“ (Die Eindhoven University geht übrigens von durchschnittlich 65 kg/kWh aus). Aber da sich beide Werte kontinuiertlich verbessern, wird dies früher der Fall sein. Der Verbrenner wird bis zum Ende seiner Nutzungszeit weiterhin CO2 (und andere Schadstoffe) emittieren. Zudem ist mein „persönlicher Strommix“ jetzt schon deutlich besser als der Gesamtdeutsche.

Natürlich ist die Akkuherstellung problematisch. Auch hier lege ich euch wieder das oben verlinkte Video nahe. Kobalt wird schon seit Jahrzehnten unter prekären Umständen abgebaut. Und bei den Milliarden von Smartphone Akkus die im Umlauf sind hat noch nie jemand den grünen Zeigefinger erhoben. Denn es hat ja jeder eines oder mehrere 😉

Fazit

  • In unserer persönlichen Situation ergibt das Elektroauto absolut Sinn. Klar ist es nicht das Allheilmittel und wie immer wird sich ein Mittelweg finden müssen. In den Ballungräumen geht es nur mit insgesamt weniger Autos (egal wie angetrieben) und mit besserem ÖPNV und besserer Radinfrastruktur.
  • Das Elektroauto ist absolut Alltagstauglich. Auf dem Land ist die Ladesituation einfach super entspannt. Nach Hause kommen, Anstecken und in ein paar Stunden ist das Auto Wieder voll. Bei unserer derzeitigen Durchschnittsstrecke ist das einmal die Woche.
  • Es gibt keine Reichweitenprobleme. Je nach Jahreszeit sind 280 bis 330 km drin. Bei unserer (ich behaupte mal ziemlich typischen) Kleinwagennutzung (Einkaufen, Kindergarten, Arbeitsweg usw) reicht die Füllung also mehrere Tage. Außerdem entfällt der nervige Tankstopp. Zuhause dauert das Ein- und Ausstecken 10 Sekunden.
  • Es ist schade, dass die deutschen Hersteller immernoch schlafen. Ich finde Renault hat mit der ZOE echte Pionierarbeit geleistet und ein tolles Paket geschnürt.
  • Es fährt sich einfach sooo gut. Kein Verbrenner mit einem noch so tollen automatischen Getriebe kann da mithalten. Leise, smooth und kraftvoll bei gerade einmal 80kW Spitzenleistung.

Zum Schluss

Leben und leben lassen. Wer ein E-Auto kauft muss sich immer irgendwie rechfertigen. Fast wie bei nem Thermomix 😉 Ich diskutiere gerne. Aber sobald jemand anfängt mit den schlimmen Akkus und den ständig abbrennenden E-Autos und überhaput Körnerfresser und so… Da verliere ich die Geduld. Speziell wenn mehrmals im Jahr in den Urlaub geflogen wird und der/diejenige sich beim Autokauf vorher noch nie Gedanken über Umweltaspekte gemacht hat.

Übrigens liegt der durchschnittliche Neuwagenpreis 2020 bei 36.340€ (Quelle: Statista.de). Da kann man bei den nun erhältlichen günstigen E-Autos wie Renault ZOE, Hyundai Kona/Ioniq, Dacia Spring nicht mehr wirklich von einem „Reichenspielzeug“ reden. Selbst ohne Förderung.

Lasst euch drauf ein oder lehnt es eben ab. Eure Entscheidung. Kommt gerne vorbei und probiert es selbst aus.

 

Das erste Crazy42Wheels Kinder MTB ist fertig – Daten und Kosten

Das hat Spaß gemacht! Wie ich ja hier angekündigt hatte, habe ich günstig einen 24er Lapierre Kinder MTB Rahmen erstanden.

Nach und nach ging es dann auf Teilesuche. Mein Fazit dazu: Es ist gar nicht so einfach halbwegs leichte und bezahlbare Kinderrad Teile zu bekommen. Besonders die Kurbel hat mir Kopfzerbrechen bereitet.

Sie sollte möglichst leicht sein, wechselbare Kettenblätter haben und wenn möglich nur 130mm Kurbelarm Länge. Wenn Geld kine Rolle spielt kann man es natürlich mit solchen edlen Teilen versuchen:

Copyright: VPace

Gibt´s in verschiedenen Längen und sie sind echt leicht.

Das andere Extrem sind solche Stahlklötze für 9,95€:

Da muss es doch einen Kompromiss geben. Durch Zufall habe ich dann in der Kleinenzeigenbucht eine original verpackte SR Suntour XCT Jr Kurbel entdeckt:
Copyright: Fahrrad.de

Nicht ultraleicht aber ganz OK vom Gewicht. 152mm Kurbellänge sind auch erstmal gut so. Und man kann die Kettenblätter abbauen. Es ist ein Standard 104mm Lochkreis für den es viele Kettenblätter gibt. Gebraucht habe ich sage und schreibe 17,50€ bezahlt. Aber auch neu ist diese Kurbel um die 25 bis 30€ zu haben. Derzeit sind noch das (zusammengenietete) mittlere und kleine Kettenblatt verbaut. Ein Alukettenblatt folgt. Und die Fräse soll später auch noch angesetzt werden um etwas Material aus den echt massiven Armen zu entfernen.

Ein Highlight ist auf jeden Fall das aus Sattel, Lenker, Griffen und Pedalen bestehende Jr Pro Kit von SDG:

Copyright: SDG Components

Besonders der Sattel ist echt toll verarbeitet. Der Lenker hat nur 18mm Griffdurchmesser was ihn für kleine Kinderhände besser greifbar macht. Zur Montage von normalen Brems- und Schaltgriffen liegen 4 Kunststoffspacer bei. Die Pedale sind nicht besonders Leicht, bieten mit den gemäßigten Pins aber viel Grip ohne gleich Schienbeine oder Schuhe zu zerstören. Aber am allerwichtigsten: Es sieht alles verdammt cool aus 🙂 Die UVP von 149€ ist natürlich heftig. Aber wie immer ist der Straßenpreis deutlich darunter. Zwischen 95 und 110€ muss man anlegen. Weil der Sattel eine Mini Beschädigung hatte, bekam ich noch einmal 15€ Rabatt und habe damit 80€ bezahlt.

Der Rest ist Hausmannkost. Der Rahmen war auf V-Brakes ausgelegt. Somit habe ich auch eine 24er Stahlgabel mit Cantisockeln besorgt. Sie ist mit knapp 1000g noch relativ leicht. Auch hier ist es gar nicht so einfach gewesen eine 24er Gabel mit 1 1/8″ „Nicht Gewindeschaft“ zu bekommen. Es liegt bereits eine 1998er Rock Shox Judy XC in 26 Zoll bereit die ich günstig geschossen habe. Diese wiegt auch lediglich 1200g. Ich muss lediglich einen Adapter für die Bremsarme anfertigen (lassen). Mal sehen. Die einzige ernsthafe 24 Zoll Luftfedergabel wäre die RST First AIR gewesen. Mit 1700g und ca 200€ aber auch nicht gerade leicht und billig:

Copyright: RST Suspension

Da die (ebenfalls von Ebay Kleinanzeigen stammenden) Laufräder eine 8-Fach Kassete mitbrachten, habe ich den Antrieb also auf 1×8 ausgelegt. Auch hier versuchte ich gebrauchte Teile zu beschaffen. Naja um es kurz zu machen: Preis/Leistung waren in neu bei diesen Komponenten (und auch den V-Brakes) besser. Es ist also ein SRAM X3 Schaltwerk mit X4 Trigger geworden. Die Kinderbremshebel sind von Alhonga.

Was hat der Spaß denn nun gekostet und was wiegt es?

Kosten Kinder MTB 24″

Ich finde knapp 430€ OK, hatte aber natürlich auf weniger gehofft. Also in Serie werde ich damit nicht gehen 😉 Das Gesamtgewicht beträgt nun 9,9 kg, was ich angesichts der Stahlgabel und der Kurbelgarnitur ganz OK finde. Nimmt man die über allem schwebende Referenz WOOM Off 5 (Link) dazu, stehe ich ganz gut da:

Copyright: WOOM Bikes

799€ und 8,6 kg. Beides ein Wort! Und naturlich mit Scheibenbremse. Ist schon eine cooles Teil. Und meine Arbeitszeit inkl. Internetrecherche ist natürlich Kostenlos. Ist ja Hobby 🙂

Wer gar keine Arbeit haben will und ein gleichwertiges Rad wie meines zu einem super Preis haben möchte, sollte sich mal das Conway MS240 rigid ansehen (Link). knapp 400€ und 9,3 kg:

Copyright: Conway Bikes

So, nun aber endlich die Bilder des fertigen Bikes. Und danke an meine Frau für die Anfertigung der geilen Sticker 🙂

Teilehaufen

Und fertig 🙂

Heute kam noch das neue Kettenblatt. Sieht nochmal nen Tick cooler aus…

Grüüüün
Nur die Schrauben fehlen noch

In diesem Sinne: TheKidsAllRide

Damen MTB um 1000€: Update

Als wir letztens mal wieder am Hütti Trail waren, wollte meine Frau auch mal eine Abfahrt ausprobieren. Und obwohl mein Mountainbike viel zu groß für sie ist, hat man gemerkt, dass die Saat gesät ist 😉

Da ich ja nichts lieber mache als Daten und Preis/Leistungsverhältnisse zu analysieren, habe ich mich jetzt mal auf das unbekannte Terrain der Damen Einsteiger MTB um die 1000€ gewagt.

Es gibt einige Artikel darüber, ob es spezifische Damen MTBs braucht oder ob das nur wieder ein sexistisches Ding ist, Frauen ein schlecht ausgestattetes MTB in Rosa mit Blumen anzudrehen.

Meine Meinung dazu:

  • Das Auge kauft mit. Und meiner Frau haben die verschieden „Frauen Farben“ auf anhieb besser gefallen als die meist gedeckten oder knalligen unisex Varianten.
  • Fakt ist: Frauen sind im Durchschnitt kleiner und leichter als Männer (Frauen 40- 45 Jahre: 1,67 m / 69,4 kg ; Männer 40 – 45 Jahre: 1,80 m / 87,3 kg. Quelle: Statistisches Bundesamt)
  • Wen schert der Durchschnitt? Meine Frau hat deutlich kürzere Arme und Beine als ich und ist insgesamt kleiner. Das heißt für ein Fahrrad: Der Rahmen muss kleiner sein, der Lenker schmaler und ggf. die Tretkurbeln kürzer. Ansonsten fühlt man sich einfach nicht sicher auf einem Rad. Wer schon einmal ein Kind auf einem viel zu großen Rad gesehen hat, weiß was ich meine. Auch der Sattel als sehr sensible Zone ist oft spezifisch gestaltet.

Also habe ich mir mal ein paar Kandidaten herausgesucht. Es ist Fachhandel und Direktversand dabei. Der Preis sollte um die 1000€ nicht überschreiten.

Canyon Grand Caynon 5 WMN, 799€, Direktversand

Copyright: Canyon Bikes

Radon ZR Lady 7.0, 829€, Direktversand

Copyright: Radon Bikes

Cube Access WS SL, 1049€, Fachhandel

Copyright: Cube Bikes

Was alle 3 Räder gemeinsam haben:

  • Aluminium Rahmen
  • Luft Federgabel
  • Relativ einfache Shimano Bremsen
  • 1 x 12 fach Antrieb von Shimano oder SRAM (Was in dieser Preisklasse durchaus beachtenswert ist)
  • Gewichte (Katalogwert bei der kleinsten Rahmengröße) 13 bis 13,6 kg

Die Geometrien sind sich insgesamt auch ziemlich ähnlich. Hier einmal der Vergleich der beiden wichtigen Größen Stack und Reach. Ganz vereinfacht gesagt: Je größer der Stack und je kleiner der Reach Wert, desto aufrechter und komfortabler die Sitzposition. Das Canyon wäre in diesem Vergleich also das gestreckteste Bike.

Besispiel. Copyright Radon Bikes
BikeStack (mm)Reach (mm)
Canyon595397
Radon593363
Cube603377
Stack und Reach in Rahmengröße „S“

In der folgenden Tabelle habe ich einmal die Wichtigsten Ausstattungsmerkmale zusammengefasst. Etwas unfair ist natürlich wie immer, dass das Cube als Fachhandelsrad einen Preisnachteil hat.

Rein datenbasiert kann man klar sagen, dass Radon das beste Gesamtpaket schnürt. Guter Preis, gutes Gesamtgewicht und eine solide Ausstattung. Gegen das Cube spricht für mich z.B. auch die geringere Bandbreite der Kassette. Gerade im Einsteigerbereich ist jeder Zahn mehr hinten gern genommen 😉 Dafür ist die Bremse am Cube auf dem Papier etwas besser. Allerdings kann ich auf den ersten Blick keine Unterschiede der MT 200 und 400 erkennen.

Was ich natürlich nicht beurteilen kann ist die generelle Verarbeitung der Räder. Aus der Erfahrungen mit Rennrädern und anderen MTBs der Marken wäre mein Ranking folgendes (Gut zu weniger gut): 1. Canyon, 2. Radon, 3. Cube

Was allen Rädern fehlt und anscheinend für Hardtails von den Herstellern nicht vorgesehen ist, ist eine höhenverstellbare Sattelstütze. Meiner Meinung nach eine der sinnvollsten Innovationen der MTB Technik der letzten Jahre. Diese würde ich an jedem Rad nachrüsten. Hier wären noch einmal ca 150 bis 200 Euro einzurechnen.

Selber bauen

Ist auch ein Option die Spaß macht. Super viel günstiger wird es aber dadurch nicht wie ich wieder beim Aufbau eines Kinderbikes festgestellt habe. Und man muss erstmal einen Rahmen bekommen.

UPDATE 18.05.2021

Es ist nun das Radon geworden. Unter anderem weil es das einzige verfügbare war 😉 Aber nicht nur deswegen. Das Gesamtpaket aus Ausstattung, Gewicht und Optik hat mich überzeugt. Das Canyon ist auch eine Gute Wahl. Aber die sportlichere Sitzposition gefiel uns nicht so.

Jetzt heißt es 14 bis 24 Werktage Warten 😮 …

24 Zoll Kinder MTB – Custom build

Letzes Wochenende waren wir mit den Kindern im nahen Wald radfahren. Man hat gemerkt, wie die Kinder Spaß daran hatten. Ihre Räder sind ja schon gut und leicht. Aber die Große hat jetzt Licht, Schutzbleche und einen Gepäckträger dran. Das will man sich ja auch nicht kaputtfahren.

Also habe ich abends mal wieder bei ebay Kleinanzeigen reingeguckt und schon ging das Kopfkino los 😉

Hiermit wurde die Saat gesäht:

Schickschick

Ganz schnell wurden noch die folgenden Teile geordert:

Nagelneu und unbenutzt
Legger 🙂

Ich hab jetzt richtig Bock auf Teilesuche zu gehen und ein tolles, hoffentlich leichtes Sportrad zu bauen. Schwierig ist es eine Kurbel mit maximal 150mm Kurbellänge zu finden. Und zu Teuer oder schwer soll es nicht sein. Eventuell wird eine Erwachsenenkurbel gekürzt und mit neuen Gewinden versehen.

Bleibt gespannt 🙂

Lagerarbeit – Frühjahrscheck im Fuhrpark

Ich bin leider im Winter nicht so viel gefahren. Mit dem S-Pedelec leider nur ca 1000 km seit August (Ich sitzte im Homeoffice fest). Mit dem Enduro weiß ich es nicht genau, da es ja keinen Tacho hat. Das Rennrad ist kaum dreistellig geworden.

Trotzdem habe ich einen Frühjahrscheck durchgeführt. Zuerst war das S-Ped dran. Einmal putzen, Sommerreifen drauf… das übliche.

Soweit war das alles OK. Nur die hinteren Bremsbeläge waren schon grenzwertig dünn. Vorne hatte ich ja auch Lärmgründen schon einmal auf die Magura Performance Einzelbeläge gewechselt. Die nun sozusagen „Altvorderen“ (Hahaaa) sind jetzt hinten reingekommen. Insgesamt haben die hinteren damit knapp 4000 km unter allen Wetterbedingungen gehalten.

Nach schlechten Erfahrungen von Speeder´s Corner mit einer festgegammelten Steckachse, habe ich meiner vorderen auch eine Extraportion Fett gegönnt.

Beim Enduro habe ich eigentlich nur mit einer Reinigung gerechnet. Tatsächlich waren aber sowohl das Innen- als auch das Steuerlager defekt. Beim Innenlager war es ohne Kette deutlich zu spüren. Die Einsätze in 2020 waren nicht so lang, dafür aber anscheinend heftig. Z.B. ein ganztägiges Sprungtraining bei Dauerregen.

Zum Glück hat die Alutech Fanes noch ein „altmodisches“ BSA Schraub Innenlager. SRAM GXP Originalersatz kostet gerade einmal 22€. Und beim Care Creek fourty Steuerlager lassen sich nur die eigentlich Lager ersetzen. Das waren noch einmal 24€. Aber trotzdem krass, dass die nach nicht einmal 2 Jahren schon durch waren. Ich fahre ja keine 1000 km mit dem MTB.

Sehr empfehlen kann ich den Innenlagerschlüssel von Rose, der 4 verschiedene Größen abdeckt. Kein gemurkse mehr mit den scharfkantigen Blech Hakenschlüsseln. Ob sich da Premiumersatz (Chris King, Cane Creek…) für 100 bis 200€ lohnen würde ist schwer zu sagen. Ob das länger hält als 10 SRAM GXP Lager? Zumal der Tausch nur ca. 10 Minuten dauert.

Dann hoffe ich mal, dass diese Saison besser wird. Urspünglich war für 2021 ein Trip nach Norwegen geplant. Auch dieser muss nun leider wieder verschoben werden.

Deutschland zum Fahrradland machen

Wäre es nicht toll, wenn einem Deutschland auch in den Sinn kommt wenn es um das Thema Fahrrad geht? Ist ja derzeit eher mit dem Auto verbunden.

Auch die Investitionen die für die jeweilige Verkehrsform getätigt werden, stehen in keinem Verhältnis. Dass das Fahrrad auch als ernstzunehmendes Verkehrsmittel taugt, zeigen Städte wie Kopenhagen oder Ansterdam deutlich. Aber auch Deutsche Städte geben „gas“. Als leuchtende Beispiele seien Münster, Freiburg und auch Kiel genannt.

Es muss auch in anderen Städten und auf dem Land ein Umdenken starten.

Wer den Wandel mitgestalten möchte, kann diese Petition unterschreiben : Neuigkeit zur Petition · Erster Schritt zum Fahrradland: Verkehrsberuhigung endlich zulassen, Herr Scheuer! · Change.org

Radpendleridylle

Wünsche an die Verkehrspolitik, 2021 Edition

Danke wieder einmal an Speeder´s Corner für die treffenden Formulierungen.

Speeder's Corner

Wir schreiben das Jahr 2021 und es herrscht große Freude: Das S-Pedelec ist endlich in der Gesellschaft angekommen! Durch vernünftige, pragmatische Lösungsansätze im Verkehrsrecht und steuerliche Anreize für die Fahrer steigen jeden Morgen immer mehr Menschen auf ein schnelles Pedelec, statt sich im Auto oder in den Öffis zur Arbeit zu begeben.

Man kann getrost von einer Win-Win-Situation sprechen: jedes Pendelauto weniger bedeutet auch weniger Stau in den Städten, die Umweltbelastung ist geringer und schlussendlich tut auch jeder einzelne Fahrer etwas für seine Gesundheit.

Ach nee, moment.Das war ja in Belgien.

In Deutschland wird nach wie vor am unliebsamen Status des S-Pedelec festgehalten, ganz nach dem Motto „warum etwas ändern, wenn es eh keiner fährt?“ Und natürlich wird dabei verkannt: wenn sich nichts ändert, fährt das auch weiterhin kaum jemand.

Ich möchte aber nicht immer nur meckern! Daher heute einmal kurz und knackig meine fünf Wünsche…

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